Günstige Wohnungen: In diesen Städten liegen die Mieten teils unter 5 Euro pro Quadratmeter

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Wer umziehen will, kennt das: die Mieten sind fast unbezahlbar geworden. Doch die Bürger sind nicht überall gleich stark von Mietpreiserhöhungen betroffen. Dennoch: Günstige Wohnungen in Großstädten sucht man vergeblich. Doch auch die Speckgürtel ziehen an.

Wenig Wohnen für viel Geld? Günstige Wohnungen in deutschen Städten vergeblich gesucht

Günstige Wohnungen und die Großstadt, diese beiden Dinge lassen sich nicht vereinbaren. Dennoch unterscheiden sich auch die großen Städte Deutschlands stark voneinander und so muss ein Mieter in München im Durchschnitt 20,32 Euro pro Quadratmeter zahlen, in Dresden kostet der Quadratmeter nur 9,65 Euro.

Wo ist es besonders teuer?

Es gibt Städte, da sind die Mieten noch nicht einmal im Speckgürtel günstig. So zum Beispiel im bereits erwähnten München oder auch in Berlin. Als Faustregel lässt sich festhalten: Wo viele Menschen gern leben wollen, ist es teuer. Angebot und Nachfrage regeln als alte Marktprinzipien den Preis, der allerdings teilweise bereits ins Utopische abgedriftet ist.

In Berlin liegen durchschnittliche Mieten bei 15,08 Euro/m², wobei auch hier die Preise in den vergangenen acht Jahren um mehr als 40 Prozent angestiegen sind. Doch Berlin wird weit übertroffen und es liegen Stuttgart, Frankfurt am Main und Hamburg noch weiter vorn. Preislich gesehen versteht sich! Die folgende Tabelle zeigt die teuersten Städte des Landes:

Günstige Wohnungen?
Quadratmeterpreise von Ein‑, Zwei‑ und Dreizimmerwohnungen
in den größten deutschen Städten.
Stadt 1-Zimmer 2-Zimmer 3-Zimmer Mittel
Hamburg 22,29 Euro 17,08 Euro 17,07 Euro 17,66 Euro
München 21,80 Euro 20,17 Euro 19,87 Euro 20,32 Euro
Frankfurt am Main 20,88 Euro 17,13 Euro 15,74 Euro 17,08 Euro
Stuttgart 20,02 Euro 16,66 Euro 16,58 Euro 16,84 Euro
Karlsruhe 19,88 Euro 13,51 Euro 11,80 Euro 14,62 Euro
Köln 17,69 Euro 14,31 Euro 12,98 Euro 14,74 Euro
Düsseldorf 13,60 Euro 12,57 Euro 12,30 Euro 12,67 Euro
Berlin 12,51 Euro 15,17 Euro 16,66 Euro 15,08 Euro
Dresden 11,86 Euro 7,99 Euro 9,11 Euro 9,65 Euro
Mönchen-Gladbach 11,75 Euro 8,24 Euro 7,84 Euro 8,95 Euro
Bielefeld 11,74 Euro 9,57 Euro 8,56 Euro 9,51 Euro
Bremen 11,18 Euro 9,83 Euro 9,20 Euro 10,06 Euro
Dortmund 9,86 Euro 8,33 Euro 8,48 Euro 8,89 Euro
Essen 9,40 Euro 6,89 Euro 7,27 Euro 7,85 Euro
Leipzig 9,25 Euro 7,83 Euro 8,20 Euro 8,42 Euro
Bochum 8,92 Euro 7,32 Euro 8,14 Euro 8,07 Euro
Duisburg 8,83 Euro 6,39 Euro 6,17 Euro 7,01 Euro
Gelsenkirchen 7,77 Euro 6,80 Euro 6,23 Euro 6,93 Euro
Wuppertal 7,45 Euro 7,14 Euro 7,34 Euro 7,31 Euro
Chemnitz 5,30 Euro 4,93 Euro 4,93 Euro 5,05 Euro
Mittelwert 12,80 Euro 11,93 Euro 11,62 Euro 12,04 Euro
Quelle

Wie hoch ist die Mietbelastung?

Generell sollte die Miete keinen zu großen Teil des Einkommens umfassen. Experten raten dazu, dass die magische Grenze von 30 Prozent des Einkommens nicht überschritten wird, damit noch genügend Geld für andere Verpflichtungen übrig ist. Allerdings ist schon seit einigen Jahren klar, dass diese Grenze nicht zu halten ist.

Neuerdings liegen Mietbelastungen bei teilweise mehr als 30 Prozent und reichen oft sogar schon an die 50-Prozent-Marke heran. Das ist natürlich nicht gut, denn damit bleibt zu wenig Geld zum Leben übrig. Nebenbei für die eigenen vier Wände sparen? Bei dieser Miete ist das nicht möglich.

Ist Bayern immer noch Spitzenreiter?

Schon allein durch die Tatsache, dass München als absoluter Spitzenreiter in Bezug auf nicht günstige Wohnungen zu nennen ist, festigt Bayerns Position. Aber auch andere bayerische Städte machen vor hohen Mieten nicht Halt. Auch Augsburg und Nürnberg sind teure Städte, was die Miete angeht. Andere Quellen nennen dazu noch Orte wie Grünwald, Unterföhring und Oberschleißheim, welche besonders teuer sind.

Insofern gilt, dass die angestrebten staatlichen Bemühungen im Kampf um bezahlbare Mieten vor allem im bayerischen Raum greifen sollten. Wie in Baden-Württemberg bereits üblich, sollte die Miete bei einer Neuvermietung maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Dies setzt allerdings voraus, dass sich auch die Mietinteressenten genau informieren und die ortsüblichen Preise kennen.

Die Menschen wollen aus den Innenstädten weg. Zu laut, zu viele Menschen, zu teuer: Gründe dafür gibt es viele. ( Foto: Shutterstock- Monkey Business Images)

Die Menschen wollen aus den Innenstädten weg. Zu laut, zu viele Menschen, zu teuer: Gründe dafür gibt es viele. ( Foto: Shutterstock- Monkey Business Images)

Warum steigen die Mieten teilweise so stark?

Die Menschen wollen aus den Innenstädten weg. Zu laut, zu viele Menschen, zu teuer: Gründe dafür gibt es viele. Sie ziehen daher ins Umland und hier in den Speckgürtel. Dabei bleiben sie innerhalb der üblichen Pendeldistanz und nehmen teilweise bis zu 40 km Fahrtweg bis zur Arbeit in der Stadt in Kauf.

Ein Beispiel dafür ist Berlin: Bestensee liegt als bislang eher ruhiger Ort nur rund 35 km von der Hauptstadt entfernt. Doch in den letzten Jahren ist die durchschnittliche Miete dort um mehr als 80 Prozent gestiegen! Gleichwohl ist Wohnraum im Speckgürtel Berlins knapp geworden und ein Mietgesuch gleicht inzwischen eher einer Bewerbung.

Video: Hamburgs billigste Wohnungen: 60 Quadratmeter unter 500 Euro kalt

Mit wenig Geld viel Wohnen? Diese Städte bieten günstige Wohnungen

Doch es geht auch anders und sogar ohne staatliche Regelungen zur Mietpreisbremse. Es gibt Orte in Deutschland, in denen die Mieten nach wie vor günstig sind und in denen es auch nicht den Anschein macht, dass sich dieser Fakt in naher Zukunft ändern könnte.

Wo ist die Miete besonders günstig?

Besonders günstig ist die Miete in der Gegend entlang der Grenze zu Polen sowie zu Tschechien kommt mit teilweise weniger als fünf Euro pro Quadratmeter bei der Miete aus. Diese Regionen sind auf beiden Seiten der Grenze ländlich geprägt und entsprechend dünn besiedelt. Große Städte gibt es hier nicht.

Günstige Wohnungen sind hier keine Mangelware, sondern werden den Mietinteressenten bildlich gesprochen hinterhergeworfen. Gerade die alten Plattenbausiedlungen aus DDR-Zeiten werden aktiv zurückgebaut, sie können nicht mehr vermietet werden und entpuppten sich als Geldfresser. Die wenigen verbliebenen Mieter werden zu Alternativen gedrängt, die Gebäude werden verkleinert oder ganz abgerissen. Doch auch in Städten wie Chemnitz sind die Mieten niedrig. Hier kosten sie durchschnittlich 5,05 Euro pro Quadratmeter.

In welchen Städten zahlt man wenig Miete?

Nicht nur die grenznahen Regionen zu östlichen Nachbarländern erweisen sich als besonders mietgünstige Wohnorte. Auch einzelne Städte, quer durch Deutschland verteilt, finden sich hier.

Dazu zählen zum Beispiel das oben bereits erwähnte Chemnitz, dazu auch die folgenden Städte:

  • Halle an der Saale (unter 6 Euro)
  • Salzgitter (unter 6 Euro)
  • Bremerhaven (unter 6 Euro)
  • Hagen (unter 6 Euro)
  • Gelsenkirchen (über 6 Euro)
  • Duisburg (über 6 Euro)
  • Hannover (über 6 Euro)

Die letzten drei Städte überschreiten beim Mietpreis bereits die Grenze zu sechs Euro pro Quadratmeter, bei den übrigen Ortschaften ist immer noch eine Fünf vor dem Komma zu sehen. Quelle: eigene Recherchen.

Nicht nur die grenznahen Regionen zu östlichen Nachbarländern erweisen sich als besonders mietgünstige Wohnorte. Auch einzelne Städte, quer durch Deutschland verteilt, finden sich hier. ( Foto: Shutterstock-ArTono)

Nicht nur die grenznahen Regionen zu östlichen Nachbarländern erweisen sich als besonders mietgünstige Wohnorte. Auch einzelne Städte, quer durch Deutschland verteilt, finden sich hier. ( Foto: Shutterstock-ArTono)

Häufige Fragen rund um günstige Wohnungen

Die folgenden Fragen erreichen unsere Redaktion besonders häufig und betreffen alle Wohnungssuchenden. Wichtiger Tipp: Wer bei der Immobiliensuche nicht zu viel bezahlen will, sollte vorab Mietspiegel miteinander vergleichen. Die Unterschiede sind teilweise gravierend!

Wie ist der Wohnungsmarkt in meiner Stadt?

Wie ist der Wohnungsmarkt in meiner Stadt? (Stand: 3. Quartal 2019)
Platz Stadt Mietpreis in Euro pro Quadratmeter
1. München 17,50 Euro/m²
2. Frankfurt / Main 14,33 Euro/m²
3. Stuttgart 13,91 Euro/m²
4. Darmstadt 12,35 Euro/m²
5. Mainz 12,33 Euro/m²
6. Freiburg 12,29 Euro/m²
7. Ingolstadt 12,06 Euro/m²
8. Wiesbaden 12,05 Euro/m²
9. Düsseldorf 12,01 Euro/m²
10. Heilbronn 12,00 Euro/m²
Quelle: Statista

Auf verschiedenen Immobilienseiten können aktuelle Mietpreise eingesehen werden. Diese bieten zumindest einen Richtwert, mit dem der verlangte Mietpreis für eine Wohnung verglichen werden kann. Ob die eigene Stadt immer darunter zu finden ist, bleibt jedoch fraglich. Um sich vor Mietwucher zu schützen, ist es überdies hilfreich, wenn bekannt ist, wie hoch die Miete für andere Bewohner eines Hauses derzeit ist.

Eventuell lässt es sich im Rahmen der Wohnungsbesichtigung mit einem der Nachbarn ins Gespräch kommen. Außerdem lässt ein Blick auf Immobilienportale oder auf eBay-Kleinanzeigen Rückschlüsse darauf zu, ob eine verlangte Miete ortsüblich ist oder nicht.

Wie finde ich eine günstige Wohnung?

Eine günstige Wohnung finde ich besonders leicht im Winter. Dann suchen nämlich weniger Menschen nach einer anderen Bleibe – meist aus Bequemlichkeit. Die Preise sind dann tatsächlich niedriger. Also: abwarten, bis es kühler wird.

Zeitdruck ist auch ein schlechter Begleiter bei der Wohnungssuche. Alle Mietinteressenten suchen günstige Wohnungen! Hier hilft es nur, in Ruhe Preise miteinander zu vergleichen und herauszufinden, wie hoch die Miete für den Vormieter war. Dies ist sicherlich nicht in jedem Falle möglich, doch manchmal ergibt sich im Rahmen der Wohnungsbesichtigung ein Gespräch mit dem Vormieter.

Wer dringend eine Wohnung braucht, ist gern geneigt, einen für sich ungünstigen Kompromiss einzugehen. Nicht selten hat das eine hohe Miete zur Folge. Daher: Bitte Zeit für die Suche nach der passenden Wohnung einplanen und auch die nächstgelegene Stadt mit in die Suche einbeziehen. Teilweise sind die Kosten für das Pendeln niedriger als die völlig überteuerten Mieten vor Ort.

Wer bei der Immobiliensuche nicht zu viel bezahlen will, sollte vorab Mietspiegel miteinander vergleichen.( Foto: Shutterstock-dreakrawi _)

Wer bei der Immobiliensuche nicht zu viel bezahlen will, sollte vorab Mietspiegel miteinander vergleichen.( Foto: Shutterstock-dreakrawi _)

Wo finde ich Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein?

Wo günstige Wohnungen mit einem Wohnberechtigungsschein gefunden werden können, hängt vom Suchradius ab. In Dörfern gibt es weniger freie Wohnungen, doch in der Stadt sind je nach Größe meist einige dieser Sozialwohnungen zu vermieten. Das zuständige Amt der Stadtverwaltung gibt dazu Auskunft.

Wer günstige Wohnungen sucht, landet schnell bei Sozialwohnungen, die bei der zuständigen Stadtverwaltung und dem dort für den Bereich Wohnen zuständigen Sachbearbeiter beantragt werden können. Der Wohnberechtigungsschein besagt, dass der Scheininhaber Anspruch auf eine derartige Wohnung hat, wobei Anspruchsberechtigte klar definiert sind. Es handelt sich dabei um besonders zu unterstützende Personengruppen wie Behinderte, werdende Mütter oder Arbeitslose.

Video: Mietpreise: warum in nrw günstige wohnungen fehlen |Tägliche Nachrichten Online

Welches Bundesland hat die günstigsten Mieten?

Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben die günstigsten Mieten, wobei gerade in Mecklenburg-Vorpommern so manche Stadt nachgezogen und die Preise erhöht hat. Grund ist die gestiegene Attraktivität der Region für Urlauber aus ganz Deutschland. Immobilien in touristisch interessanten Regionen sind meist teuer im Kauf und in Bezug auf die Miete.

In vielen Bundesländern gibt es überdies die Möglichkeit, die Förderung von Wohneigentum zu beantragen. Hier gibt es Zuschüsse und Förderkredite für den Bau oder Kauf von Wohneigentum. Auch damit wird die Mietsituation entlastet und der Kauf in der gewünschten Stadt hat den Vorteil, dass die regelmäßigen Kreditzahlungen in die eigene Immobilie investiert werden.

Wann ist die beste Zeit, um eine Wohnung zu mieten?

Die beste Zeit ist dann, wenn die Stadt aus dem Winterschlaf erwacht. Denn das scheint auch für Vermieter zu gelten. Nicht nur die Stadt, sondern auch die Zeit ist ausschlaggebend dafür, ob günstige Wohnungen gefunden werden können.

Vor allem im Winter sind die Angebote oft gut, denn in dieser Jahreszeit mag kaum jemand umziehen. Im Frühling und Sommer hingegen sind die Preise hoch. Der Wohnungsmarkt sollte eine Zeit lang beobachtet werden, dann lassen sich Preistendenzen feststellen und ausnutzen. Überdies ist auch der Umzug im Frühling leichter zu realisieren und die Gefahr, bei Matsch und Schnee Möbel transportieren zu müssen, tendiert gen null.

In welcher Stadt lohnt sich ein Wohnungskauf? Eindeutige Antwort in Gelsenkirchen.( Foto: Shutterstock-Opterix_)

In welcher Stadt lohnt sich ein Wohnungskauf? Eindeutige Antwort in Gelsenkirchen.( Foto: Shutterstock-Opterix_)

Was ist, wenn ich meine Miete nicht mehr zahlen kann?

Niemand muss den sofortigen Rauswurf aus der Wohnung fürchten, in der Regel kommt es zuerst zu einer Mahnung seitens des Vermieters. Wer die Miete allerdings zwei Monate hintereinander nicht zahlt oder wer ohne Weiteres einen großen Teil des Geldes einbehält, riskiert die fristlose Kündigung.

Es ist daher immer besser, die Lage beim Vermieter anzusprechen, denn sicherlich findet sich hier eine ähnliche Lösung wie bei den Mietstundungen in Baden-Württemberg, die Corona-bedingt angeboten wurden.

In welcher Stadt lohnt sich ein Wohnungskauf?

Die Antwort: Die Niedrigpreis-Spitzenreiter sind

  • Gelsenkirchen,
  • Halle an der Saale,
  • Duisburg und

Hier kostet Wohneigentum besonders wenig. Wenig darüber liegen

  • Essen,
  • Leipzig und
  • Wuppertal sowie
  • Bochum,
  • Erfurt und Bremen.

Sie sind bekannt dafür, dass hier günstige Wohnungen im Angebot sind. Diese Frage ist eng mit weiteren Fragen verknüpft: Wo sind die Immobilienpreise in Deutschland am günstigsten? Wo gibt es die günstigsten Eigentumswohnungen und Häuser zu kaufen? Die Kaufpreise sind vor allem für kleinere Immobilien bis 70 m² sehr niedrig. Somit sind diese Objekte ideal für Paare oder Ruheständler, die keine Immobilie für die ganze Familie suchen.

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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