Tapete kleben: So tapezieren Sie Ihre Räume einfach selbst

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Durch eine neue Tapete richten Sie Ihre Räume modern und ansprechend ein. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie selbst die Tapete kleben können. So gestalten Sie Ihr Zuhause selbst und außerdem sparen Sie dabei hohe Kosten für die Handwerker.

Tapete kleben: Das mache ich selbst!

Viele Menschen erledigen kleinere Renovierungsaufgaben gerne selbst. Zum einen macht es Spaß, die Räume selbst zu gestalten. Zum anderen lassen sich auf diese Weise hohe Kosten für die Handwerker einsparen. Bevor Sie die Tapete kleben, sollten Sie sich jedoch genau darüber informieren, wie Sie dabei vorgehen müssen. Denn nur, wenn Sie die richtige Technik anwenden, sind hochwertige Ergebnisse zu erwarten. Die folgende Anleitung stellt vor, wie Sie in Ihren Räumen die Tapete richtig kleben.

Tipps zur löcherlosen Wandgestlatung

Bei den Überlegungen zur richtigen Wahl der Tapete müssen einige Punkte berücksichtigt werden. Dabei geht es nicht nur um die Wand an sich, sondern um das gesamte Zimmer. Welcher Gesamteindruck soll am Ende entstehen? Hierzu gehört auch immer die entsprechende Einrichtung und der passende Dekor. In jedem Raum machen sich Bilder und Fotos als persönlicher Touch besonders gut. Damit hierfür nicht die neue Tapete vollkommen durchlöchert werden muss, haben wir zwei Life-Hacks ausfindig gemacht.

Hack #1: Bilderkrallen erschaffen Fotopinnwände

Mithilfe von Bilderkrallen kann man ganz ohne Nagel und Hammer eine kleine Bilderkollage auf der neuen Tapete aufbringen:

Hack #2: Magnetkrallen als Dekoelement

Auch Magnetkrallen funktionieren hammer-frei und nutzen eine spezielle Technik mit Neodym-Magneten. Sie selbst sind in silberner Farbe ein modernes Dekoelement:

Die Auswahl der richtigen Tapete

Im Prinzip sind Sie bei der Auswahl der Tapeten recht frei. Allerdings kann die Wahl, die Sie dabei treffen, einen großen Einfluss auf den optischen Eindruck der Räume haben. Daher ist es sinnvoll, einige grundlegende Aspekte zu berücksichtigen. Beispielsweise empfehlen sich für kleine Räume helle Tapeten, da sie auf diese Weise optisch größer wirken. Dunkle Tapeten machen einen großen Raum hingegen gemütlicher und wohnlicher.

Bei sehr niedrigen Räumen bieten sich senkrechte Streifen an, da diese für einen höheren Eindruck sorgen. Ist die Zimmerdecke hingegen sehr hoch, empfehlen sich waagerechte Streifen. In der Küche, im Bad, im Flur und im Kinderzimmer ist die Wandverkleidung hohen Belastungen ausgesetzt. Daher empfiehlt sich hier die Verwendung von robusten und abwaschbaren Tapeten. Es gibt auch Modelle, die Sie streichen können. So gestalten Sie den Raum in Alpinaweiß oder in einem anderen ansprechenden Farbton.

Viele Menschen erledigen kleinere Renovierungsaufgaben gerne selbst. Zum einen macht es Spaß, die Räume selbst zu gestalten. Zum anderen lassen sich auf diese Weise hohe Kosten für die Handwerker einsparen. (#01)

Viele Menschen erledigen kleinere Renovierungsaufgaben gerne selbst. Zum einen macht es Spaß, die Räume selbst zu gestalten. Zum anderen lassen sich auf diese Weise hohe Kosten für die Handwerker einsparen. (#01)

Die Menge berechnen

Bevor Sie die Tapete kleben, sollten Sie bereits alle Tapetenrollen einkaufen, die Sie für den entsprechenden Raum benötigen. Denn wenn Sie später weitere Rollen nachkaufen müssen, ist es nicht gewährleistet, dass noch genau die gleichen Chargen vorrätig sind. Selbst minimale Farbunterschiede machen sich dann negativ bemerkbar. Um die richtige Menge zu berechnen, müssen Sie den Umfang des Raums mit der Höhe multiplizieren und diesen Wert dann durch fünf teilen. Da es dabei immer wieder zu einem gewissen Verschnitt kommt, sollten Sie dabei lieber etwas großzügig rechnen.

Bei gemusterten Tapeten müssen Sie außerdem die Rapportlänge berücksichtigen. Dieser Wert gibt an, wie viel Verschnitt auftreten kann, um die Muster passend zusammenzusetzen. Obwohl Türen und Fenster selbstverständlich nicht tapeziert werden, ist es nicht empfehlenswert, diese Flächen bei der Bedarfsermittlung abzuziehen. In diesen Bereichen ist der Verschnitt in der Regel besonders hoch, sodass etwa die gleiche Menge an Tapetenbahnen notwendig ist wie bei einer ebenen Wand.

Die notwendige Ausrüstung

Wenn Sie die Tapeten kleben möchten, benötigen Sie dafür unbedingt einen Tapeziertisch. Dieser sollte so lang sein, dass Sie die kompletten Bahnen darauf auslegen können. Wenn Sie diese Aufgabe nur gelegentlich durchführen, ist es nicht notwendig, gleich einen neuen Tisch zu kaufen. In den meisten Baumärkten können Sie diesen auch ausleihen. Darüber hinaus benötigen Sie einen Bleistift, ein Cuttermesser, einen Zollstock, ein Senklot und einen Quast. Des Weiteren sollten Sie über einen Kunststoffeimer, einen Nahtroller, eine Tapezierbürste sowie über eine Tapezierleiste verfügen.

Video: Raufaser tapezieren für Anfänger

Tapezieren: So gehen Sie vor

  • Zuschneiden:
    Im ersten Arbeitsschritt müssen Sie die Tapetenbahn auf die richtige Länge bringen. Dabei müssen Sie sich an der Höhe der Wand orientieren. Bei gleichmäßig gestalteten Tapeten ist es ausreichend, etwa fünf bis zehn Zentimeter zusätzlich für den Verschnitt einzuberechnen. Sollten Sie jedoch gemusterte Modelle verwenden, ist es wichtig, die Rapportlänge zu berücksichtigen. Um die Bahnen zuzuschneiden, rollen Sie sie einfach auf dem Tapeziertisch aus und markieren mithilfe eines Zollstocks die richtige Länge. Danach setzen Sie die Schiene an und sorgen mit dem Cuttermesser für einen sauberen Schnitt.
  • Kleister anbringen:
    Danach müssen Sie das Papier einkleistern. Dazu rühren Sie zunächst den Kleister in einem Eimer an und tragen ihn danach mit einem Quast auf. Achten Sie darauf, insbesondere die Ränder gut einzukleistern. Bevor Sie die Tapeten anbringen, müssen sie eine gewisse Zeit weichen. Wie lange das Einweichen dauern sollte, steht auf der Verpackung.
  • Ausloten:
    Damit die Tapete einen guten Eindruck macht, müssen Sie sie genau senkrecht anbringen. Daher besteht der nächste Arbeitsschritt darin, die erste Tapetenbahn auszuloten. Dazu dient das Senklot. Damit Sie dabei die Unebenheiten noch ausgleichen können, sollten Sie die erste Bahn stets mit einem kleinen Überstand zur Decke anbringen.
  • Bahnen anbringen:
    Wenn Sie die Tapete kleben, sollten Sie immer in der Mitte beginnen. Richten Sie die Bahn zunächst senkrecht aus. Dabei ist es jedoch nur das erste Mal notwendig, sie auszuloten. Anschließend können Sie sich an den bereits vorhandenen Bahnen orientieren. Drücken Sie das Papier von der Mitte aus an und achten Sie darauf, dass keine Blasen entstehen.
  • Die Nähte bearbeiten:
    Die Nähte zwischen den einzelnen Tapetenbahnen müssen Sie besonders gut verkleben. Sonst öffnen sie sich und die Wand wirkt sehr unschön. Hierfür gibt es spezielle Nahtroller, mit denen Sie den Übergang anpressen können. Allerdings sollten Sie bei Strukturtapeten darauf achten, den Roller nicht zu fest anzudrücken.
  • Trocknen:
    Der letzte Arbeitsschritt besteht darin, die Tapete trocknen zu lassen. Vermeiden Sie dabei Zugluft und allzu starke Hitze.

Video: Tapezieren einer Ecke

Besondere Herausforderungen: Ecken und Fensternischen

Wenn Sie die Tapete kleben, kann eine Ecke oder eine Fensternische Sie vor eine große Herausforderung stellen. Daher ist hier die richtige Vorgehensweise sehr wichtig. An Innenecken ist es notwendig, die Tapetenbahn vor dem Kleben in der Breite so zuzuschneiden, dass sie genau in der Ecke endet. Messen Sie dafür an mehreren Stellen, nachdem Sie die vorletzte Bahn angebracht haben. Sollte es sich um eine Außenecke handeln, können Sie im Prinzip einfach um die Ecke herum kleben – allerdings nur, wenn die Kante gerade verläuft.

Sollten die Handwerker hier nicht ganz exakt gearbeitet haben, führt das dazu, dass die Naht nicht mehr senkrecht verläuft. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Tapete zunächst über die Ecke hinausstehen zu lassen und anschließend mit der Leiste und dem Cuttermesser abzuschneiden. Bei Fensternischen kleben Sie die Tapeten seitlich einfach um die Ecke, sodass sie die Laibung bedecken. Dazu müssen Sie die Bahnen seitlich einschneiden. Anschließend führen Sie einen senkrechten Schnitt in Verlängerung der Laibungskante durch. Die Bahnen oberhalb des Fensters müssen Sie etwas länger zuschneiden, sodass sie auch den Fenstersturz ausfüllen. Auch hier kleben Sie einfach um die Ecke.

Bevor Sie die Tapete kleben, sollten Sie bereits alle Tapetenrollen einkaufen, die Sie für den entsprechenden Raum benötigen. (#02)

Bevor Sie die Tapete kleben, sollten Sie bereits alle Tapetenrollen einkaufen, die Sie für den entsprechenden Raum benötigen. (#02)

Tapete kleben an der Decke: Das müssen Sie beachten

Wenn Sie Ihre Tapete kleben, soll diese häufig auch die Decke bedecken. Das Tapezieren ist dabei jedoch besonders schwierig. Daher ist es ratsam, diese Aufgabe stets zu zweit durchzuführen. Während Sie die Bahnen andrücken, hält Ihr Helfer die noch nicht verklebten Teile in die Höhe. Tapezieren Sie immer zuerst die Decke, da diese Arbeiten die Wände verunreinigen können.

Vliestapeten erfordern eine andere Vorgehensweise

Vliestapeten stellen eine immer beliebtere Alternative zur Papiertapete dar. Der Grund dafür liegt darin, dass diese besonders einfach anzubringen sind. Wenn Sie diese Art von Tapete kleben, bringen Sie den Kleister nicht auf der Tapetenbahn an, sondern direkt auf der Wand. Außerdem ist keine Einweichzeit erforderlich. Nach dem Einkleistern drücken Sie die Vliestapeten einfach auf die Wand.

Tapeten streichen: Alpinaweiß und weitere interessante Farben

Viele Tapeten – insbesondere Raufasertapeten – erlauben es, sie nach dem Tapezieren zu streichen. Sehr beliebt ist es, hierfür Alpinaweiß zu verwenden. Das sorgt für leuchtend helle Räume. Sie können jedoch auch viele weitere Farbtöne auswählen. So gestalten Sie Ihre Wohnung ganz individuell.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: ViDi Studio -#01: Phovoir  -#02: Phovoir

1 Kommentar

  1. Klaus Müller-Stern am

    Hallo

    Einfach mal tapezieren, naja.
    Es kommt nicht nur aufs handwerkliche Geschick an sondern auch auf die Materialien die man an die Wand bringen will.

    Die eine Tapete benötigt mehr Einwirkzeit nach dem einkleistern die andere Tapete ist total durchgeweicht und reißt wenn man zulange wartet bis man die Bahn an die Wand bringt.

    Auch hier spielt der Preis wie meistens eine Rolle. Zu günstige Tapeten sind halt meistens auch viel dünner und reißen einfach schneller als qualitativ hochwertigere.

    Noch etwas. Wenn ihr Tapeten nehmt mit großem Muster habt ihr sehr viel Verschnitt, das kann sich bei den Kosten schon sehr bemerkbar machen.

    Ein Markenkleber hat seine Vorteile also da sollte man nicht sparen. Die Wand vorher zu grundieren ist ebenfalls wichtig. Das merkt ihr spätestens, wenn ihr die Tapete wieder entfernen möchtet.

    Viel Spaß beim renovieren