Solarrechner für deutsche Dächer: Wann lohnt es sich?

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Die Selbstversorgung durch Sonnenenergie ist der Traum vieler Hausbesitzer. Doch nicht immer lohnt sich die teure Photovoltaik-Anschaffung. Der Solarrechner gibt Aufschluss darüber, ob die Investition Sinn macht.

Worauf kommt es an?

Die Effizienz einer Photovoltaik-Anlage hängt von den genauen Bedingungen ab. Der Solarrechner beinhaltet alle wesentlichen Faktoren, allen voran natürlich die Dachfläche, denn logischerweise gilt: Je größer das Dach, desto mehr Kollektoren können eingesetzt werden – und umso größer ist die eingefangene Strahlung. Doch auch die Ausrichtung des Hauses (bzw. des Daches) sowie die Dachneigung sind wichtige Koeffizienten. Ein nach Norden ausgerichtetes Dach eignet sich grundsätzlich nie für den Einsatz von Photovoltaik, in Richtung Süden gilt das Gegenteil – von dort scheint die Sonne nämlich am stärksten.

Auch bei der Dachneigung gelten die Regeln der Physik: Je flacher das Dach, desto steiler erreichen die Sonnenstrahlen die Kollektoren. Da die Strahlung bei senkrechter Strahlung, also 90 Grad, am stärksten ist, sind flache Dächer die beste Wahl. Je nach Standort können sich jedoch auch steile Dächer mit über 60 Grad Neigung lohnen; hierbei spielt die geographische Lage eine entscheidende Rolle. So macht es einen großen Unterschied, ob sich das Haus im sonnigen Breisgau oder im verregneten Spessart befindet. Die Devise „Lage, Lage und Lage“ ist somit nicht nur für die Attraktivität von Immobilien von Bedeutung, sondern auch für Photovoltaik-Interessenten.

In welchen Regionen lohnt sich die Photovoltaik am meisten?

Dazu lohnt sich ein Blick auf die sonnigsten Städte Deutschlands. Freiburg (im erwähnten Breisgau) führt die Liste an; nicht ohne Grund gilt die Stadt nahe Frankreich als Ort mit extrem hoher Lebensqualität. Das Wetter spielt für das Empfinden schließlich eine große Rolle. Ebenfalls positiv reagiert der Solarrechner auf Nürnberg, Augsburg und Stuttgart, da dort jährlich bis zu 1.700 Sonnenstunden gezählt werden. Der Süden Deutschlands scheint also klar im Vorteil zu sein; das Wohnen in der Großstadt ist in Bayern und Baden-Württemberg keine günstige, dafür aber eine sonnige Angelegenheit. Karlsruhe, München, Mannheim und Ludwigshafen bestätigen das, da sie ebenfalls in den Top 10 liegen. Einzig Rostock ganz im Norden sorgt hier für eine kleine Überraschung.

Welche Ersparnisse und Einnahmen sind möglich?

Der Solarrechner offenbart klare Zahlen. Unter guten Voraussetzungen, also 150 qm Dachfläche mit flachem Dach und Südausrichtung, können deutsche Solarbetreiber jährlich über 15.000 kWh Strom erzeugen. Wird der eigene Verbrauch damit übertroffen, kann der Überschuss ins Netz eingespeist werden – mehr als 1.000 Euro jährlich können damit verdient werden. Die Amortisation ist damit nach wenigen Jahren erledigt und der Strom kann mit gutem Gewissen verbraucht werden.

Tipp: Sonne hilft auch im Garten aus

Zum Abschluss noch eine Empfehlung abseits des Solarrechners. Wie neulich berichtet, kann die Sonne auch zum Pool-Vergnügen im Sommer beitragen. Mit Solarfolien für den Pool kann die Sonne nämlich genutzt werden, um das Wasser tagsüber aufzuheizen – ganz ohne Stromkosten. Schönes Wetter vorausgesetzt, reicht die Sonnenwärme aus, um das Wasser bis zum späten Nachmittag oder frühen Abend auf angenehmen Temperaturen zu halten. Positiver Nebeneffekt: Die Folie schützt vor Verschmutzungen und lässt den Pool noch einladender erscheinen.


Bildnachweis: © Titelbild: only_kim

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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