Sicherheitsmarkierungen in der Architektur

Sicherheitsmarkierungen in der Architektur

In Bauen, Immobilien, Recht

Die entsprechende Sicherheitsmarkierung bzw. der Arbeits- und Gesundheitsschutz sind für jedes Unternehmen ein wichtiges Thema, welches auch bereits beim Bau der Räumlichkeiten beachtet werden muss. In den Bereichen Brandschutz, Unfallverhütung, Fluchtwege und Schutz vor Gesundheitsfährdung müssen bestimmte Sicherheitsmarkierungen vorgesehen werden. Hierfür wurden vom Gesetzgeber Sicherheitsfarben, Sicherheitszeichen, Gestaltungsgrundlagen, Kennzeichnungen von Rohrleitungen, Optische Sicherheitsleitsysteme, Fluchtwege und Notausgänge sowie die Gestaltung von Flucht- und Rettungsplänen vorgeschrieben. Grundlage hierzu bildet die internationale Norm DIN EN ISO 7010:2012-10 mit den entsprechenden Sicherheitszeichen-Urbildern. Ergänzend dazu stellt die deutsche DIN 4844-2:2012-12 alle hierin nicht berücksichtigten Symbole bereit.

Neue Sicherheitsmarkierung – bvbf rät: „Betriebe sollten kurzfristig umstellen“

Seit April 2013 gelten für alle Betriebe in Deutschland die überarbeiteten Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) 1.3. Demnach müssen alle deutschen Betriebsstätten die europäisch und international abgestimmten Sicherheitszeichen und Sicherheitsmarkierungen verwenden, welche in der Norm DIN EN ISO 7010 geregelt sind. Darauf macht unter anderem der Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe e.V. (kurz bvbf) aufmerksam. Betroffen sind unter anderem auch die Fluchtwege in Gebäuden, wodurch Architekten auf die neuen überarbeiteten Regeln ein Auge werfen sollten.

Zur Zeit wird in der Sicherheitsmarkierung unterschieden zwischen:

  • Verbotszeichen
  • Warnzeichen
  • Gebotszeichen
  • Rettungszeichen
  • Brandschutzzeichen

Ihnen wurden für eine bessere Sicherheitsmarkierung unterschiedliche Farben und graphische Symbole zugeordnet. Bei einer Sicherheitsmarkierung für Brandschutz ist es nun Pflicht, ein Quadrat zu verwenden, welches in der Sicherheitsfarbe Rot gehalten und mit einem entsprechenden Symbol ausgestattet ist. Diese neue Sicherheitsmarkierung betrifft zum Beispiel Löschschläuche oder Feuerlöscher, aber auch Rettungs- und Fluchtpläne. Details dazu finden Architekten auf den Internetseiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Carsten Wege, bvbf-Geschäftsführer, rät daher allen Arbeitgebern und Architekten um kurzfristige Umstellung, da die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlichten ASR 1.3 keine Übergangsfrist vorsieht. Betroffen sind aber keinesfalls nur Arbeitgeber, sondern auch viele öffentliche Gebäude.

Sicherheitsmarkierung rettet im Brandfall Leben

Kommt es beispielsweise auf einer Großveranstaltung zu einer Notsituation – so eine Untersuchung der Uni Duisburg-Essen – reagieren viele Menschen richtig. Die Analyse von 127 Unglücken ergab, dass sich die Menschen gelassen verhalten, sich gegenseitig helfen und ruhig nach Fluchtwegen suchen. Daher ist ein geordneter Rückzug zum nächsten Ausgang festzustellen. Der Experte des TÜVs Rheinland für Gebäudesicherheit, Hans-Peter Zacharias, erklärt, dass jeder das grün-weiße Piktogramm mit dem laufenden Männchen und einem Richtungspfeil als Sicherheitsmarkierung kennt, welches den Notausgang kennzeichnet. Aber es kommt vor, dass Fluchtwege durch bauliche Veränderungen ins Leere verlaufen oder Kisten oder Regale die rettende Tür versperren.

In öffentlichen Gebäuden sind Notausgänge meistens nur durch lange Wege zu erreichen. In der Regel sind solche Fluchtwege mit einer Sicherheitsmarkierung mit Markierungsbändern gekennzeichnet. Um die Funktion der Sicherheitsmarkierung auch bei absoluter Dunkelheit zu erfüllen, werden solche Sicherheitsmarkierungen als reflektierende oder fluoreszierende Bänder ausgeführt.

Im Falle eines Brandes erweisen sich auffällige Sicherheitsmarkierungen am Boden als wahre Lebensretter – besonders dann, wenn es zu einer starken Rauchentwicklung kommt. Damit diese Sicherheitsmarkierungen ihren Zweck erfüllen, müssen sie immer fest mit dem Boden verankert sein. Dies ist aber bei einem unebenen Untergrund oder bei Gitterrosten eine Herausforderung. Hierfür wurden spezielle Wegweiser mit einer Unterkonstruktion entwickelt, die flexibel montierbar sind. Besonders wichtig ist es, dass bei diesen Sicherheitsmarkierungen beachtet wird, dass diese nicht zu einer Stolperfalle werden und nicht den Laufweg behindern.

Kommt es zu starker Rauchentwicklung bei einem Brand, ist eine verlässliche Sicherheitsmarkierung lebensrettend. Da Rauch immer nach oben zieht, ist zusätzlich zu der üblichen Beschilderung des Rettungsweges eine Sicherheitsmarkierung am Boden eine gute Ergänzung – im Idealfall leuchten die Sicherheitsmarkierungen. Solche Sicherheitsmarkierungen sollten stets durchgängig sein. Experten empfehlend mindestens drei Sicherheitsmarkierungen in regelmäßigen Abständen pro Meter. Solche Sicherheitsmarkierungen sollten eine Kantenlänge oder einen Durchmesser von 5 cm haben. Mit einer flexibel einsetzbaren Sicherheitsmarkierung in Form von Markierungsbändern sind alle Bestimmungen unkompliziert zu erfüllen.

Sicherheitsmarkierungen und –Kennzeichen der aktuellen Norm für Gebäude

Sicherheitsmarkierungen und Sicherheitskennzeichen sind wichtige Helfer für jedes Gebäude. Damit sie der Aufgabe als Sicherheitsmarkierung gerecht werden, gibt es unterschiedliche Sicherheitszeichen, die den Normen wie der DIN EN ISO 7010 und der BGV A8 und ASR A 1.3 entsprechen.
Je nach Einsatzort der Sicherheitsmarkierung und des Kennzeichens muss das Schild aus unterschiedlichem Trägermaterial bestehen:

  • robustes Aluminium
  • selbstklebende Folie
  • Hart-PVC
  • Acryl
  • und viele weitere Materialien

Doch Sicherheitsmarkierungen werden in Form von Markierungsbändern auch an anderen Stellen eingesetzt. So kommen Sicherheitsmarkierungen auch im Parkhaus am Boden oder auf öffentliche Plätze zum Einsatz. Hier werden Gefahrenzonen an Ecken und tragenden Pfeilern mit einer Sicherheitsmarkierung in Form von gelb-schwarz gestreifter Folie angebracht. Oder einzelne Parkbuchten werden mit einer Sicherheitsmarkierung für den Autofahrer gekennzeichnet. Derart eingesetzte Sicherheitsmarkierungen vermeiden nicht nur Schäden am PKW, sondern auch Schäden am Gebäude.


Bildnachweis: © morguefile.com – kconnors

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Klaus Müller-SternSicherheitsmarkierungen in der Architektur

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