Architekturperle Mallorca: Mehr als nur eine Gute-Laune-Insel

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Die Baleareninsel hat mehr zu bieten als Party, schönes Wetter und traumhafte Strände. Der Mix aus historischen Bauten und moderner Architektur verleiht Mallorca einen ganz besonderen Charme.

Katalanischer Jugendstil

Das Wahrzeichen der Stadt: Die Kathedrale von Palma.

Das Wahrzeichen der Stadt: Die Kathedrale von Palma.

Der Jugendstil war eine kunstgeschichtliche Epoche, die sich gegen Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa entwickelte. Der dekorative Stil fand vor allem in der Malerei, der Literatur und der Architektur ihren Ausdruck. Blumige Ornamente, organische Formen und geschwungene Linien brachten eine ganz neue, moderne Gesellschaftsstimmung zutage. Wer noch mehr über diese Epoche erfahren will, der findet hier noch mehr Informationen zum Jugendstil. Modernisme oder auch katalanischen Jugendstil nannte man die Bauweise, die sich zwischen 1885 und 1920 in Katalonien durchsetzte. Im Gegensatz zum Jugendstil im übrigen Europa, der Ausdruck des damaligen Zeitgeistes war, hat der Modernisme einen politischen Hintergrund. Er geht aus einer romantischen Bewegung, der Renaixenca hervor, die die Wiederbelebung katalanischer Traditionen forderte. Wohlhabende Städter förderten in diesem Zusammenhang vor allem katalanische Architekten, die der Bewegung beiwohnten. Einer von ihnen war Antoni Gaudí. Die von ihm entworfene Sagrada Família in Barcelona ist bis heute unvollendet und eines der bekanntesten Jugendstilgebäude der Welt.

Modernisme prägt das Stadtbild von Palma

Gaudi prägte den katalanischen Jugendstil mehr als jeder andere Künstler. In Mallorca leistete er einen enormen Beitrag zum Umbau der Kathedrale La Seu, am Hafen von Palma. Im Inneren können noch heute Werke des Ausnahmekünstlers bewundert werden. Doch auch andere Baumeister beeinflussten das Stadtbild enorm. Das Gran Hotel am Placa Weyler ist das bekannteste Gebäude des Catalana Modernisme und wurde von Lluís Domenèch i Montaner 1901 entworfen. Das 1903 eröffnete Hotel war für damalige Zeiten ein außergewöhnlich schickes und prachtvolles Bauwerk, das schon damals internationale Prominenz auf die Insel zog. Heute besuchen Stars aus der ganzen Welt das spanische Eiland. Wer regelmäßig zu Besuch kommt und sogar eine eigene Finca auf Mallorca besitzt, können Sie hier nachlesen. Im Gran Hotel kann man heute leider nicht mehr übernachten. Hier residiert mittlerweile die Stiftung der Bank La Caixa. Touristen können dafür Kunstausstellungen besichtigen oder das hauseigene Café besuchen.

Bennàzars – der Sohn der Stadt

Nicht so berühmt wie Gaudi, aber für Palma mindestens genauso bedeutsam ist der Architekt Gaspar Bennàzar (1869-1933) gewesen. Er prägte das Bild der mallorquinischen Stadt entscheidend. Einige seiner bekanntesten Bauwerke sind:

  • Das Teatro Lírico
  • Das Kaufhaus El Águila
  • Die Stierkampfarena Coliseo Balear
  • Den Schlachthof Escorxador
  • Das Hotel Príncipe Alfonso
  • Die Promenade Paseo de Sagrera

Bunte architektonische Mischung

Heute ist das Stadtbild ein Mix aus alten Gebäuden und moderner Architektur. Viele Villen und Fincas sind entweder aufwendig restauriert oder im historisch angehauchten Stil erbaut und reihen sich nahtlos in die traumhafte Kulisse Palmas ein. So liegt im Herzen der Metropole ein modernisierter Altstadtpalast aus dem 16. Jahrhundert. Hier sind drei luxuriöse Eigentumswohnungen entstanden, ohne dabei den geschichtlichen Charme der Immobilie zu zerstören. Einen Artikel über den aktuellen Immobilienmarkt auf Mallorca finden Sie hier. Auch das Hotel Misión de San Miguel steht beispielhaft für die architektonische Vielfalt Palmas. Das kleine Hotel mit der Jugendstilfassade wurde vor einigen Jahren aufwendig restauriert. Teile der Fassade und die Kellergewölbe wurden ursprungsgetreu nachempfunden und sind geben dem kleinen Hotel einen unverwechselbaren Charme.

Das Video zeigt einige der schönsten Plätze und Gebäude Palmas


Bildnachweis: © Fotolia – #1 romas_ph, Titelbild peresanz

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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