Die Bundesregierung behält die Genehmigung für den Einbau neuer Gas- und Ölheizungen bei und ergänzt dies durch eine technologieoffene Ausrichtung. Ab 2028 gilt eine verpflichtende Grüngasquote von zunächst bis zu einem Prozent klimaneutraler Gase wie Biomethan und Wasserstoff. Ziel ist eine schrittweise Dekarbonisierung des bestehenden Gasnetzes. Verbraucher sollten jedoch steigende Mehrkosten durch die begrenzte Verfügbarkeit sowie mögliche höhere Netzentgelte berücksichtigen, da ein verbindlicher Kostenrahmen bislang fehlt und langfristige Kostenunsicherheiten sichtbar.
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Bundesregierung betont Technologieoffenheit und erlaubt künftig Gas- und Ölheizungen
Die Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik unterstreicht eine umfassende Technologieoffenheit beim Einsatz von Heizsystemen, indem sowohl Gas- als auch Ölheizungen weiterhin zulässig bleiben. Zugleich entwickelt das Bundeswirtschaftsministerium fiskalische Maßnahmen zur Verteuerung fossiler Wärmeversorger, um den Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen zu forcieren. Im Zentrum steht die ab 2028 geltende Grüngasquote, die eine schrittweise Beimischung von Biomethan und grünem Wasserstoff vorsieht, ohne bislang präzise Aussagen zu den zusätzlichen Kosten für Endverbraucher zu treffen.
Ab 2028 verpflichtende Einspeisung: Ein Prozent klimaneutrale Gase vorgeschrieben
Ab dem Jahr 2028 schreibt der Gesetzentwurf eine verbindliche Beimischung von bis zu einem Prozent CO?-neutraler Gase, etwa Biomethan oder Wasserstoff, ins Gasnetz vor. In den darauf folgenden Jahren wird der Anteil sukzessive erhöht, um eine schrittweise Dekarbonisierung der bestehenden Infrastruktur zu realisieren. Detaillierte Zeitpläne für die Anpassung einzelner Etappen sind bislang nicht veröffentlicht. Das Wirtschaftsministerium betont jedoch, dass eine mehrjährige Anhebung der Quote langfristig eine klimaneutrale Gasversorgung sicherstellen soll.
Realistische Verbraucher-Kostenprognose fehlt: Experten warnen vor deutlich steigenden Ausgaben
Eine belastbare Kostenprognose für Verbraucher fehlt bislang und löst Expertenkritik aus. Studien gehen jedoch von deutlichen Mehrkosten aus: Ab einer Grüngasquote von sieben Prozent können Zwei-Personen-Haushalte jährlich rund 178 Euro zusätzlich zahlen. Bis 2035 könnte sich diese Mehrbelastung auf etwa 350 Euro pro Jahr erhöhen – ohne die ab 2028 steigenden CO?-Preise im EU-Emissionshandel. Marktanalysen zeigen, dass Tarife mit beigemischtem Grüngas bis zu 25 Prozent teurer als herkömmliches Erdgas sind.
Knappheit klimaneutraler Gase treibt Verbraucherpreise kräftig in die Höhe
Der Engpass bei klimaneutralen Gasen wie Biomethan und Wasserstoff führt zu starkem Wettbewerbsdruck zwischen Industrie, Gewerbe und anderen Sektoren, da die vorhandenen Mengen begrenzt sind. Ohne ausreichend verfügbare Alternativen zeichnet sich eine zunehmende Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen ab, was die Einkaufspreise in die Höhe treibt. Letztlich müssen private Haushalte die Kostenerhöhungen durch höhere Gaspreise tragen, während zusätzliche Logistik- und Transportaufschläge die Belastung weiter deutlich steigern und verschärfen die finanzielle Belastung.
Regierung genehmigt Gasleitungs-Stilllegung und höhere Netzentgelte für verbleibende Kunden
In einem parallelen Schritt will die Bundesregierung Netzbetreibern erlauben, veraltete Gasleitungen stillzulegen und verbleibende Trassen auf klimaneutrale Gase wie Wasserstoff oder Biogas umzustellen. Die dabei entstehenden Umstrukturierungskosten werden nicht ausgelöscht, sondern über steigende Netzentgelte auf die Endverbraucher umgewälzt. Aktuell machen Netzentgelte etwa ein Fünftel des Gesamtpreises aus. Sinkende Anschlusszahlen durch zunehmende Alternative Heizungssysteme lassen die Belastung für verbleibende Netzteilnehmer weiter ansteigen. Haushalte sollten frühzeitig mögliche Mehrkosten und alternative Energieoptionen prüfen.
CO?-Preis, Netzentgelte und Grüngasquote treiben Gaspreise langfristig deutlich an
Langfristig steigen die Gaspreise aufgrund mehrerer systematischer Einflussfaktoren an. Erstens wird ab 2028 der CO?-Preis im EU-Emissionshandel wirksam, wodurch Brennstoffkosten höher ausfallen. Zweitens führen sinkende Anschlusszahlen zu steigenden Netzentgelten, da Betreiber Umstellung und Rückbau anteilig umlegen. Hinzu kommt die beschlossene Grüngasquote mit begrenzter Verfügbarkeit und teuren Produktionskosten. Diese Entwicklungen erhöhen laufend die wirtschaftlichen Risiken für Betreiber von Gasheizungen. Private Haushalte spüren dadurch steigende Energiekosten und erschwerte Finanzplanbarkeit insgesamt. dauerhaft.
Die Bundesregierung setzt auf Technologieoffenheit beim Heizen und führt ab 2028 eine verpflichtende Grüngasquote ein, um das bestehende Gasnetz schrittweise zu dekarbonisieren. Eigentümer von Gasheizungen behalten ihre Wahlfreiheit und können weiter gewohnte Systeme nutzen, profitieren von vertrauten Betriebsabläufen und Investitionssicherheit. Zugleich sollten Verbraucher die langfristig steigenden Belastungen durch zunehmende CO?-Kosten, angehobene Netzentgelte und begrenzte Verfügbarkeit klimaneutraler Gase im Blick behalten, da höhere jährliche spürbar deutliche dauerhafte Betriebskosten zu erwarten sind.

