Stahlbalkon und Architektur: 6 markante Beispiele urbaner Texturen

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Städtischer Raum wird heute wieder mit Qualität bebaut, wobei Architekten mit Vorliebe auf Stahl und Glas zurückgreifen. Ein Gebäude mit Stahlbalkon passt ebenso in den ländlichen Raum wie ins urbane Umfeld. Stahl beherrscht das moderne Gesicht urbaner Architektur, wird aber in gewachsene Komplexe integriert. Auch Hochhäuser sind längst nicht mehr die einsam stehenden, symbolträchtigen Gebäude wie vor 20 Jahren. Heute sind sie Teile von Einheiten, die ein abwechslungsreiches Gesamtbild erzeugen. Stadtplaner und Architekten berücksichtigen immer stärker, dass in der Stadt leben permanenter Wechsel zwischen unterschiedlichen Lebensbereichen bedeutet. So gehen in zeitgemäßer Stadtplanung alte und neue Elemente wie Steinfassaden mit Glasbalkon Wechselwirkungen ein.

Ob Hochhäuser oder Flachbauten, in der Stadt werden hochwertige Materialien mit neuem Qualitätsbewusstsein eingesetzt. Neben Glas und Stahl gehören zum neuen Verständnis städtischer Wohnkultur begrünte Flächen. Wir finden sie auf Dächern, Balkonen und in Innenhöfen. Stahlbalkon, Geländer und Stahltreppe werden so konstruiert, dass sie auch in einer natürlichen Umgebung nicht wie Fremdkörper wirken. So war es möglich, dass viele moderne Projekte sogar mit Architekturpreisen ausgezeichnet wurden. Gerne benutzt man für diese Bauweise Überdachungen aus unterschiedlichen Materialien. Sie haben nicht mehr ausschließlich dem Zweck des Wetterschutzes, sondern werden auch aus rein optischen Gründen eingesetzt.

Der Stahlbalkon – das facettiertes Auge moderner Bürogebäude

Das urbane Ambiente entsteht durch dichte Bebauung, die sich wie ein Netz verbindet und verzweigt. Plätze, Grünflächen und Straßen gehören ebenso zum Gesamtbild wie Wohnhäuser. Heute sind es weniger die spektakulären Einzelgebäude, welche die Atmosphäre einer Stadt bestimmen. Auch Wohnüberbauungen sind Elemente, die Stadtplaner gezielt für Gestaltungszwecke einsetzen. Dabei trifft Funktionalität auf Raum und Licht. Während solche Überbauungen noch vor wenigen Jahren aus engen, lichtraubenden Dächern bestanden, sind sie heute luftig, offen und lassen viel Sonne durch. Dank des Spiels aus Schatten und Licht wirken auch strenge Gebäudekomplexe nun freundlich und einladend.

Wohnhäuser sind das Verbindungsglied zwischen öffentlichem und privatem Raum und zugleich das größte sich wiederholende Element einer Stadt. Urbane Architektur ist ein Geflecht aus Apartments und Häuserblocks, das den ganzen Stadtkörper in Beziehung zueinander setzt und herausarbeitet. Stahl ist dabei unverzichtbar. Mit einem Stahlbalkon können viele individuelle Wohnwünsche erfüllt werden, denn dieses Element passt zu vielen Bedürfnissen. Ein Stahlbalkon kann als seitlicher Sicht- und Wetterschutz dienen oder mit Platten aus Milchglas bestückt werden. Immer wieder entstehen so neue, spannende Eindrücke. Ein Stahlbalkon kann eine Raumerweiterung sein und mit einer Überdachung wie ein Wintergarten wirken. Mit Stahlkonstruktionen können auch Freiflächen zwischen zwei Altbauten gefüllt werden – sie sind das verbindende Element.

Die folgenden Beispiele veranschaulichen gut, welche Möglichkeiten Stahlbalkone der modernen Architektur bieten:

1. Der Stahlbalkon im Containerkonzept

1. Der Stahlbalkon im Containerkonzept

1. Der Stahlbalkon im Containerkonzept

Bei diesen Apartmenthäusern wurden ineinander verschachtelte Stahlbalkone und Zugänge geschaffen, die eine Lücke zwischen zwei Gebäuden füllen und gleichzeitig größtmögliche Offenheit zeigen. Auf diese kleinen Balkone passen platzsparende Möbel wie Klappstühle oder Stapelstühle. Auch ausklappbare Tische sind geeignet, um den Raum optimal zu nutzen. Die Strenge der Architektur wird durch erfrischende Farbgestaltung und Klarglasscheiben im Stahlgeländer abgeschwächt.

2. Neue Wohnformen im Hochhaus

2. Neue Wohnformen im Hochhaus

2. Neue Wohnformen im Hochhaus

Ob niedriges Reihenhaus oder mehrstöckiges Stadthaus, Wohnungsbau von heute ist innovativ und trifft auch auf historische Haustypen. Gute Architekten verstehen es, diese Objekte harmonisch miteinander in Verbindung zu setzen, ohne das Rad, sprich die Stadt, „neu erfinden“ zu müssen. Auch hier entstehen durch Licht optische Muster und bilden eine eigenwillige Ästhetik.

3. Hochmodern und trotzdem nicht einförmig – ein Beispiel aus Lyon

3. Hochmodern und trotzdem nicht einförmig - ein Beispiel aus Lyon: das immeuble bbc du quartier des Confluences,

3. Hochmodern und trotzdem nicht einförmig – ein Beispiel aus Lyon: das immeuble bbc du quartier des Confluences,

Komplexe Wechselwirkungen im sich veränderten städtischen Leben ergeben völlig neue Visualisierungen. Hier werden unterschiedliche Kuben zu einer Einheit, die weder starr noch klobig erscheint. Offene Räume entstehen durch verglaste Stahlbalkone und durch gitterförmig angeordnete Stahlverstrebungen. Dieses Haus erfüllt den architektonischen Gestalt- und Strukturwandel im urbanen Umfeld auf nahezu ideale Weise.

4. Belebende Farbe am verglasten Bürohochhaus

4. Belebende Farbe am verglasten Bürohochhaus

4. Belebende Farbe am verglasten Bürohochhaus

Dass ein nahezu komplett aus Glasfronten bestehendes Firmengebäude auch Frische ausstrahlen kann, zeigt dieses Beispiel. Die ehemals uniformierten Glasflächen haben kunterbunte Glasbalkone bekommen, die wie kleine, aufgeklebte Bauklötze aussehen. Während die Geländer mit durchsichtigen Glasplatten gefüllt sind, wählte der Architekt für die Böden bunte Stahlflächen, die durch die aufgeteilten Seitenflächen hindurchscheinen. Durch Spiegelungen und Durchbrüche entsteht je nach Sonneneinfall ein abwechslungsreiches Farbenspiel.

5. Der nachträglich angebrachte Stahlbalkon

5. Der nachträglich angebrachte Stahlbalkon

5. Der nachträglich angebrachte Stahlbalkon

Die städtebauliche Ausgangskonfiguration wurde hier genauestens analysiert und im Balkon aufgegriffen. Schlicht und wirkungsvoll ist ein Stahlbalkon aus einzelnen Glasplatten, die am geometrisch aufgeteilten Stahlbalkon angebracht sind. Das durchsichtige Glas erzeugt Offenheit. Nirgendwo entsteht das Gefühl von erdrückender Enge. Verzinkte Stahlbalkone mit Glasfronten passen auch gut zu Klinkerfassaden, denn sie schränken die Sicht auf den schönen Stein nicht ein.

6. Kein „Vertical Forest“, jedoch belebendes Grün am Bürogebäude

6. Kein "Vertical Forest", jedoch belebendes Grün am Bürogebäude

6. Kein „Vertical Forest“, jedoch belebendes Grün am Bürogebäude

Die Spannung zwischen gerader und ungerader Aufteilung ist hier maßgebendes Gestaltungselement. Anders als beim ausufernd wachsenden „Vertical Forest“ gedeiht das Grün hier in geordneten Bahnen. Die schönen Grünpflanzen lockern den nüchternen Eindruck dieses Gebäudes auf. Gleichgroße Pflanzenbehälter im Stahlbalkon wiederholen die Symmetrie, wobei immer wieder eine Lücke gelassen wird. Obwohl ein optisches Ungleichgewicht vorhanden zu sein scheint, erzeugt der Gesamteindruck Harmonie.


Bildnachweis: © Fotolia #1 + #2 sylv1rob1, #3 Jasminka KERES, #4 + titelbild zjk, #5 eunikas, #6 Jürgen Fälchle

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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