Größtes Einkaufszentrum Deutschlands: unsere Top 5

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Waren Sie schon mal im größten Einkaufszentrum Deutschlands? Im Zeitalter von Tablets und Smartphones hat das Shopping vor Ort eine ganz neue Bedeutung gewonnen. Natürlich können wir inzwischen alles, was wir brauchen, mit wenigen Klicks im Internet bestellen. Aber beim Einkaufen geht es um mehr, als möglichst schnell Konsumgüter anzuhäufen. Immer mehr Käufer erwarten heutzutage für ihr Geld nicht nur die reine Ware, sondern ein Rundum-Erlebnis für alle Sinne. Dazu gehören unter anderem:

  • eine üppige Auswahl
  • freundliche und kompetente Beratung
  • ansprechendes Ambiente.

Wie kamen die großen Einkaufszentren nach Deutschland?

All das bieten moderne Einkaufszentren im XXL-Format an einem einzigen Ort. Was viele als Erstes mit riesigen Malls in den USA in Verbindung bringen, hatte tatsächlich in Frankreich seinen Ursprung: Dort entstanden mit den Pariser Arkaden im 19. Jahrhundert die ersten Shoppingcenter für die reichsten Bürger der Stadt. Inzwischen gibt es auch in Deutschland eine schier überschaubare Zahl an Einkaufszentren – die größten erstrecken sich über nicht weniger als 125.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Vorteile solcher Zentren liegen auf der Hand:

  • Großzügige Parkfläche
  • Verschiedenste Marken und Produkte
  • Erfrischungsmöglichkeiten in nächster Nähe

Shoppingcenter von heute sind längst nicht mehr einer wohlhabenden Elite vorenthalten. Ihr Angebot reicht von exklusiven Luxusmarken bis hin zu Fastfood-Ketten. So wird das Einkaufen zu einem Event für die ganze Familie. Aber welche Adressen lohnen sich besonders? Wo finden Besucher nicht nur alle denkbaren Geschäfte, sondern können gleichzeitig auch leckeres Essen genießen und eindrucksvolle Architektur bestaunen? In diesem Artikel präsentieren wir fünf der größten und lohnenswertesten Einkaufszentren Deutschlands, die sich nicht nur durch Produktvielfalt, sondern auch durch eine ganz besondere Atmosphäre auszeichnen.

Auch eines der größten Einkaufszentren Deutschlands ist die Outletcity in Metzingen, eines der wichtigsten Factory Outlets in Europa.. Hier der Prada-Store. (Foto: shutterstock - Preisler)

Auch eines der größten Einkaufszentren Deutschlands ist die Outletcity in Metzingen, eines der wichtigsten Factory Outlets in Europa.. Hier der Prada-Store. (Foto: shutterstock – Preisler)

Outletcity in Metzingen: Das Zentrum für anspruchsvolle Kunden

Etwa eine halbe Stunde von der Stuttgarter Innenstadt entfernt liegt Outletcity Metzingen. Das Service- und Shoppingcenter nahm in den 1970er Jahren mit einem Fabrikverkauf von Hugo Boss seinen Anfang. Daraus wurde im Laufe der Jahrzehnte ein Outlet für mehr als 270 erstklassige Marken zu günstigsten Preisen. Stilbewusste Besucher, die Wert auf Qualität legen und trotzdem ihr Konto nicht zu sehr belasten wollen, können sich Rabatte von bis zu 70 % sichern. Abgesehen vom Hugo Boss Sale sind hier mehr als 270 renommierte Designerlabels vertreten, darunter:

  • Michael Kors
  • Polo Ralph Lauren
  • Tommy Hilfiger
  • Calvin Klein und viele mehr.

Rund vier Millionen Menschen aus 185 Nationen besuchen jährlich das Outletcity Metzingen, womit es zu den beliebtesten Destinationen unter den größten Einkaufszentren innerhalb Deutschlands (und sogar Europas!) zählt.

Seit den neuesten Umbauten besticht die sogenannte „Hauptstadt des Fabrikverkaufs“ nicht nur durch unschlagbare Schnäppchenpreise, sondern auch durch eine einzigartige Architekturlandschaft:

  • Quaderförmige Baukörper gruppieren sich um eine weite Grünfläche, die mit Bambushainen und Wasseranlagen zum Entspannen einlädt.
  • Einen besonderen Blickfang stellen die großflächigen Verglasungen an Eingängen und Schaufenstern dar, die in asymmetrischen Formen an die metallische Außenwand anschließen.
  • Im Innern herrscht eine offene und klare Atmosphäre, was vor allem den deckenhohen Fenstern und den perforierten Fassadenpaneelen zu verdanken ist.

Wer genug vom Shoppen und Staunen hat und hungrig geworden ist, kann aus einer breiten Palette an Gastronomie-Angeboten wählen. Neben Starbucks und MacDonald’s bietet Outletcity Metzingen auch Restaurants wie die „Zirbelstube“ oder das „Landgasthaus zur Linde“, die anspruchsvolle Gourmets mit traditioneller und internationaler Küche begeistern.

Eines der größten Einkaufszentren Deutschlands ist das CentrO in Oberhausen. Hier sieht man die U-Bahn-Station "Neue Mitte", faszinierender Dekonstruktionsstil mit herausragender Dach- und Säulenstruktur vor dem CentrO. (Foto: shutterstock - Henk Vrieselaar)

Eines der größten Einkaufszentren Deutschlands ist das CentrO in Oberhausen. Hier sieht man die U-Bahn-Station „Neue Mitte“, faszinierender Dekonstruktionsstil mit herausragender Dach- und Säulenstruktur vor dem CentrO. (Foto: shutterstock – Henk Vrieselaar)

CentrO in Oberhausen: Die Freizeitoase der Neuen Mitte

Mit über 830.000 Quadratmetern Betriebsfläche gilt das CentrO als größtes Einkaufszentrum in ganz Deutschland (dicht gefolgt vom Dodenhof-Center am Standort Ottersberg-Posthausen). Die Shopping-Mall am unteren Niederrhein befindet sich in unmittelbarer Nähe von zahlreichen Oberhausener Attraktionen wie beispielsweise:

  • die König-Pilsener-Arena
  • ein Multiplex-Kino
  • die Heinz-Schleußer-Marina mit Sea-Life-Aquarium
  • das Schloss Oberhausen
  • das Metronom-Theater.

Im Innern der Shopping-Mall verteilen sich mehr als 250 Einzelhandelsgeschäfte auf drei Etagen, die von Mode über Kosmetik bis hin zu Snacks und Erfrischungen alles bieten, was das Herz begehrt.

Das CentrO entstand Anfang der 1990er Jahre als Kernstück der „Neuen Mitte Oberhausen“. Dabei handelte es sich um ein ehemaliges Industriegelände, das sich durch verschiedene Baumaßnahmen in ein Kultur- und Freizeitzentrum verwandelte.  Die dafür investierten Projektkosten beliefen sich auf stolze zwei Milliarden DM. Im Zuge dieser Initiative dauerte es etwa vier Jahre, bis einer der größten Einkaufszentren Deutschlands im westlichen Ruhrgebiet seine Türen öffnete:

  • 1992: Beginn des Abbruchs von alten Werksanlagen
  • 1994: Grundsteinlegung am 24. September
  • Juni 1996: Inbetriebnahme der neuen Nahverkehrswege
  • September 1996: Ersteröffnung

Aus fachlicher Sicht stellt das CentrO ein Paradebeispiel für postmoderne Architektur dar. Diese Stilrichtung zeichnet sich durch eine kontrastgeladene Mischung aus historischen Elementen und neuen Interpretationsansätzen aus. Das ist innerhalb des Shoppingcenters vor allem im Bereich der Promenade zu erkennen. Die Fassaden aus Materialien wie Backstein, Putz, Stahl und Glas zeigen starke Anklänge an die Industriearchitektur, die funktionelle Aspekte in den Vordergrund stellt. Seit seiner Gründung in den 1990er Jahren wurde das CentrO immer wieder um zusätzliche Verkaufsflächen erweitert. Ab Mai 2017 fanden erneut Umbauten im Wert von 20 Millionen Euro statt. Letzte Modernisierungen betrafen vorrangig die sogenannte Coca-Cola-Oase, die mit über 1.000 Sitzplätzen als der zweitgrößte Food-Court Europas gilt. Hier finden hungrige Schnäppchenjäger eine breite Auswahl an Köstlichkeiten – von Burgern und Tacos bis hin zu Eiskrem und Waffeln.

Nicht Deutschlands größtes Einkaufszentrum, aber das älteste: das Main-Taunus-Zentrum. (Foto: shutterstock - travelview)

Nicht Deutschlands größtes Einkaufszentrum, aber das älteste: das Main-Taunus-Zentrum. (Foto: shutterstock – travelview)

Main-Taunus-Zentrum: Shopping-Erlebnis seit 1964

Im Jahr 1964 feierte die hessische Gemeinde Sulzbach ein historisches Ereignis: Am 2. Mai betraten die ersten Käufer das neu errichtete Main-Taunus-Zentrum (MTZ). Nach dem Vorbild amerikanischer Malls erstreckte sich das MTZ ursprünglich auf 40.000 Quadratmeter Fläche mit mehr als 70 Geschäften. Insgesamt kostete das älteste unter den größten Einkaufszentren Deutschlands rund 60 Millionen DM (ca. 130 Millionen Euro in heutiger Kaufkraft). Diese beachtliche Investition machte sich allerdings schnell bezahlt:

  • Im ersten Jahr erwirtschaftete das MTZ 85 Millionen DM.
  • 1975, weniger als 10 Jahre später, belief sich der Umsatz bereits auf 300 Millionen DM pro Jahr.
  • Während Käufer 1969 durchschnittlich 73 DM bei einem Besuch ausgaben, waren es 1975 schon fast 120 DM.

Der gesamte Gebäudekomplex des MTZ beruht auf einem Knochengrundriss. Dabei verbindet eine lange, gerade Einkaufsstraße die Ankergeschäfte (auch Magnetbetriebe genannt), die dem Shoppingcenter die meisten Kunden einbringen. Das Innere ist offengehalten und nur teilweise überdacht, sodass möglichst viel natürliches Tageslicht hineingelangt.

Nach der Jahrtausendwende wurde das MTZ erneut modernisiert und erweitert. Seit 2011 umfasst es mehr als 90.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, 170 Geschäfte und 4.500 Parkplätze. Auch in punkto Gastronomie hat das Center einiges zu bieten. Neben Kaffee und Eis zum Mitnehmen gibt es außerdem italienische, mexikanische oder japanische Spezialitäten zur Stärkung für den Shoppingmarathon.

Ebenfalls zu den größten Einkaufszentren Deutschlands zählt der Ruhr-Park in Bochum. (Foto: shutterstock - John-Fs-Pic)

Ebenfalls zu den größten Einkaufszentren Deutschlands zählt der Ruhr-Park in Bochum. (Foto: shutterstock – John-Fs-Pic)

Ruhr-Park in Bochum: Nachhaltig einkaufen

Kurz nachdem das Main-Taunus-Zentrum im September 1964 Premiere gefeiert hatte, öffnete im September der Ruhr-Park in Bochum seine Türen. Damit war das zweitälteste der großen Einkaufszentren Deutschlands ins Leben gerufen. Seit seiner Gründung erreichte der Ruhr-Park eine beeindruckende Wirtschaftskraft. Im Jahr 2013 beliefen sich die Zahlen auf:

  • 125.000 Quadratmeter Mietfläche, darunter 71.500 Quadratmeter Verkaufsfläche
  • Jahresumsatz von mehr als 240 Millionen Euro
  • Rund 140 Geschäfte mit über 2.500 Angestellten
  • Knapp 5.000 kostenlose Parkplätze

Von der Bochumer Innenstadt dauert es mit dem Auto etwa eine Viertelstunde bis zum Ruhr-Park. Darüber hinaus können Besucher verschiedene Buslinien mit Haltestellen in direkter Nähe nutzen. Aus Richtung Kornharpen oder Harpen ist das Shoppingcenter auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Der Anschluss an eine umweltschonende Infrastruktur spielt für den Ruhr-Park eine zentrale Rolle. Das Gesamtkonzept der Anlage legt nämlich einen besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit – und zwar in jeder Hinsicht. Dazu gehören folgende Maßnahmen:

  • Ökologische Nachhaltigkeit
    • Einsatz von wassersparenden Technologien und regenerativen Energiequellen
    • bewusste Abfallvermeidung und -trennung
    • Begrünung und Ansiedlung eines Bienenvolks auf dem Dach
  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
    • effiziente Energienutzung durch Blockheizkraftwerke
    • LED-Beleuchtung mit Wärmerückgewinnung
    • sparsamer Energieverbrauch durch Nacht- und Wochenendabsenkung
  • Soziokulturelle Nachhaltigkeit:
    • barrierefreie Zugänge im Center
    • familienfreundliche Einrichtung mit Kinderspielbereichen, Wickelräumen und Eltern-Kind Toiletten

Damit setzt der Ruhr-Park als eines der größten Einkaufszentren Deutschlands ein klares Zeichen für die Verantwortung, die moderne Wirtschaftsunternehmen in Zeiten des Massenkonsums übernehmen müssen. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Spaß und Abwechslung im Center zu kurz kommen. Ganz im Gegenteil: Insgesamt umfasst der Ruhr-Park mehr als 130 Geschäfte und über 30 kulinarische Angebote für Feinschmecker aller Art.

Boulevard Berlin: Freizeitvergnügen mit Großstadt-Flair

Last but not least darf in unserer Top 5 der größten Einkaufszentren in Deutschland natürlich auch die Hauptstadt nicht fehlen. Inzwischen gibt es in Berlin rund 70 Shoppingcenter. Darunter war das Boulevard Berlin bei seiner Eröffnung im Jahr 2012 die Nummer 63. Die moderne Mall befindet sich im Bezirk Steglitz, am ehemaligen Standort des Wertheim-Kaufhauses. Für den Neubau wurde das alte Gebäude bis auf die Grundstrukturen entkernt und mit einer Natursteinfassade umgestaltet. Die denkmalgeschützte Fassade an der Schloßstraße und ein Treppenturm des ursprünglichen Kaufhauses blieben jedoch erhalten. Des Weiteren entstand bei diesem Bauprojekt auch eine gläserne Passage zwischen dem Boulevard Berlin und dem angrenzenden Karstadt-Kaufhaus. Alles in allem kosteten die Baumaßnahmen nach Plänen der Architekten Ortner & Ortner fast 400 Millionen Euro. Dafür ist das Boulevard Berlin mit 76.000 Quadratmetern Verkaufsfläche nach den Gropius-Passagen nun das zweitgrößte Einkaufszentrum in der deutschen Hauptstadt. Zu den ansässigen Geschäften zählen unter anderem:

  • Kleidung: Orsay, Only, Esprit, Promod, Walbusch
  • Schuhe: Deichmann, Reno, Shoe City,
  • Schmuck: Pandora, Bijou Brigitte, Christ
  • Drogerie: L’Occitane en Provence, Reformhaus, Douglas
  • Elektro: Vodafone, O2, Saturn
  • Lebensmittel: Edeka, Karstadt, DM-Markt

Wie der Name bereits verrät, erinnern die weitläufigen Promenaden im Innenbereich des Boulevard Berlins an die klassischen Boulevard-Straßen der Jahrhundertwende. Außerhalb lädt der gegenüberliegende Harry-Breslau-Park dazu ein, nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel im Grünen zu relaxen. Wer sich vorher noch eine Stärkung gönnen möchte, kann in der 3.500 Quadratmeter großen Gastro-Lounge den Ausblick auf den Park genießen.

Im Vergleich zu abseits gelegenen Shoppingcentern fallen die Parkmöglichkeiten rund um das Boulevard Berlin eher beschränkt aus: Über die Schildhornstraße gelangen Autofahrer zu einem Parkhaus mit 850 Plätzen. Dafür lässt sich die Location ganz einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen: Bis zum U-Bahnhof Schloßstraße (U9) und zur S-Bahn-Station Feuerbachstraße (S1) sind es nur wenige Gehminuten. Damit bietet das Boulevard Berlin eine ideale Option für alle, die einen unkomplizierten und entspannten Shopping-Ausflug in einem der größten Einkaufszentren Deutschlands mitten im Großstadttrubel erleben möchten.

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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