"When I'm 64..." Deutsche5 Bauforschungs-Nachwuchspreis für Zukunftsvisionen junger Wissenschaftler

24.05.2007 | Hannover
Der Deutsche Bauforschungs-Nachwuchspreis für überzeugende Zukunftsvisionen junger Wissenschaftler "Wie werden die Menschen in 40 Jahren leben, welche Anforderungen werden an das Planen, Bauen und Wohnen gestellt?" lauteten die Fragen des fachübergreifenden Wettbewerbs für junge Hochschul-absolventen, zu dem das Institut für Bauforschung e.V. (IFB) gemeinsam mit den VHV Versicherungen aufgerufen hatte.

Die besten Ergebnisse wurden am 24. Mai 2007 mit dem Deutschen Bauforschungs-Nachwuchspreis ausgezeichnet und vorgestellt. Den Preis an das Sieger-Team übergab der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann.

Als Ergebnisse wissenschaftlicher, kulturphilosophischer und ästhetischer Überlegungen präsentierten junge Hochschulabsolventen - Architekten, Bauingenieure und Forscher weiterer wissenschaftlicher Disziplinen - ihre Ideen für das gesellschaftliche Leben im Jahre 2046. Die Aufgabe war, sich in einem generationenübergreifenden Zeitraum interdisziplinär und nachhaltig mit dem Thema "Planen, Bauen und Wohnen im Jahr 2046" auseinanderzusetzen.

Bernd Busemann, Niedersächsischer Kultusminister, der die Preisträger auszeichnete, lobte die Zukunftsorientierung des Preises: "Der Wettbewerb fordert die jungen Wissenschaftler auf, Visionen für ihre Zukunft zu entwikkeln. Die Arbeiten zeugen von kreativer und vielschichtiger Beschäftigung mit einem Thema, das für die Teilnehmer am voraussichtlichen Ende ihres Berufslebens Realität sein könnte. Das ist eine spannende Herausforderung."

Uwe Reuter, Vorstandsvorsitzender der VHV Gruppe, zeigte sich ebenfalls beeindruckt von den Wettbewerbsbeiträgen: "Der Preis soll dazu beitragen, kreative Ideen zu verbreiten. Er soll junge Menschen motivieren, sich aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft zu beteiligen. Dies haben die Teilnehmer eindrucksvoll umgesetzt, darüber freuen wir uns sehr."

Preisträger des ersten Deutschen Bauforschungs-Nachwuchspreises sind Chris Middleton (Architektur), Adam Sello (Psychologie) und Karim El-Ishmawi (Stadtplanung) mit ihrer Zukunftsversion: Berlin-Havanna-Seniorenstege im Jahr 2046 in Berlin. Ihre Vision reichten die Preisträger als Film ein, der das Leben in der Seniorenstege aus Sicht zweier Wachschutzangestellter anschaulich präsentiert.

Für diese Arbeit erhielt das Berliner Team ein Preisgeld von 9.000 Euro und pro Person je eine Skulptur, die die Künstlerin Marita Kraus für den Deut-schen Bauforschungs-Nachwuchspreis entworfen hat.

Die Jury begründete ihr Votum mit dem "hervorragenden konzeptionellen Ansatz zum Planen, Bauen und Wohnen im Jahr 2046, in dem Stadt und Gesellschaft untersucht werden, Tendenzen und Trends erfasst, eine filmi-sche Präsentation die komplexen Wechselbeziehungen darstellt und das Ziel erreicht wird, eine visionäre Momentaufnahme von Stadt und Gesellschaft zu simulieren. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Zukunftsvision am Beispiel einer Seniorenstege, die beim Betrachter einen realitätsnahen Gesamteindruck zu Stadt und Gesellschaft im Jahr 2046 erzeugt."

Belobigungen

Zwei weitere Teams wurden mit einer Belobigung und einem Preisgeld von je 3000 Euro ausgezeichnet.

Sonja Becker (Architektur), Rüdiger Karzel (Betriebswirtschaft) und Monika Pavetic (Soziologie, Demografie) entwickelten mit Strategie 2046 ein Kom-munikationskonzept, das die "nach innen gewandten Lebens- und Wohngewohnheiten in Deutschland" auf den Kopf stellt. Anhand einer visionären Wohnbiografie wird die Strategie 2046 vom Jahr 2006 bis 2046+ abgeleitet und abgebildet.

Christoph Gehr (Architektur), Thomas Kusitzky (Musik, Klangkunst) und Corinna Glaser (Medizin) widmeten sich der akustischen und klanglichen Gestaltung von Innen- und Außenräumen. Zwei Klangbeispiele veranschaulichen, wie ihre Vorstellungen zu einem besseren Verständnis und Gefühl für den umgebenden Raum sowie zu ruhigeren und lebenswerteren Stadt- und Wohnräumen führen.

Lobende Erwähnungen

Eine Urkunde mit lobender Erwähnung erhielten Dörte Meinerling (Architektur), Ralf Duffner (Stadtplanung) und Juri M. Jacobi (Geografie) für ihren City-Profiler, mit dem individuelle Ausstattungswünsche an die Wohnung und das Wohnumfeld sowie verfügbare Flächenpotenziale der Kommune bzw. das vorhandene Angebot der Wohnungswirtschaft virtuell ermittelt werden können.

Ebenfalls mit einer lobenden Erwähnung wurde die Arbeit Alinghi von Steffen Knopp (Architektur), Peter-Christoph Haider (technologie- und manage-mentorientierte BWL) und Attila Yilmaz (MBA) hervorgehoben. Sie entwickelten ein umfassendes Konzept zur individuellen Wohneinheit, von der Bau-planung über die Einrichtung bis hin zu Materialvorschlägen für organisch konzipierte Wohnräume.

Mit dem erstmalig ausgeschriebenen Deutschen Bauforschungs-Nachwuchspreis wollten das IFB und der Bauspezialversicherer VHV aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Instituts gezielt Architekten, Planer und Forscher interdisziplinär für das spannende, zukunftsorientierte Thema Bauforschung interessieren sowie innovative und kreative Zukunftsideen fördern. Professor Dr. Martin Pfeiffer, Leiter des IFB, zieht eine äußerst positive Bilanz: "Die Teilnehmer haben uns durch Ideenreichtum, Qualität der Konzeptionen und der Umsetzungspläne überzeugt. Wir freuen uns sehr, wie interessant und fundiert das Thema Bauforschung bearbeitet wurde."

Quelle: Pressemeldung VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a.G.

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