Anbau mit Sichtbeton
Der zur Verfügung stehende Platz und die innerstädtischen Gegebenheiten stellte die Architektin Tanja Ruf von Monoplan aus Zürich vor eine besondere Herausforderung: ein Innenhof mit heterogener Bebauung, Parkflächen, Garage und Müllverschlag. Um in diesem wenig ansprechenden Umfeld dennoch attraktive und zusammenhängende Bewirtungsflächen zu schaffen, entwickelten sie ein Konzept, das unterschiedliche Nutzungsbereiche bietet und durch eine Klammer zu einer gastronomischen Einheit verschmilzt. Kern der Erweiterung ist ein kompakter Baukörper. Er greift das offene Ambiente des bestehenden Restaurants auf und setzt in dem heterogenen Umfeld einen neuen Akzent.
Als verbindendes Element zwischen Bestand, Erweiterung und Außenflächen dient die radikale Beschränkung auf ein - allgegenwärtige - Material. Die Umsetzung erfolgte mit Beton, denn dieser Baustoff kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden. Die Klammer beginnt in der Gasse zwischen den Gebäuden in Form einer Bodenplatte, schließt den neugestalteten Innenhof ein und findet in den Decken Wänden des Anbaus seinen Abschluss.
Durch die Reduktion auf den Baustoff Beton erhält der Anbau Klarheit. Großzügigkeit und Offenheit entstehen durch raumhohe, zum Teil rahmenlose Verglasungen. Die der Bodenplatte zugewandte Glasfassade ist als Falt-Schiebe-Wand ausgeführt. Sie lässt sich bei schönem Wetter vollständig öffnen und Innen- und Außenraum miteinander verschmelzen. Das davor angeordnete Vordach besteht aus einem Betonrahmen mit eingelegten Elementen aus Klarglas. Blumentröge und das - ebenfalls neu errichtete - Gebäude für den Müll bestehen auch aus Beton. Die radikale Beschränkung auf diesen Baustoff macht den Zusammenhang deutlich und grenzt das Areal des Restaurants gegen die anderen Bereiche des Innenhofes ab.
Die Umsetzung erfolgte mit einem Standard-Beton C35/45, der mit anthrazit-farbigen Pigmenten eingefärbt wurde. Großen Wert legten die Architekten auf anspruchsvolle, filigrane Detaillösungen und sorgfältige Verarbeitung. Alle Kanten wurden scharfkantig, die Schlitze für die Fassadenverglasung exakt ausgeführt. Sämtliche Einlagen für die indirekte Beleuchtung und die Lautsprecher sowie die Öffnung für den bündig eingepassten Kaminofen wurden bereits bei der Herstellung der Fertigteilelemente und des Ortbetons berücksichtigt. Lebendigkeit erhalten die Sichtbetonflächen durch die Oberflächenqualität. Die Bodenplatte weist die Struktur eines Besenstrichs auf, Decken, Wände und Blumentröge die Beschaffenheit von horizontal liegender, sägerauher Brettschalung.
Als Tragkonstruktion wählten die Architekten für den Anbau eine punktförmig gestützte Stahlbetondeckenplatte (20 cm) mit einer Stahlbetonwandscheibe zur Aussteifung. Das Dach ist als Flachdach mit Extensivbegrünung ausgeführt. Die 25 cm starke Bodenplatte liegt auf einer Sauberkeitsschicht aus Magerbeton. Im Innern des Anbaus bilden eine Wärmedämmung aus Polystyrol-Hartschaum, ein Zement-Heizestrich sowie eine Industriebeschichtung den oberen Abschluss. Die Außenwände bestehen aus 24 cm Ortbeton, einer Wärmedämmung ebenfalls aus Polystyrol-Hartschaum sowie einer 10 bzw. 22 cm dicken Innenschale aus Fertig- oder Ortbetonbauteilen.
Für die Falt-Schiebe-Wand kamen eloxierte Aluminium-Profile mit Wärmeschutzglas und für das Vordach Schraubrohrprofile mit Isolier- bzw. Brandschutzglas zum Einsatz. Bei der rahmenlosen Festverglasung handelt es sich um eine Sonderkonstruktion aus Edelstahlprofilen, die in den Beton eingelegt wurden, und Scheiben aus Verbundsicherheitsglas in warmen Gelb-Rot-Tönen.
Die Erweiterung des Pedi erfolgte in zwei Bauabschnitten. Im ersten Schritt wurde der Anbau mit einer großen Bodenplatte realisiert. Der zweite Abschnitt umfasste die Gestaltung des Innenhofes als Gesamtensemble einschließlich des Gebäudes für die Mülltonnen, die so genannte Mülloase. Entstanden ist ein ansprechender homogener Gastronomiebereich mit einem geschlossenen Gastraum, einem überdachten und einem nicht überdachten Bereich sowie einer optionalen Außenfläche für die Sommermonate. Diese Gliederung ermöglicht - auch in Abhängigkeit der Jahreszeit - eine flexible Nutzung. Die zurückhaltende Architektur und die Beschränkung auf den Baustoff Beton verleihen dem Anbau Offenheit und Authentizität und unterstreichen damit die Philosophie des Restaurants - gesundes Essen aus frischen Zutaten in niveauvollem Ambiente. Großflächige Nischen lockern die strenge Linienführung auf und bieten Platz für wechselnde Dekorationen. Für eine freundliche, warme Atmosphäre sorgen die Massivholzmöbel, die vom Bestand übernommen wurden.
Quelle: Pressemeldung BetonMarketing Deutschland GmbH
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