Feuchte Wände: Ursachen, Folgen und Maßnahmen

Feuchte Wände: Ursachen, Folgen und Maßnahmen

In Badezimmer, Keller, Tapete & Wandverkleidung

Auf den ersten Blick wirkt alles in Ordnung, bald schon zeigt sich jedoch, dass feuchte Wände im Keller oder auch in den Wohnräumen zu finden sind – dieses Szenario betrifft nicht nur Neubauten. Auch Altbauten können betroffen sein. Die Ursachen für feuchte Wände sind dabei unterschiedlich. Gleich sind jedoch die notwendigen Maßnahmen. So sollte schnell reagiert werden, um eine Schimmelbildung und gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Die häufigsten Ursachen für feuchte Wände

Sobald eine feuchte Wand in Haus oder Wohnung entdeckt wird, geht es an die Ursachenforschung. Erste Anzeichen sind nasse Flecken, die sich an den Wänden ausbreiten, die Tapete lösen oder die Wandfarbe punktuell verändern. Die Ursachen sind vielseitig. Besonders häufige Gründe sind jedoch:

  1. Feuchtigkeit von innenGerade dann, wenn feuchte Wände in einer Mietwohnung auftreten, wird der Vermieter die Ursache erst einmal beim Mieter suchen. Tatsächlich ist es möglich, dass feuchte Wände entstehen, wenn falsch gelüftet und geheizt wird und eine hohe Luftfeuchtigkeit besteht. Viele Menschen lüften den gesamten Tag über. Sie klappen das Fenster an und schließen es nicht wieder. Dabei braucht gutes Lüften nur wenige Minuten Aufwand. Stoßlüften erzielt eine effektive Lüftung der Räume. Mehrmals täglich werden die Fenster für fünf bis zehn Minuten weit geöffnet und anschließend wieder geschlossen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen wird bedingt durch zu hohe Temperaturen, das Trocknen von Wäsche im Raum oder auch langes Duschen und Baden im Badezimmer.
  2. BodenfeuchtigkeitNeubauten weisen das Problem weniger auf, bei Altbauten jedoch ist es möglich, dass keine Horizontalsperre verarbeitet wurde. Dadurch kann die Bodenfeuchtigkeit aus dem Boden hinauf in das Mauerwerk steigen. Jahrelang bleibt dies unbemerkt, bis sich schließlich die feuchten Wände zeigen.
  3. Kaputte, undichte LeitungBesonders häufig entstehen feuchte Wände, wenn eine Rohrleitung nicht dicht ist. Grund dafür kann eine Lochkorrosion sein, die dafür sorgt, dass Flüssigkeit aus den Wasserleitungen oder aus den Abwasserleitungen in die Wände dringen kann. Es kommt zu einem Wasserschaden, der schnellstmöglich behoben werden muss.
  4. Undichtes DachWenn das Dach undicht ist, kann Regenwasser in die Wände sickern und wird von diesen aufgenommen. Abhängig von der Menge wandert das Wasser durch die Wände und kann Schäden in mehreren Räumen anrichten. Oft werden diese erst spät bemerkt, wenn sich die Wasserflecken hinter den Möbelstücken bilden.
  5. Abwassersystem ist defektDächer sind mit einem Abwassersystem ausgestattet. Dieses besteht beispielsweise aus Regenrinnen. Es kann passieren, dass die Rinnen oder Fallrohre defekt oder verstopft sind. In dem Fall kann das Wasser nicht richtig ablaufen und sucht sich seinen Weg entlang der Hauswand. Durch die ständige Feuchtigkeit saugt sich die Hauswand immer mehr voll und die Feuchtigkeit dringt in den Wohnraum ein. Feuchte Wände sind das Ergebnis.
  6. Probleme durch Kältebrücken oder WärmebrückenNormalerweise wird beim Bau darauf geachtet, dass sich keine Kältebrücken oder Wärmebrücken bilden. In diesen Bereich kann die Wärme schneller entweichen und wird nach außen geleitet. Problematisch ist, dass dies deutlich schneller passiert, als in den Bereichen ohne Wärmebrücken. So entsteht ein Ungleichgewicht. Feuchtigkeit setzt sich ab und feuchte Wände entstehen. Besonders häufig sind die Brücken beispielsweise im Bereich der Fenster oder in Nischen zu finden, in denen Heizkörper verbaut werden.
  7. BaunässeNeubauten leiden oft unter der sogenannten Baunässe. Im Bauvorgang dringt Nässe in die Materialien ein, die nach Fertigstellung von den Wänden in die Räume abgegeben wird. Das ist grundsätzlich kein Problem, wenn der Mieter oder Bewohner richtig lüftet und heizt. Rund ein bis zwei Jahre dauert es, bis die Baufeuchte komplett aus den Wänden heraus ist. In dieser Zeit können feuchte Wände entstehen. Daher sollten Bewohner hier besonders aufmerksam sein.

Dies sind nur einige der Ursachen für feuchte Wände. Es handelt sich hierbei allerdings um die häufigsten Ursachen, die auftreten können. Daher ist es wichtig, diese Punkte im Blick zu haben und darauf zu achten, ob feuchte Wände entstehen.

Häufige Ursache für feuchte Wände ist ein Wasserschaden in der Wohnung. (#1)

Häufige Ursache für feuchte Wände ist ein Wasserschaden in der Wohnung. (#1)

Feuchte Wände und ihre Folgen

Bei den Folgen, die durch feuchte Wände entstehen können, ist zwischen den Folgen für das Haus und den Folgen für die Bewohner zu unterscheiden. Schon kleine Mengen an Feuchtigkeit reichen aus, um im Mauerwerk für nachhaltige Schäden zu sorgen. Durch die Feuchtigkeit werden Salze aus dem Mauerwerk gelöst und diese beginnen, auszublühen. Dies zeigt sich durch gelbe oder weiße Flecken an den Wänden oder am Putz. Die Ausblühungen können die Tapete ablösen und den Putz von der Wand fallen lassen. Wenn die Feuchtigkeit bis in Bauteile aus Holz vordringen kann, dann kann es zur Bildung von einem Hausschwamm kommen. Dieser Pilz wird meist sehr spät entdeckt. Oft sind die Hölzer bereits zersetzt und es müssen umfangreiche Sanierungen folgen.

Eine weitere Folge ist natürlich die Schimmelbildung. Häuser mit einem hohen Maß an Feuchtigkeit neigen dazu, Schimmelbefall zu bilden. Die Sporen befinden sich in der Luft und legen sich dort ab, wo sie wachsen können. Über die Luft werden sie durch die Bewohner aufgenommen. Dies kann gesundheitliche Folgen haben. Im Rahmen des Schimmelbefalls gibt es verschiedene Kategorien für die Einstufung, die durch das Umweltbundesamt festgelegt wurden. Kategorie 0 beschreibt einen oberflächlichen Bewuchs der Wände. Bei Kategorie 3 liegt bereits ein extremer Schaden vor, bei dem Sofortmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Feuchtigkeit kann zu nachhaltigen Schäden am Mauerwerk führen, die über eine optische Problematik hinausgehen. So kann es passieren, dass die Ziegel zerbröseln und der Mörtel sich auf die Dauer zersetzt. Wenn die Außentemperaturen sinken, kann es passieren, dass die Substanz des Hauses stark beschädigt wird. Eine Wertminderung der Immobilie ist die Folge.

Zu den gesundheitlichen Folgen für Menschen und auch Haustiere gehören die Entstehung von Bronchialerkrankungen, Kopfschmerzen und eine starke Müdigkeit, Hautreizungen sowie die Ausbildung von Allergien. Besonders betroffen sind Menschen, die körperlich schon geschwächt sind, wie Senioren und Kinder. Umso wichtiger ist es, schnell zu reagieren und den Schimmel, der durch feuchte Wände entsteht, in seiner Ursache zu bekämpfen.

Eine Schimmelbildung als Folge von Nässe an den Wänden gefährdet die Gesundheit und kann zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und sogar Bronchialerkrankungen führen. (#2)

Eine Schimmelbildung als Folge von Nässe an den Wänden gefährdet die Gesundheit und kann zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und sogar Bronchialerkrankungen führen. (#2)

Feuchte Wände mit Dichtschlämme bekämpfen

Zeigt sich Mauerfeuchte an der Kellerwand oder auch in anderen Bereichen des Hauses, kann mit einem Putz aus Dichtschlämme gearbeitet werden. Ein guter Fachbetrieb setzt diese auch bereits beim Bau ein. Oft wird die Dichtschlämme als eine Art der Grundierung gesehen. Sie kann auch selbst eingesetzt werden, wenn die Ursache für feuchte Wände bekannt ist. Zum Einsatz kommt Dichtschlämme in verschiedenen Bereichen:

  • Horizontalsperre im Kellerbereich
  • Spritzwasserschutz beim Sockel eines Hauses
  • Einsatz als Zwischenabdichtung, wenn Bauteile durchfeuchtet sind
  • Abdichtung beim Bau von einer Terrasse oder einem Balkon
  • Schutz vor Spritzwasser in betroffenen Zonen im Bad oder der Küche

Dichtschlämme kann auf verschiedenen Untergründen aufgetragen werden. Möglich ist eine Verteilung auf Beton und Kalk-Zementputz, auf reinem Zementputz, Naturstein oder auf alten Fliesenbelegen. Es gibt verschiedene Arten von Dichtschlämme, die gekauft werden können. Auf den Verpackungen ist normalerweise ein Hinweis zu finden, für welchen Untergrund sich das Produkt eignet.

Sind die Wände bereits feucht, muss in den meisten Fällen eine Bautrocknung durchgeführt werden. Hier kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Genutzt werden kann beispielsweise die Mikrowellen-Technik. Bei dieser Variante wird das Mauerwerk erhitzt. Die Wassermoleküle im Inneren verdampfen. Eine ähnliche Wirkung wird der Infrarottrocknung zugesprochen. Allerdings wird die Feuchtigkeit bei dieser Variante an die Raumluft abgegeben und hier dann durch den Kondenstrockner entfernt.

Mieter haben Rechte, wenn die Wände feucht sind und Schimmel auftaucht. Manchmal lässt dieser sich mit einen Spezialmittel schnell selbst entfernen. (#3)

Mieter haben Rechte, wenn die Wände feucht sind und Schimmel auftaucht. Manchmal lässt dieser sich mit einen Spezialmittel schnell selbst entfernen. (#3)

Mieter: Rechte bei feuchten Wänden

Zeigen sich feuchte Wände in einer Mietwohnung, kommt die Frage auf, welche Rechte Mieter hier haben. Dies gilt für Kellerwände ebenso, wie für Wohnungswände. Der erste Schritt ist immer der Wunsch, dass der Vermieter direkt mit dem Sanieren beginnt. Der Vermieter wird jedoch wissen wollen, woher die feuchten Wände kommen. Wenn die Verantwortlichkeit für die Entstehung beim Mieter liegt, muss dieser möglicherweise für die Behebung aufkommen. Bei nachweisbaren Baumängeln dagegen ist der Vermieter in der Pflicht, etwas zu tun.

Mieter sollten sich im ersten Schritt bei Unsicherheiten an den Mieterbund wenden. Die Anlaufstelle hier ist:

Deutscher Mieterbund e.V.
Littenstraße 10
10179 Berlin
Tel: +49 30 223 23 0
Mail: info@mieterbund.de
Web: www.mieterbund.de

Zudem haben Mieter die Möglichkeit, sich beim Netzwerk Schimmel e.V. über ein mögliches Vorgehen für die Sanierung zu informieren:

Netzwerk Schimmel e.V.
Schwarzer Weg 27
26215 Wiefelstede/Metjendorf
Tel: +49 441 3094 2930
Mail: kontakt@netzwerk-schimmel.info
Web: www.netzwerk-schimmel.info

Um seine Rechte als Mieter durchsetzen zu können, ist es sinnvoll, ein Gutachten erstellen zu lassen. Eine Anlaufstelle dafür ist ein baubiologischer Sachverständiger, der die Ursache für feuchte Wände herausfinden kann. Um einen Ansprechpartner in der Nähe zu finden, lohnt sich der Blick auf das Angebot von:

Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V.
Roggenkamp 21
21266 Jesteburg
Tel: 04183 7735 301
Mail: info@baubiologie.net
Web: www.baubiologie.net

Es ist ein schönes Gefühl, die trockenen und sauberen Wände mit frischer Farbe neu zu streichen. (#4)

Es ist ein schönes Gefühl, die trockenen und sauberen Wände mit frischer Farbe neu zu streichen. (#4)

Schimmel aufspüren: Der Einsatz von Schimmelspürhunden

Eine der Folgen von feuchten Wänden ist die Bildung von Schimmel. Ist der Schimmel erst einmal da, hilft das richtige Lüften nicht mehr. In dem Fall muss schnell gehandelt werden. Umso besser ist es genau zu wissen, ob die Wohnräume von Schimmel betroffen sind und wo sich dieser befindet. Eine der Möglichkeiten, dies herauszufinden, ist der Einsatz von Schimmelspürhunden. Schimmelspürhunde sind speziell ausgebildete Hunde. Eine Zertifizierung dieser Hunde wird beispielsweise durch den Bundesverband Schimmelpilzsanierung e.V. vorgenommen. Wer Fragen zu dieser Thematik hat, der kann sich direkt an den Verein wenden:

BSS e.V.
Grafenberger Allee 293
40237 Düsseldorf
Tel: +49 800 277 44 44
Mail: info@bss-schimmelpilz.de
Web: www.bss-schimmelpilz.de

Sobald feuchte Wände bemerkt werden, können die Hunde zum Einsatz kommen. Wer schon vorher den Verdacht auf Schimmelbefall hat, der kann den Putz, das Mauerwerk und die Wände ebenfalls prüfen lassen. Die Hunde spüren den Schimmel auch dann auf, wenn dieser noch gar nicht zu sehen ist. Besonders hilfreich ist, dass sie eine lokale Eingrenzung vornehmen können. Dadurch kann direkt mit der Schimmelbekämpfung begonnen werden. Auf der Suche nach einem Schimmelspürhund in der Nähe ist die folgende Webseite hilfreich:

www.schimmelpilzspuerhund.com


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Marius BeilhammerFeuchte Wände: Ursachen, Folgen und Maßnahmen

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