Begehbarer Kleiderschrank: Tipps zu Planung und Gestaltung

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Ein begehbarer Kleiderschrank braucht viel Platz? Das stimmt nicht, rund zwölf Quadratmeter reichen. „Platz ist in der kleinsten Hütte“ ist für derartige Kleiderschränke auf jeden Fall passend!

Begehbarer Kleiderschrank: Vorüberlegungen und Planungen

Ein begehbarer Kleiderschrank soll her? Kein Problem, dieser braucht nicht immer ein eigenes Zimmer. Auch wenn sich das Vorurteil, dass solche Kleiderschränke in ein separates Ankleidezimmer gehören, hartnäckig hält, ist es doch möglich, dieses zu widerlegen.

Im Schlafzimmer sollten aber wenigstens zwölf Quadratmeter Platz sein, damit sich ein begehbarer Kleiderschrank mit Schiebetüren integrieren lässt.

Wichtig: Es kommt alles auf eine gute Planung an!

Erster Schritt zum begehbaren Kleiderschrank: Die perfekte Planung

Alle, die schon einmal Kleiderschränke selbst gebaut haben, wissen es: Wenn ein zweiter Schrank entworfen wird, wird vieles geändert. Regale werden anders positioniert, die Beleuchtung an anderen Stellen gesetzt. Dennoch: Nichts ist so wichtig, wie eine umfassende Planung, auch wenn es sich um den ersten Versuch handelt!

Die folgenden Punkte sind für die Planung besonders wichtig:

  • Der passende Platz

    Dass ein begehbarer Kleiderschrank nicht mitten in den Raum gestellt wird, ist klar. Doch an welcher Stelle steht er am besten? Ist kein eigenes Zimmer dafür vorhanden, muss das Schlafzimmer gut geplant werden. Der Raum ist idealerweise rechteckig und nicht quadratisch, sodass der neue Schrank an einem Ende errichtet werden kann. Sind Nischen vorhanden oder befindet sich an einem Ende ein kleiner Abstellraum, können diese mit genutzt werden. Teilweise ist auch ein Wanddurchbruch möglich, um das Schlafzimmer zu vergrößern und den neuen Kleiderschrank zu integrieren.

  • Platz vermessen

    Ist der richtige Platz für einen begehbaren Kleiderschrank gefunden worden, geht es ans Vermessen des vorhandenen Raumteils. Das heißt, dass hierbei die Maße in Länge, Höhe und Tiefe genommen werden müssen. Der Fachmann spricht vom „Aufmaß nehmen“. Idealerweise wird eine Skizze dazu angefertigt, auf deren Basis die einzelnen Zubehörteile gekauft werden können.

    Wichtig: Unbedingt beim Vermessen an Steckdosen denken! Soll eine Beleuchtung in den Kleiderschrank gelegt werden, braucht diese schließlich Strom. Liegen hier bereits Anschlüsse, können diese zumindest teilweise stillgelegt werden. Der Anschluss für den Fernseher dürfte im Kleiderschrank unnötig sein.

    Ist der richtige Platz für einen begehbaren Kleiderschrank gefunden worden, geht es ans Vermessen des vorhandenen Raumteils. ( Foto: Adobe Stock-schulzfoto)

    Ist der richtige Platz für einen begehbaren Kleiderschrank gefunden worden, geht es ans Vermessen des vorhandenen Raumteils. ( Foto: Adobe Stock-schulzfoto)

  • Genügend Stauraum

    Nichts ist ärgerlicher, als mit viel Aufwand und teilweise hohen Kosten einen begehbaren Kleiderschrank zu montieren und dann feststellen zu müssen, dass der vorhandene Stauraum nicht ausreichend ist. Das Schlafzimmer ist selten groß genug, um dann noch ein weiteres Regal oder Sideboard aufzustellen.

    Es ist daher unbedingt empfehlenswert, sich vorher ausreichend Gedanken zu machen: Was soll alles in den Kleiderschrank gelegt werden? Ist ein Platz für Taschen und Schuhe mit vorgesehen oder werden diese anderweitig untergebracht? Für wie viele Personen ist der Schrank? Dabei sollte auch bedacht werden, dass vielleicht noch einige Kleidungsstücke zu den aktuellen Teilen dazukommen.

  • Details

    Schon jetzt können Details geplant werden. Dafür gilt es, kreative Ideen zu finden, wenn der Schrank vergleichsweise klein ist. Aufbewahrungsboxen helfen dabei, Ordnung im Schrank zu halten. Wichtig ist natürlich die Beleuchtung, damit es überall im Schrank hell genug ist. Schubladen und Gitter, Fächer mit Sichteinsatz und herausziehbare Leisten für Gürtel sind ebenfalls wichtige Details, die schon jetzt geplant werden müssen.

  • Türen planen

    Viele planen das Innenleben des begehbaren Kleiderschranks sehr akribisch und vergessen dabei doch, dass dieser noch Türen braucht. In der Regel sind in beengten Räumen Schiebetüren die beste Wahl. Wenn mehr Platz vorhanden ist, können auch normale Scharniertüren verwendet werden. Offene Regale bieten sich eher in einem separaten Ankleidezimmer an, da im Schlafzimmer deutlich mehr Staub anfällt.

  • Luxus oder Standard?

    Die Luxus-Variante begehbarer Kleiderschränke hat einfach alles, was das Herz begehrt. Sie ist allerdings auch kostenintensiver und damit nicht für jeden Geldbeutel geeignet. Das Gute: Viele Details können später noch nachgerüstet werden. So ist es kein Problem, Schiebeleisten oder Klebespiegel anzubringen.

    Einige Punkte sollten allerdings von Anfang an bedacht werden, denn ein Wechsel wäre bei ihnen später nicht sinnvoll: Gemeint sind hier zum Beispiel Sichtschubladen, die kaum später montiert werden, wenn zu Anfang auf Holzverblendungen gesetzt wird. Auch das nachträgliche Einbringen von Türen an einem eigentlich als offen geplanten Schrank ist wenig sinnvoll, da es vergleichsweise teuer ist. Zur Planung gehört daher unbedingt die Überlegung, was wirklich gebraucht wird, was sinnvoll ist und was eher der Luxus-Variante zuzuordnen ist.

Die Luxus-Variante begehbarer Kleiderschränke hat einfach alles, was das Herz begehrt. ( Foto: Adobe Stock-Matthias Buehner )

Die Luxus-Variante begehbarer Kleiderschränke hat einfach alles, was das Herz begehrt. ( Foto: Adobe Stock-Matthias Buehner )

Begehbaren Kleiderschrank selbst bauen

Im Handel sind vorgefertigte Modelle erhältlich, so auch begehbare Kleiderschränke für das Dachgeschoss. Dabei werden die vorhandenen Maße im Raum genommen und der Schrank kann entsprechend mit diesen Maßen bestellt werden. Alle Zubehörteile werden mitgeliefert und es besteht die Möglichkeit, sämtliche Schubladen, Auszüge und Türen individuell zu gestalten bzw. festzulegen.

Sogar farblich sind hier kaum Grenzen gesetzt. Weichen die vorhandenen Maße allerdings ab, kann ein fertiger Kleiderschrank sehr teuer werden. Eine Lösung besteht dann darin, die passenden Teile fertig zu kaufen und den Rest selbst zu bauen. Das setzt jedoch ein gewisses handwerkliches Geschick voraus.

Tipps für den begehbaren Schrank „Marke Eigenbau“

Angesichts der vielfältigen Planungsmöglichkeiten, die sich für einen begehbaren Kleiderschrank bei verschiedenen Anbietern im Netz bieten, ist es kaum noch nötig, einen solchen Schrank komplett als Eigenbau herzustellen. Sicherlich kann das eine oder andere Regal ergänzt werden, auch Kleiderstangen können nachträglich oder abweichend vom ursprünglichen Modell angebracht werden. Ansonsten ist es deutlich einfacher, die vorhandenen Modelle zu nutzen und auf die eigenen Maße anzupassen.

Wer dennoch selbst handwerklich tätig werden möchte und zumindest einen Teil des begehbaren Kleiderschranks selbst bauen will, kann die folgenden Tipps gut gebrauchen:

  • Design anpassen

    Das Design des Kleiderschranks muss zum restlichen Schlafzimmer passen. Wer Korpus und Türen nicht selbst herstellen kann, ohne dass der Schrank eher einer großen Holzkiste ähnelt, sollte den Profi ans Werk lassen.

Das Design des Kleiderschranks muss zum restlichen Schlafzimmer passen. ( Foto: Adobe Stock-Matthias Buehner)

Das Design des Kleiderschranks muss zum restlichen Schlafzimmer passen. ( Foto: Adobe Stock-Matthias Buehner)

  • Genügend Kleiderstangen planen

    Als Faustregel gilt: Kleiderstangen sollten mindestens zu einem Drittel mehr vorhanden sein, als einst angedacht war. Wer zum Beispiel Kleider, Hemden und Blusen nimmt und anhand der Kleidungsstücke den Platz für die Kleiderstangen ausmisst, sollte lieber eine Maßzugabe machen. Der Grund: Die Kleidung soll später locker hängen können und nicht ebenso eingepresst sein wie in einem bisher vielleicht viel zu kleinen Kleiderschrank.

  • Äußere Gestaltung im Fokus

    Die Türen können mit Farbe gestrichen oder mit Tapete beklebt werden. Auch eine Fototapete sieht sehr gut aus und macht den begehbaren Kleiderschrank zum Highlight im Schlafzimmer. Mit der passenden Beleuchtung wird der Blick auch abends auf den Schrank gelenkt.

Häufig werden die Kosten angeführt, wenn es um mögliche Vorteile eines selbst gebauten begehbaren Schranks geht. ( Foto: Adobe Stock-schultzfoto )

Häufig werden die Kosten angeführt, wenn es um mögliche Vorteile eines selbst gebauten begehbaren Schranks geht. ( Foto: Adobe Stock-schultzfoto )

Hat der selbst gebaute Kleiderschrank Vorteile?

Häufig werden die Kosten angeführt, wenn es um mögliche Vorteile eines selbst gebauten begehbaren Schranks geht. Sicherlich mag das zum Teil richtig sein, denn große Holzplatten sind im Baumarkt vergleichsweise günstig. Wer allerdings nicht selbst Tischlererfahrung hat, wird sich spätestens beim Aufbau des selbst gebauten Schranks ärgern, denn die Tücke liegt im Detail.

Der Schrank ist weit mehr als nur eine Zusammenstellung von Brettern für Türen und Wände sowie für Regalböden. Schiebetüren brauchen eine entsprechende Mechanik, auf der sie gleiten können. Die Beleuchtung muss angebracht werden, eventuell sollen für Schmuck, Gürtel und Tücher Schiebeleisten vorhanden sein. Wird der begehbare Schrank beim Profi geordert, ist an alles gedacht. Der Käufer wird hier Stück für Stück durch die Bestellung geführt, sodass weder Sichtschubladen noch Kleiderstangen, Beleuchtung oder Regale vergessen werden.

Die gesamte Bestellung wird geliefert, sodass direkt mit dem Aufbau begonnen werden kann. Nichts fehlt oder muss erst nachgeordert werden! Außerdem stimmt die Qualität der Verarbeitung sämtlicher Holzteile, was bei einem Eigenbau nur gewährleistet werden kann, wenn eine ausreichende Erfahrung im Holzhandwerk vorhanden ist.

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