Der Garten braucht keinen Gärtner: 10 Tipps für einen pflegeleichten Garten

Der Garten braucht keinen Gärtner: 10 Tipps für einen pflegeleichten Garten

In Garten

Soll der Garten gestaltet werden, gehen viele enthusiastisch vor. Bis sie feststellen müssen, wie viel Arbeit in dem eigenen Grünland steckt. Doch es geht auch anders!

Gärtnern für Faule: Einfache Tipps und Tricks

Zu Beginn stellen wir erst einmal klar, dass sicherlich kein Gärtner wirklich faul ist. Er leidet vielmehr unter Zeitnot und sollte seine wenige Zeit besser damit verbringen, den Garten zu genießen, statt ständig Veränderungen und Pflegemaßnahmen durchführen zu müssen! Häufig liegt die Krux im Detail, was aber gerade einem Anfänger noch verborgen bleibt.

Ein wichtiger Tipp für jeden, der einen möglichst geringen Aufwand mit seinem Garten haben möchte, besteht darin, dass er sich gut informieren soll. Lassen Sie sich im Gartenfachhandel beraten, tauschen Sie sich mit anderen Gartenfreunden aus und vertrauen Sie auf die Erfahrungen der Gartenfreunde, die bereits viele Jahre das eigene Grün bearbeiten, gestalten und verändern. Oft lassen sich daraus schon mögliche Fehlerquellen erkennen, die Sie selbst von Anfang an vermeiden können und wodurch Sie einen deutlich geringeren Aufwand haben werden.

Die folgenden Tipps helfen dabei, Zeit zu sparen und dennoch einen prächtigen Garten zu besitzen.

1. Klein anfangen

Es ist immer ratsam, mit einem kleinen Stück Garten zu beginnen. Legen Sie erst einmal ein Beet an und gestalten Sie dieses, den übrigen Garten lassen Sie zu einem Rasen werden. Hier können Sie nach Bedarf Veränderungen vornehmen und neue Anpflanzungen durchführen. Die meisten Gärtner sind mit einem Großprojekt überfordert und fahren besser damit, sich erst einmal um ein kleines Stück zu kümmern. Damit lässt sich auch der Pflegeaufwand besser einschätzen.

2. Die Nutzung über die Aufteilung entscheiden lassen

Planen Sie den Garten mit großen, zusammenhängenden Einheiten. Damit lässt sich viel Aufwand vermeiden! Wer schon einmal mühevoll das Unkraut aus vielen Wegen und kleinen Beeten zupfen musste, wird froh sein, wenn er mit größerem Gerät eine zusammenhängende Fläche bearbeiten kann. Legen Sie einen Rasen als Spielfläche an, pflanzen Sie Stauden gemeinsam und Schnittblumen ebenfalls. Allerdings darf die Anpflanzung nachher nicht nach einer Gruppierung aussehen; seien Sie also ein wenig kreativ!

Video: Wie plane und gestalte ich einen Garten

3. Zeit in Planung investieren

Soll der Garten später wenig Mühe bereiten, sollten Sie mehr Zeit in die Planung stecken. Denn viele Planungsfehler machen sich später in einem erhöhten Pflegeaufwand bemerkbar. Planen Sie daher besser detaillierter und spielen Sie mögliche Situationen im Vorfeld durch. So erkennen Sie eventuelle Fehler und vermeiden diese von vornherein.

4. Keine Exoten pflanzen

Zugegeben, viele exotische Pflanzen haben durchaus ihren Reiz, sind hübsch anzusehen und blühen wunderschön. Allerdings nur in ihrer Heimat oder auf dem Werbebild! In der Realität benötigen sie meist extrem viel Pflege, den richtigen Standort, ausreichend Düngung und Wasser und im Winter ein warmes Plätzchen. Wem das zu viel Aufwand ist, sollte besser einheimische Pflanzen wählen. Sie sind deutlich robuster und an unsere Breitengrade angepasst. Sie kommen auch einmal einen Tag ohne Bewässerung aus und überleben den deutschen Matschwinter in der Regel problemlos.

Folgende Pflanzen sind besonders empfehlenswert, wenn Sie den Garten ohne Aufwand gestalten möchten:

  • Sonnenbraut
  • Pfingstrose
  • Taglilie
  • Frauenmantel
  • Rosen (selbstputzende Sorten wie Larissa oder Escimo verwenden)
  • Chinesischer Blumenhartriegel
  • Rhododendron
  • Storchschnabel-Sorten

5. Wildobst und Blühgehölze pflanzen

Möchten Sie Gehölze in Ihrem Garten haben? Dann setzen Sie am besten auf Blühgehölze, die besonders langsam wachsen sowie Wildobst. Sie sehen gut aus und müssen nicht regelmäßig in Form geschnitten werden. Schlehe, Flieder, Roter Holunder, Spierstrauch und Japanische Zierquitte sehen toll aus und machen kaum Arbeit. Sie können separat oder als Hecke gepflanzt werden und dienen damit gleich der Begrenzung eines bestimmten Gartenabschnitts.

Video: Beeteinfassung individuell gestalten

6. Beete einfassen

Begrenzen Sie Ihre Beete mit speziellen Kunststoffzäunchen oder auch mit Klinkern. Damit umgehen Sie das Problem, dass Beete durch die Pflege auf mysteriöse Weise immer breiter werden und erleichtern sich zudem das Rasenmähen oder die Pflege des Weges (je nachdem, was sich auf der anderen Seite der Begrenzung befindet).

7. Auf gleiche Pflanzensorten setzen

Ein Beet ist pflegeleicht, wenn die Blühpflanzen im Frühling zurückhaltend starten und dann bis ca. Ende September immer weiter zulegen. So haben Sie durch verblühte Einzelpflanzen keine kahlen Stellen im Pflanzenteppich, müssen aber auch nichts weiter für seine Pflege tun. Pflanzen Sie Kissen-Astern in größeren Gruppen und lassen Sie dort Tulpen oder Zierlauch wachsen. Auch Katzenminze darf sich breitmachen, dazu kommen hohe Gräser und Fetthennen. Da diese Pflanzen ähnliche Bedingungen an Standort, Düngung und Bewässerung stellen, brauchen Sie bei der Pflege nicht differenziert vorgehen. Entweder, alle bekommen etwas oder gar keine Pflanze!

8. Vor dem Kauf informieren

Wir kennen das alle: Wir sehen eine Pflanze, eine Staude oder eine Blume und finden diese schön. Die würde sich toll in unserem Garten machen! Informationen darüber einholen? Ach, das wird schon gehen. Gedacht, getan: Die Pflanze wird gekauft und flugs zu Hause eingesetzt. Doch schon bald mag sie nicht mehr schön aussehen, wächst nur noch mickrig, bekommt braune Blätter und lässt sich auch durch einen enormen Mehraufwand an Pflege nicht dazu bewegen, wieder zu alter Schönheit zurückzukehren.

Wer diesen Aufwand scheut, sollte sich daher vor dem Kauf über die Anforderungen, die die Pflanze stellt, informieren. Keine Gelegenheitskäufe, wenn Sie nicht wissen, was diese Pflanze im Einzelnen will und braucht. Schließlich sollten sich deren Wünsche mit Ihren in Übereinstimmung bringen lassen. Sie brauchen als Gärtner in Zeitnot Pflanzen, die nur geringe Ansprüche stellen, also soll sich der Pflegeanspruch in Grenzen halten. Außerdem sollten Sie keine künstlichen Standortbedingungen schaffen müssen, nur weil die neue Pflanze unbedingt im Halbschatten stehen muss und nun einen entsprechenden Sonnenschutz bekommen soll.

Video: Gartentipp: Hanggarten richtig gestalten

9. Nicht zu viel Rasen

Viele Gartenbesitzer säen einfach eine große Rasenfläche an und sind überzeugt davon, dass sie nun bloß noch einmal in der Woche Rasenmähen müssten. Außerdem wächst dort doch kein Unkraut und wenn doch, wird es einfach mit abgemäht. Leider sind Unkräuter schlaue Wesen und blühen bei häufigem Abmähen einfach an kurzem Halm. Das bedeutet, dass die Unkräuter aussamen und aus Ihrer schönen Rasenfläche bald eine Unkrautwiese wird. Der Pflegeaufwand für einen schönen Rasen ist durchaus hoch, denn er muss gemäht und vertikutiert werden, damit das Unkraut keine Chance hat. Er braucht auch ab und zu Dünger und im Sommer eine regelmäßige Bewässerung. Einfacher ist es, eine Wildwiese anzulegen. Hier sollen zwar auch keine Unkräuter wachsen, doch hohe Gräser und Blumen sind erwünscht.

10. Auf ein Bewässerungssystem setzen

Angesichts der hiesigen trockenen Sommer kommen Sie nicht darum herum, für ausreichend Wasser bei Ihren Pflanzen zu sorgen. Möchten Sie aber nicht täglich mit der Gießkanne unterwegs sein, lohnt es sich, über ein Bewässerungssystem nachzudenken. Dieses ist vor allem für größere Gärten ideal. Kosten und Nutzen stehen dabei in einem guten Verhältnis zueinander, wenn Sie auf einen guten Anbieter setzen. Lassen Sie das System vom Fachmann installieren, damit sich keine Fehler einschleichen, die später ärgerlich und teuer werden. Gehen Sie außerdem davon aus, dass ein gutes Bewässerungssystem rund 2000 Euro kostet, wenn es für einen Garten mit bis zu 1000 Quadratmetern Grundfläche ausgelegt ist.

Was gern bei den Tipps für zeitlich eingeschränkte Hobbygärtner vergessen wird, ist die Frage nach dem Werkzeug. Kaufen Sie hier keinen Billigschrott, sondern investieren Sie in gutes Werkzeug, welches leicht in der Hand liegt und je nach Anwendungsgebiet elektrisch bzw. motorisiert zu betreiben ist. Lassen Sie Billigangebote außer Acht, denn diese Werkzeuge werden in den meisten Fällen mehrfach gekauft, weil sie keine gute Qualität mitbringen.

Ein Beispiel: Eine Gartenschere ist vielleicht für 5,99 Euro im Angebot, das hochwertige Schwestermodell kostet aber 50 Euro. Dafür hält die bessere Schere mindestens zehn Jahre und braucht nicht nach jeder Benutzung geschärft zu werden. Durch das passende Werkzeug sparen Sie überdies Kraft und Zeit, denn Sie können im Garten aktiv sein, ohne diesen scheinbar nur mit Ihrer Muskelkraft zu bearbeiten.


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Rebecca LiebigDer Garten braucht keinen Gärtner: 10 Tipps für einen pflegeleichten Garten

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