Was kostet 1 m³ Wasser?

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Der eigene Pool im Garten ist ein Traum vieler. Aber jeder Poolbesitzer hat sich sicher schon mal gefragt: „Was kostet 1 m³ Wasser?“. Denn ein mittelgroßer Pool fasst 18-25 m³ Wasser und das Wasser des Pools will auch mal ausgewechselt werden. Wir haben recherchiert, was 1 m³ in Berlin, München, Frankfurt, Hamburg und anderen Städten kostet. Wir zeigen die teuersten Wasser-Städte und die billigsten Wasser-Städte in Deutschland.

Was kostet 1 m³ Wasser in…

Die Städte erlassen Gebührenordnungen und legen darin fest, was 1 m³ Wasser in der jeweiligen Stadt kostet. Wir haben in die Gebührenordnungen der Städte geschaut und haben die teilweise weit auseinanderliegenden Preise in unserer Vergleichstabelle gegenübergestellt.

Was kostet 1 m³ Wasser?
Deutsche Städte im Vergleich
Stadt Preis für 1 m³ Wasser (brutto) Schmutzwassergebühr für 1 m³ Abwasser
München 1,65 € 1,56 €
Flensburg 1,72 € 2,33 €
Mainz 1,78 € 1,40 €
Berlin 1,81 € 2,21 €
Wuppertal 1,88 € 2,96 €
Augsburg 1,89 € 1,42 €
Düsseldorf 1,89 € 1,52 €
Fulda 1,90 € 2,15 €
Hamburg 1,92 € 2,14 €
Mettmann 1,95 € 2,99 €
Wiesbaden 2,09 € 2,32 €
Würzburg 2,18 € 1,79 €
Borken 2,47 € 2,30 €
Stuttgart 2,86 € 1,69 €
Quelle: Angaben der jeweiligen Versorger

Wie setzt sich der Preis für 1 m³ Wasser zusammen?

Die Städte und Kommunen berechnen einen Preis pro 1 m³ Wasser, der sich aus mehreren Einzelpreisen zusammensetzt.

  • Der Preis pro 1 m³ Trinkwasser
    Das ist das Wasser, welches wir als „Leitungswasser“ von den Wasserwerken der Stadt beziehen.
  • Der Preis pro 1 m³ Schmutzwasser
    Diesen Preis entrichten wir an die Kommune für jeden 1 m³ Wasser, den wir als Trinkwasser bezogen haben. Dieses Entgelt berechnet die Stadt für die Behandlung des wieder als Abwasser abgeführten ehemaligen Trinkwassers.

Wenn man es genau nehmen will, dann muss man noch einen weiteren Preis auf den jährlichen Preis aufschlagen. Das ist das Entgelt für den Wasserzähler. Dieses Entgelt berechnet sich nach Größe ( genauer: nach dem Durchfluss ) des Wasserzählers. Am Ende des Jahres muss man das Entgelt des Zählers auf die erhaltenen m³ Trinkwasser umlegen.

Beispiel: So berechnet man den Preis für 1 m³ Wasser

Nehmen wir eine 4-köpfige Familie. Wenn diese Familie pro Jahr einen Verbrauch von 40 m³ Wasser hat, dann würde eine Beispielkommune hierfür folgende Entgelte berechnen. Die Preise haben wir beispielhaft aus der obigen Tabelle entnommen.

  • Für das bezogene Trinkwasser werden 40 m³ x 2,00 Euro/m³ = 80 Euro berechnet.
  • Für das Abwasser werden 40 m³ x 3,50 Euro/m³ = 140 Euro berechnet.
  • Für den Wasserzähler berechnet die Stadt einmal jährlich 50 Euro.

Das ergibt Gesamtkosten für Wasser in Höhe von 80 + 140 + 50 = 270 Euro. Legt man die 270 Euro auf die bezogenen 40 m³ Wasser um, dann kostet 1 m³ Wasser 6,75 Euro. (= 270 Euro / 40 m³)

Was kostet 1 m³ Trinkwasser in Deutschland? Der Arbeitspreis

Für das Trinkwasser bezahlen wir Deutschen den sogenannten Arbeitspreis. Er liegt um die 0,2 Cent pro Liter. Einige Beispiele für den Literpreis des Trinkwassers haben wir oben in der Tabelle bereits gesehen. Vergleicht man den Literpreis des Trinkwassers mit dem Preis von einem Liter Mineralwasser staunt man. Mineralwasser kostet das 7- bis 25-fache des Trinkwassers.

Für einen Euro bekommt man ungefähr 500 Liter Wasser aus der Leitung – gegenüber nur 2-6 Flaschen Mineralwasser im Supermarkt. Untersuchungen haben ergeben, dass unser Leitungswasser in der Qualität dem Mineralwasser in nichts nachsteht.

Blicken wir über die deutschen Grenzen ins Ausland, werden wir feststellen, dass sich die Preise pro 1 m³ Wasser von Land zu Land stark unterscheiden. Deutschland liegt mit Platz 3 leider ganz oben auf der unrühmlichen Liste der teuersten Wasser-Länder der Welt.

Was kostet 1 m³ Abwasser? Der Preis des Schmutzwassers

Für jeden 1 m³ bereitgestellten Trinkwassers erhebt die Stadt ein Entgelt für dessen Einleitung in das städtische Abwassernetz. Auch für Wasser, das als Niederschläge auf dem Grundstück niedergeht, auf dem unsere Wohnung liegt, erhebt die Stadt ein Entgelt, denn auch dieses Wasser muss von der Stadt im Abwassernetz abgeführt und ggf. behandelt werden. Hierzu führen wir aber weiter unten noch zusätzliche Informationen aus.

Je nach Stadt kann der „Preis“ für 1 m³ Schmutzwasser stark unterschiedlich ausfallen. Der Tabelle oben kann man leicht entnehmen, dass man in Mainz sehr günstig lebt, denn dort berechnet die Stadt nur 1,40 Euro pro m³ für die Einleitung ins Abwassernetz. Ganz anders sieht dies in Wuppertal aus. Dort berechnet die Stadt mehr als das Doppelte für genau die gleiche Leistung. Wer also über einen Umzug innerhalb Deutschlands nachdenkt, sollte bei der Wahl des Wohnorts auch die dortigen Gebühren und Entgelte der Kommune für Wasser und andere Leistungen in Betracht ziehen.

In unserem obigen Beispiel für die Berechnung des Preises für 1 m³ Wasser erkennt man, wie das Entgelt für das Abwasser mit einfließt.

Welcher Preis gilt pro Quadratmeter für Regenwasser?

Das Niederschlagswasser – wie das Regenwasser im Beamtendeutsch heißt – muss ebenfalls in das Abwassernetz der Kommune abgeführt werden. Hier wird allerdings ein geringeres Entgelt von der Kommune in Rechnung gestellt, davon ausgehend, dass dieses Wasser weniger an Behandlung erfordert.

Das Entgelt für Regenwasser wird auch nicht pro m³ erhoben. Schließlich wäre es auch nur schwer zu ermitteln, wie viele m³ Regenwasser und wie viele m³ Trinkwasser ins Abwasser geleitet wurden. Hier bringt die Kommune die Grundstücksfläche in die Kalkulation ein und erhebt einen Betrag pro m² Grundstücksfläche. Zusätzlich wird noch zwischen der befestigten Fläche und der sogenannten wasserundurchlässigen Fläche (die versiegelte Fläche) unterschieden. Bei Gewerbegrundstücken wie Supermärkten zählen beispielsweise die Parkplätze zu den versiegelten Flächen.

Die Berechnung bei Privathaushalten unterscheidet sich von der Berechnung für Gewerbegrundstücke. Bei Privathaushalten fließt die bebaute Grundstücksfläche, die Größe des Dachs und der wasserundurchlässigen Beläge mit ein. Je nach Stadt liegt das Entgelt für das Regenwasser – die Niederschlagswassergebühr – zwischen 0,65 Euro und 2,00 Euro pro m² Fläche. Wer ein mittelgroßes Einfamilienhaus bewohnt, wird in Deutschland im Mittel mit 140 bis 210 Euro Niederschlagsgebühr pro Jahr rechnen müssen.

Wieviel kostet 1 m³ Wasser in Frankreich?

Die Antwort ist ebenso kurz wie prägnant: „Weniger!“. Deutschland hält die Bronzemedaille in der Top-10-Liste der teuersten Wasser-Länder dieser Erde. Das Schlusslicht bilden China und Indien. Dort kostet das Wasser im Schnitt etwa nur ein Zehntel im Vergleich zu Deutschland.

Was kosten 1.000 Liter Wasser weltweit?
Land Preis pro 1 m³ Wasser
Dänemark 7,64 €
Australien 5,00 €
Deutschland 4,63 €
Frankreich 3,94 €
Großbritannien 3,69 €
Tschechische Republik 3,14 €
Kanada 2,71 €
Polen 2,69 €
USA 2,57 €
Japan 2,21 €
Portugal 1,96 €
Türkei 1,85 €
Spanien 1,84 €
Italien 1,56 €
Russland 0,86 €
Südkorea 0,65 €
Mexiko 0,59 €
China 0,39 €
Indien 0,12 €
Quelle: Statista, Jahr 2011

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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