Aus alt wird neu: Metallmöbel und Metallelemente neu lackieren

Aus alt wird neu: Metallmöbel und Metallelemente neu lackieren

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Lange Zeit waren es Rattan- oder Teakholzmöbel, die besonders beliebt waren. Heute sind es vor allem Möbel aus Stahl, die viele Gärten zieren, die aber auch hohe Ansprüche haben.

Der Zahn der Zeit: Metall wird alt

Neue Gartenmöbel aus Stahl oder andere Elemente aus Metall sehen gut aus und passen sich in einen modernen Garten wunderbar ein. Doch da diese Dinge der Witterung ausgesetzt sind, gleichzeitig aber auch sehr empfindlich auf derartige Einflüsse reagieren, ist gute Pflege wichtig. Ansonsten nagt schon bald der Zahn der Zeit und erste Roststellen zeigen sich. Diese sind anfangs nur Schönheitsflecken und gehen vielleicht sogar als „vintage“ durch. Doch schon bald geht der Rost tiefer, sieht hässlich aus und zerstört das Metall. Ein Hingucker sind solche Möbel nur noch dadurch, dass sie bemitleidenswert aussehen. Dabei müssen sie aber nicht komplett entsorgt werden, sondern sie können mit ein paar einfachen Handgriffen wieder in neuem Glanz erstrahlen.

Damit Sie Gartenmöbel nicht in jedem Jahr erneut bearbeiten und streichen müssen, empfiehlt es sich, diese über Herbst und Winter unbedingt trocken zu lagern. Ideal ist ein Ort, der von nicht allzu hoher Luftfeuchtigkeit geprägt ist, denn diese verstärkt die Rostbildung. Eventuell können Sie Metallteile im Keller einlagern oder haben einen anderen Platz, der trocken und groß genug ist.

Das Schöne am Lackieren ist, dass Sie jedes Mal eine andere Farbe wählen können und Ihre Gartenmöbel oder andere Metallteile in der aktuellen Lieblingsfarbe streichen. (#01)

Das Schöne am Lackieren ist, dass Sie jedes Mal eine andere Farbe wählen können und Ihre Gartenmöbel oder andere Metallteile in der aktuellen Lieblingsfarbe streichen. (#01)

Welchen Lack wählen Sie?

Dafür müssen auch große Möbelstücke nicht einmal in die Lackieranlage, sondern Sie können als halbwegs geschickter Heimwerker selbst die nötigen Arbeiten verrichten. Ganz wichtig ist nur, dass Sie immer einen Lack wählen, der speziell für Metall hergestellt wurde – eine Holzlasur hilft Ihnen herzlich wenig! Infrage kommen hier

  • Kunstharzlack
    Dieser Lack trocknet von unten nach oben, das heißt, wenn die Oberfläche trocken und belastbar ist, ist der Lack auch wirklich durchgetrocknet und Sie können das Möbelstück wieder bedenkenlos nutzen. Kunstharzlack erweist sich zudem als sehr robust und langlebig. Nachteil: Der Lack ist giftig und dünstet lange aus, außerdem ist die Trocknungszeit sehr lang.
  • Acryllack
    Acryllack setzt auf Wasser als Lösungsmittel und ist damit nicht gesundheitsgefährdend. Die meisten Produkte sind sogar mit dem Blauen Engel ausgezeichnet, der für Umweltverträglichkeit steht. Der Lack ist auch als „Dispersionslack“ erhältlich und kann sehr gut überstrichen werden. Nachteil: Er trocknet nur langsam, außerdem von oben nach unten. Das heißt, wenn Sie die Oberfläche berühren und diese scheinbar trocken ist, ist der Untergrund noch lange nicht belastbar.
  • Acryllacke mit einem Anteil von Polyurethan
    Diese Lacke vereinen die Vorteil der beiden vorgenannten Lackarten und sind sowohl in der Anwendung als auch gegenüber der Umwelt eine sehr gute Wahl.

Gerade dann, wenn Sie Kinder oder Haustiere haben, sollten Sie bei der Wahl des Lacks darauf achten, dass dieser umweltfreundlich und gesundheitsverträglich ist. Die Auszeichnung mit dem Blauen Engel ist ein guter Hinweis darauf!

Das Schöne am Lackieren ist, dass Sie jedes Mal eine andere Farbe wählen können und Ihre Gartenmöbel oder andere Metallteile in der aktuellen Lieblingsfarbe streichen.

Sie passen damit das Design der Gegenstände aktuellen Farbvorlieben an oder lassen den Garten in einer völlig neuen Farbe erstrahlen. Wozu neue Möbel kaufen, wenn diese mit wenigen Handgriffen selbst komplett verändert werden können?

Sie brauchen dafür Schleifpapier in verschiedenen Körnungen, eine Schleifmaschine für Metall, einen Atemschutz und Arbeitshandschuhe. Nicht zu vergessen die Lacke, Pinsel, eine Lackierpistole oder eine Farbrolle.(#01)

Sie brauchen dafür Schleifpapier in verschiedenen Körnungen, eine Schleifmaschine für Metall, einen Atemschutz und Arbeitshandschuhe. Nicht zu vergessen die Lacke, Pinsel, eine Lackierpistole oder eine Farbrolle.(#01)

Vorbereitungen zum neuen Streichen

Wenn Sie Gartenmöbel selbst neu streichen wollen, sollten Sie sich alles bereitstellen, was Sie zum Arbeiten benötigen. Sie brauchen dafür Schleifpapier in verschiedenen Körnungen, eine Schleifmaschine für Metall, einen Atemschutz und Arbeitshandschuhe. Nicht zu vergessen die Lacke, Pinsel, eine Lackierpistole oder eine Farbrolle. Außerdem sollten Sie einen Platz finden, der Ihnen ausreichend Bewegungsfreiheit zum Arbeiten lässt, an dem das lackierte Teil aber auch in Ruhe stehen und trocknen kann.

Die Belüftung ist dabei wichtig! Parken Sie das Gartenmöbelstück daher nicht im Keller, der über keine Lüftung verfügt, vor allem, wenn der verwendete Lack gesundheitsschädlich ist. Ideal ist ein Platz im Freien, der allerdings vor der Witterung geschützt sein muss.

Entfernen von Roststellen und Farbresten

Ehe Sie Metallmöbel neu lackieren können, müssen die alten Farbreste gründlich entfernt werden. Das Problem an Metall ist nämlich, dass die Farbe nie komplett von allein abblättert, Sie werden immer Stellen finden, an denen sich noch Reste der alten Lackierung befinden. Entfernen Sie die alten Farbrückstände zusammen mit dem Rost, was am besten mit der Schleifmaschine geht. Handelt es sich um kleine und geschwungene Metallteile oder gar eingearbeitete Ornamente, ist die Maschine jedoch oft zu groß und unhandlich. Sie sollten dann zum Schleifpapier in einer groben Körnung greifen. Die Stellen bearbeiten Sie später mit einer feinen Körnung noch einmal nach.

Wichtig: Denken Sie an den Mundschutz, denn die kleinen Staubpartikel, die beim Abschleifen entstehen, sind extrem gesundheitsschädlich! Außerdem sollten Sie Arbeitshandschuhe tragen, damit Ihre Hände und Finger heil bleiben.

Eine schnelle Arbeit ist es sicherlich nicht: Sie können nicht einfach den neuen Lack aufbringen und meinen, die Gartenmöbel aus Metall wären für die Zukunft gerüstet! (#03)

Eine schnelle Arbeit ist es sicherlich nicht: Sie können nicht einfach den neuen Lack aufbringen und meinen, die Gartenmöbel aus Metall wären für die Zukunft gerüstet! (#03)

Möbel grundieren

Eine schnelle Arbeit ist es sicherlich nicht: Sie können nicht einfach den neuen Lack aufbringen und meinen, die Gartenmöbel aus Metall wären für die Zukunft gerüstet! Vielmehr ist es nötig, zuerst mit einer Grundierung zu arbeiten. Diese dient nicht nur als Basis für die Farbe und als Verbesserung der Haltbarkeit der Lackierung, sondern auch als Rostschutz.

Der gewählte Farbton ist dabei nicht vorgegeben, sollte sich allerdings bestenfalls am künftigen Oberlack orientieren. Denn wenn Sie einen weißen Grundlack wählen, werden die später farbig lackierten Möbel besonders gut zur Geltung kommen. Nutzen Sie zum Grundieren den Pinsel oder eine Rolle, auch die Lackierpistole ist geeignet. Probieren Sie einfach aus, womit Sie am besten arbeiten können! Der Vorlack muss gut trocknen können, damit die spätere Farbe leicht aufzutragen ist und sich nicht mit der Grundierung vermischt. Nur so ergibt sich auch ein gleichmäßiger Farbton.

Jetzt endlich können Sie die Metallteile in der gewünschten Farbe lackieren und sich schon bald über ein tolles Ergebnis freuen. (#04)

Jetzt endlich können Sie die Metallteile in der gewünschten Farbe lackieren und sich schon bald über ein tolles Ergebnis freuen. (#04)

Anschleifen des Grundlacks

Jetzt schnell noch die Lackierung aufbringen? So schnell geht das nicht! Denn nun muss der Grundlack erst einmal angeschliffen werden. Setzen Sie dafür feines Schleifpapier in der 400er Körnung ein. Mit der Schleifmaschine können Sie zwar auch arbeiten, feiner arbeiten Sie jetzt aber mit dem Schleifpapier. Schleifen Sie den Grundlack nur an und keinesfalls komplett wieder herunter! Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt.

Sind Sie mit dem Abschleifen fertig, müssen Sie das Möbelstück gründlich entstauben, damit später keine Staubkörner in den frischen Lack eindringen können.

Die Oberfläche lackieren

Jetzt endlich können Sie die Metallteile in der gewünschten Farbe lackieren und sich schon bald über ein tolles Ergebnis freuen. Große Teile lackieren Sie am besten mit der Rolle, die Spraydose arbeitet nicht gleichmäßig genug. Achten Sie darauf, dass Sie immer nur dünne Schichten des Lacks auftragen und diesen nur langsam trocknen lassen. Lackieren Sie daher nicht in der prallen Sonne! Der Lack trocknet sonst zu schnell und vor allem zu ungleichmäßig, was zu einem unschönen Ergebnis führt.

Ist die erste Lackschicht getrocknet, können Sie die zweite aufbringen. So gehen Sie Stück für Stück vor, bis Sie das gewünschte Endergebnis erreicht haben. Die letzte Lackschicht braucht am längsten, um komplett zu trocknen. Geben Sie ihr die Zeit, damit nicht durch einen unschönen Zufall Abdrücke auf dem Metall entstehen!

Zum Thema Rostschutz kommt sicherlich auch die Frage auf, ob eine Pulverbeschichtung der Metallteile nicht ratsam wäre. (#04)

Zum Thema Rostschutz kommt sicherlich auch die Frage auf, ob eine Pulverbeschichtung der Metallteile nicht ratsam wäre. (#04)

Pulverbeschichtung von Metall

Zum Thema Rostschutz kommt sicherlich auch die Frage auf, ob eine Pulverbeschichtung der Metallteile nicht ratsam wäre. Die Pulverbeschichtung ist eine Form des Metallschutzes und gewinnt in der industriellen Fertigung mehr und mehr an Bedeutung. Für einen Heimwerker war die dahinterliegende Technik bisher noch nicht ausgereift genug, daher wurde allgemein eher das Lackieren als das Beschichten für die Verschönerung von Gartenmöbeln und anderen Metallteilen empfohlen.

Doch dank neuartiger Pulverbeschichtungspistolen und zugehöriger Systeme ist das Beschichten auch für den Kleinbedarf und sogar im Modellbau möglich. Es braucht damit keine große Anlage mehr, um Metall wie gewünscht vor Rost zu schützen. Wichtig ist aber, dass Sie das nötige Equipment zu Hause haben oder leihen können und dazu gehört neben der Beschichtungspistole auch das zugehörige Pulver, eine Atemschutzmaske sowie ein Kompressor. Letzterer darf ruhig klein sein, denn das Gerät verbraucht nur wenig Druckluft. Haben Sie die Metallteile dann umfasst beschichtet, so können Sie direkt mit dem Lackieren fortfahren.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Veres Production  -#01: autsawin uttisin -#02: Marina Lohrbach   -#03:  Pearl Media  -#04:  Ekaterina Lin  -#05: SantaGig

Marius BeilhammerAus alt wird neu: Metallmöbel und Metallelemente neu lackieren

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