Alpenveilchen: Pflegen, Sorten & Tipps

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Alpenveilchen galten lange Zeit als altmodisch. Doch neue Sorten und Farben bescherten diesen Zierpflanzen ein Comeback und heute sind sie beliebter denn je. Doch nicht nur in Räume bringen sie Farbe, sie eignen sich auch für den Garten oder als Blumenschmuck in Topf und Kasten. Tipps zu Pflege.

Alpenveilchen: Gattung und Verbreitung

Die Alpenveilchen (botanisch Cyclamen) mit ihren etwa 22 Arten sind eine Pflanzengattung, die zur Familie der Primelgewächse zählen. Meist kennt man sie als Zimmerpflanzen, doch auch im Garten gedeihen einige Arten.

Grob eingeteilt unterscheidet man:

  • Zimmeralpenveilchen C. persicum, blüht von September-April.
  • Vorfrühlings-Alpenveilchen C. coum, blüht von Februar -April.
  • Herbst-Alpenveilchen C. hederifolium, blüht von August-November.
  • Europäisches Alpenveilchen C. purpurascens, Juli-September.
  • Griechisches Alpenveilchen C. craecum, Juli-Oktober.

Außer dem Zimmer-Alpenveilchen sind alle anderen Arten winterhart und können in das Freiland gepflanzt werden. Die meisten Arten sind im Mittelmeerraum verbreitet. Das als Topfpflanze bekannte Zimmeralpenveilchen (Cyclamen persicum) stammt ursprünglich aus Kleinasien. Von dort aus kam es im 17. Jahrhundert nach Europa. Nur das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) hat seine Heimat in den Alpen, woher auch der deutsche Namen kommt.

Dazu gibt es eine kleine Geschichte: Zwischen den Alpen und dem Mount Everest entzündete sich ein Streit, wer wichtiger wäre. Eine ganze Nacht stritten sie darüber, bis die Alpen den Mount Everest gebissen haben. Dieser ließ sich das natürlich nicht gefallen und wehrte sich mit einem Schlag ins Gesicht der Alpen. Dazu bemerkte er: Jetzt hast du ein Veilchen.

Video: Alpenveilchen pflegen pflanzen düngen gießen Standort überwintern Cyclamen

Zimmer- und Freiland-Alpenveilchen: Standort und Boden

Der Standort für Zimmeralpenveilchen sollte hell, vor praller Sonne geschützt und nicht zu warm sein. Ideal sind etwa 15-18 Grad. Ein wochen- und monatelanger Blütenflor erscheint nur bei kühlem Stand. Dagegen verwelken die Blüten in beheizten und lufttrockenen Räumen rasch. Bei einer Weiterkultur über den Sommer lieben Alpenveilchen halbschattige Plätze im Freien. Handelsübliche Blumenerde ist für Zimmeralpenveilchen ausreichend.

Die winterharten Vorfrühlings-Alpenveilchen bevorzugen halbschattige Standorte und blühen an einem geschützten Platz schon ab Februar. Am besten zur Wirkung kommen sie an leicht sonnigen Gehölzrändern sowie unter laubabwerfenden Gehölzen, die noch viel Licht durchlassen. Sie verwildern gerne und bilden dann ganze Teppiche. Der Boden sollte gut durchlässig, mäßig trocken und humos sein. Staunässe vertragen sie nicht.

Herbst-Alpenveilchen sind ebenfalls winterhart und blühen vom Spätsommer bis oft in den November hinein. Leichter Halbschatten ist der ideale Standort. Herbst-Alpenveilchen eignen sich sehr gut für die Bepflanzung in Töpfen und Balkonkästen. Zusammen mit anderen Herbstpflanzen und Gräsern bilden sie attraktive Arrangements als Winterdekoration im Freien. Der Boden sollte ebenfalls gut durchlässig, mäßig trocken und Humus sein. Staunässe vertragen sie nicht, daher im Topf auf einen guten Wasserabzug achten.

Das Europäische Alpenveilchen ist eine ideale Pflanze für den Steingarten. Dieser Standort entspricht am ehesten seiner Heimat in den Alpen. Allerdings sollte er nicht in der prallen Sonne liegen, etwas Schutz durch höhere Pflanzen ist optimal. Durchlässiger, mäßig trockener und nicht zu nährstoffreicher Boden eignet sich gut.

Pflanzen: Zimmeralpenveilchen kauft man als blühende Pflanze und sie müssen nur beim Umtopfen neu eingepflanzt werden.

Pflanzen: Zimmeralpenveilchen kauft man als blühende Pflanze.(#01)

Wie pflanze, dünge und gieße ich Alpenveilchen ?

  • Pflanzen: Zimmeralpenveilchen kauft man als blühende Pflanze und müssen nur ab und an umgetopft werden. Dies erfolgt am Besten im Spätsommer, wenn die Blätter eingezogen sind. Dazu nimmt man die Knolle aus der alten Erde, säubert sie etwas und setzt sie in frisches Substrat. Die Knolle darf nicht tiefer sitzen, als im alten Topf und sollte etwa ein Drittel herausschauen.
  • Pflanzen: Frühlings-Alpenveilchen im August/September, Herbst-Alpenveilchen im April/Mai. Dazu wird die Knolle für einige Stunden zum Aufquellen in Wasser gelegt. Danach das Pflanzloch ausheben und die Erde mit Kompost oder organischem Dünger vermischen. Die Knolle in das Pflanzloch setzen, mit Erde auffüllen, andrücken und gut angießen.
  • Gießen: Alle Alpenveilchenarten müssen gleichmäßig und vorsichtig gegossen werden. Erde nicht austrocknen lassen und keinesfalls zu nass halten, sonst fault die Knolle. Deshalb auch nie auf die Knolle gießen! Bei Topf-Alpenveilchen Wasser aus Untersetzer oder Übertopf nach einer Weile entfernen.
  • Düngen: In der Wachstums- und Blühphase die Zimmer-Alpenveilchen einmal wöchentlich mit schwacher Konzentration Flüssigdünger düngen. Bestehende Pflanzungen der Garten-Alpenveilchen bei Beginn der Wachstumszeit mit Kompost oder organischem Dünger versorgen. Diese Düngergabe ist ausreichend für die Wachstums- und Blütezeit.
Freilandalpenveilchen sind robuster und brauchen außer Gießen und Düngen wenig bis gar keine weitere Pflege.

Freilandalpenveilchen sind robuster und brauchen außer Gießen und Düngen wenig bis gar keine weitere Pflege.(#02)

Das Pflegen von Alpenveilchen

Freilandalpenveilchen sind robuster und brauchen außer Gießen und Düngen wenig bis gar keine weitere Pflege. Sollten die Horste allerdings zu dicht werden, kann man die Knollen teilen. Alpenveilchen als Zimmerpflanzen sind etwas empfindlicher und brauchen außer Gießen und Düngen weitere Pflege.

Während der Blütezeit ist es wichtig, verwelkte Blüten, beschädigte und gelbe Blätter zu entfernen. Dazu dreht man die Stängel direkt an der Knolle ab. Nicht abschneiden! Die Stängelreste können sonst faulen und die Pflanze ist dadurch für Krankheiten anfälliger.

Das Gießen wird in den Sommermonaten reduziert und wenn die Blätter eingezogen sind, ganz eingestellt. Erst wieder gießen, wenn sich die ersten Blätter zeigen. Nach der sommerlichen Ruhepause sollten Topf-Alpenveilchen alle zwei Jahre in größere Gefäße umgetopft werden.

Alle Teile der Alpenveilchen sind giftig.

Alle Teile der Alpenveilchen sind giftig.(#03)

Vermehrung durch Knollenteilung und Samen

Alpenveilchen können durch Samen oder Knollenteilung vermehrt werden. Das Aussäen ist jederzeit möglich, die Teilung der Knollen sollte dagegen nur in der Ruhezeit erfolgen.

  • Die Knollenteile sind giftig, daher Handschuhe tragen.
  • Die Knolle von älterer, großer Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen.
  • Von alter Erde säubern
  • Mit scharfem Messer in Teilstücke schneiden.
  • An jedem Teilstück muss eine Triebknospe sitzen.
  • Töpfe mit frischer Blumenerde füllen und die Knollenstücke hineinsetzen.
  • Töpfe an hellen, kühlen Platz stellen, Erde feucht halten.

Freilandalpenveilchen vermehren sich durch Selbstaussaat. Die Vermehrung von Zimmeralpenveilchen dagegen ist mit gekauftem Samen weitaus sicherer.

  • Den Samen für 24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen.
  • Topf mit Substrat füllen, die Samen hineinlegen und leicht mit Erde bedecken.
  • Leicht angießen und gleichmäßig feucht halten.
  • Topf hell und warm stellen.
  • Die Keimdauer beträgt etwa 4-6 Wochen.
  • Sobald sich die ersten Blätter zeigen, werden die Pflänzchen in Töpfe pikiert.
  • Bis zur ersten Blüte vergehen mindestens 3 Jahre, da sich zuerst die Knollen ausbilden.
Inzwischen erfreuen uns zahllose Züchtungen dieser beliebten Zierpflanzen.

Inzwischen erfreuen uns zahllose Züchtungen dieser beliebten Zierpflanzen.(#04)

Giftigkeit und Allergie bei Cyclamen

Alle Teile der Alpenveilchen sind giftig. Daher sollten empfindliche Personen beim Umgang mit den Zierpflanzen Handschuhe tragen. Eine Allergie ist theoretisch möglich, doch das Risiko ist laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz sehr, sehr gering.

Cyclamen-Sorten

Inzwischen erfreuen uns zahllose Züchtungen dieser beliebten Zierpflanzen. Ihre Farbpalette reicht von reinem Weiß über alle Rosatöne bis hin zu tiefem Rot. Daneben findet man zweifarbige und geflammte Blüten. Gemeinsam ist jedoch allen: Aus dem Laub schieben sich die Stiele, auf denen die einzelnen und auffälligen Blüten sitzen.

Diese Züchtungen werden allerdings selten unter dem Überbegriff Alpenveilchen angeboten, sondern nach ihren Blüten eingeordnet:

  • große Blüten, glatter Rand.
  • große Blüten, gefranster Rand.
  • gewellte Blüten mit gefranstem Rand.
  • Blüten mit dunklem Auge, andersfarbiger Blütenrand.
  • Midi-, Mini- und Zwergcyclamen.
  • Auffällige Zeichnungen auf Blüten und Blätter.
  • Blüten mit Federkamm.

Video: Schatten-Juwel Alpenveilchen (herbstblühendes)

Krankheiten und Schädlinge bei Zimmer-Alpenveilchen

Bei Freiland-Alpenveilchen ist die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen äußerst selten. Besteht Staunässe, können die Knollen allerdings faulen.

Cyclamen als Zimmerpflanzen sind dagegen für Grauschimmelpilz und Cyclamenwelke anfällig. Bei dem Grauschimmelpilz bilden sich auf den Blättern braune Flecken, die einen grauen Bewuchs haben, außerdem faulen die Blütenstiele. Cyclamenwelke lässt die Blätter welken und auf der Knolle bilden sich Nekrosen. In beiden Fällen sollte man die befallenen Blätter frühzeitig entsorgen. An tierischen Schädlingen können Thripse und Spinnmilben auftreten.

Tipps zum Umgang mit Alpenveilchen:

  • Nur kräftige Alpenveilchen mit gesunden Blättern kaufen.
  • Gelbe und braune Blätter zeigen oft Krankheiten an.
  • Unter die Blätter schauen und auf Pilzbefall prüfen.
  • Die Alpenveilchen sollten ausreichend Knospen haben.
  • Wenn diese Zimmerpflanzen ihre Köpfe hängen lassen, ist der Standort zu warm. Kühler stellen, oft erholen sie sich wieder.
  • Alpenveilchen eignen sich gut als Schnittblumen. Dazu die Stiele herausdrehen und mit einem Messer schrag anschneiden bevor sie in die Vase kommen.
  • Schön wirken die zarten Blüten in Silber- oder Glasvasen.
  • Das Wasser in der Vase öfters wechseln und Stiele frisch anschneiden.

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About Author

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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