Neue Graduiertenschule erforscht Strategien zum demographischen Wandel

29.04.2008 | Dresden
Erfolgreicher Start: Eine neue international ausgerichtete Graduiertenschule zum demographischen Wandel hat am Standort Dresden ihre Arbeit aufgenommen.

Die Dresden Leibniz Graduate School (DLGS) wurde am 25. April 2008 an der TU Dresden im Beisein von Vertretern aus Politik und Wissenschaft feierlich eröffnet.

"Überrollt uns der demographische Wandel?", fragte der bekannte Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Axel Börsch-Supan in seiner Rede anlässlich der Eröffnung der DLGS. Seine Antwort: "Ein eindeutiges Nein. Wir haben viele Möglichkeiten, tätig zu werden." Viele in der Öffentlichkeit kursierenden Ansichten, etwa die Alten nähmen den Jungen die Arbeit weg oder ältere Menschen seien weniger produktiv als junge, seien ohnehin falsch, verdeutlichte Börsch-Supan. Umso wichtiger seien weitere Forschungen zum demographischen Wandel. Hierzu leiste die neu eingerichtete DLGS einen wichtigen Beitrag.

Im Fokus der Arbeiten der DLGS stehen regionale Entwicklungsstrategien im Umgang mit dem demographischen Wandel im In- und Ausland. Junge Nachwuchswissenschaftler - derzeit sechs Frauen und zwei Männer aus Deutschland, Serbien und der Slowakei - werden innerhalb der nächsten drei Jahre an ihren Doktorarbeiten schreiben. Hierzu haben der Bund und der Freistaat Sachsen etwa 750 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die DLGS besteht seit Januar 2008. "Ich freue mich, dass wir mit der DLGS ein Projekt zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses realisieren können. Die Gewinnung von qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchskräften wird ein wichtiger, wenn nicht sogar der wesentliche Aspekt für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes Dresden sein", sagte Prof. Hermann Kokenge, Rektor der TU Dresden, bei der Auftaktveranstaltung. Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, betonte ebenfalls den hohen Nutzen von Graduiertenschulen für die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Dresden. Die DLGS widme sich darüber hinaus einem gesellschaftspolitisch relevanten Thema, bei dem nach wie vor hoher Forschungsbedarf bestehe. "Dem Standort Dresden bietet sich durch die DLGS die Chance, sich auf dem Gebiet der räumlichen Auswirkungen des demographischen Wandels als einer der forschungsstärksten Standorte in Deutschland zu profilieren" sagte Prof. Dr. Bernhard Müller, Direktor des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und Vorsitzender des Management-Boards der DLGS.

Die DLGS baut auf einer Kooperation zwischen IÖR, dem Zentrum Demographischer Wandel der TU Dresden und der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) auf und wird im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation von Bund und Ländern durch die Leibniz-Gemeinschaft gefördert. "Mit der DLGS möchten wir die bereits enge Zusammenarbeit zwischen IÖR und der TU Dresden noch weiter vertiefen", sagte Bernhard Müller. Müller, der auch Wissenschaftlicher Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft ist, unter-strich die hohe Bedeutung, die die Leibniz-Gemeinschaft der Kooperation zwischen Leibniz-Instituten und Universitäten beimisst. Das Promotionsrecht gehöre dabei eindeutig zu den Hochschulen.

Die Graduiertenschule leistet einen wichtigen Beitrag zur strukturierten Doktorandenförderung an der TU Dresden. Das Studienprogramm umfasst u. a. Vorlesungen, Workshops, Sommerschulen und Fachtagungen. Dies und die intensive Betreuung durch Wissenschaftler der TU, des IÖR und der ARL sowie Praxispartner ermöglichen eine zügige Durchführung der Promotionsvorhaben. Doktoranden in Graduiertenschulen wie der DLGS, so Prof. Dr. Karl Lenz, Prorektor für Bildung der TU Dresden, sind nicht "einsame Langstreckenläufer", sondern würden durch ein strukturiertes Forschungs- und Studienprogramm entscheidend unterstützt.

Forschungsfragen der DLGS werden unter anderem Strategien der räumlichen Entwicklung im Zeichen des demographischen Wandels und wirtschaftspolitische Entwicklungs- und Umsetzungsstrategien für den demographischen Wandel sein. Die Forschungen werden in besonderem Maße Praxisbelange berücksichtigen und auch Impulse für die Praxis bieten.

Quelle: Pressemeldung Technischen Universität Dresden

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