Das Energielabel: Orientierung bei der Geräteauswahl

Das Energielabel: Orientierung bei der Geräteauswahl

In Energie

Mehr Energieeffizienz im Alltag ist heutzutage kein Problem: Die Energielabel helfen dabei, die richtigen Geräte zu finden, und unterstützen so beim Sparen.

Sparsamkeit mit Energielabel: So funktioniert’s

Die Elektrogeräte der heutigen Zeit sind nicht allein auf Leistung ausgerichtet. Auch die Energieeffizienz spielt eine immer bedeutendere Rolle. Inzwischen sind fast alle Haushaltsgeräte mit einem Energielabel versehen: Das zeigt an, wie sparsam die Technologie im Betrieb ist. Im Vergleich zu früheren Geräten verbrauchen die innovativen Systeme deutlich weniger, was man schon beim ersten Blick auf das Label erkennt.

Die Entwicklung des Strompreises scheint laut Prognosen auch in den nächsten Jahren weiter anzusteigen. Umso mehr lohnt es sich, auf das Energielabel der Haushaltsgeräte zu achten. Ob Waschmaschine, Raumheizer oder Fernseher: Stromfresser sind ungewünscht und unnötig. Die Investition in neuere Gerätschaften hat sich schon bald ausgezahlt, denn neben den reduzierten Verbrauchskosten profitiert man bei vielen Neuerungen von den zusätzlichen Sparfunktionen

Video: Energielabel: Verstehen Sie +++?

Den Energiesparmodus nicht vergessen

Viele Geräte mit A++ oder A+++ Energielabel sind mit einem Energiesparmodus ausgestattet. Dieser sorgt dafür, dass im Stand-by-Betrieb nicht zu viel Strom verbraucht wird. Einige Jahre lang hörte man von der Empfehlung, die entsprechenden Apparate komplett abzuschalten, um den Stand-by-Strom zu vermeiden. Bei der aktuellen Technik ist das inzwischen kaum noch ein Thema. Die Drosselung durch den Energiesparmodus reicht aus, um die Energiekosten zu verringern, auch wenn man die Geräte nicht ganz abschaltet. Das bedeutet einen guten Komfort bei der Bedienung und gibt einem trotzdem die Sicherheit, dass auf der nächsten Rechnung nur eine niedrige Gesamtsumme erscheint.

Das Energielabel für Wärmepumpen, Solarspeicher und andere Heizsysteme

Seit 2015 sind die Produzenten von Wärmesystemen und dazu verpflichtet, alle diese Geräte mit dem standardisierten EU-Energielabel zu kennzeichnen. Dieses soll bei der Suche nach einem geeigneten Modell helfen. Die Verbraucher erhalten durch das Label eine klare Information zur Energieeffizienz der Heiz- und Warmwassersysteme. Auf dieser Basis ist eine umweltschonende Nutzung der Ressourcen möglich.

Mit den aktuellen Labels werden die Anforderungen an die Energieeffizienz und die Emissionen klar definiert. Das führt zu einer Sensibilisierung bei den Konsumenten sowie bei den Herstellern. Die hohen Ansprüche an die verschiedenen Produktgruppen sollen den Austausch der früheren Geräte beschleunigen. Die Heizgeräte und Warmwasseranlagen mit niedrigerer Effizienz sollen nicht mehr verkauft werden, stattdessen kommen verstärkt die neuen Produkte zum Einsatz.

Die Regelung sieht folgendermaßen aus:

  • Die neuen Energielabel müssen sich seit Ende September 2016 sichtbar an der Außenseite der Heizungs- und Warmwassergeräte befinden.
  • Bei der Präsentation der Geräte muss die Energieeffizienzklasse angegeben werden.

Video: Elektrogeräte: Wie beim Energielabel getrickst wird

Um welche Wärmegeräte geht es?

Zu den wichtigen Systemen, die seit 2016 nur noch mit Energielabel verkauft werden dürfen, gehören:

  • Heizungswärmepumpen,
  • Warmwasser-Wärmepumpen,
  • elektrische Durchlauferhitzer.

Durch die verbesserte Kontrolle und das Energielabel soll einerseits die Effizienz optimiert werden, andererseits erhofft man sich davon eine erhöhte Sensibilität der Verbraucher und Firmen, die diese Geräte kaufen. Im Folgenden soll die Effizienz der Wärmepumpen und Durchlauferhitzer genauer betrachtet werden. Diese Vorgehensweise ist wichtig, um das geeignete System für den individuellen Bedarf zu finden. Auch für die Berechnung der zukünftigen Verbrauchkosten ist es sinnvoll, sich mit den weitergehenden Details der Thematik zu befassen.

Die Energielabel der Wärmepumpen: Top-Ergebnisse bei der Effizienz

Die Wärmepumpen zeigen hervorragende Ergebnisse und gehören deshalb zu den besten Effizienzklassen. Um die Klassifizierung gut sichtbar zu machen, steht das klassische Ampel-System zur Verfügung. Die Farbe Grün steht für die besonders effizienten Werte, Rot symbolisiert schlechtere Effizienzwerte. Für die Abstimmung gibt es verschiedene Gelb- und Orangetöne.

Die Wärmepumpen reihen sich mit ihrer guten Effizienz größtenteils bei den Klassen A++ und A+ ein. Detaillierte Symbole zu den jeweiligen Features der Geräte geben weitere Infos. Hier findet man wichtige Angaben zur Geräuschentwicklung und zur Nennleistung der Pumpen bei verschiedenen Klimabedingungen. Eine Temperaturkarte gibt Aufschluss über die drei wichtigsten europäischen Temperaturzonen. So haben die Verbraucher die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit der Systeme direkt miteinander zu vergleichen.

Viele Geräte mit A++ oder A+++ Energielabel sind mit einem Energiesparmodus ausgestattet. Dieser sorgt dafür, dass im Stand-by-Betrieb nicht zu viel Strom verbraucht wird. (#01)

Viele Geräte mit A++ oder A+++ Energielabel sind mit einem Energiesparmodus ausgestattet. Dieser sorgt dafür, dass im Stand-by-Betrieb nicht zu viel Strom verbraucht wird. (#01)

Immer noch effizient: Moderne Durchlauferhitzer

Die elektrischen Durchlauferhitzer werden nach einem ähnlichen System klassifiziert wie die Wärmepumpen, allerdings stehen hier insgesamt sieben Klassen zur Verfügung. Die beste Effizienzklasse wird mit A gekennzeichnet, die schlechteste mit G. Der Farbbalken wird zusätzlich von einem Zapfprofil ergänzt, das auf den geeigneten Einsatzzweck der Geräte hinweist. So eignet sich das Profil 2XS, das für kleinere Durchlauferhitzer gilt, für ein Handwaschbecken, während das Profil S das gesamte Badezimmer mit Warmwasser versorgen kann.

Weil die Durchlauferhitzer erst dann Energie brauchen, wenn man das Warmwasser aufdreht, kann die Effizienzklasse durchaus als gut bewertet werden. Allerdings können sich gewisse Unterschiede innerhalb einer einzelnen Klasse zeigen. Um eventuelle Missverständnisse auszuschließen, weist das Energielabel der Durchlauferhitzer auf den jährlichen Verbrauch in kWh hin. Im Vergleich zu den früheren Geräten, die mit Hydraulik funktionierten, sind die Durchlauferhitzer mit elektronischer Regelung deutlich sparsamer.

Die präzise Abstimmung der Wärmesysteme

Im Anschluss an eine individuelle, fachkundige Beratung ist es möglich, die verschiedenen Geräte direkt miteinander zu vergleichen, ohne nur auf das Energielabel zu achten. Für die Effizienz und auch für die Eignung spielen noch diverse andere Merkmale eine Rolle. Darum wird empfohlen, mit den Fachleuten über die Randbedingungen wie Dämmung, Heizsystem und gegebenenfalls auch Energieträger zu sprechen.

Die Vereinheitlichung der Energiekennzeichnung soll die Situation für die Verbraucher und auch für die Hersteller leichter machen:

  • Die Verbraucher profitieren von einer gut sichtbaren Darstellung,
  • die Vorauskalkulation der Stromkosten vereinfacht die Kaufentscheidung,
  • die Mindestanforderungen im Rahmen der Energieeffizienz werden berücksichtigt,
  • der Umweltschutz steht stärker im Vordergrund.

Bis vor kurzer Zeit bezogen sich die die Energie-Richtlinien lediglich auf Geräte, die als Energieverbraucher bekannt sind. Neben Kühlschränken, Waschmaschinen und Fernsehern gelten diese Regeln inzwischen auch für die energierelevanten Geräte wie Wärmeerzeuger und Warmwassersysteme.

Video: Das Energielabel – Wegweiser zum Stromsparen im Haushalt

Den Energieverbrauch runterfahren – aber wie?

Für einige Geräte gibt es den Energiesparmodus, doch bei den Heiz- und Warmwasseranlagen hilft meistens nur das direkte Herunterdrehen. Gerade bei der Wärmeerzeugung lässt sich viel Geld einsparen, wenn man das Warmwasser oder die Heizung frühzeitig abstellt. Bei offenem Fenster sollte die Heizung selbstverständlich nicht mit voller Power die Luft aufwärmen, und wenn man die Dusche schon laufen lässt, bevor man in die Kabine geht, wird die bereits verbrauchte Energie nicht genutzt.

Für Heizgeräte gibt es mittlerweile umfassende Programme, über die man spezielle Nutzungszeiten eingeben kann. Im Sommer kann man die Heizung ganz runterfahren und erst im Herbst wieder einschalten. Für eisige Außentemperaturen stehen noch höhere Stufen zur Verfügung. Ähnliche Funktionen stehen auch für die Warmwasserbereitung zur Verfügung. Bei einem Durchlauferhitzer ist eine solche Programmierung normalerweise unnötig, denn er springt ohnehin erst dann an, wenn man das warme Wasser aufdreht.

Energieeffizienz einprogrammieren – Sparen auf die smarte Art

Die neueren Geräte bieten die Option, bestimmte Zeiten und Temperaturen voreinzustellen. Damit vermeidet man unnötigen Energieverbrauch. Einige Systeme brauchen allerdings nach jeder Abschaltung eine Neuprogrammierung, darum sollte man sich darüber informieren, welche Möglichkeiten bei den diversen Wärmegeräten vorhanden sind.

Durch eine Rundum-Programmierung für den gesamten Haushalt können die aktuell benötigten Funktionen gezielt eingerichtet werden. Gesteuert wird das System über Smartphone oder Tablet. Mithilfe von Bluetooth oder WLAN kann man die Temperatur in der Wohnung auch von außerhalb regeln. So erspart man sich doppelte Wege und senkt gleichzeitig die Energiekosten.

Die smarten Geräte mit ihren direkt kontrollierbaren Funktionen können fast als eigenständige Computer bezeichnet werden. Im Prinzip stehen diese Haushaltsgeräte in ständiger Kommunikation miteinander und mit dem Kontrollgerät. Durch Statusmeldungen kann man sich davon überzeugen, wie sparsam der Haushalt funktioniert. Allerdings sollte man darauf achten, dass auch die smarte Technik nicht zu viel Strom verbraucht. Hierfür gibt es ebenfalls die ideale Einstellung, die dafür sorgt, dass die programmierten Geräte nur auf Befehl aktiv werden und ansonsten keine Energie fressen.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Martin Mehes  1-#01: Interior Design

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Rebecca LiebigDas Energielabel: Orientierung bei der Geräteauswahl

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