Durchschnittlicher Wasserverbrauch: Warum wir Wassersparmeister sind!

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Die Deutschen sind Wassersparmeister, denn der durchschnittliche Wasserverbrauch ist verglichen mit anderen Industrienationen niedrig und sinkt beharrlich. Dennoch ist weiteres Sparen wichtig.

Durchschnittlicher Wasserverbrauch: Wer ist Wassersparmeister in Deutschland und Europa?

Der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland lag noch vor einigen Jahren bei 140 Litern pro Person und sank dann auf 127 Liter. Inzwischen wird er mit 123 Litern angegeben, wobei sich die Deutschen gern ein Kopf an Kopf Rennen mit den Dänen liefern. Hierbei gehen vor allem die Ostdeutschen als Wassersparmeister hervor, denn sie verbrauchen nur 93 Liter pro Person, während es in Westdeutschland 132 Liter pro Person und Tag sind.

Studie des Fraunhofer Instituts

Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung zeichnet für dieses Vergleichsergebnis verantwortlich und untersuchte in der Studie rund die Hälfte der deutschen Haushalte in Bezug auf ihren Wasserkonsum. Generell kam dabei heraus, dass Deutschland am unteren Ende der Verbrauchsskala in Europa agiert.

Video: Wasserverschwendung: 120 Kopfverbrauch pro Tag

Das ist der Grund für die Sparsamkeit

Zur Zeit der Wende war der Verbrauch in den alten und neuen Bundesländern nahezu gleich. Dann stiegen die Preise für Wasser in Ostdeutschland und in der Folge begannen die Menschen hier, massiv zu sparen. Das setzt sich bis heute derart fort, sodass sie immer noch weniger Wasser als die Westdeutschen verbrauchen. Außerdem sind hier die Einkommen oft niedriger, der geringere durchschnittliche Wasserverbrauch liegt daher auch am Sparzwang wegen des niedrigeren Haushaltsbudgets.

Die Dänen und die Ostdeutschen

Auch in Dänemark sinkt der Wasserverbrauch pro Kopf, hier liegt er mittlerweile bei 103 Litern. Verglichen mit den Sparfüchsen in Ostdeutschland sind die Dänen aber weit abgeschlagen und ein gutes Stück davon entfernt, tatsächliche Wassersparmeister zu sein.

Dennoch: Der Trend, Wasser zu sparen, hielt hier für ungefähr 30 Jahre an. Doch dann kam der trockene Sommer 2019 und die in der Folge nötige massive Bewässerung in der Landwirtschaft und der generelle Mehrverbrauch setzte dem Spartrend ein Ende.

Wie kommen diese Zahlen zustande?

Der Vergleich der tatsächlichen Zahlen zwischen Deutschland und Dänemark wird jedoch aus technischen Gründen erschwert. Denn in Dänemark sind Funkwasserzähler üblich, die auch Leckagen aufzeigen können. In Deutschland wird die herkömmliche Variante des Ablesens über die Wasseruhr verwendet, damit könnte der Verbrauch in Deutschland sogar noch niedriger sein als in Dänemark und wird nur nicht korrekt aufgezeichnet.

Ein durchschnittlicher Wasserverbrauch von 123 Litern pro Kopf und Tag mag wenig klingen, ist aber immer noch zu viel. ( Foto: Shutterstock- _Alexander Raths )

Ein durchschnittlicher Wasserverbrauch von 123 Litern pro Kopf und Tag mag wenig klingen, ist aber immer noch zu viel. ( Foto: Shutterstock- _Alexander Raths )

Den durchschnittlichen Wasserverbrauch senken

Ein durchschnittlicher Wasserverbrauch von 123 Litern pro Kopf und Tag mag wenig klingen, ist aber immer noch zu viel. Gerade angesichts der Tatsache, dass mit rund 33 Litern pro Tag die Toilettenspülung gutes Trinkwasser vergeudet, während in anderen Ländern der Welt viel zu wenig Wasser zur Verfügung steht, sollte zu denken geben. Es gilt daher, mit geeigneten Maßnahmen den Wasserverbrauch zu senken.

Für private Haushalte geht damit in erster Linie eine Kostenreduzierung einher (neben dem ruhigeren ökologischen Gewissen). Für die Kläranlagen heißt der geringere Wasserverbrauch, dass weniger Energie zur Reinigung der Abwässer benötigt wird. Immerhin benötigen Kläranlagen rund 0,7 Prozent des Stromverbrauchs von ganz Deutschland! Damit wird die wichtige Rolle der Wasseraufbereitung vor dem Hintergrund des Wassersparens deutlich.

Das immer knapper werdende Gut „Wasser“ steht Menschen in ärmeren Ländern noch lange nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung, gleichzeitig wächst die Nachfrage. Daraus resultieren weitere Engpässe, die in der Zukunft gelöst werden müssen. Die Wasseraufbereitung übernimmt hier eine Schlüsselrolle, zumal rund 80 Prozent der Abwässer weltweit nicht geklärt werden.

Die technischen Möglichkeiten stehen allerdings zur Verfügung. Hierfür müssen ebenso Lösungen gefunden werden wie zur Verbesserung der Energieeffizienz, denn hohe Ziele zum Klimaschutz und gleichzeitig steigende Strompreise machen hier ein Umdenken nötig. Moderne Technologien zur Senkung der benötigten Energie sind allerdings längst existent.

Die Frage ist nur noch, wie sie überall eingesetzt werden können. Die Wasseraufbereitung muss in Zukunft demnach vor allem vor dem Fokus der Wasserersparnis ausgerichtet werden und soll die Wasserknappheit der Erde mildern. Vor dem Hintergrund wird die Energiegewinnung aus Abwässern immer wichtiger: In einem Kubikmeter Wasser ist die vierfache Menge der Energie enthalten, die zur Reinigung benötigt wird. Die zur Nutzung nötigen Technologien müssen allerdings noch ausgebaut werden, bieten jedoch ein hohes Potenzial.

Zur Zeit der Wende war der Verbrauch in den alten und neuen Bundesländern nahezu gleich. ( Foto: Shutterstock-Ternavskaia Olga Alibec )

Zur Zeit der Wende war der Verbrauch in den alten und neuen Bundesländern nahezu gleich. ( Foto: Shutterstock-Ternavskaia Olga Alibec )

Wie hoch ist der Wasserverbrauch pro Kopf in Deutschland?

Wenn der durchschnittliche Wasserverbrauch einer Person bei 123 Litern pro Tag liegt, verbraucht ein Haushalt mit 2 Personen demzufolge rund 240 Liter pro Tag. Bei 3 Personen wären es dann 360 Liter, bei 4 Personen 480 Liter.

Wieviel Wasser verbraucht eine 3-köpfige Familie?

Doch eine 3-köpfige Familie verbraucht nicht automatisch dreimal so viel Wasser wie eine alleinstehende Person. Der Grund: Wenn der Geschirrspüler eingeräumt wird, fasst er bei ähnlichem Wasserverbrauch auch das Geschirr einer weiteren Person.

Die Waschmaschine ist bei der Wäsche von 3 Personen besser ausgelastet, durchschnittlicher Wasserverbrauch sowie Energiebedarf sinken im Verhältnis zur Nutzung durch eine oder 2 Personen. Sind von 4 Personen in der Familie zwei ähnlich alte Kinder, gehen diese vielleicht gemeinsam in die Badewanne. Die Folge: Der Wasserverbrauch ist geringer, als wenn zwei Erwachsene einzeln die Wanne nutzen.

Fazit:

Eine 3-köpfige Familie verbraucht meist mit 240-360 Litern weniger als drei Personen, die in einzelnen Haushalten leben, daher lässt sich ein täglicher Wasserverbrauch zwischen 120 und 123 Liter pro Person nur rein rechnerisch und nicht tatsächlich auf die Personenanzahl aufteilen.

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ca. 3,6 m³ Wasser im Monat, ein Haushalt mit 4 Personen benötigt rein rechnerisch 14,4 m³ pro Monat. ( Foto: Shutterstock-_Olena Yakobchuk )“ width=“800″ height=“474″ /> Eine Person verbraucht ca. 3,6 m³ Wasser im Monat, ein Haushalt mit 4 Personen benötigt rein rechnerisch 14,4 m³ pro Monat. ( Foto: Shutterstock-_Olena Yakobchuk )

Wie viel Kubikmeter Wasser verbraucht eine Person im Monat?

Eine Person verbraucht ca. 3,6 m³ Wasser im Monat, ein Haushalt mit 4 Personen benötigt rein rechnerisch 14,4 m³ pro Monat. Auch hier gilt wieder das Vorgesagte: Mehr Personen in einem Haushalt erhöhen den Wasserverbrauch nicht proportional. Werden zwei Personen in zwei verschiedenen Haushalten und zwei Personen in einem Haushalt bezüglich des Wasserverbrauchs verglichen, ergeben sich leicht andere Werte.

Ein durchschnittlicher Wasserverbrauch kann daher nicht pauschal angegeben werden. Als Richtwerte sind die genannten Zahlen jedoch durchaus genügend.

Wie viel Kubikmeter Wasser verbraucht ein Deutscher im Jahr?

Aus den vorgenannten Werten ergibt sich ein durchschnittlicher Wasserverbrauch pro Kopf und Jahr von 44.895 Litern Wasser. In Kubikmetern sind dies 44,895, wobei in diese Durchschnittswerte auch die Landwirtschaft und Industrie mit hineinzählen. Diese machen über 70 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs aus.

Die deutsche Wasserwirtschaft schätzt die Verteilung des Wasserverbrauchs in Litern pro Kopf und Tag genau so:

  • 5 l für Trinken und Kochen
  • 7 l zum Geschirr spülen
  • 7 l zum Putzen
  • 44 l zum Duschen, Baden, Körperpflege
  • 15 l zum Wäsche waschen
  • 33 l für die Toilettenspülung

Video: Wasser wird knapp

Wieviel Wasser verbrauchen andere Länder?

Unter den Industrienationen rangiert Deutschland weit vorne, was die Sparsamkeit anbelangt. Andere Nationen verbrauchen pro Kopf teils viermal soviel Wasser wie Deutschland.

Verbrauch von Wasser pro Person und Tag (Ohne Industrie) in Litern
25 Indien
120 Belgien
122 Deutschland
130 Niederlande
139 Dänemark
140 Griechenland
149 England
156 Frankreich
162 Österreich
170 Luxemburg
197 Schweden
213 Italien
237 Schweiz
260 Norwegen
270 Spanien
270 Russland
278 Japan
295 Vereinigte Staaten
500 Dubai

Quelle: bpb.de 2014

Wie lässt sich Wasser sparen?

Fakt ist: Unser durchschnittlicher Wasserverbrauch muss gesenkt werden. Dabei bedarf es kaum großer Maßnahmen, sondern schon die alltäglichen Tipps zum Wassersparen können den Wasserverbrauch deutlich reduzieren.

Aus den vorgenannten Werten ergibt sich ein durchschnittlicher Wasserverbrauch pro Kopf und Jahr von 44.895 Litern Wasser. ( Foto: Shutterstock- Yevhen Prozhyrko)

Aus den vorgenannten Werten ergibt sich ein durchschnittlicher Wasserverbrauch pro Kopf und Jahr von 44.895 Litern Wasser. ( Foto: Shutterstock- Yevhen Prozhyrko)

Diese sieben einfachen Tipps helfen dabei:

  1. Nicht baden

    Niemand muss auf sein Vollbad verzichten, doch es sollte nicht zum täglichen Standard gehören. Beim Duschen wird rund die Hälfte weniger Wasser im Vergleich zum Baden verbraucht.

    Wer dann noch beim Einshamponieren der Haare das Wasser ausdreht und nur bei Bedarf anstellt, spart noch einmal mehr. Außerdem lässt sich Energie sparen, wenn die Wassertemperatur um wenigstens ein Grad Celsius gesenkt wird. Damit muss niemand frieren und dennoch sind die Auswirkungen der Energieersparnis spürbar.

  2. Nicht einfach laufen lassen

    Beim Zähneputzen, Duschgel verteilen oder beim Abwachsen gilt: Bitte den Wasserhahn zudrehen! Hier laufen jedes Mal einige Liter Wasser ungenutzt weg.

  3. Leitungswasser als Getränk

    Niemand in Deutschland muss um seine Gesundheit fürchten, wenn Leitungswasser statt Mineralwasser getrunken wird. Damit schlagen Sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe, denn Sie brauchen kein teures Mineralwasser zu kaufen, keine Kisten nach oben schleppen und schonen die Umwelt, weil keine natürlichen Quellen zur Gewinnung des Mineralwassers angezapft werden müssen.

    Bei der Toilettenspülung sollte zwischen den Tasten gewählt werden.   ( Foto: Shutterstock- sedat seven )

    Bei der Toilettenspülung sollte zwischen den Tasten gewählt werden. ( Foto: Shutterstock- sedat seven )

  4. Spartaste nutzen

    Bei der Toilettenspülung sollte zwischen den Tasten gewählt werden. Eine Taste für das kleine Geschäft beschränkt den Wasserverbrauch auf rund drei Liter, die Taste für das große Geschäft lässt rund sechs bis acht Liter durchlaufen. Eine Stopptaste kann den Wasserverbrauch zusätzlich beschränken. Wichtig: Beim großen Geschäft nicht zu viel Wasser sparen, denn dann kommen die Betreiber der Abwasseranlagen in die Bredouille.

    Wird zu wenig Wasser zum Nachspülen verwendet, bleiben Ablagerungen in den Rohren zurück und es können sich gefährliche Keime bilden. Das Durchspülen mit sauberem Wasser wird nötig und verbraucht deutlich mehr Wasser, als wenn lediglich auf die Stopptaste beim großen Geschäft verzichtet wird.

    Immer noch gibt es viele Spülmaschinen-Verweigerer: Diese spülen das Geschirr lieber mit der Hand und sind der Meinung, sie würden weniger Wasser verbrauchen. Das stimmt jedoch nicht moderne Maschinen verbrauchen viel weniger Wasser. ( Foto: Shutterstock-_Zurijeta )

    Immer noch gibt es viele Spülmaschinen-Verweigerer: Diese spülen das Geschirr lieber mit der Hand und sind der Meinung, sie würden weniger Wasser verbrauchen. Das stimmt jedoch nicht moderne Maschinen verbrauchen viel weniger Wasser. ( Foto: Shutterstock-_Zurijeta )

  5. Waschmaschine füllen

    Moderne Waschmaschinen bietet eine Energiesparfunktion und stellen angeblich Wasser- und Energiebedarf auf die Füllmenge ein. Doch so ganz stimmt das nicht, denn im Verhältnis gesehen verbraucht eine gut gefüllte Waschmaschine immer weniger Wasser als eine, die noch halb leer ist. Orientieren Sie sich aber nicht nur an den Angaben zur Füllmenge in Kilogramm, sondern daran, dass zwischen Wäsche und Trommel eine Handbreit Platz sein sollte.

  6. Nicht abwaschen

    Immer noch gibt es viele Spülmaschinen-Verweigerer: Diese spülen das Geschirr lieber mit der Hand und sind der Meinung, sie würden weniger Wasser verbrauchen. Das stimmt jedoch nicht, eine richtig gefüllte Spülmaschine verbraucht im Durchschnitt weniger Wasser.

Keine tropfenden Wasserhähne

Eine immer noch unterschätzte Gefahr: Tropfende Wasserhähne verbrauchen jede Menge Wasser. Außerdem können durch fehlende oder nicht dichte Dichtungen Verkalkungen entstehen, die weitere Schäden anrichten. Tropfende Wasserhähne sollten umgehend repariert werden, gegen Kalkschäden helfen regelmäßige Reinigungen. Überprüfen Sie auch die Dichtungen auf Verschleiß und wechseln

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Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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