Die Geschichte des Graffitis

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Wohin man auch schaut, im urbanen Umfeld sind bunte Kunstwerke aus Spraydosen nahezu überall zu finden. Ob kunstvoll gestaltetes Bild, einfacher Tag oder leider auch immer wieder unschöne Schmierereien – Graffitis befinden sich auf Wänden, in U-Bahnschächten oder auf Stromkästen. Wer denkt, dass es sich bei Graffiti um eine neumodische Entwicklung handelt, der hat weit gefehlt.

Die Geschichte des Graffitis ist länger als man denkt: Schon im Alten Ägypten waren Malereien an den Wänden eine populäre Form der Kunst. Heute bieten Programme wie der Graffiti Creator für jedermann die Möglichkeit, sich mit einem Graffiti Font kreativ am heimischen PC zu betätigen.

Die Geschichte des Graffitis: Die lange Tradition der Wandmalereien

Bereits mehrere tausend Jahre vor Christi Geburt zierten im Alten Ägypten Wandmalereien Grabstätten und Pyramiden. Doch Wandmalereien waren in vielen Regionen der Erde gleichermaßen beliebt: In Südamerika bemalten die Maya die Wände ebenso wie die alten Römer in Europa. Ausgrabungen belegen, dass die Geschichte des Graffitis bereits auf eine mehrere tausend Jahre alte Tradition zurück blicken kann.

Als ein Vertreter des Grafftis in jüngerer Zeit gilt der Wiener Hofbeamte Joseph Kyselaks. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts und Mitte des 19. Jahrhunderts bemalte er Gebäude mit schwarzer Ölfarbe. Kyselaks hinterließ dort seinen Namen, was ihm schließlich eine Vorladung bei Kaiser Franz I. einbrachte. Die Legende lautet, dass Franz Kyselaks untersagte, weiterhin Wände mit seinem Namen zu verschmutzen. Nachdem Kyselaks gegangen war, so die Geschichte, entdeckte Kaiser Franz I. auf seinem Schreibtisch einen eingeritzten Namen, nämlich den von Kyselak.

Graffiti Schriftzüge als Markenzeichen

Die bis dato erschienenen Wandmalereien sind zwar Teil der Geschichte des Graffitis, dennoch wird der erste ‚richtige‘ Wegbereiter des Graffitis in den 1970er Jahren in New York verortet. Dort war das Kürzel TAKI183 immer häufiger an Hauswänden zu finden, was den Bürgern und Zeitungen ein großes Rätsel aufgab. Im Juli 1971 veröffentlichte die New York Times in ihrer Enthüllungsstory Genaueres zu diesem Kürzel: Der griechische Botenjunge Dimitakti verewigte sich auf seinen Touren an den Hauswänden und –mauern mit jener Kombination aus Buchstaben und Zahlen.

Ein neuer Trend war geboren. Nachdem die öffentliche Aufmerksamkeit auf (Dimi)Taki und sein Werk gerichtet war, fand dieser viele Nachahmer. Immer mehr Jugendliche hatte Freude daran, ihren Namen auf den Wänden und Gebäuden New Yorks zu verewigen. Diese Modeerscheinung verbreitete sich in rasender Geschwindigkeit und schwappte auch nach Europa über.

Die Geschichte des Graffitis als Geburt einer Jugendbewegung

Die Neuerungen der Technik machten auch bei der Kunst des Graffitis noch mehr möglich. Nachdem zuerst nur mit Filzstiften auf Gebäude und Wände gemalt wurde, etablierten sich nach und nach die Spraydosen. Mit ihnen war es möglich, nicht mehr nur den eigenen Namen (Tag) zu hinterlassen, sondern auch größere Graffitibilder. Doch die Technik macht keinen Halt: Mit dem Graffiti Creator und der passenden Graffiti Font kann heute ganz bequem am PC ein Schriftzug im Graffitistyle entworfen werden.

Graffiti Font: Jetzt auch als Download

Wer seinen Graffitti Font nicht selbst entwerfen möchte, der kann auch auf eine Vielzahl von Graffiti Font Download-Angeboten zurückgreifen. Diebekannten Fontplattformen wie 1001freefonts.com, dafont.com oder 1001fonts.com bieten umfangreiche Download-Bibliotheken für Graffiti Fonts an.

Von der Häuserwand zum Artwork on wheels

Nicht nur die Technik änderte sich, sondern auch der Ursprungsgedanke des Reviermarkierens mithilfe von Tags. Während zuerst nur statische Plätze wie Gebäude oder Mauern bemalt wurden, etablierte es sich bald, U-Bahnen und Züge zu besprayen. Die Dynamik der öffentlichen Verkehrsmittel ermöglichte es, das Graffitiwerk durch die Stadt fahren zu lassen.

Writer @ Work. Die beiden Sprayer wirken recht apathisch, während sie ihren Gefühlen durch das Sprayen Ausdruck verleihen.

Writer @ Work. Die beiden Sprayer wirken recht apathisch, während sie ihren Gefühlen durch das Sprayen Ausdruck verleihen.

Moderne Entwicklungen in der Geschichte des Graffitis

Die Meinungen zu Graffitiwerken gehen weit auseinander: Während die bunten Bilder für die einen die Kunst einer Jugendkultur darstellen, sind sie für die anderen schlichtweg Sachbeschädigung. Und das nicht ohne Grund: Die Reinigung von Gebäuden, Wänden und Zügen verursachte in viele Städten hohe Kosten in mehrstelliger Millionenhöhe. Aus diesem Grund steht das illegale Anbringen von Graffitis in Deutschland unter Strafe und kann sowohl zivil- als auch strafrechtliche Folgen haben.

Um dem unrechtmäßigen Sprayen vorzubeugen, haben sich viele Städte eine innovative Lösung einfallen lassen: Spraywettbewerbe und öffentliche Ausschreibungen mit genehmigten Flächen geben den Graffitikünstler Raum für legale Kreativität. Die größte legale Fläche für Graffitis befindet sich in Deutschland in Magdeburg. In der Aerosol-Arena ist der Name Programm: Sie ist die größte Hall of Fame für legale Graffitikunstwerke.

Graffiti selbst gestalten

Graffiti ist eine spezielle Form der Kunst, die sich vor allem durch die individuelle Schriftart auszeichnet. Keine Sorge, Sie müssen nicht gleich zur Spraydose greifen, denn mit Computer Programmen wie dem Graffiti Creator können Sie Ihren individuellen Schriftzug ganz bequem von zuhause aus kreieren. Die entsprechende Schriftart (Graffiti Font) im Graffitistyle gibt es ebenfalls zum Download – so steht einem individuellen Kunstwerk nichts mehr im Wege.

Video: Graffiti Schrift erlernen


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild fredmantel, #1 doryx

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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