Nordbad Darmstadt: Cornelia Zuschke lobt Sacker-Entwurf

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Das Nordbad Darmstadt hat es derzeit nicht leicht: Es wurde ein Architekturwettbewerb für das teils marode Bad ausgeschrieben – doch einen eindeutigen Sieger gab es bei den Entwürfen nicht. Allerdings wurden vier Entwürfe ausgezeichnet und daraus sollen nun detaillierte Anforderungen an den Neubau des Stadtbades entwickelt werden.

Nordbad Darmstadt: Aussehen ungewiss

Das Aussehen des künftigen Stadtbades ist derzeit noch mehr als ungewiss. Der Wettbewerb zu den Vorentwürfen war weniger erfolgreich als gedacht. Es stellten sich insgesamt 13 Teams aus Landschaftsplanern und Architekten zum Wettbewerb. Sie allen planten das neue Nordbad Darmstadt und folgten damit der Auslobung der Eigenbetriebe Bäder und Immobilienmanagement. Die Aufgabe war allerdings zu komplex und konnte wohl aus diesem Grund nicht zufriedenstellend gelöst werden. Im weiteren Verfahren müssen nun Änderungen eingearbeitet werden, die allerdings recht zahlreich ausfallen dürften. Einen ersten Preis gab es nicht, dafür wurde aber zweimal der zweite Platz vergeben. Auch die Plätze drei und vier konnten belegt werden.

Der Wettbewerb drehte sich um die Aufgabe, die Schwimmhalle neu zu konstruieren bzw. zu gestalten und hier unterschiedliche Angebote für Familien, Sportler und auch behinderte Menschen einzuplanen. Das Konzept dafür sollte außerdem vorsehen, dass für die Umgestaltung der laufende Betrieb nicht unterbrochen werden sollte.

Nordbad Darmstadt: Architekt Sacker aus Freiburg hat die Nase vorn

Unterschiedliche Konzepte wurden für die beiden zweiten Plätze vorgelegt. So wurde durch das pbr Planungsbüro Rohling aus Braunschweig vorgesehen, dass ein Neubau nördlich des bisherigen Bades durchgeführt werden sollte. Der Architekt in Freiburg vom Büro Sacker hingegen wollten gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten Henne und Korn einen Abbruch vorsehen und planen den Neubau für das Nordbad Darmstadt in drei Schritten. Dafür soll der jetzige Standort erhalten werden.

Die anderen Entwürfe sehen ähnlich aus und lassen sich problemlos integrieren. Allerdings lobte Cornelia Zuschke, die Baudezernentin, den Ansatz des Architekturbüros Sacker aus Freiburg besonders. Konstruktion und Kubatur sind minimal gehalten und es wird auch nur ein Kassenbereich für die Nutzung von Freibad und Halle benötigt. Der Vorsitzende des Preisgerichts Johann Eisele hingegen hob den anderen Entwurf aus Braunschweig hervor, weil hier eine klare Gliederung und Führung der Besucher möglich sei.

Beide Entwürfe ergänzen sich und lassen die Möglichkeit zu, das Nordbad Darmstadt neu zu konstruieren. Das Preisgericht konnte sich allerdings nicht auf einen Entwurf festlegen, denn die Schwimmbadsachverständigen, die Vertreter der städtischen Ämter und Vereine sowie die übrigen beteiligten Personen sahen in allen Entwürfen andere Vorteile. So richtig überzeugen konnte niemand, das Architekturbüro Sacker aus Freiburg am ehesten.

Nordbad Darmstadt: Detaillierte Kriterien werden ausgearbeitet

Laut Zuschke werden nun detaillierte Kriterien für das Nordbad Darmstadt ausgearbeitet, wobei auf die verschiedenen Entwürfe – unter anderem natürlich auf den des Architekturbüros Sacker – zurückgegriffen wird. Wichtig: Sportvereine und Schulen, Schwimmer und Nichtschwimmer, Behinderte und ältere Menschen – sie alle haben unterschiedliche Vorstellungen und Anforderungen an das Nordbad Darmstadt und alle sollen möglichst mit minimalem Aufwand zufriedengestellt werden. Nun geht es darum, binnen der nächsten sechs Monate eine Lösung zu finden und einen detaillierten Entwurf auszuarbeiten, auf dessen Basis eine Entscheidung gefällt werden kann. Danach steht dann auch fest, welches Architekturbüro den Zuschlag erhält und sich mit der weiteren Planung des Schwimmbads befassen darf.

Fazit: Die Anzahl der Beiträge zum Wettbewerb war hoch und zeugte von großem Interesse. Leider war die Umsetzung der Projektidee noch mangelhaft und die vorliegenden Entwürfe können nicht einfach umgesetzt werden. Die Verhandlungen mit den Architekturbüros versprechen allerdings, interessant zu werden und neue Lösungen zu bringen. Jedoch steht der Baubeginn für das neue Nordbad Darmstadt weiter in den Sternen. Die Aufgabe ist scheinbar zu komplex und lässt sich mit den derzeitigen Ideen eines einzelnen Architekturbüros nicht umsetzen. Fakt ist jedoch, dass das Architekturbüro Sacker sicherlich weiterhin beteiligt sein wird.


Bildnachweis: © morguefile.com – 5demayo

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Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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