Buchsbaumzünsler biologisch bekämpfen: Hausmittel & mehr

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Seit dem Jahr 2007 schädigt der sogenannte Buchsbaumzünsler massiv Pflanzenbestände in den Rheingegenden. Das Gebiet, in dem er für Schäden sorgt, erstreckt sich dem Rhein entlang bis in das Ruhrgebiet. In bestimmten Territorien trifft man seine Larven in großen Mengen an, wodurch in kurzer Zeit riesige Buchsbaum-Bestände zerstört werden. Man kann jedoch auch den Buchsbaumzünsler biologisch bekämpfen. Wir sagen hier wie.

Der Buchsbaumzünsler erobert Europa

Eigentlich ist der Buchsbaumzünsler in Ostasien in Ländern wie China, Japan oder Korea biologisch beheimatet. Da aber die Globalisierung selbst vor der Pflanzenwelt nicht Halt macht und exotische Pflanzen sich vermehrt großer Beliebtheit erfreuen, wurden seine Larven mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Mitte Europas eingeschleppt.

Erstmalig entdeckt wurde der Falter im Süden am Oberrhein im Jahr 2007. Seither vergrößert der Zünsler seinen Lebensraum dem Rhein entlang und erreichte bereits den Norden Europas. Nicht nur in der Schweiz, in Österreich, Deutschland und Frankreich ist er anzutreffen, sondern auch in den Niederlanden und Großbritannien.

Lebensart und Erscheinungsbild

Das zu Beginn seines Lebens acht Millimeter lange junge Raupentier des Zünslers mit hellen und dunklen Rückenstreifen und schwarzem Kopf erreicht bis kurz vor seiner Verpuppung ungefähr fünf Zentimeter. Die Form des späteren Schmetterlings ähnelt dem griechischen Buchstaben „Delta“. Mit seinen ausgebreiteten Flügeln ist der Falter zirka 40 Millimeter breit und von 25 Millimeter Länge. Die Farbe der Flügel kann jedoch variieren. Häufig findet man sie mit hellen Flügeln, die einen bräunlichen Rand haben. Ferner können die Flügel des Falters braun und weißgepunktet sein.

Das Leben des Buchsbaumzünsler -Schmetterlings währt nur wenige Tage. Auf Buchsbäumen befindet er sich in dieser Zeit nicht mehr und kann sein kurzes Dasein ebenso auf ganz anderen Pflanzen fristen. Seine Eier legt der Buchsbaumzünsler in den Buchs, wo die jungen Raupen im Inneren des Baums innerhalb ihrer Gespinste dem Winter trotzen. Von der Witterung abhängig beginnen sie meist ab Mitte März zu fressen.

Mehrere Stadien durchschreitet die Buchsbaumzünsler -Larve bevor sie mit ihrer biologischen Metamorphose beginnt. Als Falter legen sie ihre Eier in den Buchsbäumen ab, leben aber nicht einmal zwei Wochen. Milde Winter können die Vermehrung dieser Schädlinge dahingehend begünstigen, dass in einem Jahr bis zu vier Generationen des Buchsbaumzünslers entstehen können, wodurch der Falter sich in nur wenigen Jahren auf unserem Kontinent zügig ausgebreitet hat. Mittlerweile ist bekannt, dass jeden zweiten Monat eine neue Zünsler-Generation entstehen kann.

Schäden an den Pflanzen

In Europa schädigen die Zünsler ausschließlich Arten und Sorten der Buchsbäume. In ihren asiatischen Heimatgebieten dagegen zerfressen Buchsbaumzünsler außer den Buchsbäumen Ilex- und Euonymus-Arten. Mit ihrer beinah latenten Schädlingsarbeit beginnen die Zünsler im Pflanzeninneren, wodurch sie nicht immer rechtzeitig entdeckt werden können und das Gewächs dadurch irreversibel angegriffen werden kann. Im Entwicklungsstadium frisst eine Raupe knapp vier Dutzende Blätter. Selbst die jungen Triebe mit ihrer grünen Rinde bleiben nicht verschont. Sie werden dermaßen angenagt, dass kein Rindenschutz mehr gegeben ist und aufgrund dessen eingehen. Im Vergleich zu bekannten Gewächskrankheiten ist das abgefressene Blattgerippe beim Befall des Zünslers stets zu sehen. Von etlichen Gespinsten, die die Raupentiere vor natürlichen Fressfeinden schützen sollen, überzogen, weisen die Buchsbaumpflanzen auf die Mittelrippen abgefressene Blätter auf oder trocknen wegen den Schäden an der Rinde aus. Ein weiteres wichtiges Indiz für einen derartigen Schädlingsbefall sind die biologischen Hinterlassenschaften der Raupen, die in krümliger Form auffindbar sind. Die hungrigen Raupen können binnen Wochen Buchsbaumgewächse natürlich zum Absterben bringen.

Schon beim Kauf der Gewächse auf Befall der Zünsler achten

Natürlich spielt auch der Pflanzenhandel eine große Rolle bei der biologischen Ausbreitung des Zünslers, denn er begünstigt sie enorm. Nicht alle Pflanzenhändler sind sich eines potenziellen Zünslerbefalls bewusst und nicht jedes Hausmittel hilft bei der Bekämpfung. Daher ist es wichtig, dass Käufer achtsam in Gartencentern sind und die Pflanzen vorab sorgfältig untersuchen, bevor sie sich für einen Kauf entscheiden. Gelbtafeln können in den Buchsbäumen angebracht werden, die den Zünslerbefall zwar nicht verringern oder gar vermeiden, aber dafür einen Indikator darstellen, an dem sich Gärtner orientieren können. So kann natürlich erkannt werden, ob ein Zünslerbefall besteht oder ob der Zeitpunkt der nächsten Schädlingsgeneration herannaht und eine Bekämpfung der Zünsler zunächst mit Hausmitteln eingeleitet werden muss.

Bekämpfung mit Hausmitteln und Alternativen

Man kann den Buchsbaumzünsler biologisch bekämpfen. Dennoch greifen viele entnervte Gartenbesitzer viel zu schnell zur chemischen Keule. Was leider viele nicht bedenken, das sind die Nebenwirkungen der Gifte und die Auswirkungen auf benachbarte Pflanzen und Nützlinge im Garten.

Man kann den Buchsbaumzünsler biologisch bekämpfen. Dennoch greifen viele entnervte Gartenbesitzer viel zu schnell zur chemischen Keule. Was leider viele nicht bedenken, das sind die Nebenwirkungen der Gifte und die Auswirkungen auf benachbarte Pflanzen und Nützlinge im Garten.

Natürlich mangelt es in unseren Breitengraden an Fressfeinden des Buchsbaumzünslers, die seine biologische Bekämpfung fördern würden. Hiesige Vogelarten, die die Zünsler fressen, würgen sie nach kurzer Zeit wieder aus. Hier spielt die Natur die Vögel aus, vermutet man, denn die Raupen nehmen über ihre Nahrung auch giftige Abwehrstoffe der Pflanzen auf, die die Vögel wiederum nicht verarbeiten können. Von daher ist es von großer Bedeutung, dass bereits die erste Generation der Raupen im Frühling effektiv bekämpft wird.

Dabei stellen die Beseitigung und Bekämpfung der Buchsbaumzünsler eine kleine Herausforderung, die Geduld erfordert, da die jungen Larven des Falters schwer zu erreichen sind. Sie verstecken sich in ihren Gespinsten und im Inneren der Baumkronen, wo sie sich von der Pflanze ernähren. Es empfiehlt sich, die Raupen natürlich behutsam mit einer Pinzette vom Gewächs zu entfernen. Diese Aufgabe ist zwar mühselig und erfordert stetige Aufmerksamkeit, kann aber als profanes Hausmittel dauerhaft erfolgreich und effektiv sein. Um die scheuen und flinken Raupen nicht zu verscheuchen, sollte man natürlich vorsichtig und ohne Erschütterungen der Pflanze vorgehen. Gegen eine Anwendung von Hochdruckreiniger als weiteres Hausmittel spricht nichts, wenn die Pflanze stabil und groß genug ist und eine niedrige Druckstufe gewählt wird. Bevor man mit der Schädlingsbekämpfung beginnt, ist es ratsam eine Folie unter dem Buchsbaum auszubreiten, damit die Raupen des Zünslers aufgefangen und entsorgt werden können.

Letztes Mittel: Schädlingsfrei Careo von Celaflor und Schädlingsfrei Calypso von Bayer Garten

Bei der Schädlingsbekämpfung gibt es verschiedene Methoden. Die Hochdruckreiniger- und Pinzettenmethode sind hilfreich. Eine Kombination aus dieser eher „mechanischen“ Schädlingsbekämpfung mithilfe von Hausmitteln und Insektiziden ist sinnvoll. Von Bayer Garten gibt es das sogenannte „Schädlingsfrei Calypso“ als Mittel gegen Buchsbaumzünsler. Der Hersteller Celaflor bietet sein „Schädlingsfrei Careo“ an. Beide Präparate sind aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung, die gezielt auf die Raupen einwirkt, wirkungsstark aber nicht biologisch.

Damit nahezu alle Stellen im Buchsbaum erreicht werden, ist es notwendig, dass die Insektizide zur Bekämpfung mit Druck auf die Pflanze gebracht werden. Es ist dabei anzuraten, dass keine fertigen Gemische, sondern Konzentrate verwendet werden. Mit diesen Konzentraten und Wasser wird ein bestimmtes Mischungsverhältnis erzeugt. Das fertig hergestellte Gemisch kann anschließend mit einer Rückenspritze möglichst mit erhöhtem Druck in und auf dem Buchsbaum verteilt werden. Hobbygärtner wenden dabei einen besonderen Trick an. Sie verwenden einen Tropfen Spülmittel in der Lösung, um die Oberflächenspannung des Wassers zu dezimieren, wodurch dieses einfache Hausmittel das Benetzen insbesondere der kleinen und glatten Blätter des Buchsbaums erleichtert.

In den meisten Fällen genügen zwei bis drei Spritzvorgänge als Bekämpfung, die einen zeitlichen Abstand von einer Woche oder zehn Tagen haben sollten. Danach ist eine Raupengeneration beseitigt. Falls der Buchsbaum stärker befallen ist, ist es empfehlenswert statt auf Spritzungen zur Bekämpfung zu setzen, den Baum unmittelbar verstärkt zurückzuschneiden. Infolgedessen setzt die Pflanze neue Triebe an, wodurch der biologische Aspekt als Mittel gegen Buchsbaumzünsler berücksichtigt wird.

Nicht unwichtig ist die sorgfältige Beseitigung des Verschnitts. Dieser kann komplett verbrannt oder in Müllsäcken, die gründlich zugebunden sein sollten, mit dem Hausmüll entsorgt werden.


Bildnachweis: ©Titelbild Elena Rostunova  _ Fotolia – #1 Jürgen Fälchle

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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