BHW mit Neugeschäftsboom
Geradezu boomartige Neugeschäftszuwächse konnte der Hamelner Baufinanzierer BHW im Jahr 1999 verzeichnen. "In allen Kerngeschäftsfeldern hat BHW außerordentliche Bestmarken erreicht und die Marktchancen optimal genutzt. Dies gilt insbesondere für das Bausparneugeschäft, bei dem wir eine Steigerung von gut 21 Prozent erzielt haben," hob BHW Vorstandschef Reinhard Wagner auf der Jahrespressekonferenz hervor. Mit diesem Zuwachs habe man sich erneut an die Spitze der Branchenentwicklung setzen können und - so Wagner - zum dritten Mal in Folge weitere Marktanteilsgewinne erzielt.
Zuwächse und Marktanteilsgewinne wurden auch im Baufinanzierungsgeschäft sowie im Lebensversicherungsgeschäft erzielt. Damit habe BHW 1999 seine Marktposition als "Der Baufinanzierer" deutlich ausbauen können.
Bausparen mit Rekordwachstum
Mit einer Bausparsumme von 23,4 Mrd. DM erreichte BHW im eingelösten Bausparneugeschäft das höchste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Der Vorjahreswert von 19,3 Mrd. DM wurde um 21,1 Prozent übertroffen. Auch die Anzahl der Verträge der beiden Bausparkassen des BHW Konzerns kletterte mit 15,3 Prozent auf ein Allzeit-Hoch von 559.000 Stück.
Wie schon in den beiden Vorjahren konnte BHW seinen Marktanteil deutlich steigern. So im beantragten Geschäft von 12,4 Prozent auf jetzt rund 15 Prozent.
Marktanteilsgewinne und die im Branchenvergleich signifikanten Neugeschäftszuwächse führte Wagner unter anderem auf die Produktführerschaft von BHW im Bausparen, die einzigartige Ausnutzung aller Marktgegebenheiten sowie den erfolgreichen Ausbau des BHW Vertriebes zurück.
Spargeldeingang steigt zweistellig
Die positive Entwicklung des Bausparkollektivs war geprägt von einer deutlichen Steigerung des Spargeldeinganges um 16 Prozent auf 7,2 Mrd. DM. Spar- und Tilgungsaufkommen summieren sich auf 11,3 Mrd. DM, ein Plus von 9,1 Prozent. Die Zuteilungsangebote aus dem Bausparkollektiv der beiden Bausparkassen erreichten mit 12,7 Mrd. DM einen Zuwachs von 4,9 Prozent.
Baufinanzierungen auf Rekordniveau
Mit einer Gesamtsumme von über 19,7 Mrd. DM wurden den Kunden des BHW Konzerns erneut mehr Gelder für private Wohnungsbauzwecke zur Verfügung gestellt. Die Baufinanzierungsmittel in Form ausgezahlter Kollektivgelder sowie in Form außerkollektiver Baufinanzierungen, vor allem Hypothekendarlehen, übertrafen damit das Rekord-Vorjahresniveau nochmals um 0,5 Prozent. Damit konnte sich BHW klar vom rückläufigen Trend der Hypothekenbranche, die ein deutliches Minus von mehr als 10 Prozent verzeichnet, absetzen.
Den größten Anteil an den Baufinanzierungsmitteln hatte das außerkollektive Baufinanzierungsgeschäft, bestehend aus Hypotheken sowie Vor- und Zwischenfinanzierungen. Hier konnte der BHW Konzern im Vorjahresvergleich nochmals um 1,5 Prozent auf 13,3 Mrd. DM zulegen. Das Hypothekengeschäft betrug 8,6 (8,8) Mrd. DM, die Vor- und Zwischenfinanzierungen summierten sich auf 4,7 (4,2) Mrd. DM.
Boomendes Lebensversicherungsgeschäft
Ein Rekordergebnis erzielte ebenfalls die BHW Lebensversicherung AG. Bei den Kapitalleben- und Rentenversicherungen steigerte sie die Netto-Versicherungssume um über 72 Prozent. Das Gesamtneugeschäft der BHW Lebensversicherung kletterte um 12,2 Pro-zent auf 5,8 Mrd. DM.
Konzernunternehmen mit starkem Wachstum
Sehr erfolgreich entwickelte sich auch das Neugeschäft der weiteren zum Konzern gehörenden Unternehmen.
So übertraf das Geschäftsvolumen der BHW Bank die Marke von 6 Mrd. DM. Eine Steigerung von mehr als 16 Prozent. Zugleich stieg die Zahl der Kunden um 27 Prozent auf nunmehr 282.000. Die Kundenforderungen beliefen sich auf 3,1 Mrd. DM, was einen Zuwachs von 35 Prozent bedeutet. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 12,2 Prozent auf 2,1 Mrd. DM.
Die BHW Immobilien GmbH erreichte mit einem Objektvolumen von über 900 Mio. DM und einer Netto-Courtage von knapp 47 Mio. DM ein sehr erfreuliches Ergebnis.
Die Allgemeine HypothekenBank AG erzielte sowohl bei den Hypothekendarlehen als auch bei den Staatskrediten deutliche Steigerungen. Insgesamt wurden Kredite in Höhe von 31,4 Mrd. DM neu abgeschlossen, ein Zuwachs von 24,8 Prozent. Hiervon entfielen auf die Hypothekendarlehen 4,9 Mrd. DM, was bei den Neuzusagen einen Zuwachs von 15,7 Prozent bedeutet. Bei den Staatsfinanzierungen hat die AHB mit Zusagen in Höhe von 26,5 Mrd. DM ein um 26,6 Prozent höheres Volumen erreicht.
Im Auslandsgeschäft des BHW Konzerns ist vor allem die Neugeschäftsentwicklung der 50 %igen Tochtergesellschaft VSSKB in Tschechien hervorzuheben. Sie steigerte die Zahl der Neuverträge um über 33 Prozent auf 142.868 und die Bausparsumme um rund 23 Prozent auf 1,2 Mrd. DM. Damit bestätigte die VSSKB ihre Marktposition als zweitgrößte Bausparkasse in Tschechien.
Wachstumsperspektiven durch neues Geschäftsfeld Vorsorge und weiteren Vertriebsausbau
Neben dem Wachstumsmarkt der privaten Baufinanzierung wird sich der BHW Konzern künftig auch in dem expandierenden Markt der privaten Alterssicherung/Vorsorge stärker positionieren. Hier werde BHW seine Kompetenz weiter ausbauen und seine Produktpalette, beispielsweise um Fondsprodukte sowie neue Lebensversicherungsvarianten, erweitern. Neben der selbstgenutzten und im Alter schuldenfreien Immobilie biete der BHW Konzern damit seinen Kunden in Zukunft eine Rundum-Vorsorge, so Vorstands-Chef Wagner.
Für den weiteren erfolgreichen Wachstumskurs des BHW Konzerns konzentriere man sich, so Wagner, auf die eigene Kraft und den weiteren Ausbau des eigenständigen BHW Stammvertriebes. Ihm messe man auch im laufenden Jahr höchste Priorität bei, da die Markterfolge der letzten Jahre eindeutig mit dem Zuwachs der Vertriebsmitarbeiter korrespondieren. So habe man auch 1999 wiederum rund 280 hauptberufliche Verkäufer hinzugewinnen können und strebe diesen Zuwachs auch für das Jahr 2000 an.
Ergebnisausblick 1999
Die Ertragsentwicklung des Jahres 1999 werde in etwa an das Rekordniveau des Vorjahres anknüpfen. Und dies, so Wagner, trotz einiger ertragsbelastender Faktoren, wie das niedrige Zinsniveau, hohe Provisionsaufwendungen durch das Neugeschäft sowie weitere Geschäftsfeldinvestitionen. Das signifikante Bestandswachstum im außerkollektiven Baufinanzierungsgeschäft einerseits sowie die erfreuliche Ertragsentwicklung der Hypothekenbankaktivitäten andererseits, werden den BHW Konzern in die Lage versetzen, auch für 1999 eine Dividende auf Vorjahresniveau - und damit von 21 Prozent - sicherzustellen.
Marktentwicklung 2000 optimistisch
Auf der Grundlage einer erneut deutlich ausgebauten Marktposition, neuer Geschäftsfelder und Vertriebswege sowie dem weiteren Ausbau des mobilen Vertriebes geht der BHW Konzern optimistisch in das Jahr 2000. Zwar ließen sich die - teilweise auf Sonderfaktoren basierenden - exorbitanten Zuwächse des zurückliegenden Jahres angesichts der Gesamt-Branchenentwicklung im Bauspar- und Baufinanzierungsmarkt sowie im Lebensversicherungsbereich sicherlich nicht wiederholen. Er sei jedoch überzeugt, dass der BHW Konzern seine Marktposition im laufenden Geschäftsjahr weiter stärken werde, erklärte Wagner.
Auf einen Blick
Mrd. DM %
Bausparneugeschäft (eingelöst) 23,4 + 21,1
Zuteilungsangebote 12,7 + 4,9
Baufinanzierungen (außerkollektiv) 13,3 + 1,5
Neugeschäft Lebensversicherungen 5,8 + 12,2
Konzernbilanzsumme (rd.) 168,0 + 25,8
Quelle: Pressemeldung BHW Bausparkasse AG
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