Architekturdarstellungen in der Malerei

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Architektur und Malerei sind zwei Kategorien der Kunst, die normalerweise nur selten miteinander in Verbindung gebracht werden. Tatsächlich aber finden sich ab und zu Ausstellungen in Museen, die diese beiden auf den ersten Blick so verschiedenen Kunstarten miteinander verbinden.

Architektur als Kunst

Nur selten wird der Blick über die enge Disziplingrenzen der Kunst und Architektur gewagt. Dabei muss gar nicht in Frage gestellt werden, ob man Architektur überhaupt als Kunst beschreiben kann, denn diese Frage muss ohne Zweifel mit „Ja“ beantwortet werden.

Bei Ausstellungen in Museen zum Thema Architektur geht es oft vielmehr um die Schnittstelle zwischen diesen zwei Disziplinen. Tatsächlich gibt es mehr Berührungspunkte zwischen diesen beiden Kategorien der Darstellung, zwischen der Baukunst und der Malerei und generell der bildenden Kunst, als man zunächst erwarten würde.

Dieser besagte Schnittstellenbereich bietet unzählige interessante Entdeckungen und Ausstellungen. Tatsächlich beschäftigen unzählige Arten der Kunst mit der Architektur. Allen voran steht die Fotografie. Aber auch die Malerei und Bildhauerei beschäftigen sich mit der Darstellung von Bauten und gebauten Strukturen. Die Frage dabei ist, unabhängig von der Form der Darstellung, was Künstler wie Maler oder auch Bildhauer an der Architektur faszinierend finden. Was macht Architektur so interessant?

Es gibt soviele unterschiedliche Ausstellungen, da ist sicher für Jeden etwas dabei

Es gibt soviele unterschiedliche Ausstellungen, da ist sicher für Jeden etwas dabei (#01)

Architektur als Gegenstand der Malerei

Einer der Hauptgründe der Darstellung von Architektur in Malerei oder anderen Arten der bildenden Kunst ist sicher ihre Omnipräsenz. Architektur begleitet jeden einzelnen Menschen im Alltag, ständig wird der Mensch mit ihr konfrontiert. Architektur prägt also ganz unbewusst den menschlichen Alltag. Kein Wunder also, dass sich Darstellungen der Architektur auch in der Malerei wiederfinden.

Ausstellungen, die sich mit diesen Darstellungen beschäftigen, finden sich dann auch mal in einem Museum. Ein Beispiel für eine solche Ausstellung ist die Wechselausstellung „Meisterzeichnungen der Architektur aus der Albertina“, die bereits im März 2016 von der Tchoban Foundation für Architekturzeichnung in Berlin eröffnet wurde. Das Museum wurde bereits 2013 eröffnet und ist, genau wie die betreffende Stiftung, von dem russischen Architekten, Zeichner und Sammler Sergei Tchoban gegründet.

Bei dieser Art von Architekturdastellungen ist Genauigkeit das Wichtigste

Bei dieser Art von Architekturdastellungen ist Genauigkeit das Wichtigste (#02)

Neben der Stiftung und dem Museum betreibt Tchoban Architekturbüros in Moskau und Berlin. Das Museum wurde auf der Basis seiner privaten Sammlung gegründet, die Stiftung entstand bereits im Jahr 2009 in Berlin. Tchoban möchte mit dem Museum und der Stiftung Architekturzeichnungen populär machen, da die klassischen Zeichnungen im Bereich der Architektur immer mehr von der Computertechnik an den Rand gedrängt werden.

Seit März werden der Ausstellung 40 verschiedene Zeichnungen aus der österreichischen Hauptstadt Wien. Die Sammlung deckt alle Epochen ab und besteht aus Zeichnungen, Skizzen, Studien oder auch Projektpräsentationen von Künstlern und Architekten gleichermaßen. Dazu gehören berühmte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Antonio Pisanello, Gian Lorenzo Bernini, Francesco Borromini, Hubert Robert, Adolf Loos, Egon Schiele, Frank Lloyd Wright, Hans Hollein oder auch Zaha Hadid.

Der Kurator der Ausstellung ist Christian Benedik, der Leiter der Architektursammlung der Albertina. Ziel der Ausstellung ist es, sowohl die Besonderheiten als auch die Genese der Sammlung zu dokumentieren.
Besonders Kunst- und Architekturstudenten interessieren sich für die Ausstellung im Tchoban-Museum, das am Pfefferberg in Berlin-Prenzlauer Berg zu finden ist. Die Tchoban-Foundation wird ausschließlich mit privaten Geldern finanziert.


Bildnachweis:© Fotolia- Titelbild: Sergey Nivens-#01: arsdigital-#02: peshkova

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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