Checkliste Hausbau-Kosten 2020: Alles, was Sie nicht übersehen sollten

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Der Hausbau ist die wohl größte Investition des Lebens. Mithilfe einer Checkliste behalten Sie den Überblick und erleben weder bei den Kosten teure Überraschungen noch Rechnungen für vergessene Positionen.

Checkliste zu den Kosten: Strukturieren Sie das Großprojekt

Damit Sie nicht den Überblick über Ihr Großvorhaben verlieren, hilft eine Checkliste dabei, alle Kostenpositionen aufzulisten und zu berücksichtigen. So haben Sie bereits am Anfang eine detaillierte Kostenaufstellung in der Hand, um ein gesetztes Budget einzuhalten und rechtzeitig zu erkennen, wann es droht, überschritten zu werden.

Wichtig ist es dafür, die wichtigsten Hausbaukosten zu kennen, die mit der Planung und Ausführung des Bauprojekts in Zusammenhang stehen. Wichtig: Sie sollten nicht nur danach trachten, das Fertighaus kostengünstig bauen zu können, sondern auch alle für Sie wirklich relevanten Aspekte bedenken.

Baukosten pro Quadratmeter errechnen

Meist werden nur die gesamten Baukosten für ein Haus angegeben und eine Checkliste enthält jeweils die Endpreise. Dabei kann es sinnvoll sein, die Kosten pro Quadratmeter aufzuschlüsseln. Enthalten sollten dabei nicht nur die reinen Baukosten sein, sondern auch die Zusatzkosten für den Kaufpreis, Maklercourtage, Eintragung ins Grundbuch, Notarkosten usw.

Aus allen Kostenpunkten ergibt sich ein Gesamtvolumen, das für den Bau des neuen Fertigtraumhauses veranschlagt werden muss. Daraufhin kann eine Baufinanzierung geplant werden und es ist möglich, eventuell das Budget überschreitende Kostenpunkte zu optimieren oder gänzlich zu streichen.

Bei einem Haus wird immer erst der Rohbau erstellt, danach kommt der Innenausbau. ( Foto: Shutterstock- JRP Studio)

Bei einem Haus wird immer erst der Rohbau erstellt, danach kommt der Innenausbau. ( Foto: Shutterstock- JRP Studio)

Gesamtkosten in Kostenblöcke aufteilen

Vor der Erstellung einer individuellen Kosten-Checkliste, die für Haus und Grundstück anfallen, kann es hilfreich sein, die Gesamtkosten in Kostenblöcke zu teilen. Die genaue Auflistung aller Hausbaukosten hilft dabei, den größten Kostenfaktor zu erkennen, was sinnvoll ist, wenn ggf. Sparmaßnahmen berücksichtigt werden müssen, weil das Budget überschritten wurde.

Die Kostenblöcke können wie folgt geteilt werden:

  • Gesamtkosten für das Grundstück

    Dieser Block kann der teuerste sein, weil das gewählte Grundstück z. B. in einer besonders exponierten Lage zu finden ist.

    Auf die Checkliste gehören hier:

    • der Kaufpreis,
    • die Maklergebühren,
    • die Notar- und Grundbuchkosten sowie
    • die Grunderwerbssteuer.
  • Gesamtkosten für den Rohbau

    Bei einem Haus wird immer erst der Rohbau erstellt, danach kommt der Innenausbau. Diese zwei großen Schritte können auch als separate Kostenblöcke gesehen werden. . Dieser Faktor ist nach dem Grundstückskauf der zweite große Kostenpunkt.

    Zur Errichtung des Rohbaus müssen nämlich folgende Kostenpunkte auf der Checkliste stehen:

    • Errichtung des Fundaments,
    • Bau der Außenwände,
    • Aufsetzen des Dachstuhls,
    • Einbau von Treppen,
  • Gesamtkosten für die Außenanlagen

    Das Haus steht auf dem eigenen Grundstück, alles ist fertig gebaut. Nun gilt es, die Außenanlagen zu errichten, die kostenmäßig natürlich aufgeschlüsselt und geplant werden müssen. Der Kostenblock der Außenanlagen kann noch am ehesten in Sparmaßnahmen einbezogen werden, denn viele dieser Punkte können auch später noch erledigt werden.

    Der Kostenblock der Außenanlagen kann noch am ehesten in Sparmaßnahmen einbezogen werden, denn viele dieser Punkte können auch später noch erledigt werden.   ( Foto: Shutterstock-nnattalli)

    Der Kostenblock der Außenanlagen kann noch am ehesten in Sparmaßnahmen einbezogen werden, denn viele dieser Punkte können auch später noch erledigt werden. ( Foto: Shutterstock-nnattalli)

    Merke: Je vollständiger das Grundstück direkt nach dem Bau gestaltet werden soll, desto teurer wird es werden. Hier bietet sich enormes Sparpotenzial, wenn sich Bauherren dazu entschließen, das Grundstück nach und nach „wachsen“ zu lassen bzw. Ergänzungen der Bepflanzung nur nach freiem Budget zu entscheiden.

    Auf die Checkliste gehören deswegen:

    • die Kosten für die Umzäunung des Grundstücks ebenso wie
    • die Errichtung eines Stellplatzes,
    • einer Garage oder
    • eines Carports für ein Auto oder mehrere Fahrzeuge.
    • Auch anzulegende Terrassen, Wege und Rasenflächen werden in diesen Kostenblock aufgenommen.
    • Sogar Pflanzen, die als Sichtschutz gesetzt werden sollen, können aufgeschlüsselt werden.
  • Baunebenkosten

    Dieser Kostenblock beinhaltet unterschiedliche Einzelpositionen und wird auf jeder Checkliste anders gehandhabt. Während zum Beispiel die Grunderwerbssteuer oder die Notarkosten teilweise zu den Grundstückkosten gezählt werden, zählen sie bei manch anderer Checkliste zu den Baunebenkosten.

    Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die Baunebenkosten rund 15 Prozent der Gesamtkosten betragen  ( Foto: Shutterstock-Phovoir )

    Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die Baunebenkosten rund 15 Prozent der Gesamtkosten betragen ( Foto: Shutterstock-Phovoir )

    Hierbei sollte sich ein Bauherr die gesamten Kosten für sein künftiges Fertighaus notieren und selbst eine Einordnung in Baunebenkosten oder Grundstückskosten vornehmen.

    Wichtig ist nur, dass diese Kosten für das Haus nicht vergessen werden. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die Baunebenkosten rund 15 Prozent der Gesamtkosten betragen, dabei sind sie aber je nach Bundesland aufgrund verschieden festgesetzter Gebühren unterschiedlich hoch.

    Auf die Checkliste gehören:

    • die Kosten für die Bauvorabfrage,
    • die Baugenehmigung,
    • die Bauleitung sowie
    • eventuelle Versicherungen.
    • Auch die Erschließungskosten dürfen hierbei nicht vergessen werden.
  • Umzugskosten

    Dieser Kostenfaktor ist nicht zwingend auf die Checkliste zu den Kosten für das neue Haus aufzunehmen, kann aber je nach Menge des zu transportierenden Gutes sinnvoll sein. Wer ein teures Klavier oder einen Flügel transportieren lassen möchte, muss mit mindestens 500 Euro rechnen, die noch einmal zu den normalen Umzugskosten dazukommen.

    Letztere können aber auch als Unterpunkt zur Checkliste der Baunebenkosten geführt werden. Bei diesem Punkt lässt sich später durch Eigenleistungen viel Geld sparen. Wer den Umzug selbst realisiert, braucht demzufolge kein Umzugsunternehmen bezahlen.

    Gewisse Kostenpunkte müssen dennoch einberechnet werden, weil zum Beispiel die alte Wohnung auch noch renoviert werden muss. Frei nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ ergeben sich Stück für Stück weitere Kostenpunkte, die sich am Ende summieren.

  • Extrakosten

    Besondere Wünsche verursachen besondere Kosten bei einem Haus. Auch diese Punkte müssen auf die Checkliste aufgenommen werden. Wer einen Wintergarten haben möchte, einen Pool im Garten oder eine Tiefgarage wünscht, braucht nicht nur ein höheres Budget als der Durchschnitt, sondern auch einen separaten Punkt auf der Checkliste.

    Wer ein teures Klavier oder einen Flügel transportieren lassen möchte, muss mit mindestens 500 Euro rechnen, die noch einmal zu den normalen Umzugskosten dazukommen. ( Foto: Shutterstock-Monkey Business Images_)

    Wer ein teures Klavier oder einen Flügel transportieren lassen möchte, muss mit mindestens 500 Euro rechnen, die noch einmal zu den normalen Umzugskosten dazukommen. ( Foto: Shutterstock-Monkey Business Images_)

    Die Extrakosten sind der Punkt, der am ehesten eingespart und später nachgeholt werden kann.

    Die Tiefgarage ist nicht bei jedem Fertighaus umsetzbar, bietet sich aber an, wenn eine Unterkellerung geplant ist. Bis zu 50.000 Euro können hier als Mehrkosten anfallen. Pool und Wintergarten schlagen ebenfalls mit bis zu 30.000 Euro zu Buche, sind aber je nach Ausführungsvariante unterschiedlich teuer.

    Wichtig ist, dabei nicht nur die reinen Ausführungskosten zu berücksichtigen, sondern auch die Gebühren für weitere Genehmigungen und den Planungsmehraufwand des Architekten oder Bauingenieurs.

Kosten vorab kalkulieren lassen

Um einen guten Überblick über die anfallenden Kosten für das Haus zu bekommen und eine detaillierte Checkliste erstellen zu können, ist es sinnvoll, die Planung durch den Architekten oder Bauingenieur zur Hilfe zu nehmen. Dabei fallen die Grundstückskosten allerdings bereits heraus, denn der Architekt wird das Traumhaus erst planen, wenn das Grundstück bereits gekauft ist.

In die Aufstellung der Gesamtkosten können die bereits ausgegebenen Gelder aber freilich dennoch aufgenommen werden. Wichtig ist es, sich mithilfe der Checkliste auch während des Bauvorhabens einen Überblick darüber zu verschaffen, ob das gesetzte Budget tatsächlich eingehalten wird. Gegebenenfalls müssen Einsparungen umgesetzt werden, damit das Gesamtbudget noch zu halten ist.

Der Hausbau ist die wohl größte Investition des Lebens.  ( Foto: Shutterstock-REDPIXEL.PL )

Der Hausbau ist die wohl größte Investition des Lebens. ( Foto: Shutterstock-REDPIXEL.PL )

Checkliste Hausbau-Kosten: Beispiel für eine Kostenübersicht

Bauherren können mit einer Checkliste teure Fehler vermeiden. Sie sollten daher die oben genannten Kostengruppen notieren und die bekannten Beträge eintragen.

Wichtig: Wenn Sie ein Gesamtbudget vom Bauplaner bekommen haben, sollten Sie unbedingt nach weiteren Kosten suchen. Stellen Sie fest, welche in einem Gesamtpreis enthalten sind und welche separat auf Sie zukommen. Die Beträge, die Ihnen bekannt sind, können direkt hinter den jeweiligen Punkt der Checkliste geschrieben werden.

Checkliste Hausbau-Kosten: Baukosten

  • Architekt
  • Statiker
  • Energieberater
  • Einrichten der Baustelle
  • Kosten für die Erschließung des Grundstücks
  • Bereitstellung von Baustrom und -wasser
  • Fundament und Erstellung Keller
  • Bodenplatte
  • Rohbaukosten
  • Dach und Dämmung des Daches
  • Fenster, Türen, Jalousien
  • Installation Elektrik und Blitzschutz
  • Installation Smart Home Technik
  • Installation von sanitären Anlagen
  • Installation Heizung
  • Innenputz
  • Außenputz
  • Estrich und Dämmung des Fußbodens
  • Erstellung eines Lüftungskonzepts
  • Weitere technische Ausstattung

Checkliste Hausbau-Kosten: Innenausbau

  • Verlegen der Bodenbeläge
  • Einrichtung von Bad und WC inkl. Sanitärkeramik und Armaturen
  • Maler- und Tapezierarbeiten
  • Kücheneinrichtung
  • Erstellung Wintergarten
  • neue Möbel
  • Lampen und Leuchten
  • Kamin
  • Sauna
  • eventuelle weitere Ausstattungen

Checkliste Hausbau-Kosten: Außenanlage

  • Garten anlegen
  • Pflanzen und Hecken
  • Errichtung von Garten- und Geräteschuppen
  • Bau Garage oder Stellplatz
  • Wege und Pflasterarbeiten
  • Anlegen der Terrasse
  • Errichtung oder Anpflanzung von Sichtschutz
  • Gestaltung der Einfahrt
  • Windfang
 Wenn ein Bauherr einen besonderen Wunsch hat, wie zum Beispiel das Verkleiden des Sockels am Haus mit Riemchen und dafür auf den ansonsten meist üblichen Putz verzichtet, wird das deutlich teurer.  ( Foto: Shutterstock-Robert Kneschke)

Wenn ein Bauherr einen besonderen Wunsch hat, wie zum Beispiel das Verkleiden des Sockels am Haus mit Riemchen und dafür auf den ansonsten meist üblichen Putz verzichtet, wird das deutlich teurer. ( Foto: Shutterstock-Robert Kneschke)

Checkliste Hausbau-Kosten: Weitere Kosten

Die weiteren Kostenpunkte sind wie die Kostenfaktoren für die Außenanlagen zu sehen. Sie sollten in das Gesamtbudget eingerechnet werden, es ist allerdings möglich, sie aus selbigem herauszutrennen. Das bedeutet, dass die entsprechenden Arbeiten am und im Haus auch noch später realisiert werden können. Dennoch hat es sich gezeigt, dass die Aufnahme einzelner Zusatzkosten in die Gesamtkalkulation besser ist.

Wenn ein Bauherr einen besonderen Wunsch hat, wie zum Beispiel das Verkleiden des Sockels am Haus mit Riemchen und dafür auf den ansonsten meist üblichen Putz verzichtet, wird das deutlich teurer. Er nimmt also diesen Kostenfaktor heraus und geht davon aus, sein Vorhaben in wenigen Jahren realisieren zu können. Doch die laufenden Gesamtkosten und weitere Ausgaben für das Haus sind hoch, daher wird das Anbringen der Riemchen von Jahr zu Jahr verschoben.

Somit gilt für eine anzufertigende Checkliste Hausbau-Kosten: Besser das Budget etwas höher ansetzen und dafür alle Wünsche direkt realisieren, sofern sie nicht als gänzlich unnötiger Luxus einzustufen sind und das Baubudget komplett sprengen. Die spätere Realisierung ist zwar möglich, jedoch hat sich in der Praxis schon mehrfach gezeigt, dass die Umsetzung zusätzlicher Wünsche meist nicht vorgenommen wird.

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

1 Kommentar

  1. Avatar

    Danke für den super Artikel. Hab jetzt ein wenig mehr Überblick und kann das in meiner Planung mit Berücksichtigung.

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