Fassade streichen: Infos, Kosten & mehr

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Wer die Fassade streichen möchte, der steht oftmals vor vielen Fragen: Selbst streichen oder den Handwerker ran lassen? Was kostet das überhaupt? Welche Farben sind die besten für die Fassade? Die wichtigsten Antworten sind hier zusammengefasst.

Welche Funktion hat die Fassade?

Die Fassade, also der Putz und die Farbe auf der äußeren Seite der Hauswand sind nicht nur zur Zierde da. Egal, um welche Hausart es sich handelt, Fertighaus oder Massivhaus: Die Hausfassade schützt das Gebäude vor äußeren Einflüssen. Dazu zählen in erster Linie Witterungseinflüsse: Regen und Schnee können gerade in Verbindung mit Sturm einen großen Schaden anrichten, sobald sie in die Hauswand bzw. ins Gebäude eindringen können. Dies hinterlässt nicht nur Schäden an der Bausubstanz, sondern auch Verschmutzungen.

Auch wenn eine Außenisolierung auf der Hauswand befestigt ist, muss die Fassade die Wand und ihre Isolierung vor Beschädigungen und äußeren Einflüssen schützen. Der Fassade kommt also eine gesonderte Funktion zu, weshalb die Farbe inklusive Putz regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf erneuert bzw. gut gepflegt werden sollte.

Wer die Fassade also neu streichen möchte, der sollte zunächst einmal prüfen, ob der Putz überhaupt noch intakt ist. Dies wird gemeinhin als Prüfung der Tragfähigkeit bezeichnet. Es wird also geschaut, ob Putz und die alte Farbe überstrichen werden können. Dafür braucht es zunächst noch keinen Fachmann – es reicht, ein Malerkrepp zu nehmen und auf die Fassade aufzudrücken. Mit einem kurzen und intensiven Ruck kann das Klebeband dann wieder von der Fassade gelöst werden. Bleiben Farbrückstände oder gar ganze Teile vom Putz an dem Klebeband haften, sollte ein Fachmann konsultiert werden. Dieser kann dann entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die Tragfähigkeit der Fassade wieder herzustellen.

Fassadensanierung: Wer die Fassade also neu streichen möchte, der sollte zunächst einmal prüfen, ob der Putz überhaupt noch intakt ist. (#01)

Fassadensanierung: Wer die Fassade also neu streichen möchte, der sollte zunächst einmal prüfen, ob der Putz überhaupt noch intakt ist. (#01)

Welche Kosten müssen einkalkuliert werden beim Fassade selbst Streichen?

Wer die Fassade selbst streichen möchte, der hat logischerweise geringere Kosten, als wenn ein Fachmann hinzugezogen wird, da die Arbeitskosten für einen Handwerker entfallen. Dennoch sind auch hier verschiedene Kosten einzukalkulieren: Zunächst einmal müssen die Arbeitsmaterialien eingerechnet werden. Dazu zählt neben der Farbe für den Anstrich ebenfalls die Grundierung sowie Abdeckfolie und diverse Werkzeuge wie Pinsel und Rolle. Ferner sollte auch beachtet werden, dass ein Fassadengerüst unbedingt vorhanden sein muss. Vor allem bei mehrstöckigen Häusern ist dies essenziell und für die Sicherheit aller Beteiligten notwendig.

Je nach Qualität der Farbe muss also mit folgenden Preisen pro Quadratmeter gerechnet werden. Ebenso wichtig ist es, einzukalkulieren, dass die Fassadenfarbe mal zwei genommen werden sollte, da ein einfacher Anstrich oftmals nicht ausreichend ist.

  • Anmieten eines Gerüstes ca. 5 Euro pro Quadratmeter
  • Abdeckfolie ca. 0,50 Euro pro Quadratmeter
  • Abklebeband ca. 1 Euro pro Rolle
  • Grundierung ca. 1 Euro pro Quadratmeter
  • Fassadenfarbe ca. 0,50 Euro pro Quadratmeter
  • Pinsel ca. 10 Euro pro Stück
  • Rolle ca. 10 Euro pro Stück

Kosten für einen Fachmann, der die Fassade streicht

Wird ein Fachmann zurate gezogen, dann sind die Kosten für das Streichen der Fassade in jedem Fall höher, da noch die Arbeitszeit mit eingerechnet werden muss. Wird mit den oben genannten Kosten ein Einfamilienhaus mit einer Fassadenfläche von etwa 180 Quadratmetern gestrichen, belaufen sich die Kosten auf rund 1300 bis 13500 Euro. Kommen Maler und Gerüstverleih und übernehmen die kompletten Arbeitsschritte, dann können rund 4000 Euro gerechnet werden. Die Arbeitskosten setzen sich dabei wie folgt zusammen:

  • Auf- und Abbau des Fassadengerüstes, ca. 1000 Euro
  • Abdeckarbeiten an Fenstern und Türen, ca. 200 Euro
  • Ausbessern des Putzes, ca. 200 Euro
  • Grundierung der Fläche, ca. 350 Euro
  • Zweimaliges Streichen der Fläche, ca. 2000 Euro

Je nach Aufwand und zusätzlichen Malerarbeiten, beispielsweise das Anmischen von bestimmten Farben, kommen weitere Kosten hinzu.

Altbausanierung: Kosten ein Einfamilienhaus mit einer Fassadenfläche von etwa 180 Quadratmetern gestrichen, belaufen sich die Kosten auf rund 1300 bis 13500 Euro. (#02)

Altbausanierung: Kosten ein Einfamilienhaus mit einer Fassadenfläche von etwa 180 Quadratmetern gestrichen, belaufen sich die Kosten auf rund 1300 bis 13500 Euro. (#02)

Welche Farbe ist die beste?

Grundsätzlich kann zwischen drei verschiedenen Arten von Farbe unterschieden werden: Zum einen gibt es Dispersionsfarbe. Diese ist gerade im Bereich von Außenfarbe leicht zu verarbeiten, was einen besonderen Vorteil darstellt, wenn Sie die Fassade selbst streichen. Dispersionsfarbe zeigt in der Regel eine geringe Spannung, sodass Risse nur selten der Fall sind. Ferner hat die Dispersionsfarbe eine wasserabweisende Wirkung und ist Co2-durchlässig. Wer sich für Silikatfarbe entscheidet, der profitiert in erster Linie von der hohen Witterungsbeständigkeit. Silikatfarbe wird auf Basis von Mineralen hergestellt und ist vor allem bei Pilz- und Algenbefall ein großer Pluspunkt: Sie zeigt sich sehr widerstandsfähig.

Silikonharzfarbe ist die Dritte im Bunde. Sie ist ebenfalls beständig bei Algen- und Pilzbefall und zeigt sich besonders deckend. Dies hat gerade bei intensiven Farbtönen des Altanstrichs besondere Vorteile. Insgesamt ist Silikonharzfarbe außerdem sehr widerstandsfähig und weist eine geringe Verschmutzungsneigung auf. Für welche Farbe Sie sich letztlich entscheiden, kommt ein wenig auf die Grundsubstanz und Ihre persönlichen Neigungen an. Wer unsicher ist, welche Farbe die passende ist, der sollte sich im Fachhandel entsprechende Auskunft bzw. Beratung holen.

Fassade streichen: Hilfe bei der Auswahl zur passenden Farbe

Vorab schon mal ein paar weiterreichende Kriterien, wann man welche Farbe fürs Fassade streichen verwenden sollte. Dispersionsfarbe ist grundsätzlich ein Alleskönner, der auf allen möglichen Untergründen anhaftet. Sie ist aber nur eingeschränkt diffusionsoffen, kann also weniger Feuchte aufnehmen und wieder abgeben. Das ist bei Silikatfarbe anders, was für eine höhere Qualität spricht. Auch die Resistenz gegen Schimmel und Bakterien ist, wie schon erwähnt, besser. Bei Dispersionsfarbe muss mit Chemie gegen Pilze und ähnliches vorgegangen werden. Nachteil bei Silikatfarbe ist allerdings, dass diese nur auf mineralischen Untergründen anhaftet. Außerdem wirkt sie ätzend und greift bei Berührung Augen und Haut an. Preislich ist die Silikatfarbe höher angesiedelt als die Dispersionsfarbe.

Wie verhält es sich nun mit der Silikonharzfarbe? Die Wasserdampfdurchlässigkeit (Diffusion) ist bei dieser Farbvariante sehr gut. Dadurch sind speziell gefährdete Fassaden vor Befall durch Folgen der Verwitterung besser geschützt. Positive Folge: Die Fassade bleibt über viele Jahre hübsch anzuschauen, fast so als wäre es neu erbaut. Gut ist auch, dass ältere Anstriche nicht entfernt werden müssen, wenn Silikonharzfarbe eingesetzt wird. Lediglich die Reinigung der Fassade ist notwendig. Deshalb ist diese Farbe auch ideal fürs Fassade streichen. Bei allen Abwägungen und vor dem Hintergrund, dass grundsätzlich alle drei Farbvarianten verwendet werden können. Großer Pluspunkt ist hierbei die Langlebigkeit der Farbe und deren schöne Außenwirkung. Wem das wichtig ist, kann beruhigt diese recht teure aber hochwertige Farbe verwenden. Eine schwierige Entscheidung? Natürlich hilft auch eine fachkundige Beratung, bevor man sich endgültig entscheidet. Das kann zum Beispiel die Firma sein, die man mit dem Fassade streichen beauftragt. Aber auch in den Baumärkten gibt es Experten, die über die nötige Erfahrung verfügen und gerne ein paar Tipps zum Besten geben.

Farbideen rund um die Fassade:

Farbkombi für die Fassade: Dunkle Grundfarbe mit weiß. (#04)

Farbkombi für die Fassade: Dunkle Grundfarbe mit weiß. (#04)

 

Buntes Haus: Hier tritt die Grundfarbe in den Hintergrund. Knallige Fensterumrandungen sind das Highlight. (#05)

Buntes Haus: Hier tritt die Grundfarbe in den Hintergrund. Knallige Fensterumrandungen sind das Highlight. (#05)

Gelb, gelb, gelb ist die komplette Fassade. Im Kontrast dazu die Türen und Fenster in ruhigen, gedeckten Farben. (#06)

Gelb, gelb, gelb ist die komplette Fassade. Im Kontrast dazu die Türen und Fenster in ruhigen, gedeckten Farben. (#06)

Kräftige Farben - jedes Haus eine andere. Hier muss man sich definitiv mit seinen Nachbarn absprechen. Dann aber gibt es einen tollen Farbenmix in der Straße. (#07)

Kräftige Farben – jedes Haus eine andere. Hier muss man sich definitiv mit seinen Nachbarn absprechen. Dann aber gibt es einen tollen Farbenmix in der Straße. (#07)

 

Welche Arbeitsschritte gilt es zu beachten?

Wer seine Fassade selbst streichen möchte, der sollte zunächst einmal einen Test der Tragfähigkeit des Altanstriches durchführen. Wie das genau geht, wurde bereits oben beschrieben. Im Anschluss daran wird die Fassage gereinigt: Wasser, Bürste und Hochdruckreiniger sind hierbei nützliche Elemente. Danach gilt es zu überprüfen, wie es sich um die Saugfähigkeit der Fassade verhält. Dazu einfach mit einem nassen Schwamm auf den Anstrich tupfen. Zieht das Wasser schnell ein, sollte die Fassade grundiert werden. Dies sorgt für einen gleichmäßigen Anstrich. Bevor es mit der Grundierung losgeht, sollten bereits die relevanten Abdeck- und Schutzmaßnahmen getroffen werden. Dazu zählt das Abkleben von Fenstern und Türen sowie sämtlichen sensiblen Bereichen. Die Grundierung wird nun großzügig auf die Fassade aufgetragen.

Danach geht es mit dem Erstanstrich weiter. Hierbei kann die Farbe – in Abhängigkeit zur Anweisung auf der Packung – noch verdünnt werden. Beim zweiten und ggf. dritten Anstrich wird die Farbe dann unverdünnt und satt aufgetragen. Es gilt, beim letzten Anstrich überkreuz zu streichen. Das heißt, dass nach einem vertikalen Anstrich noch einmal horizontal über die Farbe gestrichen wird. Auf diese Weise wird die Wand von allen Seiten mit Farbe versorgt und der Anstrich gelingt möglichst gleichmäßig.

Besondere Hinweise zum Fassade Streichen

Bei der Wahl des Farbtons sollte zunächst einmal abgeschätzt werden, wie sich die Farbe mit dem Dach des Hauses und der Fensterfarbe verträgt. (#03)

Bei der Wahl des Farbtons sollte zunächst einmal abgeschätzt werden, wie sich die Farbe mit dem Dach des Hauses und der Fensterfarbe verträgt. (#03)

Generell ist es ratsam, beim Streichen der Hausfassade darauf zu achten, dass die Temperatur und die Witterungsverhältnisse passen. Das heißt, dass gerade bei Regen oder starker Sonneneinstrahlung darauf verzichtet werden sollte, zu streichen. Dies hat den Grund, dass sowohl bei Regen als auch bei Sonne der Anstrich fleckig bzw. ungleichmäßig gelingen könnte.

Wenn es draußen zu kalt ist, ist es ebenfalls ratsam, den Fassadenanstrich zu verschieben. Das ist nicht nur praktisch für die Arbeitskräfte, sondern auch für den Anstrich selbst. Für das Streichen sollten, abhängig von den Arbeitskräften, die zur Verfügung stehen und dem handwerklichen Geschick, mehrere Tage eingeplant werden.

Bei der Wahl des Farbtons sollte zunächst einmal abgeschätzt werden, wie sich die Farbe mit dem Dach des Hauses und der Fensterfarbe verträgt. Ferner empfiehlt es sich, beim zuständigen Bauamt Erkundigungen einzuholen, ob der Bebauungsplan diverse Einschränkungen vorsieht. In manchen Siedlungsgebieten ist es die Regel, dass die Farbe für die Außenfassade oder die Ziegel vorgegeben wird. Aus diesem Grund sollten Sie sich bereits vorab darüber informieren, um hinterher böse Überraschungen zu vermeiden. Sind alle vorbereitenden Maßnahmen getroffen, kann es mit dem Streichen der Fassade losgehen. Ob Sie sich dabei Unterstützung vom Fachmann holen oder selbst ans Werk gehen, bleibt Ihnen überlassen. Fakt ist: Mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Handwerkszeug geht das Streichen der Fassade fast von alleine.


Bildnachweis: © Fotolia Titelbild: angelo.gi – #01:  mygimwali- #02: hydebrink – #03: Studio Gi – #04: schulzfoto – #05: Tiberius Gracchus – #06: poomsak – #07: eloleo

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Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

2 Kommentare

  1. Avatar

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Ich bin ja schon öfters mal im Netz auf solche Beiträge gestoßen aber dieser ist besonders originell geschrrieben.

  2. Avatar

    Sehr informativer Artikel. Besonders die Kostenaufstellung stellt sicher das nix vergessen wird. Klare Weiterempfehlung.

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