Harte oder weiche Matratze: Eine Entscheidung zwischen gesund und bequem?

0

Immer mehr Menschen leiden unter Rückenschmerzen. Liegt daran die zu harte oder die zu weiche Matratze? Fakt ist, dass sie in jedem Fall schuld sein kann.

Harte oder weiche Matratze: Die verschiedenen Härtegrade

Ob eine harte oder weiche Matratze vorliegt, wird durch die Härtegrade angegeben, die seitens der Hersteller ausgewiesen sind. Sicherlich kann eine harte Bettauflage weich werden, wenn beispielsweise ein Topper auf dem Boxspringbett liegt und dieser aus Visco-Schaum hergestellt wurde. Dieser passt sich nämlich den Körperkonturen an und sorgt dafür, dass die Wirbelsäule an den richtigen Stellen Unterstützung bekommt.

Doch zurück zu den Härtegraden. Sie werden von H1 bis H5 angegeben, wobei H1 sehr weich, H5 sehr hart ist. H2 und H3 sind die in Deutschland beliebtesten Grade, denn sie decken ein Körpergewicht von bis zu 100 kg ab.

Die Einteilungen der Matratzen sehen in der Regel wie folgt aus:

  • H1: sehr weich, bis 50 kg Körpergewicht
  • H2: weich, bis 70 kg Körpergewicht
  • H3: mittelfest, bis 100 kg Körpergewicht
  • H4: hart, bis 130 kg Körpergewicht
  • H5: sehr hart, über 130 kg Körpergewicht

ein Problem ist, dass es in Deutschland keine Norm für Härtegrade gibt. Das bedeutet, dass jeder Hersteller seine eigenen Grade ausweist, was dazu führen kann, dass sich diese enorm voneinander unterscheiden. So werden auch Matratzen mit Grad H2 oftmals bis 80 kg Körpergewicht angegeben. Der Hersteller legt fest, ob es sich um eine weiche, mittelfeste oder harte Matratze handelt und gibt die Einteilung entsprechend vor. Hier hilft es, nur vor dem Matratzenkauf eine umfassende Beratung in Anspruch zu nehmen und ausgiebige Tests verschiedener Modelle durchzuführen.

Es sollte bei einer Beratung zu passenden Matratzen aber nie um die Härtegrade allein gehen, denn wichtig ist auch die Körpergröße.

Es sollte bei einer Beratung zu passenden Matratzen aber nie um die Härtegrade allein gehen, denn wichtig ist auch die Körpergröße.(#01)

Es sollte bei einer Beratung zu passenden Matratzen aber nie um die Härtegrade allein gehen, denn wichtig ist auch die Körpergröße. Dazu kommt der Körperbau: Wer eine eher sportliche Figur hat, muss Becken und Schultern meist tiefer einsinken lassen als jemand, der unsportlich ist.

Selbst die Schlafposition spielt eine Rolle, denn für die Entscheidung, ob eine harte oder weiche Matratze gewählt wird, ist es wichtig, ob jemand überwiegend auf dem Bauch oder auf dem Rücken bzw. auf der Seite liegt. Letzten Endes ist es natürlich auch wichtig, wie der Betreffende selbst gern liegen möchte.

Der Härtegrad entscheidet über die Schlafqualität. Wer zu hart liegt, bekommt ebenso Rückenschmerzen wie jemand, der viel zu weich gebettet ist. Dabei gilt heute wenigstens nicht mehr die Empfehlung der alten Orthopäden, bei Rückenproblemen doch einfach ein Brett unter die Matratze zu schieben. Das mag früher in Ordnung gewesen sein, als die Bettmaterialien durchgelegen oder viel zu nachgiebig waren.

Wer heute in einigermaßen hochwertige Bettausstattung investiert und nicht auf die günstigsten Angebote setzt, bekommt kein Problem mit durchhängenden Matratzen (sofern diese spätestens nach 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden) und muss eine andere Lösung für eventuelle Rückenschmerzen finden.

Video: Matratzen im Test – Welt der Wunder

Harte oder weiche Matratze: Was ist gesünder?

Generell wird empfohlen, lieber etwas härter zu liegen. Nicht umsonst wird von vielen Menschen der Schlaf als erholsamer empfunden, wenn sie eine harte Matratze nutzen. Wer keine Rückenprobleme hat, profitiert von der harten Schlafunterlage dadurch, dass die Knochen das Gewicht des Körpers ausreichend abstützen. Muskeln, Sehnen und Bänder werden nicht mehr beansprucht und können sich erholen.

Ist die Matratze hingegen zu weich, sinkt der Körper durch sein eigenes Gewicht zu tief ein, ohne dass er an den richtigen und wichtigen Stellen gestützt wird. Er muss diese Aufgabe selbst übernehmen, was zu einer Art Dauerbelastung und somit zu Verspannungen führen kann. Der Betreffende wacht morgens „wie gerädert“ auf und fühlt sich, als hätte er die Nacht durchgemacht. Insofern ist es tatsächlich gesünder, eine harte Matratze zu nutzen.

Individuelle Befindlichkeiten spielen eine Rolle, wenn es darum geht, eine harte oder eine weiche Matratze zu wählen. Denn auch wenn die harte Bettunterlage gesundheitlich gesehen die bessere Wahl sein mag, kann eine weiche Matratze oft als angenehmer empfunden werden. Dies gilt aber nur dann, wenn jemand Seitenschläfer ist und möchte, dass die Schultern und das Becken tiefer einsinken können.

Eine normale Matratze aus Kaltschaum kann das oft nicht genug abfangen, hier kommen dann Visco-Schaum-Matratzen zum Einsatz oder ein Topper aus diesem Material. Die Punktelastizität ist hier besser gegeben und das individuelle Schlafverhalten wird berücksichtigt.

Die Individualität ist beim Matratzenkauf von enormer Wichtigkeit, denn kaum etwas ist so individuell wie das Schlafverhalten. Daher gilt auch, dass gesundheitliche Aspekte zwar berücksichtigt werden müssen, dass aber eigene Vorlieben im Vordergrund stehen sollten. Dies zeigt sich auch beim Kauf eines Doppelbetts, bei dem empfohlen wird, für jeden Partner eine separate harte oder weiche Matratze zu kaufen.

So kann auch ein Paar den Schlaf genießen, den jeder der Partner wünscht, und muss sich nicht nach dem anderen Partner richten. Dabei ist wichtig, dass der Härtegrad dann der passende ist, wenn die Wirbelsäule immer horizontal bleibt. Sie darf in keiner Schlafposition geknickt oder gestaucht werden! Dann ist das Gewicht des Körpers optimal verteilt und eine gute Entspannung des gesamten Bewegungsapparats ist möglich.

Menschen, die auf dem Rücken schlafen, bewegen sich in der Nacht meist nur wenig, sodass der Rücken fast die ganze Nacht über belastet wird.

Menschen, die auf dem Rücken schlafen, bewegen sich in der Nacht meist nur wenig, sodass der Rücken fast die ganze Nacht über belastet wird.(#02)

Harte oder weiche Matratze: Welche Auswirkungen hat die Schlafposition?

Menschen, die auf dem Rücken schlafen, bewegen sich in der Nacht meist nur wenig, sodass der Rücken fast die ganze Nacht über belastet wird. Matratzen müssen fest genug sein, um den Schulterbereich sowie den Bereich des unteren Rückens sicher zu tragen und dennoch ein wenig einsinken zu lassen. Schläft ein Mensch hingegen auf dem Bauch, soll eine Matratze eher mittelfest sein. Ist sie zu weich, kommt der Kopf zu hoch, die Wirbelsäule würde im Bereich des Nackens überstreckt werden.

Eine zu harte Bettunterlage hingegen würde Becken und Kopf zu hoch lagern, die Wirbelsäule könnte nicht horizontal ausgerichtet werden. Die meisten Menschen schlafen auf der Seite und benötigen Matratzen, die Becken und Schultern stützen. Mit den passenden Härtegraden ist das kein Problem, doch gerade hier werden oft die meisten Fehler gemacht.

Eine zu weiche Matratze sinkt zu weit ein und kann weder Becken noch Schultern ausreichend stützen. Die Wirbelsäule hängt durch, Verspannungen und Schmerzen sind die Folge. Handelt es sich um eine zu harte Bettunterlage, ist die Belastung für Schultern und Becken zu groß.

Die Bereiche werden hoch gelagert, die Wirbelsäule wird gekrümmt. Dies resultiert ebenfalls in Beschwerden mit dem Rücken. Meist zeigen sich die ersten Probleme in Form von Kopfschmerzen, wobei vor allem Spannungskopfschmerzen mit falschen Matratzen in Verbindung gebracht werden.

Wer feststellt, dass er eine zu harte Matratze verwendet, kann sich mit einem Topper behelfen. Vor allem die Ausführungen mit einem Gelkern sind hier zu empfehlen, denn sie weisen eine hohe Punktelastizität auf. Sie können ebenso wie Topper aus Visco-Schaum auf jede Art von Matratze gelegt werden.

Ob Tonnentaschenfederkern oder Kaltschaum, ob verschiedene Härtegrade oder Größen: Topper gibt es für jeden Bedarf und können sogar individuell gefertigt werden. Wichtig: Es lässt sich nur eine zu harte Matratze weicher machen, eine weiche Bettunterlage kann nicht härter werden!

Video: 1 – Bett und Schlaf – „Entscheidende Aspekte beim Matratzenkauf aus Sicht des Orthopäden“

Harte oder weiche Matratze: Unbedingt Probeliegen!

Nicht nur, dass eine Matratze vielen verschiedenen Anforderungen gerecht werden muss und einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheit leistet. Sie soll auch hohen Belastungen standhalten und, wie beispielsweise im Familienbett, mit einem hohen darauf lagernden Gewicht klarkommen, ohne selbst Schäden zu nehmen oder Beeinträchtigungen in der Funktion aufzuweisen.

Um das perfekte Modell zu finden, ist es daher unbedingt empfehlenswert, im Ladengeschäft zu probieren: Wie liegt sich das gewünschte Modell? Ist es eher eine weiche oder eine harte Matratze? Wie zufrieden ist der Tester mit der Größe? Handelt es sich um eine Variante mit Komfortzonen, müssen diese sowohl zur Körpergröße als auch zu den Schlafgewohnheiten passen, denn die Zonen sind für bestimmte Körperbereiche vorgesehen. Daher liegen auf solchen Matratzen in Standardgrößen auch Kinder oder sehr kleine Menschen nicht gut.

Viele Hersteller bieten mittlerweile Matratzen zur Probe an. Dies ist sinnvoll, denn wirklich einschätzen lässt sich der Komfort erst, wenn tatsächlich auf der Matratze geschlafen wurde. Ob das nun 100 Tage bzw. Nächte sein müssen, wie von einem Hersteller in der Werbung empfohlen, sei einmal dahingestellt, doch mehrere Nächte sollte es schon sein.

Tipp: Wichtig sind nicht nur harte oder weiche Matratzen, sondern auch der Lattenrost. Dieser sollte verstellbar sein, damit er die gewünschten Körperbereiche sicher abstützen kann. Durch einfaches Verschieben der Härtegrad-Regler kann jeder individuell bestimmen, ob der Lattenrost härter oder weicher eingestellt werden soll. Der perfekte Liegekomfort ergibt sich dann in Verbindung mit der Bettauflage und dem Topper, sofern ein solcher verwendet werden muss.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Freeograph -#01:  Freeograph-#02:  Freeograph

About Author

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

Leave A Reply