Immobilien in Kanada: in Ferienwohnung, Ferienhäuser, Gewerbeimmobilien oder Grundstücke investieren?“

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Die Bayerische Ärzteversorgung ( BÄV ) erwarb im Februar 2014 eine von mehreren Immobilien in Kanada. Das Geschäft wurde von LaSalle Investment Management vorbereitet. Der Kaufpreis für das Logistikobjekt in Toronto lag bei 25 Millionen Euro. Für die Bayerische Ärzteversorgung ist das ein guter Deal, denn Schenker of Canada hat das 36.000 Quadratmeter große Objekt langfristig angemietet.

Bayerische Ärzteversorgung (BÄV) auf Einkaufstour

Die BÄV erteilte der LaSall das globale Immobilienmandat bereits Ende 2013, so dass LaSall die Sale-Lease-back-Transaktion arrangieren konnte. Der Investment Manager LaSalle hat gleich mehrere Objekte für die Bayerische Ärzteversorgung erfolgreich erworben.

Bereits im Juli 2014 erhielt die BÄV über LaSalle ein Geschäftshaus in Amsterdam. Kaufpreis: rund 80 Millionen Euro. Dezember 2014 fügte LaSalle noch eine japanische Immobilie hinzu. Es ist der Wohnkomplex Umeda Excel Heights im japanischen Bezirk Osaka. Alle 411 Apartments des Wohnkomplex sind vermietet, vor allem an das Unternehmen Sigma Japan. Das Objekt ist zudem sehr verkehrsgünstig an den Bahnhöfen Nakazakicho und Umeda in der Präfektur Osaka gelegen.

Der Wohnkomplex in Osaka ist das letzte von insgesamt sieben Objekten, welche LaSalle für die Bayerische Ärzteversorgung akquirierte. Der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) gehören insgesamt zwölf Versorgungsanstalten an, darunter auch die BÄV.

Kanadas Immobilienmarkt ist in Bewegung

Es ist noch gar nicht so lange her, dass man von der Immobilienblase in den USA las. Auch in Kanada ist der Immobilienmarkt in den letzten Jahren in Bewegung gekommen. Von daher verwundert es schon, wenn die Bayerische Ärzteversorgung in eine Immobilie in Kanada investiert.

Das Manager Magazin berichtete Anfang 2013 von einem instabilen Immobilienmarkt in Kanada. Der Häusermarkt in USA hatte sich nach den Erschütterungen gerade wieder erholt, als in Kanada nach einem enormen Preisschub plötzlich und völlig unerwartet die Nachfrage nach Immobilien zurückging. Die Immobilienmakler Kanadas reagierten sehr sensibel; allerorts befürchtete man eine Rezession.

Robert Shiller sorgt sich

Robert Shiller erlangte traurige Berühmtheit, als er den Immobilien-Crash in USA voraussagte. Die Bewegungen auf dem Immobilienmarkt in Kanada haben Robert Shiller erneut auf den Plan gerufen. Seine Unkenrufe gelten nun dem Land im Norden. Dieses Mal spricht er von einem Crash im Zeitlupen-Tempo, der jedoch dem Muster der USA folgen soll. Viele ließen seinen Ruf verhallen, doch holte sie im Dezember 2012 die Wirklichkeit wieder ein. Die Häuserverkäufe gingen im Jahresvergleich um sage und schreibe zwanzig Prozent zurück, wie der Maklerverband in Toronto mitteilte.

Während man noch in der ersten Jahreshälfte eine Zunahme der Hausverkäufe registriert habe, überstiegen die Rückgänge die Zuwächse bei weitem. Das Jahr 2012 brachte also dem kanadischen Immobilienmarkt de facto einen Rückgang ein. In offiziellen Kreisen sprach man auch von einer Rutschpartie, die zum Dezember hin noch an Fahrt gewann.

Ausverkauf der Westside-Immobilien in Vancouver

Betrachtet man diese Entwicklung nicht nur auf der Ebene des Gesamtmarktes in Kanada, sondern auch auf der Ebene einzelner, lokaler Märkte, werden die Ausmaße der Schwankungen des kanadischen Immobilienmarktes sichtbar. In Vancouver beispielsweise gingen die Hausverkäufe innerhalb eines Monats, nämlich von November auf Dezember, um etwa 32 Prozent zurück. Das entspricht auch dem Rückgang im Jahresvergleich.

In der Westside von Vancouver standen damals etwa 700 Immobilien zum Verkauf. Der Kaufpreis lag für jede der Immobilien über einer Million Dollar. Von diesen 700 Immobilien wurdem im Monat Dezember nur 49 verkauft.

Lange Zeit galt die Westside von Vancouver als das Reichenviertel schlechthin. Man fand dort Holzbarone, eingewanderte chinesische Millionäre und vermögende Immobilienmakler. Und der Zuzug dieser Klientel hielt beständig an. Doch damit schien es nun vorbei zu sein. Wie es zu dem Rückgang der Nachfrage und dem damit verbundenen Überangebot an Immobilien kommen konnte, auf diese Frage hatte der Maklerverband in Toronto keine Antwort parat.

Stattdessen bemühte man die Arithmetik. Die angebotenen 700 Immobilien reichen für vierzehn Monate. Insgeheim richtete man seinen Blick auf die kommende Frühjahrssaison. Besonders schlimm traf es auch die Einfamilienhäuser in Vancouver. Einfamilienhäuser verloren extrem an Wert; man konnte praktisch zusehen. Pro Monat lag der Wertverlust bei etwa einem Prozent des Werts. Diese Zahl stammt von dem bekannten Immobilien-Blogger Garth Turner. Ob dies allerdings der von Robert Shiller avisierte Zeitlupen-Crash ist, muss man ofen lassen.

Immobilien in Toronto: Verkäufe rückläufig

Auch in der Finanzhauptstadt Kanadas, in Toronto, sind die Verkäufe stark rückläufig. Dort hält die Entwicklung bereits neun Monate an. Auch hier in Toronto ist man mit einer solchen Entwicklung des marktes nicht vertraut und reagiert ebenso überrascht wie besorgt.

Edmonton in der Ölsand-Provinz Alberta: 31% weniger Verkäufe

Ähnlich wie Vancouver erwischte es auch die Ölsand-Provinz Alberta. In der Hauptstadt Stadt Edmonton – sie ist mehr für Prosperität und Wirtschaftsboom bekannt – gingen die Verkäufe von Immobilien in ähnlich starker Weise zurück.Von November auf Dezember sank die Zahl der Transaktionen um 31 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr kommt Edmonton jedoch etwas günstiger weg. Hier ist ein Rückgang von „nur“ siebzehn Prozent zu verzeichnen, wobei das Vorjahresniveau bereits sehr niedrig war.

Nicht nur die Immobilienbranche beäugte die Entwicklung kritisch. Auch der Bankensektor, der mit der Immobilienbranche stark verzahnt ist, macht sich nun Sorgen. Weniger verkaufte Immobilien bedeutet auch weniger Erlöse auf Seiten der Banken. So kommt es, dass auch Kanadas Banken mobil machen und Anstrengungen unternehmen, den Markt zu beruhigen.

Canadian Real Estate Association: Gregory Klump beschönt

Hört man die Verlautbarungen der Branche, klingt das ganze allerdings etwas anders. Gregory Klump, Chefökonom der Canadian Real Estate Association, beschreibt die Entwicklung folgendermaßen: „Die Verkaufsaktivität hat landesweit nicht das Momentum wie vor einem Jahr„. Ganz offensichtlich möchte man keine Panik schüren, sondern den Markt beruhigen.

Sal Guatieri von Investmentbank BMO Capital Markets: leicht negative Entwicklung erwartet

Weniger beschwichtigend, dafür etwas realistischer blickt Sal Guatieri, Ökonom der Investmentbank BMO Capital Markets in die Zukunft. Er sieht klar eine Absenkung des Preisniveaus für Immobilien voraus. Binnen Jahresfrist erwartet er eine Stabilisierung der Immobilienpreise auf einem Niveau, welches um fünf Prozent niedriger liegt.

British Columbia: Schlusslicht in Kanada

Sal Guatieri konstatierte gerade British Columbia eine unerwartete Preisstabilität. Während die Verkäufe um ebenfalls 31 Prozent zurückgingen, sanken die Preise im gleichen Zeitraum nur um drei Prozent. Dies spricht für Zuversicht der Eigentümer und auch für deren Besonnenheit. Offenbar gibt es in British Columbia auch keinen Abgabedruck.

Die Condo-Angst

Der kanadische Radiosender Canadian Broadcasting Corporation (CBC) kennt weniger Zurückhaltung. Er sieht unter den Immobilieneigentümern ein Gespenst umherziehen. CBC nennt es die Condo-Angst.

Im Aufwind: Ferienwohnung + Ferienhäuser vs. Gewerbeimmobilien + Grundstück

Die Betrachtungen des Maklerverbandes in Toronto richteten sich damals vor allem auf Häuser mit einem Wert von über einer Million Dollar. Allerdings gibt es neben Gewerbeimmobilien und Grundstücken in den Städten auch noch andere Immobilien, die sich einer regen Nachfrage erfreuen. Es sind die Ferienimmobilien.

Der Tourismus in Kanada berichtet keine rückläufigen Zahlen und mit am Tourismus hängen auch die Ferienimmobilien. Urlauber und Ruheständler kommen gerne nach Kanada und genießen die nahezu unberührte Natur. Wer das Land erkunden möchte, der unternimmt Rundreisen durch Kanada mit einem Wohnmobil bzw. RV (hier in Kanada Mobile Home bzw. Holiday Home Car genannt). Wer jedoch ein Fleckchen Kanada gefunden hat, welches er entweder öfters besuchen möchte oder auf dem er gerne einige Jahre verbringen möchte, der überlegt, dort ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung zu erwerben. Hier kommt ein anderes Lebensgefühl ins Spiel. Ferienhäuser statt Gewerbeimmobilien; Erholen in der Ferienwohnung statt Grundstücke als Renditeobjekte zu kaufen.

Bildnachweis: © morguefile.com – b0rderliner

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Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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