Architektenhaus: 5 Gründe, warum kein anderes Haus Sie wirklich hygge machen kann

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Viele angehende Bauherren schrecken vor einem Architektenhaus zurück, weil sie höhere Kosten und stringente Planung erschrecken. Ein Denkfehler, der massiv zulasten der Wohnzufriedenheit geht.

Das Architektenhaus: Die Chance zum individuellen Wohnen

Das Architektenhaus ist nicht unumstritten. Auf der einen Seite stehen die Bauherren, die nach beendeter Bauphase glücklich und zufrieden in ihrem persönlich geplanten und individuell umgesetzten Wohnhaus leben. Auf der anderen Seite stehen die Sparer, die meinen, dass ein Haus, welches ein Architekt geplant habe, unnötig teuer sei. Doch Geld ist nicht alles!

Welche finanziellen Nachteile hat ein Architektenhaus?

Es ist sachlich nicht richtig, von Nachteilen zu sprechen, wenn es um frei geplante Architektenhäuser geht. Denn diese Nachteile sind eher Klischees, die wiederum im Auge des Betrachters liegen. Vor allem das Geld kommt den Bauwilligen in den Sinn, wenn sie Kritik an Architektenhäusern üben wollen. Nicht ohne Grund, denn diese Hausvarianten kosten tatsächlich mehr.

Die Baukosten können zwischen 20 und 30 Prozent über den Kosten für ein vergleichbar großes Fertighaus liegen. Dass das Geld später in Umbauten und individuelle Anpassungen gesteckt wird, um aus dem Standardhaus ein persönliches Wohnhaus zu machen, wird leider allzu gern vergessen.

Wer in Frust leben muss, weil sein Haus nicht den persönlichen Wünschen entspricht, wird ein gefrusteter Hausbesitzer, der ständig über Verbesserungen nachdenkt oder aus Kostengründen resignieren muss. Dabei ist es leichter, den Baukredit höher anzusetzen, als später eine Kreditaufstockung zu erreichen.

Es ist sachlich nicht richtig, von Nachteilen zu sprechen, wenn es um frei geplante Architektenhäuser geht. Denn diese Nachteile sind eher Klischees, die wiederum im Auge des Betrachters liegen.  ( Foto: Shutterstock-Chlorophylle Photography)

Es ist sachlich nicht richtig, von Nachteilen zu sprechen, wenn es um frei geplante Architektenhäuser geht. Denn diese Nachteile sind eher Klischees, die wiederum im Auge des Betrachters liegen. ( Foto: Shutterstock-Chlorophylle Photography)

Welche Nachteile soll ein Architektenhaus haben?

Ein Architektenhaus plant sich nicht von selbst. Es braucht jede Menge Mitarbeit vom Bauherrn, wenn am Ende ein Traumhaus entstehen soll, das nicht in jeder Stadt in mehrfacher Ausfertigung zu finden ist. Dafür lässt sich ein Architektenhaus frei planen. Dass dies mit einem höheren Aufwand verbunden ist, dürfte klar sein. Außerdem wird der Bauprozess länger, weil alle Gewerke einzeln auszuschreiben und zu koordinieren sind.

Viele Bauherren scheuen sich davor, dass ein Architekt Lösungen anbietet, die nur schwer umsetzbar sind. Oder die nur mit aufwendigen Genehmigungsverfahren gebaut werden können. Doch auch ein Architekt muss sich an städtebauplanerische Vorgaben halten, dennoch holt er ein Maximum an Individualität heraus.

Ein klarer Pluspunkt: das Architektenhaus sitzt wir angegossen

Der Architekt legt das Haus auf die Gewohnheiten und Bedürfnisse der künftigen Bewohner aus. Dabei berücksichtigt er auch deren Weiterentwicklung im Laufe der Jahre. Wer in einem Architektenhaus leben darf, wird sich empfinden, dass das haus einfach perfekt zur Lebenssituation der Familie passt.

Es gibt viele gute Gründe, warum ein Architektenhaus das einzig wahre Traumhaus werden kann.  ( Foto: Shutterstock- vipman  )

Es gibt viele gute Gründe, warum ein Architektenhaus das einzig wahre Traumhaus werden kann. ( Foto: Shutterstock- vipman )

Darum macht ein Architektenhaus hygge

Es gibt viele gute Gründe, warum ein Architektenhaus das einzig wahre Traumhaus werden kann. Die vielen Vorteile eines Architektenhauses machen die erwähnten Nachteile wieder wett, wobei sich manche Nachteile gar nicht als solche darstellen, sondern völlig logische Begleiterscheinungen des aufwendigeren Planungsprozesses sind.

Das Architektenhaus für ein besseres Lebensgefühl

Marketingspezialisten locken mit schnellen Bauzeiten und geringen Kosten. Was sie verschweigen: Diese Vorteile haben ihren Preis, der sich zwar nicht in finanzieller Hinsicht auswirkt, der aber durch den fehlenden Wohnkomfort später immens belastend sein kann. Denn was nutzen besonders niedrige Kosten und eine kurze Bauzeit, wenn sich der Bauherr später in seinem Haus nicht wohlfühlt?

Schon ein altes Sprichwort sagt: „Gut Ding will Weile haben!“ Daran hat sich bis heute nichts geändert, denn gute und schöne Dinge brauchen einfach Zeit. Das gilt auch für ein Wohnhaus, das nicht einfach von heute auf morgen nach Schema F errichtet werden kann und dann für viele verschiedene Menschen passen soll. Warum sollte Bauherrenfamilie XY die gleichen Ansprüche haben wie Familie ABC?

Der Architekt plant das künftige Familienhaus entsprechend der individuellen Wünsche des Bauherrn. Es soll ein Haus mit Türmchen werden? Jedes Schlafzimmer soll ein eigenes Bad bekommen? Der Innenausbau sieht ein paar völlig unkonventionelle Details vor? Solche Aspekte vermag kein Fertighaus umzusetzen.

Der Architekt hingegen wird nach Kräften versuchen, genau diese Wünsche umzusetzen und auch Alternativen vorschlagen, sollten die Wünsche des Bauherrn nicht realisierbar sein. Daraus resultiert am Ende ein ganz besonderes Wohngefühl, das lebenslang erhalten bleibt.

Das Haus verschmilzt mit seiner Umgebung

Wir alle kennen die Bilder von Neubauten, die scheinbar Fremdkörper in ihrer Umgebung sind. Sie stehen in Reih‘ und Glied, bieten alle ein ähnliches Aussehen und stehen auf völlig symmetrischen Grundstücken. Die Umgebung kommt nicht mehr zur Geltung, alles verschwimmt und wird einheitlich.

Plant der Architekt ein Haus, muss ein Grundstück schon vorhanden sein. Das Haus wird darauf „gestellt“ und muss sich lediglich in Bezug auf Fluchtlinien, Grundstücksgrenzen und ähnliche gesetzliche Vorschriften einschränken.

Ansonsten wird der Architekt das Haus auf dem Grundstück so ausrichten, dass es bestmöglich zur Geltung kommt und dass es mit seiner Umgebung eine Einheit bildet. Damit wiederum erhöht sich der Wohnkomfort, denn das Haus wird nicht als Fremdkörper in der Umgebung wahrgenommen.

Es wirkt, als gehöre es unbedingt dazu! Zum wahren Hygge-Gefühl gehört nämlich auch, dass Natur und Umgebung nicht eingeschränkt werden.

Der Architekt legt das Haus auf die Gewohnheiten und Bedürfnisse der künftigen Bewohner aus. Dabei berücksichtigt er auch deren Weiterentwicklung im Laufe der Jahre.  ( Foto: Shutterstock-Chlorophylle Photography  )

Der Architekt legt das Haus auf die Gewohnheiten und Bedürfnisse der künftigen Bewohner aus. Dabei berücksichtigt er auch deren Weiterentwicklung im Laufe der Jahre. ( Foto: Shutterstock-Chlorophylle Photography )

Das Architektenhaus hat Charakter

Ein Haus ist nicht einfach nur ein Haus. Es ist fast so etwas wie ein lebendes, atmendes Wesen, das seinen eigenen Charakter hat. Ein Fertighaus kann das nicht haben, denn es muss mit seinen standardisierten Vorgaben möglichst vielen Bauherren gefallen. Besondere Ecken und Kanten sucht man hier vergebens, denn sie könnten Geschmackssache sein.

Plant ein Architekt ein Haus, wird er diesem einen besonderen Charakter verleihen. Oftmals sind es schon die kleinen Besonderheiten wie der Wintergarten, die umlaufende Terrasse, Dachgauben oder die Abrundung einer Hausecke, die aus einem gewöhnlichen Haus etwas Einmaliges machen. Das Haus spiegelt dann den Charakter des Bauherrn wider, der nicht gewillt war, sich einfach anzupassen und die erstbeste (oder erstgünstigste) Lösung zu nehmen.

Individuelle Raumgestaltung möglich

Nicht nur das Äußere eines Hauses wird individuell, wenn der Architekt es plant. Auch das Interieur lässt sich persönlich auf die Wünsche des Bauherrn anpassen. Ob nun jemand einen offenen Dachraum haben möchte, mehrere Zimmer miteinander verbinden will oder einen Wechsel aus offenen Bereichen und kleinen Nischen anstrebt: Mit dem Architektenhaus ist das möglich.

Der Innenausbau wird nach den persönlichen Wünschen gestaltet, damit verbunden sind allerdings je nach Umfang der Sonderwünsche Mehrkosten. Durch die Einbringung von Eigenleistungen lassen sich diese Mehrkosten allerdings wieder relativieren.

Flexibilität ist Trumpf

Das Architektenhaus bietet ein Höchstmaß an Flexibilität. Wer heute ein Haus für die ganze Familie baut, steht in 20 Jahren mit einem Gebäude da, das überwiegend leer steht. Sind die Kinder aus dem Haus, stellt sich die Frage, was mit den Räumen werden kann. Es bietet sich daher an, von Anfang an so flexibel wie möglich zu bauen, was wiederum nur mit einem Architektenhaus möglich ist.

Schon in der Planungsphase wird der Architekt mögliche spätere Veränderungen an der Raumaufteilung berücksichtigen und die Planung so vornehmen, dass solche Änderungen überhaupt möglich sind. Zudem lassen sich bereits zu Anfang mögliche Probleme im Alter bedenken bzw. umgehen. Wer die größtmögliche Flexibilität wünscht, braucht ein Architektenhaus!

Wie hoch die Kosten für das Architektenhaus genau sein werden, lässt sich an dieser Stelle nicht sagen. Denn das Honorar des Architekten ist davon abhängig, welche Leistungen gebucht werden.  (Foto: Shutterstock-_A Lot Of People)

Wie hoch die Kosten für das Architektenhaus genau sein werden, lässt sich an dieser Stelle nicht sagen. Denn das Honorar des Architekten ist davon abhängig, welche Leistungen gebucht werden. (Foto: Shutterstock-_A Lot Of People)

Das Architektenhaus und seine Kosten: Individualität muss nicht teuer sein

Es ist ein gängiges Vorurteil, dass das Architektenhaus unter all den verschiedenen Hausbaumöglichkeiten die teuerste Variante ist. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass der Bauherr hier auch deutlich mehr für sein Geld bekommt. Massenprodukte können qualitativ nie mit einer individuellen Planung und Umsetzung des Bauvorhabens mithalten.

Wie hoch ist das Honorar für den Architekten?

Wie hoch die Kosten für das Architektenhaus genau sein werden, lässt sich an dieser Stelle nicht sagen. Denn das Honorar des Architekten ist davon abhängig, welche Leistungen gebucht werden.

Wer nur einen Teil der Leistungen über den Architekten laufen lässt, zahlt daher weniger als jemand, der sich für den vollen Leistungsumfang entscheidet. Das Honorar zusammen mit der Nettobausumme und der Umsatzsteuer ergibt letzten Endes die Bausumme für das Architektenhaus.

Pauschal lässt sich sagen, dass der Architekt rund zehn Prozent der Nettobausumme veranschlagt. Seine genauen Kosten werden von der HOAI, der Honorarordnung der Architekten und Ingenieure, festgelegt. Hier sind die Häuser in Schwierigkeitsstufen eingeordnet, wobei Einfamilienhäuser meist in die Honorarzone II mit geringen Anforderungen eingruppiert werden.

Diese Kosten beeinflussen das Honorar, das der Architekt in Rechnung stellt:

  • Baukosten
  • Leistungsumfang
  • Honorarsatz

Angesichts der sehr niedrigen Preise durch die Fertighausanbieter muss allerdings auch so mancher Architekt die Honorarordnung unterbieten und bleibt unter den üblichen Honorarsätzen. Häufig berechnen Architekten ihre Leistungen nach der Honorarzone III.

Hierfür einige Beispiele:

Nettobausumme Honorar
25.000 Euro 4.339 – 5.412 Euro
100.000 Euro 15.005 – 18.713 Euro
300.000 Euro 39,981 – 49.864 Euro
500.000 Euro 62.900 – 78.449 Euro

 

Diese Kosten mögen auf den ersten Blick sehr hoch erscheinen, doch angesichts der erreichten Individualität und des persönlichen Wohnkomforts dürfte das Geld als gut investiert gelten.

Angesichts der sehr niedrigen Preise durch die Fertighausanbieter muss allerdings auch so mancher Architekt die Honorarordnung unterbieten und bleibt unter den üblichen Honorarsätzen.  (Foto: Shutterstock-Jodie Johnson )

Angesichts der sehr niedrigen Preise durch die Fertighausanbieter muss allerdings auch so mancher Architekt die Honorarordnung unterbieten und bleibt unter den üblichen Honorarsätzen. (Foto: Shutterstock-Jodie Johnson )

Wie werden die Leistungen des Architekten berechnet?

Der Architekt lässt nicht alle Leistungen in gleich hohem Umfang in seine Honorarberechnung einfließen, da sie einen unterschiedlichen Anteil an der Gesamtleistung haben. Die Grundlagen, auf deren Basis eine konkrete Planung erst möglich ist, nimmt nur zwei Prozent der Arbeiten ein.

Die Entwurfsplanung hingegen wird einen Anteil von 15 Prozent haben.

Ebenfalls sehr umfangreich ist die Ausführungsplanung. Bei ihr wird die Entwurfsplanung so vorbereitet, dass sich auf dieser Grundlage das Bauvorhaben umsetzen lässt. Die Ausführungsplanung nimmt rund 25 Prozent der Leistungen ein.

Der Architekt holt danach Angebote ein und vergibt die Aufträge unter Abstimmung mit dem Bauherrn an verschieden Gewerke.

Die Objektüberwachung ist dann wieder ein großer Punkt, denn hier muss der Architekt für einen reibungslosen Ablauf des gesamten Bauvorhabens sorgen. Diese Leistung ist mit 32 Prozent anzugeben.

Die genannten Prozentzahlen können variieren, je nachdem, welche Leistungen überhaupt in Auftrag gegeben wurden. Entsprechend der Anteile der Leistung werden auch die Honorare prozentual aufgerechnet. Dadurch wird ersichtlich, welche Leistung den Bauherren am teuersten zu stehen kommt und er kann entscheiden, ob er einige dieser Aufgaben in Eigenleistung übernehmen möchte oder doch besser alles in den Händen des Architekten lässt.

About Author

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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