Naturböden: Natürlich wohnen mit Dielen, Parkett und Kork

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Naturböden aus Holz sind als natürliche Bodenbeläge heute wieder angesagt. Dabei bieten Kork und Holz unschätzbare Vorteile und tragen zu einem gesunden Wohnklima bei.

Naturböden im Haus: Kriterien für die Auswahl

Naturböden sind als Alternativen zu den lange Zeit üblichen Bodenbelägen wie PVC oder Teppichboden heute wieder angesagt. Im Vordergrund steht dabei nicht nur der Wunsch nach einem gesunden Wohnen, sondern auch nach einem langlebigen Fußboden, der auch härteren Belastungen mit möglichst geringem Abrieb standhält. Ästhetisch, robust, gesund und gut für das Raumklima: Alle diese Ansprüche können Böden aus Holz und Kork mit Leichtigkeit erfüllen. Wichtig ist bei der Auswahl aber, auf einige Punkte zu achten.

In vielen Neubauten ist die Fußbodenheizung Standard, in Altbauten hingegen nicht immer. ( Foto: Shutterstock- Photographee.eu )

In vielen Neubauten ist die Fußbodenheizung Standard, in Altbauten hingegen nicht immer. ( Foto: Shutterstock- Photographee.eu )

Drei wichtige Aspekte für die Auswahl der passenden Naturböden

Die Frage ist nicht nur, ob hochwertige Massivholzdielen, ein Parkett, Laminat oder ein Fußboden mit Korkbelag in die Wohnräume kommen sollen.

Bei der Auswahl der passenden Naturböden sind einige Punkte wie diese zu beachten:

  1. Abriebklasse

    Die Abriebklasse gibt an, wie belastbar die Naturböden sind. Daraus wiederum können Rückschlüsse darauf gezogen werden, für welche Wohnbereiche die einzelnen Bodenbeläge gedacht sind. Dabei gilt: Je höher die Abriebklasse, desto stärker belastbar ist der Boden. Die Abriebklasse 21 eignet sich für Schlafzimmer und Abstellkammern und somit für Räume, die weniger stark frequentiert sind. Anders die Abriebklasse 23, die für alle stark beanspruchten Böden infrage kommt und in Fluren und Küchen ideal ist. In Wohn- und Kinderzimmern sollte wenigstens die Abriebklasse 22 verlegt werden.

  2. Fußbodenheizung

    In vielen Neubauten ist die Fußbodenheizung Standard, in Altbauten hingegen nicht immer. Gleichzeitig gilt, dass nicht alle Naturböden für die Fußbodenheizung infrage kommen. Wer also zum Beispiel Dielen verlegen will, sollte sich vorab erkundigen, ob die anvisierten Dielen für eine Nutzung mit der Fußbodenheizung geeignet sind.

  3. Räume

    Nicht in jedem Raum sind Naturböden wirklich geeignet. Wer zum Beispiel einen Hauswirtschaftsraum ausstatten möchte, wird sicherlich kaum auf Holz setzen, hier sind Fliesen meist die bessere Wahl. Auch wenn Holzböden mittlerweile auch feuchtigkeitsbeständig sind, eignen sie sich nicht für wirkliche Nässe, wie sie zum Beispiel von herabtropfender Wäsche regelmäßig auftritt.

Neben den genannten Auswahlkriterien ist es natürlich auch die Optik, die bei einem geplanten Kauf von Bodenbelägen im Fokus steht. Außerdem muss der Fußboden zum Gebäude passen: Ein Fachwerkhaus, das aufwendig restauriert wurde, braucht keinen Stilbruch durch Bodenbeläge, die aus Kunststoff hergestellt wurden. Auch Altbauten mit hohen Wänden und Stuck an den Decken brauchen einen Holzboden, der die gesamte Optik unterstreicht und dafür sorgt, dass sich die Bewohner wie in eine andere Zeit zurückversetzt fühlen.

In Neubauten hingegen haben die Bauherren völlig freie Hand und können entscheiden, ob sie sich für klassische oder moderne Bodenbeläge entscheiden. Im Sinne eines gesunden Wohnklimas sollte die Entscheidung aber immer zugunsten natürlichen Bodenbeläge fallen.

Dielen sind zum Wohnen ideal und eignen sich für jeden Wohnbereich. ( Foto: Shutterstock-Robert Kneschke )

Dielen sind zum Wohnen ideal und eignen sich für jeden Wohnbereich. ( Foto: Shutterstock-Robert Kneschke )

Naturböden im Überblick: Vor- und Nachteile

Natürliche Bodenbeläge erfreuen sich größter Beliebtheit und werden vor allem durch Parkett dargestellt. Es strahlt eine gewisse Behaglichkeit beim Wohnen aus, wird aus Holz und damit aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt.

Außerdem ist Parkett sehr langlebig und wirkt sich auf die Immobilie wertsteigernd aus. Auch andere Bodenbeläge wie Dielen oder Laminat haben ihre Vorteile, wobei Dielen schon vor Jahrhunderten in den Häusern verlegt wurden. Auch heute noch wohnen viele Menschen in alten Gebäuden, die noch über die klassischen Dielen aus Massivholz verfügen.

Eine Besonderheit stellen die sogenannten Schlossdielen dar, die früher in den Häusern der Adligen verbaut wurden. Sie sind robust und können sogar mehrfach abgeschliffen werden. Damit wirken sie immer wieder wie neu.

Parkett ist einfach zu verlegen und verbleibt formstabil nach der Verlegung. ( Foto: Shutterstock-Photographee.eu )

Parkett ist einfach zu verlegen und verbleibt formstabil nach der Verlegung. ( Foto: Shutterstock-Photographee.eu )

Vor- und Nachteile verschiedener Naturbodenbeläge

Einen großen Nachteil haben mittlerweile fast alle Naturböden: Die Preise für den Rohstoff Holz sind explodiert und damit können zwar sehr hochwertige, aber doch teure Holzfußböden verbaut werden.

Sicherlich gibt es zwischen den einzelnen Arten der Bodenbeläge aus Holz und Kork preisliche Unterschiede, doch die Preise von heute sind nicht mehr mit denen von vor zwei oder drei Jahren zu vergleichen. Dennoch stellen Naturböden eine lohnenswerte Investition dar.

Hier einmal die Vor- und Nachteile der verschiedenen Naturböden auf einen Blick:

  • Parkett (z. B. aus Eichenholz)

    Pro: Parkett ist einfach zu verlegen und verbleibt formstabil nach der Verlegung. Die natürliche Optik lässt ein angenehmes Wohnen zu.
    Kontra: Der Pflegebedarf ist bei Parkett hoch, eine teilweise Ausbesserung ist nicht möglich. Das Abschleifen ist ebenso wie die Anschaffung kostenintensiv.

  • Dielen

    Pro: Dielen sind zum Wohnen ideal und eignen sich für jeden Wohnbereich. Sie sind beständig und zeigen eine hohe Wertigkeit.
    Kontra: Die Verlegung von Dielen ist nicht ganz einfach, eine teilweise Ausbesserung bei Schäden ist nicht möglich. Nicht alle Dielen sind für die Fußbodenheizung geeignet.

  • Korkboden

    Pro: Kork lässt eine gute Schallisolierung zu, wirkt warm und eignet sich für das gemütliche Wohnen. Außerdem lassen sich verschiedene Optiken mit Kork erzeugen.
    Kontra: Schwere Möbel können Abdrücke erzeugen, Kork ist zudem nicht beständig gegen dauerndes Sonnenlicht. Außerdem eignet sich dieser Bodenbelag nur bedingt für die Nutzung mit der Fußbodenheizung.

     Kork lässt eine gute Schallisolierung zu, wirkt warm und eignet sich für das gemütliche Wohnen. ( Foto: Shutterstock- OlgaKhorkova )

    Kork lässt eine gute Schallisolierung zu, wirkt warm und eignet sich für das gemütliche Wohnen. ( Foto: Shutterstock- OlgaKhorkova )

Noch einige Worte zu Kork als Bodenbelag: Kork wird meist in Form klassischer Fliesen verlegt und hier mit dem Untergrund verklebt und versiegelt. Eine Dehnungsfuge ist wichtig, weil der Werkstoff arbeitet. Diese Dehnungsfuge wird häufig als nachteilig empfunden, weil sie die Optik ein wenig stört.

Gleichzeitig ist Kork wunderbar für alle geeignet, die gern barfuß in der Wohnung laufen, denn der Werkstoff isoliert optimal gegen Bodenkälte. Inzwischen ist Korkfußboden sogar als Fertigparkett erhältlich und kann dank einfacher Klicksysteme selbst verlegt werden. Der Untergrund muss dafür allerdings absolut eben sein.

Ein natürlicher Bodenbelag ist der Traum vieler Bauherren bzw. derjenigen, die eine Wohnung einrichten wollen. ( Foto: Shutterstock- Dariusz Jarzabek_)

Ein natürlicher Bodenbelag ist der Traum vieler Bauherren bzw. derjenigen, die eine Wohnung einrichten wollen. ( Foto: Shutterstock- Dariusz Jarzabek_)

Wohnen mit Holz: Naturböden in jedem Raum?

Ein natürlicher Bodenbelag ist der Traum vieler Bauherren bzw. derjenigen, die eine Wohnung einrichten wollen. Doch ist der Korkboden als Alternative zum Echtholzboden wirklich für jeden Raum geeignet? Und ist ein Laminat nicht doch die bessere Wahl, weil es pflegeleichter und kostengünstiger ist?

Viele Fragen stellen sich bei der Auswahl der passenden Bodenbeläge, gleichzeitig zeigen sich dabei zahlreiche Vorurteile. Teilweise wird zum Beispiel davon ausgegangen, dass Holzböden nicht für Küche und Bad geeignet sind, weil sie durch die dauernde Feuchtigkeit sowie durch eventuelle Nässe Schaden nehmen könnten. Im Grundsatz stimmt das, doch nicht immer und nicht in jedem Fall.

Mit einer modernen Oberflächenbehandlung ist es beispielsweise möglich, einen Holzboden auch in Feuchträumen zu verlegen. Wer jedoch mit wahren Fluten rechnen muss, weil zum Beispiel die Waschmaschine in dem Raum steht, sollte die Wahl des Bodenbelags gut überdenken. Ständige Nässe kann auch durch gut und scheinbar ausreichend behandelte Oberflächen dringen und das Holz nach und nach zerstören.

Wichtig ist daher (und das, egal in welchem Raum), dass Pfützen auf Böden aus Holz am besten direkt weggewischt werden sollten. Sobald sich eine stehende Wasserlache zeigt, kann sich hier die Eintrittspforte für Feuchtigkeit bilden, die den Fußboden zerstört.

Ebenfalls wichtig: Lack ist sehr empfindlich gegen Kratzer. Sind diese sehr tief, kann Feuchtigkeit besonders leicht eindringen und es kommt zu unschönen Flecken. Tiefe Kratzer können nicht ausgebessert werden, hier hilft nur das Abschleifen der gesamten Oberfläche mit anschließender Neulackierung. In einem stark frequentierten Raum bzw. einem Raum, in dem der Fußboden stark belastet wird, sollte daher eine entsprechende Abrieb- oder Nutzungsklasse gewählt und die Oberfläche des Naturbodens gut im Blick behalten werden.

Wenn das Risiko für Wasserschäden am Naturboden zu hoch ist, kann Vinyl eine Alternative sein. Dabei gibt es Optiken, die dem Original Holzboden zum Verwechseln ähnlich sehen, die aber doch deutlich wasserbeständiger sind.

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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