KfW-Förderprogramme: Alle Effizienzhaus-Typen mit Zuschuss

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Der Traum vom Eigenheim ist auch zu Zeiten hoher Immobilienpreise machbar. Wenn man etwas geschickt vorgeht, dann schlägt man finanziell gleich mehrere Klappen. Mit einem KfW-Effizienzhaus erhält man Zugang zu KFW Förderprogramme und schafft sich gleichzeitig eine Immobilie mit nachhaltigem Wert, die auch zukünftig weniger Unterhaltskosten verursachen wird. Welche Effizienzhaustypen es gibt, und wie Sie auf die staatlichen Fördermittel zugreifen können, erklären wir in folgendem Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

Warum gibt es bei der KfW-Bank Geld vom Staat?

Die KfW-Bank ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Gegründet wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg, um die deutsche Wirtschaft möglichst schnell zu stärken. Noch heute fungiert sie als zentrales Vergabeorgan der Bundesregierung für zahlreiche Fördermaßnahmen. Sie stellt damit ein wichtiges politisches Instrument dar, um bestimmte Ziele mit Hilfe von Subventionspolitik in der Bevölkerung durchzusetzen.

Die verschiedenen KfW-Förderprogramme finden Sie direkt auf der Webseite der KfW-Bank. Bei den Immobilien gibt es zum Beispiel Fördergelder für energetische Einzelmaßnahmen oder wenn man einen bestimmten Effizienzhausstandard durch die Umsetzung eines Gesamtpaketes beim Neubau oder einer Sanierung erreicht.

Was ist ein Effizienzhaus nach KfW-Standard?

Wie hoch der Zuschuss ist, den Sie vom Staat kassieren können, hängt unter anderem davon ab, welche Effizienzhausstufe Sie bei Ihrem Gebäude erreichen. Die KfW-Bank teilt Gebäude nach Ihrem Energiebedarf unterschiedlichen Standards zu. Dafür werden Kennziffern vergeben. Je niedriger die Kennziffer, desto höher ist der energetische Standard des Gebäudes und desto geringer dessen Energiebedarf.

Der Kennziffer zugrunde liegt die gesetzlich vorgeschriebene Obergrenze des Energiebedarfs einer Immobilie im Neubau. Dieser Wert ist in der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) festgeschrieben. Die Kennziffer eines KfW-Effizienzhauses gibt an, wie viel Prozent der Obergrenze an Energiebedarf, wie in der EnEV 2009 vorgeschrieben, ein Gebäude tatsächlich hat. Ein KfW-Effizienzhaus 85 benötigt damit nur 85 % des maximal zulässigen Energiebedarfs für Neubauten.

Wenn Sie neu bauen oder sanieren und im Ergebnis eine Immobilie mit einem KfW-Effizienzhausstandard erreichen, dann winken Ihnen Fördergelder.  ( Foto: Shutterstock-Robert Kneschke )

Wenn Sie neu bauen oder sanieren und im Ergebnis eine Immobilie mit einem KfW-Effizienzhausstandard erreichen, dann winken Ihnen Fördergelder. ( Foto: Shutterstock-Robert Kneschke )

Welche KfW-Effizienzhäuser fallen in KfW-Förderprogramme vom Staat?

Wenn Sie neu bauen oder sanieren und im Ergebnis eine Immobilie mit einem KfW-Effizienzhausstandard erreichen, dann winken Ihnen Fördergelder. Nahezu alle Immobilien, die als Effizienzhäuser eingestuft sind, werden über KfW-Förderprogramme bezuschusst. Allerdings ist die Höhe der KfW-Förderung direkt von der Effizienzhausstufe anhängig. Immobilien, die energetisch besser bewertet werden, erhalten auch mehr Fördergelder.

Wichtig ist zudem: Manche Effizienzhausstufen erhalten nur im Neubau Förderungen, andere nur im Bestandsbau.

Der Grund ist einfach erklärt: Die KfW-Bank sieht den Effizienzhausstandard 70 mittlerweile als Standard im Neubau an und befindet ihn deshalb als nicht besonders förderungswürdig.

Hier finden Sie eine Übersicht, welcher Effizienzhausstandard im Neubau und welcher im Bestandsbau gefördert wird.

 

KfW-Effizienzhausstandard Wird gefördert als
40 Plus Neubau
40 Neubau
55 Neubau / Bestandsbau
70 Bestandsbau
85 Bestandsbau
100 Bestandsbau
115 Bestandsbau
Denkmal Bestandsbau

 

Video: Neuheiten bei Kfw und Bafa-Förderungen 2019

KfW-Förderprogramme für KfW-Effizienzhaus-Typen im Neubau

Für Immobilien im Neubau legt die KfW-Bank strenge Bewertungskriterien zugrunde. Förderfähig sind nur Gebäude mit einem exzellenten Energiebedarf, die im Vergleich besonders wirtschaftlich sind. Da im normalen Wohnraumbau KFW-Effizienzhäuser 70 mittlerweile Usus sind, geht die Förderfähigkeit für neu erbaute Immobilen erst ab Stufe 55 los.

Das sind die Kriterien für ein KfW-Effizienzhaus 40 und KfW-Effizienzhaus 40 Plus

Besser als ein KfW-Effizienzhaus 40 oder 40 Plus im Neubau geht es derzeit nicht. Mit nur 30 kWh Wärmebedarf pro Quadratmeter sind diese Gebäude in der energetischen Bewertung Top.

Achtung: Verwechseln Sie das KfW-Effizienzhaus 40 nicht mit der alten Einteilung und dem KfW-40 Haus.

Bei dieser überholten Klassifizierung wurde der Wärmebedarf pro Quadratmeter, nämlich in diesem Fall 40 kWh, direkt in die Kennzahl übertragen. Die 40 beim KfW-Effizienzhaus bezieht sich jedoch prozentual auf die gesetzlich erlaubte Obergrenze aus der EnEV 2009. Das KfW-Effizienzhaus 40 benötigt nur 40 Prozent der dort als maximal festgesetzten Energie.

Damit das KfW-Effizienzhaus nur so wenig Energie benötigt, sind einige Maßnahmen notwendig. Hier einige Beispiel, wie ein Gebäude diesen Standard erreichen kann:

  • Dreifache Wärmeschutzverglasung der Fenster
  • Wärmebrückenoptimierte Bauweise
  • Sehr gute Dämmung von Dach, Boden und Fassade
  • Moderne Heiztechnologie mit Kombinationen aus Erdwärmepumpen und Solaranlagen

Technisch weiter ausgestattet ist das KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Es benötigt gleich viel Energie wie das Effizienzhaus 40 hat aber eine umfassendere Haustechnik zu bieten:

  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • Stromproduzierende Anlagen mit eigenem Batteriespeicher zur gesicherten Versorgung des Haushaltes
  • Technische Einrichtungen mit denen eine Visualisierung und Steuerung von Stromerzeugung und Stromverbrauch möglich ist.

 

Neben dem Ziel, nur noch energetisch top-ausgestattete Gebäude zu errichten, hat die Bundesregierung vor allem auch die Bestandsbauten im Blick. ( Foto: Shutterstock-Pi-Lens )

Neben dem Ziel, nur noch energetisch top-ausgestattete Gebäude zu errichten, hat die Bundesregierung vor allem auch die Bestandsbauten im Blick. ( Foto: Shutterstock-Pi-Lens )

Das KfW-Effizienzhaus 55: besser als der Durchschnitt

Mit einem KfW-Effizienzhaus 55 schaffen Sie sich ein Heim, das hohen energetischen Standards entspricht. Es ist ein nachhaltiger Bau, mit dem Sie auch in Zeiten steigender Energiekosten eine großartige Energiebilanz erwirtschaften.

  • Ein KfW-Effizienzhaus 55 weist in der Regel eine Heizungsanlage auf, die auf erneuerbare Rohstoffe zugreift. Das kann eine Biomasseheizung sein, wie zum Beispiel die Holzpellet-Vergasungsanlage oder auch eine Wärmepumpe.
  • Genau wie beim KfW-Effizienzhaus 40 wird diese Heizung noch zusätzlich mit einer Solarthermieanlage gekoppelt. Das Trinkwasser wird so mit der Kraft der Sonne erhitzt.
  • Bei der Dämmung folgt man beim KfW-Effizienzhaus 55 hohen Ansprüchen: Mindestens 18 cm muss die Fassadendämmung dick sein und 24 cm werden am Dach verbaut. Alternativ werden häufig gerne Vakuumdämmplatten verbaut, da diese weniger dick sind und somit mehr Wohnraum erhalten bleibt. Auch diese erhält man mittlerweile für einen erschwinglichen Preis.
  • Zusätzliche Dämmung erhält man an den Fenstern mit einer Dreifachverglasung und dem Einbau von Spezialrahmen.

Extra-Tipp für Effizienzhäuser mit Vakuumdämmung

Die perfekte Dämmung kann für Sie aber auch ein Hindernis werden. Für eine platzsparende, aber effiziente Dämmung werden in KfW-Effizienzhäusern meist Vakuumdämmplatten verbaut.
Achtung! Hier sollte man dringend beachten, dass man in diesen Häusern nicht in die Wände bohren darf. Denn bohrt man hinein, wird das Vakuum irreparabel zerstört; dann werden auch die Wärmeemissionswerte nicht mehr eingehalten.
Im schlimmsten Fall besteht Ihr Haus dann den Blow-Test nicht und Ihnen wird Ihr Tilgungszuschuss verwehrt. Wir empfehlen für die Klebeaufhängung im Innenraum folgende Helferlein:

Der 320 KG Kleber ist unter Heimwerkern seit kurzem der neue Geheimtipp fürs Befestigen von Sockelleisten, denn man spart sich lästige Kartuschenpressen und kann die Dose mehrmals wiederverwenden durch den praktischen Verschluss. Jedoch ist das bei weitem nicht die einzige Anwendung im Haushalt. Der kräftige Montagekleber eignet sich auch um TV-Wandhalterungen, Wandleuchten oder gar Regale an verputzten Wänden dauerhaft zu befestigen.

Für glatte Oberflächen empfehlen wir außerdem den Bad Kleber. Hierbei handelt es sich um einen modifizierten 2-Komponenten-Kleber, dessen eine Komponente ein Silikongemisch ist. Das macht den ausgehärteten Kleber super stark, aber auch flexibel und sorgt für eine lange Lebensdauer. Von glatten Oberflächen ist er anschließend spielend leicht wieder zu entfernen – selbst nach Jahren. Kurz und knapp die Anwendung:

KfW-Förderprogramme für KfW-Effizienzhaus-Typen im Bestandsbau

Neben dem Ziel, nur noch energetisch top-ausgestattete Gebäude zu errichten, hat die Bundesregierung vor allem auch die Bestandsbauten im Blick. Wenn man bedenkt, dass Immobilien etwa ein Drittel aller CO2-Emissionen und 40 Prozent des Rohstoff- und Energieverbrauchs der Gesamtheit verursachen, dann ist dieses Bestreben sehr leicht nachvollziehbar.

Über zwei Wege wird hier eine energetische Verbesserung in der Masse der Bestandsimmobilien angestrebt: Technologien, die besonders schlechte Energiewerte besitzen, werden sukzessive verboten, zum Beispiel Öl-Heizungen, der Einbau von Technologien, die besonders nachhaltig sind, im gleichen Zuge mit Fördergeldern belohnt.

Ein willkommener Zusatzeffekt ist die Wertsteigerung Ihrer Immobilie. Energiekosten sind schon heute eine wichtige Entscheidungsgrundlage bei der Bewertung eines Gebäudes und werden zukünftig eher noch mehr an Bedeutung gewinnen.

Video: Förderungen 2020: Energetisch bauen und sanieren: So können Sie vom Klimaschutzgesetz profitieren

Das KfW-Effizienzhaus 70 und 85: vergleichbar mit einem Neubau

Das KfW-Effizienzhaus 55 stellt den derzeit höchsten Standard dar, für den Sie Fördergelder bei einer Sanierung im Bestandsbau beantragen können.

Die beiden nächsten Stufen sind das KfW-Effizienzhaus 70 und 85. Diese Stufen sind in der Regel mit wenigen Maßnahmen zu erreichen, wenn der Bestandsbau eine solide Basis aufweist. Fassadendämmung, eine neue Heizung oder der Tausch der Fenster können viel bewirken. Nur die Heizung alleine kann schon ein Drittel des gesamten Energiebedarfs des Gebäudes verursachen.

Denkbare Sanierungsmaßnahmen, um ein KfW-Effizienzhaus 70 oder 85 zu erreichen, sind:

  • Verbesserung der Gebäudedämmung: bei der Fassade mit 14 cm beim Dach mit 20 cm
  • Erneuerung der Fenster mit mindestens einer Doppelverglasung
  • Erneuerung der Heizungsanlage zum Beispiel mit einer energieeffizienten Gas-Brennwertheizung in Kombination mit einer Solarthermieanlage
  • Einbau von zusätzlicher Haustechnik, wie einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

KfW-Effizienzhaus 100 und 115: gerade noch förderfähig

Ein Gebäude das nach KfW-Effizienzhausstandard 100 oder 115 zertifiziert wurde, entspricht ziemlich genau der gesetzlich erlaubten Obergrenze der Anforderungen an den Energiebedarf nach EnEV 2009. Schlechter darf es also nicht mehr werden. Diese Stufe erhält noch geringe Fördermittel und ist in der Regel problemlos mit einer Sanierung erreichbar. Oftmals genügt schon der Tausch der Heizung gegen eine modernere Anlage oder Sie legen bei der Dämmung ein paar Zentimeter zu. Ein Energieberater kann Ihnen genau berechnen, welche Maßnahmen Sie durchführen müssen, um diesen Effizienzhausstandard zu erreichen.

Nicht jedes Gebäude kann so saniert werden, wie man es gerne möchte. Gerade im Bereich der Fassade stehen oftmals Vorschriften aus dem Denkmalschutz weitreichenden Sanierungsmaßnahmen entgegen. ( Foto: Shutterstock-_struvictory  )

Nicht jedes Gebäude kann so saniert werden, wie man es gerne möchte. Gerade im Bereich der Fassade stehen oftmals Vorschriften aus dem Denkmalschutz weitreichenden Sanierungsmaßnahmen entgegen. ( Foto: Shutterstock-_struvictory )

KfW-Denkmal

Nicht jedes Gebäude kann so saniert werden, wie man es gerne möchte. Gerade im Bereich der Fassade stehen oftmals Vorschriften aus dem Denkmalschutz weitreichenden Sanierungsmaßnahmen entgegen. Auf der anderen Seite steckt in diesen alten Gebäuden besonders viel Potenzial, Energie einzusparen.

Um diese Diskrepanz zu umgehen, gibt es bei der KfW-Bank eine spezielle Effizienzhausstufe, nämlich das KfW-Denkmal. Die Voraussetzungen zur Förderfähigkeit sind hier stark vereinfacht. Allerdings müssen Sie einen Energieberater beauftragen, der auf Denkmalschutz spezialisiert ist, um ein Sanierungskonzept zu entwerfen, das Sie dann bei der KfW einreichen können. Den Energieberater können Sie sich allerdings mit dem Programm 431 auch wieder fördern lassen.

KfW-energieeffizient bauen: Das sind die Fördermöglichkeiten

Sie planen den Neubau einer Immobilie oder möchten eine Bestandsimmobilie energetisch sanieren? Dann stehen Ihnen unterschiedliche Wege offen, um zu einer KfW-Förderung zu gelangen.

Sie können wählen, ob Sie einen Direktzuschuss zu einer Investition möchten, oder ob Sie lieber einen günstigen Kredit mit einem KfW-Tilgungszuschuss bevorzugen.

KfW-Förderung mit Direktzuschuss im Detail: KfW-Förderprogramme 430 und 431

Folgende KfW-Förderprogramme mit Direktzuschuss gibt es für die Durchführung energetischer Maßnahmen:

KfW-Förderung Programmnummer Inhalt der KfW-Förderung Maximale Fördersumme
430 Umfasst Fördergelder zur Sanierung zum KfW-Effizienzhaus und Einzelmaßnahmen. Gilt auch beim Kauf von saniertem Wohnraum Sie erhalten abhängig von der KfW-Effizienzhausstufe bis zu 48.000 € je Wohneinheit
431 In Verbindung mit den KfW-Förderprogrammen 151/152, 430 oder 153 können Sie sich die Kosten für eine Baubegleitung durch einen Experten fördern lassen Sie erhalten bis zu 50 % der Expertenkosten aber maximal 4.000 € je Wohneinheit

 

Im KfW-Förderprogramm 430 können Privatpersonen die Investitionskosten für eine energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus von maximal 120.000 € bezuschussen lassen. Wird die Förderung durch die KfW-Bank bewilligt, erhalten Sie eine Auszahlung direkt auf ihr Konto, um Rechnungen zu begleichen.

Wie viel Fördergelder Sie erhalten, hängt mit der Effizienzhausstufe zusammen, die Sie nach der Sanierung erreichen und von den getätigten Investitionskosten:

KfW-Effizienzstufe nach der Sanierung KfW-Förderung pro Wohneinheit nach KfW 430
KfW-Effizienzhaus 55 40 % der Investitionssumme maximal 48.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 70 35 % der Investitionssumme maximal 42.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 85 30 % der Investitionssumme maximal 36.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 100 27,5 % der Investitionssumme maximal 33.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 115 oder KfW-Effizienzhaus Denkmal 25 % der Investitionssumme maximal 30.000 Euro

 

Wie Sie in der Tabelle sehen können, ist der Zuschuss auf einen maximalen Betrag gedeckelt. Das kommt daher, dass nur bis zu 120.000 € in die KfW-Förderung miteinbezogen werden können.

Mit dem KfW-Förderprogramm 430 können Sie auch Einzelmaßnahmen bezuschussen lassen, ohne einen konkreten Effizienzhaus-Standard anzustreben. Maximal 50.000 Euro dürfen Sie hier geltend machen. 20 Prozent Ihrer Investitionskosten können, bei vorliegender Förderfähigkeit, per Direktzuschuss auf Ihr Konto wandern. Im besten Fall sind das also 10.000 Euro als Finanzspritze.

KfW-Förderung: die Möglichkeiten des Tilgungszuschusses

Neben dem Direktzuschuss gibt es bei der KfW-Bank auch die Möglichkeit KfW-Förderprogramme mit einem Tilgungszuschuss zu beantragen. Hierfür benötigen Sie zunächst einen KfW-Kredit. Dann führen Sie die energetischen Maßnahmen durch. Sind diese abgeschlossen, und Sie können bei Ihrem Gebäude einen bestimmten Effizienzhausstandard nachweisen, erhalten Sie einen Tilgungszuschuss.

Der KfW-Tilgungszuschuss wird direkt mit Ihrem Schuldenkonto verrechnet. Er verringert also die Summe, die Sie am Ende an die KfW-Bank zurückzahlen müssen. Das hat einen doppelten finanziellen Vorteil. Nicht nur bekommen Sie vom Staat Geld geschenkt, auch Ihre Tilgungsquote erhöht sich dadurch. Es ist im Grunde eine staatliche Sonderzahlung.

Übrigens: Eine Auszahlung auf Ihr Privatkonto ist über diese KfW-Förderprogramme nicht möglich.

KfW-Förderung mit Tilgungszuschuss im Neubau- KfW-Programm 153

Wenn Sie planen ein Haus neu zu bauen, dann können Sie bei der KfW-Bank ausschließlich im Programm 153 eine Förderung beantragen. Dieses beinhaltet einen Tilgungszuschuss für maximal 100.000 € Kreditbetrag pro Wohneinheit. Der zugehörige KfW-Kredit wird mit einem Zinssatz ab 0,75 % effektivem Jahreszins vergeben.

Genau wie beim Direktzuschuss ist auch hier die Höhe der KfW-Förderung nach der erreichten Effizienzhausstufe gestaffelt:

  • Für ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus erhalten Sie demnach 15 Prozent der Darlehenssumme, das sind bis zu 15.000 Euro pro Wohneinheit als Tilgungszuschuss
  • Das KfW-Effizienzhaus 40 bekommt 10 Prozent der Darlehenssumme und maximal 10.000 Euro pro Wohneinheit.
  • Für den KfW-Effizienzhausstandard 55 gibt es noch 5 Prozent der Darlehenssumme und maximal 5.000 Euro als KfW-Tilgungszuschuss pro Wohneinheit.
Dabei gilt: Je besser Ihr KfW-Effizienzhaus eingestuft wird, desto mehr Prozentpunkte erhalten Sie als KfW-Tilgungszuschuss ( Foto: Shutterstock-_Bilanol )

Dabei gilt: Je besser Ihr KfW-Effizienzhaus eingestuft wird, desto mehr Prozentpunkte erhalten Sie als KfW-Tilgungszuschuss ( Foto: Shutterstock-_Bilanol )

KfW-Förderung mit Tilgungszuschuss im Bestandsbau- KfW-Förderprogramme 151 und 152

Für die Sanierung von Bestandsbauten stehen Ihnen unterschiedliche KfW-Förderprogramme mit Tilgungszuschuss zur Verfügung. Im KfW-Programm 151 erhalten Sie einen KfW-Kredit zu günstigen Konditionen mit niedrigen Zinsen ab 0,75 % effektivem Jahreszins.

Bis zu 120.000 Euro Kreditsumme können Sie hier für Ihre Sanierungsmaßnahmen erhalten. Zusätzlich winkt ein Bonus in Form eines Tilgungszuschusses, der in seiner Höhe von der erreichten Effizienzhausstufe und Ihrem Kreditrahmen abhängig ist. Dabei gilt: Je besser Ihr KfW-Effizienzhaus eingestuft wird, desto mehr Prozentpunkte erhalten Sie als KfW-Tilgungszuschuss:

KfW-Effizienzstufe nach der Sanierung KfW-Förderung pro Wohneinheit nach KfW 151
KfW-Effizienzhaus 55 40 % des Darlehens dabei maximal 48.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 70 35 % des Darlehens dabei maximal 42.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 85 30 % des Darlehens dabei maximal 36.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 100 27,5 % des Darlehens dabei maximal 33.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 115 oder KfW-Effizienzhaus Denkmal 25 % des Darlehens dabei maximal 30.000 Euro

 

Streben Sie keinen bestimmten Effizienzhausstandard an, oder können Sie Ihre Immobilie mit der geplanten Sanierungsmaßnahme nicht bis zur nächsten Effizienzhausstufe verbessern, dann stellt die KfW-Bank mit dem Förderprogramm 152 einen KfW-Kredit bis maximal 50.000 Euro zur Verfügung. Auch hier winkt nach erfolgreichem Abschluss der Maßnahme ein KfW-Tilgungszuschuss. Dieser beträgt 12,5 Prozent des aufgenommenen Darlehens also bis zu 12.500 Euro.

KfW-energieeffizient bauen: verschiedene Maßnahmen im Überblick

Wenn Sie einen Neubau planen oder eine Sanierung, werden Sie zwangsläufig mit den unterschiedlichsten Vorschlägen konfrontiert, wie man einen bestimmten Energieeffizienzstandard erreichen kann. Einige davon wollen wir Ihnen hier näher vorstellen:

Lüftungsanlage mit Wärmetauscher

Um es kuschlig warm im Winter oder angenehm kühl im Sommer zuhause zu haben, müssen wir viel Energie aufwenden. Ist die Innenluft einmal auf der richtigen Temperatur und Sie öffnen die Fenster, dann geht dabei Energie verloren. Doch Lüften ist nicht nur für das Raumklima sinnvoll, es ist auch zwingend notwendig, um die Bausubstanz zu erhalten und Schimmel vorzubeugen.

Eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher löst das Problem. Der ausströmenden Innenluft wird zunächst ihre thermischen Energie entzogen und diese gespeichert. Das geschieht im Wärmetauscher der Lüftungsanlage. Anschließend wird diese Energie der einströmenden Außenluft wieder zugeführt.

Vakuumdämmung

Die Dämmung eines Gebäudes bringt eine sehr hohe Energieeinsparung mit sich. Je besser sie ausfällt, desto weniger Energie geht über die Fassade, den Boden oder das Dach verloren. Bei konventionellem Dämmmaterial bedeutet das aber auch eine Zunahme der Dicke der Verschalung. Manche Dämmsysteme erreichen dabei stattliche 40 Zentimeter. Anders bei einer Vakuumdämmung. Hier reichen bereits wenige Zentimeter aus, um einen vergleichbaren Dämmeffekt zu erreichen. Damit können Passivhäuser mit einer ähnlichen Dicke der Außenwände gebaut werden, wie herkömmlich gedämmte Gebäude.

Sie können zum Beispiel Ihre Heizungsanlage mit einer Solarthermieanlage koppeln.  ( Foto: Shutterstock- Andrey_Popov )

Sie können zum Beispiel Ihre Heizungsanlage mit einer Solarthermieanlage koppeln. ( Foto: Shutterstock- Andrey_Popov )

Photovoltaik und Solarthermie

Bei beiden Systemen handelt es sich um Solaranlagen, die in der Lage sind die kostenfreie Energie der Sonne zu nutzen. Die Photovoltaikanlage wandelt diese in Strom um, die Solarthermieanlage in Wärme.

Sie können zum Beispiel Ihre Heizungsanlage mit einer Solarthermieanlage koppeln. Dann wird Ihr Trinkwasser im Sommer kostenfrei auf dem eigenen Hausdach erhitzt. Sie brauchen nur noch die Energie für die Pumpenanlage, die den Wasserkreislauf in Gang hält. Eine Solarthermieanlage können Sie über die KfW-Bank fördern lassen. Sie ist als Maßnahme Bestandteil unterschiedlicher KfW-Förderprogramme.

Die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach kann Ihren Strombezug aus dem öffentlichen Versorgungsnetz signifikant senken. Für eine Photovoltaikanlage erhalten Sie bei der KfW-Bank keine Fördergelder. Sie können aber einen zinsgünstigen KfW-Kredit über das Förderprogramm 270 beantragen. Dieses Programm lässt sich auch mit einer Förderung des Bundesamts für Wirtschaft und Außenkontrolle – BAFA kombinieren.

Stromspeicher und visuelle Anlagen zur Kontrolle einer Photovoltaikanlage

Die Bundesregierung fördert Photovoltaikanlagen mit der sogenannten Einspeisevergütung. Jede kWh, die Sie produzieren und ins öffentliche Netz einspeisen, wird Ihnen mit einem bestimmten Betrag abgegolten. Die Höhe der Einspeisevergütung orientiert sich unter anderem auch daran, wann Sie eine Photovoltaikanlage errichtet haben. Planen Sie einen Bau in 2020, erhalten Sie beispielsweise 9 Cent / kWh. Das ist vergleichsweise wenig, und damit die eigene Solaranlage zu amortisieren, dauert sehr lange.

Besser ist es also den gesamten selbst produzierten Strom für den Eigenbedarf zu nutzen und die Stromkosten einzusparen. Dafür benötigen Sie Batteriespeicher. Diese können Sie sich zum Beispiel im Zuge einer Förderung für ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus bezuschussen lassen. Alternativ wählen Sie einen günstigen Kredit mit dem KfW-Programm 270.

Wärmepumpe

Mit einer Heizung, die auf Wärmepumpentechnologie beruht, können Sie bis zu 80 Prozent der Heizkosten im Vergleich zu einer konventionellen Heizung, die zum Beispiel mit Gas läuft, einsparen. Sie bezahlen lediglich die Kosten für den Strom, der die Wärmepumpe antreibt. Die Investitionskosten für eine Wärmepumpe liegen jedoch im Vergleich zu einer modernen Gasheizung mehr als doppelt so hoch.

Mit einer KfW-Förderung zum Beispiel mit dem Programm 271 können Sie einen günstigen KfW-Kredit beantragen, der einen KfW-Tilgungszuschuss von bis zu 50 Prozent beinhaltet. Auch das BAFA fördert Wärmepumpen mit bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten von maximal 50.000 Euro für Wohngebäude.

Hier können Sie das KfW-Programm 270 kombinieren. Die Investitionskosten sinken damit fast auf ein vergleichbares Niveau, wie bei einer Gasheizung.

Darauf müssen Sie bei der Beantragung einer KfW-Förderung achten

Die KfW-Bank schreibt zur Beantragung der KfW-Förderung eine bestimmte Reihenfolge von baulicher Maßnahme und Antragstellung vor. Halten Sie sich nicht an diese Reihenfolge bekommen Sie auch keine Fördergelder.

Zunächst einmal sollten Sie immer, bevor Sie mit einer Maßnahme beginnen, bei Ihrer Hausbank vorsprechen und einen entsprechenden Antrag auf KfW-Förderung stellen. Sie kommunizieren nicht direkt mit der KfW-Bank.

Wenn Sie einen Neubau kaufen möchten, dann muss im Kaufvertrag etwas zu den geplanten energieeffizienten Maßnahmen stehen. Wenn Sie für eine bereits umgebaute Immobilie eine KfW-Förderung beantragen wollen, müssen alle bereits durchgeführten Maßnahmen im Kaufvertrag genauestens beschrieben sein. Zusätzlich muss in beiden Fällen auch der genaue Zweck der Maßnahme erläutert sein.

Planen Sie KfW-Förderprogramme für eine Sanierung eines Bestandsbaus zu beantragen, dürfen Sie mit der baulichen Maßnahme erst nach der Antragsstellung beginnen.

Für den Direktzuschuss setzen Sie nach Antragstellung die Maßnahme um und lassen diese im Anschluss von einem Gutachter als erfolgreich abgeschlossen bestätigen.

Bei einem KfW-Kredit beantragen Sie zunächst den Förderkredit und geben dabei auch Ihre geplante Maßnahme mit an. Erst wenn dieser genehmigt ist, können Sie mit dem Umbau beginnen. Auch hier nimmt ein Sachverständiger das Endergebnis ab und bescheinigt den Erfolg. Dann werden die Fördergelder in Form des Tilgungszuschusses dem Darlehen angerechnet.

Praxistipp: Sie können mit dem Förderprogramm 431 der KfW-Bank eine Förderung einer Begleitung beim Bau durch einen Experten beantragen. Dieser berät Sie auch zur korrekten Antragstellung und prüft die Formulierungen im Kaufvertrag. Das schützt Sie vor Fehlern im Verfahren, die Ihre Finanzierung gefährden könnte. Die Hälfte der anfallenden Kosten werden hier bezuschusst. Die KfW-Förderung ist gedeckelt bei 4.000 € je Wohneinheit

Fazit: KfW-Förderprogramme erleichtern die Finanzierung von energieeffizienten Maßnahmen beim Bau

Ein Haus zu bauen, das auch die nächste Generation noch glücklich macht, das ist oftmals das Ziel der Bauherrinnen und Bauherren. Dazu gehört heute insbesondere, die Immobilien nach energetischen Gesichtspunkten optimal zu planen.

KfW-Förderprogramme können die Eigenkapitalquote signifikant steigern und so einen höheren baulichen Standard möglich machen. Ob Sie dabei KfW-Förderprogramme mit einem Direktzuschuss oder einem KfW-Tilgungszuschuss wählen, hängt zum einen von der geplanten Maßnahme, aber auch von der eigenen Finanzierungsplanung ab.

Wenn Sie mit der KfW-Bank energieeffizient bauen, dann sollten Sie nicht zu niedrig pokern. Ein KfW-Effizienzhaus 70 wurde bis vor Kurzem noch im Neubau gefördert und gehört nun schon zum Standard. Wer seine Immobilie lange marktfähig halten möchte, sollte schon heute lieber eine Schippe drauflegen und auf die beste Technologie setzen, denn ein Haus baut man bekanntlich als Investition in die Zukunft.

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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