Bürostühle deutscher Hersteller: Vom unbequemen Holzstuhl zum ergonomischen Sitzwunder

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Die Geschichte der Bürostühle deutscher Hersteller ist lang. Bei einer Betrachtung früherer Stuhlmodelle ist allerdings aufgrund des Designs nicht immer ganz klar, ob es sich um einen praktischen Gegenstand oder um ein Kunstobjekt handelt.

Von der Antike zur Moderne: Bürostühle deutscher Hersteller

Wer heute im Büro am Schreibtisch sitzen muss, hat vielfältige Wünsche an seinen Stuhl. Dieser soll bequem sein und der Gesundheit nicht schaden. Er soll praktisch sein und am besten über Rollen verfügen, damit nicht jedes Mal beim Wechsel zwischen Schreibtisch und Regal aufgestanden werden muss. Der Stuhl oder Hocker soll Armstützen haben und die Wirbelsäule unterstützen sowie nach den Gesichtspunkten der Ergonomie designt sein.

Moderne Bürostühle deutscher Hersteller vollbringen das Kunststück und entsprechen allen Kriterien. Sicherlich haben sie auch ihren Preis, aber wer zum Beispiel gebrauchte USM Haller Möbel sucht, kann beim Kauf hochwertiger Bürostühle sogar noch Geld sparen.

Bürostühle damals und heute ( Foto: Shutterstock- Roman Samborskyi  )

Bürostühle damals und heute ( Foto: Shutterstock- Roman Samborskyi )

Windsor-Stühle machten den Anfang

Ehe es zu einer Betrachtung der Bürostühle deutscher Hersteller gehen kann, muss zuerst ein Blick auf die Geschichte und hier insbesondere auf die Windsor-Stühle geworfen werden. Diese entstanden ungefähr in der Mitte des 19. Jahrhunderts und sind auch heute noch in den Büros zu finden. Das Besondere: Dieser Stuhl ist besonders leicht, aus Holz gefertigt und besitzt eine dem Körper angepasste Sitzfläche. Der Rücken wird durch eine Lehne aus Stäben gestützt, die Stuhlbeine sind ein Designkunstwerk und zeigen sich gedreht.

Der Windsor-Stuhl konnte und kann immer noch besonders einfach hergestellt werden, verbraucht nur wenig Material und es wird bei der Produktion kaum Werkzeug benötigt. Einfach perfekt, um kostengünstig ein Meisterwerk herstellen zu können! Damit das leichte Holz nicht dazu führt, dass der auf dem Stuhl Sitzende kippen kann, sind die Stuhlbeine extra stabilisiert worden. Sie besitzen drei Querverbindungen und sind außerdem schräg in die Sitzfläche eingesetzt.

Namensgeber war die Stadt Windsor selbst, wo der Stuhl zuerst hergestellt wurde. Von England aus ging es dann ab 1840 in Richtung USA, wobei sich die Stühle dort von den klassischen Windsor-Stühlen unterschieden. Sie besaßen bereits Federn, mit denen sie sich in unterschiedliche Richtungen bewegen lassen konnten.

Der Schreibtischstuhl zum Arbeiten

Auch wenn die Geschichte des Bürostuhls vermuten lässt, dass es weniger um die Gesundheit als vielmehr darum ging, ein Statussymbol zu schaffen, wurde von vielen Herstellern doch das Arbeiten selbst als Maßstab genommen. Wie sollte jemand am Schreibtisch sitzen, was war bequem und was beim Arbeiten eher hinderlich?

An dieser Stelle kommt Frederick Winslow Taylor ins Spiel, der über mehrere Jahrzehnte hinweg Untersuchungen zu gängigen Arbeitsabläufen durchführte. Durch seine Untersuchungen entstand zum Beispiel die Empfehlung zur Zuweisung ganz bestimmter Handlungsabläufe und einzelner Arbeiten, die durch den Vorgesetzten einem Arbeiter vorgegeben werden sollten. Außerdem zeigte sich, wie wichtig das Sitzen im Büro für die Arbeitseffizienz war und ist.

Neue Erkenntnisse führten überdies zu neuen Bürostühlen, die durch andere Produktionsverfahren hergestellt werden konnten. Sie waren vor allem aus Eisen und Stahl gefertigt und besaßen erstmals ein Stoffkissen auf der Sitzfläche. Dieses wurde damals noch mit Rosshaar gefüllt. Die Weiterentwicklung der Stühle war in vollem Gange!

Bürostühle deutscher Hersteller dieser klare puristische Stuhl ist ein Beispiel ( Foto: Shutterstock- Photographee.eu )_

Bürostühle deutscher Hersteller dieser klare puristische Stuhl ist ein Beispiel ( Foto: Shutterstock- Photographee.eu )_

Rasche Veränderungen hin zu modernen Bürostühlen

Schon bald gab es die ersten Bürostühle deutscher Hersteller, die von den Errungenschaften in der Produktion profitieren konnten. So wurde zum Beispiel um 1905 das Bakelit entwickelt. Dieser Kunststoff, der erstmals durch Leo Hendrik Baekeland verwendet wurde, ist duroplastisch und kann in jede Form gepresst werden. Er wurde auch für die Herstellung von Bürostühlen verwendet und gestattete wahre Designabenteuer.

Für viele führt heute der Bauhaus-Designer Marcel Breuer die Hitliste der Bürostühle deutscher Hersteller an. Er entwarf im Jahr 1928 seinen Freischwinger: Hierbei wurde eine Sitzfläche auf ein Drehkreuz montiert. Produziert wurden die Stühle durch die Firma Thonet und sie waren erstmals nach den Gesichtspunkten der Ergonomie designt worden.

Neue Materialien und Gesundheitsaspekte

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch die Bürostühle deutscher Hersteller aus neuen Materialien hergestellt. Es fanden sich Stühle aus Glasfaser, verleimtem Sperrholz und Aluminium auf dem Markt, wobei auch die Designer Charles und Ray Eames auf diese Materialien setzten. Mit Aufkommen von Thermoplasten und unter Nutzung des Spritzgussverfahrens wurden in den 1960er Jahren neue Stühle und Hocker geschaffen, die noch heute in den Museen zu bestaunen sind. Sie entsprechen weniger dem Anspruch an die Ergonomie, sondern sind Designobjekte. Doch auch ergonomische Aspekte wurden schon bald in die Produktion einbezogen.

Jede Person braucht einen anderen Stuhl. ( Foto: Shutterstock-pozitivo)

Jede Person braucht einen anderen Stuhl. ( Foto: Shutterstock-pozitivo)

Ergonomie im Büro: Höhenverstellbarkeit als Ausgangspunkt

Das Thema Ergonomie wurde bereits in den 1970er Jahren zunehmend in den Fokus gestellt und auch Bürostühle deutscher Hersteller folgten dem Gesundheitsanspruch beim Sitzen im Büro. Mit den neuen Stühlen waren andere Sitzpositionen möglich, außerdem wurden das mobile Arbeiten sowie die Anforderungen daran beachtet. Die Mitarbeiter im Büro sollten dort sitzen können, wo gerade ein Platz frei war, was durch den verstärkten Einsatz von Computern in den Unternehmen noch verstärkt wurde.

Dementsprechend musste sich der Bürostuhl anpassen lassen. Schon längst gab es den Chefsessel, der dem darin Sitzenden jedweden Anspruch an das Stützen der Wirbelsäule und an die Mobilisierung der Muskulatur erfüllen sollte. Mittlerweile hat es der Chefsessel geschafft und ist vom Statussymbol zu einem Stuhl für alle geworden.

Bürostühle deutscher Hersteller in der Zukunft: Was müssen sie können?

Wie die Zukunft des Arbeitens aussehen mag, weiß heute noch niemand. Fakt ist aber, dass auch die Bürostühle deutscher Hersteller einem ständigen Wandel unterworfen sind. Während sie in 2020/21 auch ins Home Office passen mussten, müssen sie in den kommenden Jahren vielleicht für ein Arbeiten auf der Terrasse und im Garten geeignet sein.

Sie müssen eventuell abbaubar werden, um mobil arbeiten zu können, oder sie kommen als Hocker daher, der auf Laptopgröße zusammengeklappt werden kann. Vielleicht werden auch die Unternehmen ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Freien ermöglichen und damit ähnliche Wege gehen wie bereits jetzt die Schulen, die zum Beispiel auf das Grüne Klassenzimmer als Alternative zum normalen Schulraum setzen.

Bürostühle sollte so gemütlich sein wie man hier sehen kann. ( Foto: Shutterstock- wavebreakmedia)

Bürostühle sollte so gemütlich sein wie man hier sehen kann. ( Foto: Shutterstock- wavebreakmedia)

Den idealen Bürostuhl finden

Nicht alle Bürostühle deutscher Hersteller sitzen sich gleichermaßen angenehm. Es kann daher durchaus sinnvoll sein, auf verschiedenen Modellen Probe zu sitzen. So lässt sich zudem feststellen, was angenehm ist und welche Stützmöglichkeiten oder Eigenschaften des Bürostuhls eher als hinderlich empfunden werden.

Wer wissen möchte, welche Hersteller überhaupt infrage kommen, findet hier in der Liste deutscher Büromöbelhersteller eine Aufzählung aller Anbieter.

Darunter finden sich zum Beispiel diese bekannten Namen:

  • Fr. Kreutzfeldt GmbH & Co. KG
  • Tischkönig GmbH
  • DOS Deutsche Objekt- und Schulmöbel
  • Assmann Büromöbel GmbH & Co. KG
  • Wilkhahn Wilkening + Hahne GmbH & Co. KG
  • SIFA Metallkomponenten GmbH
  • Palmberg Büroeinrichtungen und Service GmbH
  • WESTARO Möbel Peter Wählen GmbH & Co. KG
  • Friedl & Harant Metallbau GmbH
  • Büroexpress GmbH

Sicherlich spielt neben dem Design auch die Berücksichtigung der eigenen Gesundheit eine Rolle. Wer zum Beispiel möglichst aktiv sitzen muss, wird einen Hocker, einen Ball oder eine Art Schaukelstuhl bevorzugen. Im Konferenzraum hingegen müssen repräsentative Aspekte bedacht werden.

Vor der Auswahl des Stuhls gilt es also, zu bestimmen, in welchem Raum der Stuhl stehen wird und welche Ansprüche im Einzelnen daran gestellt werden. Zudem spielt die Dauer der Nutzung eine Rolle: Wer acht Stunden am Tag dort sitzen möchte, wird höhere Anforderungen an die Bequemlichkeit stellen als jemand, der nur während der wöchentlichen Besprechung gut sitzen will.

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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