Das Carport als offene Alternative zur Garage

Das Carport als offene Alternative zur Garage

In Bauen

Es muss nicht immer eine Garage sein: Hilfreiche Tipps zum Aufbau eines Carports.

Eine wichtige Entscheidung: Garage oder doch lieber Carport?

Die individuelle Gestaltung des eigenen Grundstücks reicht von der genauen Bauplanung der Immobilie bis hin zur Planung von Garage oder Carport. Hier stellt sich für die Bauherren die Frage, welche Lösung sich für den persönlichen Bedarf besser eignet. Oft verschiebt man diese Entscheidung und kümmert sich erst später um den Unterstand für das Fahrzeug. Allerdings ist es sinnvoll, sich schon vorher Gedanken darüber zu machen, um genügend Platz zu lassen und die optimale Umgebung zu schaffen.

Die Entscheidung richtet sich nach dem Kostenfaktor, nach der vorhandenen Fläche und nach den eigenen Ansprüchen an die Sicherheit. Der Carport ist zumeist die günstigere Variante und erfordert außerdem einen geringeren Aufwand bei der Vorbereitung. Für eine Garage muss man hingegen einen Bauantrag stellen, zudem sind die Kosten des festen, geschlossenen Gebäudeteils höher.

Während die Garage von einem Fachbetrieb errichtet wird, kann man einen preiswerten Carport-Bausatz selbst montieren, doch es gibt auch Luxusausführungen bei den offenen Unterständen, die vom Profi aufgebaut werden und entsprechend mehr kosten.

Bei der Bauplanung des Eigenheims sollte man die Abstellfläche für den Pkw von Anfang an berücksichtigen. (#01)

Bei der Bauplanung des Eigenheims sollte man die Abstellfläche für den Pkw von Anfang an berücksichtigen. (#01)

Die Planung von Haus und Pkw-Platz

Bei der Bauplanung des Eigenheims sollte man die Abstellfläche für den Pkw von Anfang an berücksichtigen. Später lässt sich der Bereich zwischen dem Haus und der Grenze zum Nachbargrundstück nicht mehr erweitern. Da das Geld beim Hausbau oft etwas knapp ist, neigen die Häuslebauer dazu, erst später einen Anbau oder Carport für das Auto zu errichten. Dieser Carport soll natürlich zum Haus passen und nicht nach einer Billiglösung aussehen. So entstehen individuelle Carports, die stilistisch perfekt auf das Eigenheim zugeschnitten werden.

Die Optik spielt inzwischen eine wesentliche Rolle bei der Gesamtgestaltung von Haus und Pkw-Abstellplatz. Repräsentativ und modern oder eher im traditionellen Baustil, hier steht eine Vielfalt von Haustypen bereit, auf die man später seinen Carport abstimmt. So lassen sich die persönlichen Wohnwünsche realisieren. Die Funktionalität und die Optik fügen sich zu einem harmonischen Bild zusammen, wenn die Farben von Gebäude und Unterstand stimmig sind. Auch die Größe der Elemente spielt eine Rolle, schließlich soll der Carport nicht erdrückend wirken, sondern eindeutig als Nebenfläche erkannt werden.

Details zum Carport

Der Einzelcarport bietet als offener Unterstand Platz für ein Fahrzeug, während die größeren Ausführungen als Doppelcarport ein weiteres Auto vor dem Wetter schützen. Die Carport-Konstruktion kann direkt neben dem Haus aufgestellt oder frei positioniert werden. Zumindest eine Seite des Carports ist offen. Hier sollte man darauf achten, dass die Wetterrichtung geschützt ist, damit das Fahrzeug nicht zu viel Nässe abbekommt.

Die Käufer haben die Wahl zwischen verschiedenen Modellen:

  • Einfache Carports aus Holz mit Flachdach,
  • stabile Metall-Konstruktionen mit Satteldach oder Walmdach,
  • moderne Carports mit Gründach oder Solarzellen auf der Dachfläche.

Die Schutzfunktion des Carports wird heute oft von attraktiven Extras ergänzt. Es handelt sich also nicht nur um eine reine Überdachung für den Pkw, sondern auch um ein gestalterisches Element. Daher sind vor allem die Konstruktionen im besonderen Design gefragt, die das Grundstück neu in Szene setzen.

Ein Carport hat im Vergleich mit einer Garage mehrere wichtige Vorteile, von denen einige schon bei der Vorbereitung zum Tragen kommen. (#02)

Ein Carport hat im Vergleich mit einer Garage mehrere wichtige Vorteile, von denen einige schon bei der Vorbereitung zum Tragen kommen. (#02)

Die Vorteile des Carports

Ein Carport hat im Vergleich mit einer Garage mehrere wichtige Vorteile, von denen einige schon bei der Vorbereitung zum Tragen kommen. So braucht man beim Bau eines Carports meistens keine spezielle Genehmigung, sondern nur eine Bauanzeige, während die Garage ohne Bauantrag nicht errichtet werden darf. Das hängt unter anderem mit den Brandschutzauflagen zusammen, die bei der Garage eingehalten werden müssen aber beim Carport entfallen.

Weitere Vorzüge beim Carport sind:

  • Der günstige Preis, auch bei Sondergrößen,
  • die offene Bauweise, die leichter und luftiger wirkt und sich auch für ein kleines Grundstück eignet,
  • der Schutz der Gesundheit, da die schädlichen Gase schnell entweichen,
  • die hervorragende Luftzirkulation, die die Feuchtigkeit vertreibt und damit gegen Rost am Fahrzeug hilft.

Abhängig von der Form kann das Carportdach für Solarzellen oder eine Begrünung genutzt werden. Zudem hat man die Möglichkeit, den Carport selbst zu montieren, um Kosten einzusparen. Gegebenenfalls lässt sich gleich beim Aufbau oder auch später eine Gerätekammer anbauen, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen.

Nachteile beim Carport

Anders als bei der Garage hat das Auto im Carport keinen optimalen Schutz vor Diebstahl oder Vandalismus. Darauf berufen sich die Versicherungen, wenn sie für Garagen günstigere Tarife anbieten als für Carports.

Zudem sollte man zwei weitere Nachteile beim Bau eines Carports bedenken:

  • Tiere wie Marder können weiterhin ans Auto herankommen und Schäden anrichten,
  • bei frostigen Temperaturen muss man eventuell Eis kratzen, denn der Wetterschutz des Carports hat eine begrenzte Wirkung.

Die Hersteller von Carports sind inzwischen verpflichtet, für die tragenden Bauelemente aus Stahl und Metall eine Prüfnorm vorzuweisen und eine statische Berechnung beizulegen. Als Qualitätsprüfung sollte man daher die DIN Angaben kontrollieren, die sich auf die Materialien sowie auf die Statik beziehen.

Anders als bei der Garage hat das Auto im Carport keinen optimalen Schutz vor Diebstahl oder Vandalismus. (#03)

Anders als bei der Garage hat das Auto im Carport keinen optimalen Schutz vor Diebstahl oder Vandalismus. (#03)

Braucht man eine Baugenehmigung für den Carport?

Ob eine Baugenehmigung für die Errichtung eines Carports nötig ist, hängt von den örtlichen Regelungen ab. Die Bauämter liefern die entsprechenden Informationen hierzu und helfen auch bei den Bestimmungen für den Garagenbau. Es muss auf jeden Fall sichergestellt werden, dass die Zufahrt nicht über das Nachbargrundstück führt. Falls eine Bordsteinabsenkung gewünscht ist, muss man einen entsprechenden Antrag einreichen.

In einigen Bundesländern sind die Bestimmungen für den Bau eines Carports gelockert worden, sodass keine Baugenehmigung nötig ist, wenn die Konstruktion eine bestimmte Höhe und Fläche nicht überschreitet. Das verantwortliche Bauamt ist die richtige Adresse für alle Fragen zur eventuell erforderlichen Baugenehmigung. Falls ein Bauantrag gestellt wird, kommt dieser mit den dazugehörigen Unterlagen zu einem Fachmann, der die Details prüft und anschließend die Genehmigung erteilt oder gegebenenfalls auch ablehnt.

Tipps für den Garagen- oder Carport-Bau

Zur Planung des Carports oder der Garage gehört die optische Abstimmung auf die Umgebung, zudem sollte man die Vorzüge im Blick behalten, um sie auch ausnutzen zu können. Wenn das Dach beispielsweise zum Energielieferanten werden soll, muss es mit seinen Solarzellen die ideale Ausrichtung zur Sonne haben. Man kann das Dach aber eventuell auch verlängern, sodass es den Eingangsbereich oder die Abstellkammer schützt.

Die Tipps für Garagen und Carports beziehen sich vor allem auf den Schutz des Fahrzeugs, das unter dem Dach sicher vor Eis, Hagel und anderen Witterungseinflüssen ist. Im Sturm könnten Äste auf den Wagen fallen, außerdem klagen viele Autobesitzer über Vogelkot. Die stabile Garage ist hier der sicherste Schutz, doch auch ein Carport hält viel ab.

Bei der Garage sollte man bedenken, dass spätere Änderungen durch das Mauerwerk nicht mehr durchzuführen sind. Um so wichtiger ist es, den Unterstand ausreichend groß zu bauen. Beim Carport sind Erweiterungen recht unproblematisch, doch man benötigt dafür die geeignete Fläche.

Abgesehen von Breite und Länge ist auch die Höhe zu berücksichtigen, damit der Carport schön ins Bild passt und nicht die HAbgesehen von Breite und Länge ist auch die Höhe zu berücksichtigen, damit der Carport schön ins Bild passt und nicht die Hauptrolle übernimmt. (#04)auptrolle übernimmt. (#04)

Abgesehen von Breite und Länge ist auch die Höhe zu berücksichtigen, damit der Carport schön ins Bild passt und nicht die Hauptrolle übernimmt. (#04)

Wie viel Platz hat das Carport?

Bevor man mit den vorbereitenden Arbeiten beginnt, sollte man prüfen, wie groß die Fläche für den Standplatz ist. Hier geht es einerseits um den verfügbaren Platz, andererseits um baurechtliche Fragen. Zum benachbarten Grundstück muss ein bestimmter Abstand eingehalten werden, sonst kommt es womöglich zu Streitigkeiten. Diese Details lassen sich beim Blick auf die Bebauungspläne klären, die man beim Bauamt erhält.

Bei der Grenzbebauung sollte man den Nachbarn ansprechen. Möglicherweise findet man im Gespräch eine gemeinsame Lösung. Bei der genauen Berechnung der Flächen sollte man die Dachaußenmaße als Grundlage verwenden, damit sich die Carports nicht ins Gehege kommen.

Abgesehen von Breite und Länge ist auch die Höhe zu berücksichtigen, damit der Carport schön ins Bild passt und nicht die Hauptrolle übernimmt. Gerade bei einem niedrigen Bungalow sollte der Unterstellplatz nicht zu groß sein. Solche architektonische Überlegungen helfen dabei, den geeigneten Carport auszusuchen und die Planung anzustoßen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Yla_Star-#01: Frank Gaertner-#02: U.J. Alexander -#03: Dariusz Jarzabek -#04: T.TATSU

Marius BeilhammerDas Carport als offene Alternative zur Garage

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