Kaminfeuer: heimelige Wärme mit Stil

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Die Behaglichkeit von Kaminfeuer sorgt in der kalten Jahreszeit nicht nur für warme Füße, sie wärmt auch die Herzen. Doch nicht jeder hat in seinem Haus einen Schornstein, an dem sich ein Kamin anschließen lässt. Zum Glück gibt es Alternativen, die ein heimeliges Kaminfeuer ohne den Anschluss eines Schornsteins ermöglichen. Und Feuerholz hacken ist „Schnee von gestern“. Einst war es nicht ohne weiteres möglich, innerhalb einer hochmodernen, weiß lackierten Wohnwand mit TV-Regal eine offenes Kaminfeuer zu realisieren, ohne dass die Möbel womöglich darunter leider. Man brauchte schon einen gemauerten Kamin mit Schornstein, damit der Raum die gewünschte Gemütlichkeit ausstrahlte.

Heute lässt sich der gleiche Effekt ganz ohne Abgase und Funkenschlag erzeugen. Möglich ist dies durch eine offene Feuerstelle, entzündet mit Bioethanol. Diese ist ungefährlich und sorgt dafür, dass nun auch kühl wirkende, weiß lackierte Möbel angenehme Wärme ausstrahlen. Bioalkohol ist als dreifach destilliertes Pflanzenprodukt sehr rein und erzeugt ein angenehmes, flackerndes Kaminfeuer ohne Schornstein. Daher bezeichnet man Ethanolkamine auch als Biokamine.

Ethanolkamine sind aktuelle Trendsetter

Die Flammen von Ethanolkaminen kommen denen eines echten Holzfeuers sehr nahe und vermitteln natürliche Wärme. Bioethanol ist ein Alkohol auf Pflanzenbasis, der rückstandslos und ohne jede Geruchsentwicklung verbrennt. Mit Bioehanol befeuerte Dekokamine gibt es in vielen Designs, Größen und Preiskategorien und als Wand-, Tisch- oder Standgeräte. Die offenen Feuerstellen sind dekorativ und brauchen keinen zusätzlichen Schornstein. Sie sind die preiswerte Alternative zum gemauerten Kamin und können fast überall nachträglich aufgestellt werden. In Privatwohnungen ist für ihre Nutzung auch keine spezielle Genehmigung notwendig. Lediglich in öffentlich zugänglichen Räumen müssen gesetzliche Vorschriften beachtet werden.

Infografik: 6 wichtige Tipps für heimeliges Kaminfeuer im Kaminofen

Infografik: 6 wichtige Tipps für heimeliges Kaminfeuer im Kaminofen

Für Anwender gilt prinzipiell, vor dem Füllen und Anzünden sollte man sich eingehend mit der Gebrauchsanweisung Unbedenklichkeitsbestimmungen auseinandersetzen. Wer alles Wichtige beachtet, kann sich für eine dekorative, dem Kamin sehr ähnliche Feuerstelle freuen. Standgeräte können frei im Raum aufgestellt werden und haben eine Flamme, die von feuerfestem Glas eingerahmt wird. Auch Bioethanol-Wandkamine erzeugen natürliches Licht und angenehme Wärme und können problemlos aufgehängt werden. Es kommt lediglich auf die sichere Montage an. Ihr Design ähnelt echten Holzkaminen am stärksten. Tischgeräte sind deutlich kleiner und bringen eine ähnliche Atmosphäre wie ein Öllämpchen ins Wohnzimmer. Es entsteht Wärme, aber kein Rauch. Ein Schornstein ist nicht notwendig.

Was ist Bioethanol?

Der als Brennstoff verwendet er Alkohol wird durch Gärung aus Kartoffeln, Zuckerrohr oder Getreide gewonnen. Flüssiges Bioethanol besteht daher zu 95 % aus pflanzlichen Alkoholen. Bioethanol ist nicht völlig ungefährlich, denn sofern er offen steht, kann sich bei Raumtemperaturen ab 21 °C ein explosionsfähiges Luftgemisch bilden, das leicht entzündlich ist. Beim Verbrennen von flüssigem Biomethanol entstehen weder Rauch noch Ruß, aber Wasser und Kohlenstoffdioxid. Weil sich die feuchte Luft schneller verbraucht, ist die gute Belüftung des Raumes besonders wichtig. Einige gute Raumluft ist auch erforderlich, weil bei der Verbrennung Stickstoff entsteht.

Den richtigen Brennstoff fürs Kaminfeuer wählen

Die Brennboxen im Kamin können mit flüssigem Bioethanol oder Brenngel gefüllt werden. Beide Stoffe beruhen auf dem gleichen Rohstoff. Brenngel wurde lediglich durch Zusätze zähflüssig gemacht. Bioethanol in Gelform wurde hauptsächlich entwickelt, um das Auslaufen des flüssigen Brennstoffes zu verhindern. Brenngel ist praktisch in der Handhabung und ideal für alle, die sich mit exaktem Abmessen von flüssigen Brennstoffen etwas schwertun. Das Einfüllen des Brennstoffes mit einem Trichter kann für Ungeübte etwas schwieriger sein. Die Paste macht die Benutzung des Kamins sicherer. Sollte der Behälter versehentlich umgestoßen werden, läuft das Brenngel nicht aus.

Gemütliches Tischfeuer hinter Glas

Noch handlicher als Ethanolkamine sind Glasfeuerstellen. Das romantische Licht schafft überall dort Atmosphäre, wo man entspannen und träumen möchte. Sie können an jedem Ort aufgestellt werden und entfalten eine attraktive Farbenpracht, die im Glaszylinder von jeder Seite betrachtet werden kann. Glasfeuer werden in Handarbeit gefertigt und sind in vielen unterschiedlichen Designs erhältlich. Die romantischen Tischfeuer bestehen aus hochwertigen Materialien. Oft werden neben Glas auch skandinavisches Gletschergestein, Holz, Marmor und Aluminium verwendet.

Täuschend echtes Kaminfeuer ohne Flammen

Sich vor dem warmen Kaminfeuer gemütlich auszubreiten, ist erholsam und tut der Seele gut. Wer echtes Feuer in den eigenen vier Wänden ablehnt, aber nicht auf die Stimmung verzichten möchte, kann sich alternativ einen Elektrokamin mit Flammeneffekt zulegen. Der hat wie andere Kamine auch eine Heizfunktion und ist mit Holzimitaten ausgestattet. Die können von innen beleuchtet werden und wirken täuschend echt. Durch angestrahlten Wasserdampf wird hier sogar ein eindrucksvoller 3-D-Flammeneffekt erzeugt. Das entstehende Kaminfeuer ist von echten Flammen kaum zu differenzieren. So genießen Sie ein perfektes Flammenbild und schließen jegliche Brandgefahr aus.

Unterscheiden sich Flüssigethanol und Gel im Abbrennen?

Ein Ethanolkamin wird mit Bioethanol betrieben, der in eine spezielle Brennbox eingefüllt wird. Diese Brennbox ist ein Gefäß aus Edelstahl und hat eine Öffnung, die mit einem Schieber reguliert wird. Ist der flüssige Brennstoff einmal angezündet, kann man die Flamme durch Unterbrechung der Luftzufuhr einfach ausmachen. Dafür wird die Öffnung einfach mithilfe des Schiebers geschlossen. Um Sauerstoff geht die Flamme aus. Viele Kamine besitzen im Inneren einen Keramikschwamm, der das Auslaufen des Brennstoffes verhindert. Der sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern auch für ein schöneres Flammenbild. Holz fürs Kaminfeuer ist nicht notwendig und Lagerplatz braucht man demzufolge auch nicht. Der Ofen kann schnell aufgestellt werden und verbreitet umgehend kuschelige Wärme. Das Kaminfeuer mit Flüssigethanol hat eine längere Brenndauer als der Gelkamin und auch einen höheren Heizwert.

Die Feuerstelle wird am besten mit einem Stabfeuerzeug entzündet. Man genießt ein Kaminfeuer, als säße man vor einem klassischen Kamin mit Holzscheiten, doch die verbrennen nicht, weil es sich um naturgetreue Nachbildungen aus Keramik handelt. An der Rückwand von Dekokaminen findet man eine polierte, spiegelnde Edelstahlfläche, wodurch sich die Flammen verfielfachen und den sehr lebendigen Eindruck eines offenen Kaminfeuers vermitteln. Auch feuerfeste Rückwände aus gebrannten Ziegeln sind möglich.

YouTube-Video: Kaminfeuer „zum Download“

Wer auch unterwegs oder mal eben schnell im Büro etwas Heimeligkeit tanken möchte, der ist gut beraten, dieses Video von YouTube einzulegen. Natürlich fehlt ihm die wohlige Wärme, das Knistern der berstenden Holzscheite – vielleicht auch das Glas Rotwein oder die Nähe des Beziehungspartners. Zumindest ein wenig Illusion von Gemütlichkeit macht sich breit. Also… Klicken Sie doch mal rein.

Sicherheitsmaßnahmen für Betreiber von Kaminfeuern

  • Das Betreiben eines Bioethanolkamins unterliegt nicht der Feuerstättenverordnung. Trotzdem sollte das Bioeethanol im Brenner immer restlos verbrannt werden. Ähnlich wie beim Entzünden eines Gasherdes kann es beim Wiederanzünden eines Restes zu einer Verpuffung kommen. Beim Kauf eines Ethanolkamins sollten Interessenten stets darauf achten, dass er ein TÜV-Siegel besitzt oder die Anforderungen der DIN 4734-1 erfüllt.
  • Ethanolkamine sind eine schicke, kostengünstige und ungefährliche Möglichkeit, im Raum die Behaglichkeit eines prassenden Kaminfeuers zu erzeugen. Sie werden vom Landesgewerbeamt offiziell zugelassen.
  • Wer eine offene Feuerstelle betreibt, sollte immer einen funktionstüchtigen Feuerlöscher in der Nähe haben.
  • Wird der Kaminofen aufgestellt, muss es so schwer sein, dass er nicht so leicht umgestoßen werden kann. Wird der Kamin an der Wand befestigt, muss er auch hier stabil und sicher hängen.
  • Beim Befüllen darf auf keinen Fall Ethanol verschüttet werden. Komm doch einmal etwas daneben, muss der Brennstoff sofort aufgewischt und das Tuch umgehend weggeworfen werden.
  • Der Brennstoffbehälter sollte nie mehr als 3 l Flüssigkeit aufnehmen, sonst kann man das Kaminfeuer nicht mehr korrekt überwachen. Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, muss der Raum stets gut belüftet sein.

Bildnachweis: © freeimages.com – myles davidson

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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