Badenia erzielt Rekordgewinn
Der Vorstandsvorsitzende, Dietrich Schroeder, stellte zu dem erfolgreichen Turnaround auf der Jahrespressekonferenz in Karlsruhe fest: "Dieses Ergebnis bestätigt die Richtigkeit unserer neuen Unternehmenspolitik, die Kunden- und Ertrags orientierung vor reines Volumendenken beim Neugeschäft oder die Vergrößerung der Marktanteile stellt. Hierzu gehört eine Verbesserung der Produktivität durch Kostensenkung an allen Fronten." Im Kundenverhältnis, so Schroeder, lege die Badenia größten Wert darauf, bei den abgeschlossenen Bausparsummen die individuelle Spar- und Kreditfähigkeit zu berücksichtigen. Nur so könne das Geschäft für Kunden und Unternehmen gleichermaßen nutzbringend sein.
Neugeschäft
Die konsequente Umsetzung der neuen Strategie führte erwartungsgemäß zu einem geringeren Neugeschäft. So verzeichnete die Badenia im abgelaufenen Jahr ein eingelöstes Neugeschäft von 140.602 Verträgen (Vj. 178.252; -21,1%) mit einer Bausparsumme in Höhe von 2,705 Milliarden Euro (Vj. 3,340 Mrd. EUR; -19,0%).
Die Anteile der einzelnen Vertriebswege am Neugeschäft stellen sich per 31.12.2005 wie folgt dar:
Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) ist der mit Abstand stärkste und wichtigste Vertriebspartner der Bausparkasse. Ihr Beitrag zum eingelösten Neugeschäft betrug 48,6 Prozent (Vj. 49,4%).
Der Anteil des von der Commerzbank und der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft CommerzPartner zugeführten eingelösten Neugeschäfts lag mit 16,4 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres (15,9%).
Der eigene Vertrieb konnte seinen Anteil am eingelösten Neugeschäft auf 12,3 Prozent (Vj. 11,0%) leicht erhöhen.
Die der AMB Generali Holding AG angehörenden Konzerngesellschaften (Volksfürsorge Versicherungen, AachenMünchener Versicherungen, Generali Versicherungen) trugen wie im Vorjahr mit rund 11 Prozent zum eingelösten Neugeschäft bei.
Weitere Kennzahlen 2005
Die Zuteilungsangebote umfassten bei 101.553 Verträgen (Vj. 106.433;
- 4,6%) eine Bausparsumme von 1,733 Milliarden Euro (Vj. 1,687 Mrd. EUR; +2,7%).
Am Ende des Geschäftsjahres lag der Vertragsbestand bei 1.548.261 Verträgen (Vj. 1.656.121; -6,5%) über eine Bausparsumme von 28,256 Milliarden Euro (Vj. 29,655 Mrd. EUR; -4,7%). Zugeteilt waren davon nach der Bausparsumme 19,4 Prozent (Vj. 20,4%). Die durchschnittliche Bausparsumme aller Verträge betrug 18.250 Euro (Vj. 17.906 EUR).
Der Geldeingang insgesamt erreichte 1,462 Milliarden Euro. Daran hatten die Sparbeiträge einen Anteil von 869,4 Millionen Euro (Vj. 906,6 Mio. EUR; -4,1%) und die Tilgungsbeiträge von 505,1 Millionen Euro (Vj. 481,7 Mio. EUR; +4,9%).
Die Bauspareinlagen wuchsen im Geschäftsjahr 2005 um 2,5 Prozent von 3,993 Milliarden Euro auf 4,094 Milliarden Euro an und überschritten damit erstmals in der Firmengeschichte die 4-Milliarden-Euro-Marke. Der kollektive Darlehensbestand wird in der Bilanz mit 1,707 Milliarden Euro (Vj. 1,930 Mrd. EUR; -11,6%) ausgewiesen.
Das Volumen der Vor- und Zwischenkredite lag bei 1,413 Milliarden Euro (Vj. 1,434 Mrd. EUR; -1,5%).
Der Nettoüberschuss der Zuteilungsmasse (Zuteilungsreserve) stieg von 1,987 Milliarden Euro auf 2,334 Milliarden Euro an und erreichte damit den bisher höchsten Wert in der Firmengeschichte.
Der Anlagegrad, d. h. das Verhältnis zwischen Bauspardarlehen und Bauspareinlagen, betrug zum Jahresende 41,7 Prozent (Vj. 48,3%).
Das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital nahm von 202,6 Millionen Euro um 18,1 Prozent auf 239,2 Millionen Euro zu.
Die Bilanzsumme stieg leicht um 1,4 Prozent von 5,073 Milliarden Euro auf 5,144 Milliarden Euro.
Der Zinsüberschuss lag in Folge der noch weiter nachgebenden Zinsen mit 108,5 Millionen Euro (Vj. 114,4 Mio. EUR) um 5,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Der Provisionsüberschuss betrug 18,3 Millionen Euro nach 17,5 Millionen Euro im Vorjahr (+4,7%).
Beim Verwaltungsaufwand wirkte sich das stringente Kostenmanagement deutlich aus. Er sank auf 72,5 Millionen Euro (Vj. 87,3 Mio. EUR; 2003 109,2 Mio. EUR).
Das Verhältnis zwischen Aufwendungen und Erträgen, die sog. Cost-Income-Ratio, konnte trotz der Einbußen auf der Ertragseite von 81,8 Prozent in 2003 über 64,6 Prozent im Vorjahr auf 56,5 Prozent reduziert werden.
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ging von 759 Personen in 2004 auf 748 (-1,4%) im Berichtsjahr zurück. Das Unternehmen beschäftigte 38 Auszubildende.
Änderungen in den Marktbedingungen schaffen positive Effekte
Die Abschaffung der Eigenheimzulage zum 1. Januar 2006 bedeute für die Bürger, so Schroeder, dass sie im Vorsparprozess mehr Eigenkapital bilden müssten, um den Wegfall der Erwerbsförderung auszugleichen.
Die steigende Notwendigkeit eigenverantwortlicher Maßnahmen bei der Alters- und Zukunftsvorsorge wird sich zudem belebend auf den Immobilienmarkt auswirken. "Wir begrüßen, dass das selbst genutzte Wohneigentum ab 1. Januar nächsten Jahres stärker in die staatlich geförderte Altersvorsorge einbezogen werden soll", stellt Schroeder fest. Ein Schritt, der nach seiner Meinung schon lange überfällig war. Schließlich seien die eigenen vier Wände eine sichere, von vier Fünfteln aller Bundesbürger präferierte Form der Altersvorsorge. "Hinzu kommt, dass der Bausparer die höhere Lebensqualität im Eigenheim nicht erst im Rentenalter, sondern bereits in jungen Jahren genießen kann."
Auch im wachsenden Markt der Modernisierungen und Renovierungen, bei denen der Finanzierungsbedarf in der Regel geringer ist als beim Erwerb, sieht Schroeder Chancen für die Bausparkassen. Gerade angesichts immer weiter steigender Energiekosten komme der Gebäudesanierung eine große Bedeutung zu, die auch durch die im laufenden Jahr vorgesehene Einführung eines Energiepasses für Bestandsimmobilien unterstrichen werde.
Ausblick 2006: verhalten optimistisch
Trotz der zufriedenstellenden Ertragslage sieht sich die Badenia weiterhin - vor allem angesichts des immer noch bestehenden Tiefzinsniveaus mit einem zunehmenden Wettbewerb auf dem Finanzdienstleistungssektor und bescheidener Margen im Zinsdifferenzgeschäft - einem erhöhten Kostendruck ausgesetzt. Das seit 2002 konsequent praktizierte Kostenmanagement und die wertorientierte Unternehmensführung werden daher auch in Zukunft ohne Abstriche weitergeführt werden. Dazu gehört, Abläufe und Prozesse weiter zu optimieren und damit den Verwaltungsaufwand weiter zu reduzieren. Diese Maßnahmen werden maßgeblich dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit auch in den kommenden Jahren zu sichern.
Für das Gesamtjahr 2006 rechnet Dietrich Schroeder mit einem moderaten Wachstum im Neugeschäft und bei den Finanzierungen. So konnte bis Ende Februar dieses Jahres im Vorjahresvergleich nach der Bausparsumme das beantragte Neugeschäft um 15,0 Prozent gesteigert werden.
Die Zentralisierung des gesamten Hypothekengeschäfts der AMB Generali Gruppe bei der Badenia, die bevorstehende Einführung des neuen Tarifprogramms Via Badenia 06, die neuen Marktfaktoren sowie ein allmählich steigendes Zinsniveau werden sich auf die Geschäftsentwicklung positiv auswirken. Die gestiegene Leistungsfähigkeit und Ertragskraft der Badenia liefern beste Voraussetzungen für eine weitere Aufwärtsentwicklung.
Die Deutsche Bausparkasse Badenia AG mit Sitz in Karlsruhe ist der Spezialist für Wohnungsbaufinanzierungen innerhalb der AMB Generali Gruppe. Die viertgrößte private Bausparkasse in Deutschland betreut fast 1,5 Millionen Kunden, deren Vertragsbestand annähernd 30 Milliarden Euro umfasst. Die Badenia bietet neben einem breiten Angebot an kollektiven und außerkollektiven Finanzierungsmöglichkeiten attraktive Konditionen im Bereich der Geldanlage. Im November wurde das Unternehmen von der Ratingagentur Standard & Poor"s mit der Note "A" ausgezeichnet.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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