Grünes Dachensemble speichert Regenwasser und entlastet Berliner Kanalnetz effizient

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Das Projekt am Postbahnhof Berlin nutzt auf 7.800 m² Fläche Optigrün Retentionsdächer, Smart Flow Control und extensive Dachbegrünung, um Regenwasser lokal zu speichern und mikroklimatische Effekte zu erzeugen. 3.000 m² Dach sind mit statischen Ablaufdrosseln und Kapillarbrücken ausgestattet, die Wassermengen verzögert ins System abgeben. Ein 360 m³ fassender Speicher auf dem historischen Viadukt und zusätzliche Retentionsvolumina reduzieren Abflussspitzen, entlasten das städtische Kanalnetz und zeigen wirtschaftliche sowie ökologische Effizienz.

7800 Quadratmeter großes Ensemble vereint Denkmalschutz, Regenwassermanagement und Grünflächen

Weitläufige Mieterterrasse (Foto: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten)

Weitläufige Mieterterrasse (Foto: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten)

Das Ensemble am Postbahnhof Berlin umfasst fünf Baukörper auf 7800 Quadratmetern, die elegant die historische Viaduktarchitektur fortsetzen. Ausbaugrün an Fassaden und Dächern sowie Retentionssysteme gewährleisten effiziente Regenwassernutzung. Die gedrosselte Ableitung verlangsamt den Abfluss, speichert Niederschlag und ermöglicht die Bewässerung der Begrünung. Auf diese Weise reduziert das Projekt städtische Hitzespitzen, fördert die Artenvielfalt und erhält gleichzeitig die industrielle Charakteristik des Ortes durch eine sensible Integration alter und neuer Bauelemente. Kombination aus Denkmalpflege und grünem Design prägt nachhaltigen Stadtbaustein.

Minimierter städtischer Abfluss entlastet Kanalisation und schützt vor Starkregenüberlastung

Ein zentrales Kennzeichen des Konzepts ist die Beschränkung der an die Kanalisation angeschlossenen Flächen auf nur 1.030 Quadratmeter. Retentionsdächer sowie extensive Begrünung von Fassaden und Freiflächen fangen Regenwasser auf und verzögern dessen Abfluss. So werden Überlastungen bei Starkregen effektiv vorgebeugt und städtische Infrastruktur entlastet. Durch intelligentes Wassermanagement mit statischen Drosseln und dynamischer Steuerung bleibt Feuchtigkeit länger im Substrat, was Trockenstress mindert und die Ressource Wasser schont. Zusätzlich trägt die Maßnahme und verbessert das Mikroklima

Innovative Dachlandschaft kombiniert Recycling von Regenwasser und hochwertige Grünflächen

Grüne Wege neben moderner Architektur (Foto: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten)

Grüne Wege neben moderner Architektur (Foto: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten)

Um das Regenwasser effektiv zu speichern und zu nutzen, wurden rund 2.700 Quadratmeter der insgesamt vorhandenen Dachfläche als Retentionsdach konzipiert. Eine dreischichtige Konstruktion aus Substrat, Drainage und Speicherfolie sorgt für gleichmäßige Feuchtigkeitsverteilung und puffernde Wirkung. Die begrünten Flächen, darunter eine großzügige Mieterterrasse auf dem historischen Viadukt, sind mit Sitzgelegenheiten ausgestattet und ermöglichen Bewohnern sowie Besuchern Erholung in naturnah gestalteter Umgebung mit direktem Bezug zur industriellen Baugeschichte. Gleichzeitig unterstützen die Retentionsdächer die Regenwasserrückhalteziele der Stadt und reduzieren die Kanalbelastung bei Starkregenereignissen.

Kapillarbrücken leiten Wasser ins Vlies, Substrat speichert für Vegetation

Statische Ablaufdrosseln auf den oberen Dachflächen regulieren den Zufluss in die Kanalisation, indem sie Regenwasser zunächst zurückhalten. Kapillarbrücken transportieren Wasser in ein Vlies, wo es verteilt und im Substrat gespeichert wird. So bleibt die Vegetation dauerhaft feucht. Die Smart Flow Control nutzt meteorologische Daten, um den Abfluss automatisch an Niederschlagsmengen anzupassen. Dieses Zusammenspiel aus passiver Pufferung und intelligenter Steuerung gewährleistet einen ganzjährigen Schutz vor Überlastung und optimiert die Bewässerungsreserven. Damit werden Erhaltungskosten gesenkt und eine nachhaltige Wassernutzung gefördert.

Automatisch Havarieüberlauf leitet überschüssiges Regenwasser kontrolliert in ebenerdige Freiflächen

Naturnahe Bepflanzung, Sitzbereiche und kurze Wege (Foto: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten)

Naturnahe Bepflanzung, Sitzbereiche und kurze Wege (Foto: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten)

Die Retentionsebene auf dem historischen Viadukt weist eine Stärke von dreißig Zentimetern auf und bietet ein Speichervolumen von bis zu 360 Kubikmetern Regenwasser. Weitere 220 Kubikmeter werden auf den Dächern der neu errichteten Gebäude zurückgehalten. Über einen Havarieüberlauf gelangt überschüssiges Wasser bei extremen Niederschlagsmengen kontrolliert in die ebenerdigen Grünflächen. Da der Regenwasseranschluss entfallen kann, wird das Kanalnetz erheblich entlastet und das Überflutungsrisiko reduziert. Das modulare Design ermöglicht Anpassungen an Geländegegebenheiten.

In heißen Sommern steht gesammeltes Regenwasser für Bewässerung bereit

Durch den Verzicht auf einen Regenwasseranschluss für die Dachflächen werden die städtischen Abwassergebühren erheblich reduziert und die Kanalisation temporär entlastet. Gleichzeitig wird das Regenwasser vor Ort gespeichert und in Trockenperioden zielgerichtet zur Bewässerung von Grünflächen eingesetzt. Dieses Verfahren schont Trinkwasservorräte und mindert Folgekosten durch Starkregenereignisse. Die Kostenersparnis wirkt langfristig und stärkt die ökologische Bilanz von Immobilienprojekten, indem natürliche Ressourcen bewahrt und kommunale Infrastrukturen geschont werden. Das Konzept steigert langfristig Klimaresilienz.

Siegerprojekt verbindet innovatives Denkmalschutzkonzept, klimaangepasstes Dachbegrünung und smartes Wassermanagement

Als Sieger im REGENIAL-Wettbewerb überzeugte das Projekt die Berliner Regenwasseragentur durch seine ganzheitliche Herangehensweise an Regenwassermanagement. Die konsequente Integration denkmalgeschützter Bauwerke mit innovativen Retentionsdächern und intelligenter Smart Flow Control wurde von der Jury besonders hervorgehoben. Das Zusammenspiel zwischen technischer Präzision und ökologischer Verantwortung demonstriert die herausragende Kompetenz von Auftraggeber, Planern und Bauherrn. Dieses Projekt setzt einen neuen Standard für nachhaltige, multifunktionale Stadtentwicklungen. Seine ökologische Effizienz und Denkmalschutzbewahrung dienen als Vorbild.

Umfassendes Regenwassermanagement und extensive Begrünung verbessern Berlins Stadtklima spürbar

Das klimaangepasste Ensemble am Berliner Postbahnhof kombiniert Retentionsdächer von Optigrün mit Smart Flow Control und intensiver Dach- sowie Fassadenbegrünung. Das Konzept verzichtet vollständig auf Regenwasseranschlüsse und bündelt statische Ablaufdrosseln sowie Kapillarbrücken, um Niederschlagsrückhalt und Substratfeuchte zu optimieren. Mittels 360 Kubikmetern Speicherkapazität auf dem historischen Viadukt und weiteren 220 Kubikmetern auf Neubauten werden Kanalentlastung, Gebührensenkung und Ressourcenschonung effektiv realisiert. Intelligente Steuerung passt Gießzyklen an Prognosen an und optimiert Effizienz dauerhaft nachhaltig.

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