Balkonanbau Kosten: So berechnen Sie den nachträglichen Anbau

Balkonanbau Kosten: So berechnen Sie den nachträglichen Anbau

In Balkon

Mit einem nachträglichen Balkonanbau erfüllen sich viele Mieter den Wunsch vom eigenen Balkon. Da aber hohe Kosten entstehen können ist es wichtig, realistisch zu kalkulieren. Wir zeigen, was investiert werden muss.

Balkonanbau Kosten: Beide Mietparteien profitieren

Ein nachträglicher Balkonanbau macht es möglich: Den Feierabend endlich auf dem eigenen Balkon genießen und entspannen. Oder im Sommer mit Freunden auf dem Balkon grillen und sich dabei an der schönen Aussicht erfreuen. Doch vorher muss investiert werden und das teils nicht zu knapp, denn: Die Kosten für einen nachträglichen Balkon können schnell sehr hoch werden. Entscheidend ist, welches Material in welcher Menge benutzt wird.

Dennoch: Wie die Tageszeit „Welt“ in einem Online-Artikel berichtete, ist ein eigener Balkon für jeden zweiten Mieter ein wichtiges Kriterium. Doch nicht nur Mieter profitieren von Balkonen bzw. einem nachträglichen Balkonanbau, auch für Vermieter ergeben sich erhebliche Vorteile, z.B.:

  • Erhöhen sich die Vermietungschancen
  • und der Immobilienwert steigt

Und nicht zuletzt ergibt sich für den Vermieter durch einen Balkonanbau noch ein weiterer Vorteil: Bei einem bestehenden Mietverhältnis kann er elf Prozent der Kosten auf den Mieter umlegen. Voraussetzung: Der Bau muss als wird als Modernisierung ausgewiesen.

Video: Balkonanbau: So beteiligt sich Ihr Mieter an den Kosten – #10

Vorgehensweise für Mietparteien beim Balkonanbau

Beide Mietparteien können natürlich nicht so ohne weiteres Balkone nachträglich anbauen lassen. Entscheidet sich z.B. ein Vermieter für einen Anbau an einem Haus mit mehreren Eigentumswohnungen, braucht er zunächst die Zustimmung der anderen Eigentümer (eine Dreiviertelmehrheit genügt allerdings). Zudem kommt hinzu, dass der Vermieter oder Eigentümer, in aller Regel auch noch den Kontakt zum zuständigen Bauamt suchen muss. Denn für einen Balkonanbau braucht man meist eine Genehmigung, u.a. wegen dem erforderlichen Abstand zum benachbarten Grundstück. Und auch, weil sich mit dem Balkonanbau das äußere Erscheinungsbild des Hauses ändert.

Bei einer ersten, unverbindlichen Voranfrage beim Bauamt, fallen für gewöhnlich keine Kosten an. Später dann, beim Beschaffen und Zusammenstellen aller erforderlichen Unterlagen, unterstützt einen die mit dem Anbau beauftragte Baufirma. Sie nimmt dann Kontakt zum Bauamt auf und hilft, eine Genehmigung zu bekommen.

Aber auch für den Mieter ist der Balkonanbau oft möglich. Entscheidend ist, dass der Vermieter einverstanden ist. Ist dies grundsätzlich der Fall, kann man vorschlagen, sich an den Kosten für den Umbau zu beteiligen. Oder man akzeptiert eine Mieterhöhung.

Welche Balkon-Modelle gibt es?

Das wichtigste Kriterium, das über die Höhe der Kosten entscheidet, ist das Balkon-Modell für das man sich entscheidet. Grundsätzlich existieren drei verschiedene Arten von Balkonen:

  • Selbsttragender Vorstellbalkon: Das günstigste und einfachste Modell. Er belastet die Außenwand bzw. Fassade nicht sondern steht auf vier Stützen. Vorteil: Es gibt keine Beschränkungen bei der Größe
  • Anbaubalkon: Dieser Balkon belastet die Hauswand zum Teil, da er nur vorne zwei Stützen besitzt. Mit der Wand ist er durch Wandanker verbunden. Nicht immer lassen sich allerdings alle Größen realisieren, da eine Verbindung zur Fassade besteht
  • freitragender Kragarm-Balkon: Diese eleganten Balkone sind die teuersten. Sie hängen komplett an der Wand und werden u.a. von Zugstangen an der Geschossdecke gehalten. Problem: Sie lassen sich nicht immer umsetzen, da der Anbau einen erheblichen Eingriff in die Bausubstanz darstellt
Das wichtigste Kriterium, das über die Höhe der Kosten entscheidet, ist das Balkon-Modell für das man sich entscheidet. (#01)

Das wichtigste Kriterium, das über die Höhe der Kosten entscheidet, ist das Balkon-Modell für das man sich entscheidet. (#01)

Balkonanbau: Grobe Richtwerte für die Kosten

Für einen Balkonanbau beginnen die Kosten grob bei rund 3000 Euro – ohne Geländer. Drunter geht meist nichts. Dabei handelt es sich dann allerdings um die einfachsten Balkone: Selbsttragende Vorstellbalkone aus Holz, wobei die Montage und die Handwerker immer extra bezahlt werden müssen. Die Montage ist ein eigenständiger, teils hoher Kostenfaktor. Ein Anbaubalkon kostet mindestens 3500 Euro, aber wiederum ohne Geländer und Montage.

Deutlich teurer ist der komplett an der Wand angebrachte Kragarm-Balkon. Je schlechter die vorhandene Bausubstanz und mehr individuell erforderliche oder gewünschte Maßnahmen (z.B. Sichtschutz oder Überdachung) hinzukommen, desto teurer wird’s. Mit Kosten von mindestens 5000 Euro muss man bei einem kleinen Kragarm-Balkon rechnen. Oben drauf kommen wiederum noch die Kosten für die Anbringung, das Geländer und die Handwerker.

Zum Geländer: Es gibt auch hier einfaches, weniger hochwertiges Material, wie z.B. Kunststoff. Den Meter gibt es hier schon ab ca. 20 Euro. Bei einem hübschen Edelstahl- oder Glasgeländer können durchaus 300 Euro anfallen – pro Laufmeter.

Die zwei wichtigsten Schritte auf dem Weg zum eigenen Balkon sind: Die genaue Planung sowie die letztendliche Durchführung. (#02)

Die zwei wichtigsten Schritte auf dem Weg zum eigenen Balkon sind: Die genaue Planung sowie die letztendliche Durchführung. (#02)

Balkonanbau Kosten: Kostenbeispiel für kleinen Balkon

Angenommen, der Vermieter oder Hauseigentümer genehmigt den Balkonanbau, dann muss – bei einem standardisierten, sehr kleinen Anbaubalkon mit Holzgeländer – in etwa mit folgenden Kosten gerechnet werden:

  • Leistung Preis
  • Anbaubalkon Bausatz 2 x 2 Meter ca. 3600 Euro
  • Holzgeländer ca. 600 Euro
  • Montage c. 3000 Euro

Gesamtsumme: ca. 7200 Euro

Wichtig: Mit berechnet werden muss in vielen Fällen auch noch der Wanddurchbruch für die geplante Balkontür. Sofern im späteren Balkonbereich kein bodenlanges Fenster vorhanden ist. Und natürlich kommen dann später auch noch die Kosten für die Dreh- oder Kipptür oben drauf, inklusive deren Einbau (ca. 1000 bis 1500 Euro). Alles in allem belaufen sich die Kosten für einen kleinen Anbaubalkon mit einfachstem Holzgeländer, damit auf grob 8500 bis 9000 Euro. Wer z.B. einen Kragarm-Balkon mit Edelstahlgeländer bevorzugt, kann gut und gerne mit Kosten um die 15 000 Euro (der Balkon kostet ca. 5000 Euro, 15 Meter Edelstahlgeländer etwa 5000 bis 8000 Euro) rechnen. Mindestens.

Ein aufwendiger, größerer Edelstahlbalkon benötigt freilich mehr Zeit, aber innerhalb weniger Tage stehen auch diese Balkone. (#03)

Ein aufwendiger, größerer Edelstahlbalkon benötigt freilich mehr Zeit, aber innerhalb weniger Tage stehen auch diese Balkone. (#03)

Checkliste für den Balkonanbau

Die zwei wichtigsten Schritte auf dem Weg zum eigenen Balkon sind: Die genaue Planung sowie die letztendliche Durchführung. Die Planung sollte in drei unterschiedlichen Schritten verlaufen: Der Festlegung der genauen Größe, der Wahl des Modells sowie der Klärung des rechtlichen Rahmens. Langwieriger und aufwendiger gestaltet sich natürlich der eigentliche Anbau.

Diesen könnte man wie folgt angehen bzw. durchführen:

  • Kontakt zum Architekten aufnehmen
  • mit diesem die möglichen Optionen durchsprechen
  • Zeichnungen erstellen lassen und bereits eine Baugenehmigung beantragen
  • Die Finanzierung mit der Bank abklären
  • Kostenvoranschläge von ausgewählten Firmen einholen
  • Ein (Holz- oder Metallbau-)Unternehmen mit dem Anbau
  • beauftragen und einen Termin für den Baubeginn vereinbaren
  • Frühzeitig alle möglichen Hindernisse an der Fassade entfernen,
    sowohl Innen als auch Außen

Video: Balkonanbau – Vorbereitungen

Balkonbau: Dauer der Bauzeit und allgemeine Tipps

Wenn die Kosten geklärt sind, eine Baugenehmigung vorliegt und eine Firma mit dem Balkonanbau beauftragt ist, kann es losgehen. Dabei lassen sich kleine, simple Holz-Anbaubalkone meist schon innerhalb weniger Stunden anbringen. Ein aufwendiger, größerer Edelstahlbalkon benötigt freilich mehr Zeit, aber innerhalb weniger Tage stehen auch diese Balkone.

Eine generelle Aussage über die Dauer des Baus lässt sich nicht treffen, da diese immer auch davon abhängt, ob Vorarbeit geleistet werden muss. Manchmal muss der Untergrund entsprechend vorbereitet, manchmal die Wand im Vorfeld renoviert werden. Die Wand muss problemlos nutzbar sein, erst dann ist ein Balkonanbau möglich.

Und am Schluss noch zwei Einspar-Tipps: Wer Geld für einen Sonnenschutz sparen möchte, sollte seinen Balkon gleich auf der Nordseite anbringen lassen. Denn ohne Sonneneinfall ist auch kein Sonnenschutz nötig. Und: Falls neben dem Balkonanbau z.B. auch noch eine Terrasse geplant ist, sollte man Planung und Bau gleich miteinander verbinden. Das spart Zeit und Geld. Ein weiterer, möglicher Vorteil: Ist beides geplant – Terrasse und Balkon – kann man seinen Balkon vielleicht gleich als Überdachung für die Terrasse nutzen. Falls es bautechnisch realisierbar ist. Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, da man sich so das Geld für eine gesonderte Terrassenüberdachung spart.


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Hans-Jürgen SchwarzerBalkonanbau Kosten: So berechnen Sie den nachträglichen Anbau

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