2016: Das Jahr der Online-Möbel?

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Verglichen mit anderen Produktgruppen ließ es die Möbelwelt vergleichsweise ruhig angehen, was das Online-Geschäft betrifft. Doch auch dieses Blatt hat sich inzwischen gewendet: Online-Möbelhäuser wie moebel.de oder fahionforhome.de sind auf dem Vormarsch und haben bereits 2015 stark aufgeholt. In diesem Jahr soll es genauso weitergehen.

Umfassende Sortimente als Basis, innovative Werbung als Knackpunkt

Ein Blick in das Sortiment der heutigen Möbel-Shops verrät direkt: Die volle Bandbreite wird abgedeckt. Da wären zum einen die Möbel selbst, denn ob für kleine Schlafzimmer, große Esszimmer oder funktionale Arbeitszimmer, existiert für jeden Wohnbereich eine schier grenzenlose Auswahl quer durch alle Stilrichtungen.

Dazu kommen die Wohnaccessoires: Sie sind funktional oder einfach nur schön anzusehen, in vielen Fällen auch beides, und sind deswegen unverzichtbar für die Vollständigkeit des Online-Sortiments. Selbst die Wände werden professionell verschönert, und zwar auf ganz unterschiedlichen Wegen.

Dieser ganzheitliche Ansatz gilt übrigens nicht nur für die Produktpalette, sondern auch bei der Erschließung der Zielgruppe. So schickt das Online-Möbel-Portal moebel.de gleich fünf neue TV-Werbespots ins Rennen, Startschuss für die Ausstrahlung war der 25. Dezember. Dieses Datum ist sicherlich kein Zufall, schließlich gilt gerade der Winter als Hochsaison für Möbelkäufe und in der besinnlichen Weihnachtszeit werden Betten, Ecksofas und Co. besonders emotional wahrgenommen. Und danach richtet sich der Blick direkt auf das Frühjahrsgeschäft, in dem Gartenmöbel wie Lounge-Sitzgruppen in den Mittelpunkt rücken. Es gibt also immer was zu tun – und dabei ist die Kreativität gefragt.

Inspirationen gesucht: Alleinstellungsmerkmale machen den Unterschied

Um das Gesicht der Marke zu festigen, werden sogar linguistische Kniffe eingesetzt. Der präsentierte Slogan, nämlich „Machs dir schoen“, soll dabei helfen, die Schreibweise des Online Shops im Kurz- und Langzeitgedächtnis zu verankern. Tatsächlich: Die Assoziation funktioniert und da sie, genau wie die Inhalte der Spots, mit einem leichten Augenzwinkern versehen ist, bekommt das Markenimage eine aufgeschlossene, frische Note.

Dass es ohne einen gewissen Einfallsreichtum nicht mehr geht, sollte spätestens seit dem Aufmarsch der großen Investoren klar sein. 2015 wurde mehr Kapital als je zuvor in den Möbelmarkt gepumpt und es spricht alles dafür, dass sich diese Entwicklung 2016 fortsetzen wird. Davon profitieren sowohl Shops als auch Verbraucher, denn dank effizienter Logistik und niedrigeren Personalkosten sind günstige Preise an der Tagesordnung. Der große Verlierer ist folglich der stationäre Handel, denn der Anteil der Online-Verkäufe verglichen zum Gesamtmarkt ist in den vergangenen drei Jahren sprunghaft angestiegen.

Möbelkauf online: Bauchgefühl trifft Kopfsache

Ein entscheidender Faktor für diese Entwicklung ist die Werbepsychologie. Genauer: Das Vertrauen der Kunden in den Shop und dessen Produkte. Denn im Gegensatz zu günstiger Mode, die beliebig zurückgeschickt werden kann, oder Technikprodukten, bei denen man stets exakt weiß, was man bekommt, sind Möbel eher teuer und bergen unvorhersehbare Tücken.

Die reale Erscheinung, die Funktionalität, die Verarbeitung, die Abnutzung auf lange Sicht – diese und weitere Aspekte sind typische Möbelrisiken und wirkten in den anfänglichen Boom-Jahren des eCommerce abschreckend auf viele Interessenten.

Mit dem Wachstum der Shops hat sich jedoch auch das geändert. Die Namen der bekannten Player gelten inzwischen als Qualitätssiegel und die hohe Kulanz bei Reklamationen hilft ebenfalls dabei, das Vertrauen zu gewinnen. Auch der kostenlose Versand wird immer mehr zum Standard und alleine das zeigt, mit welchem Elan die Möbel-Shops zur Sache gehen – der Transport einer siebenteiligen Essgruppe ist schließlich unwesentlich teurer als der Versand von Schuhen, Jeans oder iPhones.


Bildnachweis: ©Shutterstock-Titelbild: elenabsl _

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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