Wohnraum: Definition im Mietrecht

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Wohnraum ist die Bezeichnung für eine Wohnung oder ein Haus, welches dem Wohnzweck dient. Darin eingeschlossen sind alle bewohnten und genutzten Flächen. Doch wie genau verhält es sich mit der Wohnfläche und wann ist es wichtig, den Wohnraum exakt anzugeben? Hier finden Sie Informationen zur korrekten Berechnung von Wohnraum, dem zustehenden Bedarf, Tipps zu günstigen Wohnlagen und Hinweise zur Wohnraumförderung.

Was ist Wohnraum?

Der Begriff Wohnraum hat keine allgemeingültige Bedeutung, sondern wird je nach Fachbereich im Detail unterschiedlich definiert. Er taucht vor allem im Bereich der Statistik, des Baurechts und in der Gesetzgebung auf. Wohnräume sind ausschließlich solche Räume, die zum Wohnen genutzt werden – also Wohnungen und Wohnhäuser. Eine andere Form des Raumes ist der geschäftlich oder gewerblich genutzte Raum. Etwas genauer ist der Begriff der Wohnung definiert. Er umfasst jeden Raum, der zum Führen eines eigenen Haushalts erforderlich ist und eine klar abgeschlossene Einheit darstellen. Wohnungen in Deutschland müssen daher mindestens 23 Quadratmeter groß sein, über eine Küche oder Kochnische verfügen und eine sanitäre Einrichtung haben.

Liegt bei einem Mieter oder Wohnungsbesitzer bereits eine Pflegestufe vor, kann eine Übernahme der Kosten für die Wohnraumanpassung bei der Pflegekasse beantragt werden. (#01)

Liegt bei einem Mieter oder Wohnungsbesitzer bereits eine Pflegestufe vor, kann eine Übernahme der Kosten für die Wohnraumanpassung bei der Pflegekasse beantragt werden. (#01)

Wie wird Wohnraum berechnet?

Zur Berechnung des Wohnraums wird die Grundfläche der Wohnung ermittelt. Was einfach klingt, kann im Detail jedoch eine Herausforderung sein, da nicht alle Flächen in vollem Umfang zur Wohnfläche gerechnet werden dürfen. Ein Balkon oder einer Terrasse beispielsweise werden nur zu 25 bis 50 Prozent als Wohnfläche angerechnet. Bei gewöhnlichen Balkonen und Terrassen darf lediglich ein Viertel der Fläche berechnet werden. Die halbe Fläche wird dann verrechnet, wenn es sich um eine besondere Terrasse oder einen besonderen Balkon handelt, eine hochwertige Ausstattung eine Nutzung in besonderem Umfang ermöglicht oder eine entsprechende Vereinbarung im Mietvertrag steht.

Gar nicht zur Wohnfläche werden Räume außerhalb der Wohnung gezählt, auch wenn sie regelmäßig genutzt werden. Damit sind zum Beispiel Garagen, Kellerräume, Dachböden, Wäscheraum, Garten und Gemeinschaftsräume gemeint. Diese Regelung nach Wohnverflächenverordnung tritt dann außer Kraft, wenn im Mietvertrag der Begriff „Wohnfläche“ individuell definiert und umfassend erläutert wird.

Wie wird Wohnraum mit Dachschrägen berechnet?

Wer in einer Dachgeschosswohnung lebt und viele Schrägen in den Räumen hat, steht beim Ausmessen der Grundfläche vor einer besonderen Herausforderung. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass nur die Bereiche zu 100 Prozent zur Wohnfläche gehören, die eine lichte Höhe von mindestens zwei Metern haben. Alle Bereiche mit einer lichten Höhe von mindestens einem und höchstens zwei Metern gelten anteilig zu 50 Prozent. Liegt die lichte Höhe unter einem Meter, zählt der Bereich nicht zur Wohnfläche. Um in einer Wohnung mit Dachschrägen die tatsächliche Wohnfläche zu ermitteln, ist daher meistens ein Profi erforderlich.

Wer in einer Dachgeschosswohnung lebt und viele Schrägen in den Räumen hat, steht beim Ausmessen der Grundfläche vor einer besonderen Herausforderung. (#02)

Wer in einer Dachgeschosswohnung lebt und viele Schrägen in den Räumen hat, steht beim Ausmessen der Grundfläche vor einer besonderen Herausforderung. (#02)

Was tun, wenn die Angabe zur Wohnungsgröße im Mietvertrag falsch ist?

Immer wieder fällt Mietern nach genauem Messen auf, dass die Angabe zur Größe des Wohnraums im Mietvertrag fehlerhaft ist. Dann kommt die Frage auf, was nun am besten zu tun sei. Nach gültigem Recht muss ein Mieter eine Abweichung der Wohnfläche von bis zu zehn Prozent akzeptieren. Sollte die Abweichung größer sein, besteht die Möglichkeit zur Mietminderung. Ein Vermieter hat das Recht, den Wohnraum erneut zu vermessen und anschließend eine Korrektur vorzunehmen. Da Vermieter in der Regel eine Beschwerde des Mieters nicht einfach akzeptieren, ist Rechtsbeistand meistens sinnvoll. Hilfreich kann es auch sein, von einem Architekten den Wohnraum professionell vermessen zu lassen und sich anschließend eine Beratung bei einem Interessenverband für Mieter einzuholen.

Wohnraumförderung: Was ist das?

Um Personen und Familien mit einem niedrigen Einkommen bei der Suche und dem Erhalt eines Wohnraums zu unterstützen, gibt es die soziale Wohnraumförderung. Sie ist einerseits um die Schaffung von so genannten Sozialwohnungen und andererseits um die Unterstützung der Mieter bemüht. Große Nachfrage nach gefördertem Wohnraum besteht vor allem in großen Städten mit einem schwierigen Wohnungsmarkt. Wo die Nachfrage das Angebot übersteigt, haben Geringverdiener und Eltern und Kinder häufig schlechte Chancen auf dem freien Wohnungsmarkt. Für genau diesen Personenkreis stehen Sozialwohnungen bereit, um den Zugang zu Wohnungen für alle Bewohner einer Stadt zu ermöglichen.

Wer in eine von der Stadt oder dem Land geförderte Sozialwohnung mit entsprechend niedriger Miete einziehen möchte, benötigt dazu einen Wohnberechtigungsschein. Er wird Personen ausgestellt, die über ein geringes Einkommen verfügen. Den Antrag für einen Wohnberechtigungsschein können Betroffene bei der entsprechenden Stelle in ihrer Stadt stellen. Dieser Antrag wird von der Stadt oder dem Landkreis geprüft und anschließend entweder abgelehnt oder es wird der Wohnberechtigungsschein ausgestellt. Mit diesem können Geringverdiener anschließend im Rahmen der Wohnraumförderung Sozialwohnungen beziehen.

 

Um Personen und Familien mit einem niedrigen Einkommen bei der Suche und dem Erhalt eines Wohnraums zu unterstützen, gibt es die soziale Wohnraumförderung. Sie ist einerseits um die Schaffung von so genannten Sozialwohnungen und andererseits um die Unterstützung der Mieter bemüht.(#03)

Um Personen und Familien mit einem niedrigen Einkommen bei der Suche und dem Erhalt eines Wohnraums zu unterstützen, gibt es die soziale Wohnraumförderung. Sie ist einerseits um die Schaffung von so genannten Sozialwohnungen und andererseits um die Unterstützung der Mieter bemüht.(#03)

Wohnraumanpassung: Wer trägt die Kosten?

Wohnraumanpassungen spielen im fortgeschrittenen Alter und im Krankheitsfall eine Rolle. Sie sind erforderlich, damit Senioren oder Personen mit einer körperlichen Behinderung in ihrem Zuhause wohnen bleiben können. Meistens werden dazu die sanitären Anlagen barrierefrei gestaltet. In einigen Fällen ist eine Verbreiterung der Wohnungstüren erforderlich, um diese für einen Rollstuhl passierbar zu machen. Auch kann es erforderlich sein, die Kücheneinrichtung abzusenken, Lichtschalter besser zugänglich zu machen und ein Notrufsystem zu installieren.

Liegt bei einem Mieter oder Wohnungsbesitzer bereits eine Pflegestufe vor, kann eine Übernahme der Kosten für die Wohnraumanpassung bei der Pflegekasse beantragt werden. Dieser Antrag ist unbedingt vor dem Beginn der Umbaumaßnahmen zu stellen. Pflegekassen übernehmen anfallende Kosten jedoch üblicherweise nur bis zu einer Höhe von 5.000 Euro.

Wie viel Wohnraum braucht der Mensch?

Die Frage danach, wie viel Wohnfläche eine Person benötigt und wie viel ihr zusteht, stellt sich vor allem für Bezieher von Arbeitslosengeld II. Sie haben einen Anspruch auf die Übernahme der Mietkosten durch den Staat und müssen dafür bestimmte Bedingungen erfüllen. Eine solche Bedingung ist, dass die Wohnfläche angemessen sein muss. Hierzu gibt es klare Richtlinien, die in allen Regionen von Deutschland gelten. Sie regeln jedoch nur die als angemessen geltende Größe der Wohnfläche.

Der persönliche Bedarf kann unabhängig davon ausfallen. Arbeitet eine Person von zuhause aus, wird beispielsweise ein Arbeitszimmer benötigt. Für einige Hobbys ist außerdem ein spezieller Hobbyraum notwendig. Solche Besonderheiten werden bei der Bedarfsermittlung für Bezieher von ALG II nicht berücksichtigt.

Als angemessene Wohnfläche für einen Single gilt eine Wohnungsgröße von 45 Quadratmetern. (#04)

Als angemessene Wohnfläche für einen Single gilt eine Wohnungsgröße von 45 Quadratmetern. (#04)

Wie viel Wohnraum für eine Person?

Als angemessene Wohnfläche für einen Single gilt eine Wohnungsgröße von 45 Quadratmetern. Abweichungen um bis zu fünf Quadratmeter werden bei angemessener Miethöhe von einigen Städten geduldet. In anderen Fällen ist ein Umzug in ein kleineres und günstigeres Zuhause erforderlich. Wie hoch eine als angemessen geltende Miete ist, unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. Die Bemessung hängt vom Mietspiegel der jeweiligen Stadt ab und orientiert sich dort an den als günstig geltenden Mieten.

Wie viel Wohnraum für 2 Personen?

Leben zwei Personen gemeinsam in einem Haushalt, gelten 60 Quadratmeter als angemessene Wohnfläche. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei den Personen um Eheleute, Mutter und Kind oder WG-Kollegen handelt, die gemeinsam in der Wohnung leben.

Wie viel Wohnraum für 4 Personen?

Bei einem Haushalt in dem vier Personen leben, gilt eine Wohnfläche von 90 Quadratmetern als angemessen. Das ist zum Beispiel für Eltern und zwei Kinder relevant. Hier sollte es möglich sein, dass beide Kinder einen eigenen Raum in der Wohnung zur Verfügung haben. Leben mehr als vier Personen in einem Haushalt, erhöht sich die zulässige Wohnfläche pro Person um 15 Quadratmeter, also ein weiteres Zimmer.

 

Je weiter sich eine Wohnung in Randlage der Stadt befindet, desto niedriger fällt in den meisten Fällen die Wohnungsmiete aus. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass es in den meisten Städten hochpreisige Außenbezirke in exklusiver Wohnlage gibt. (#05)

Je weiter sich eine Wohnung in Randlage der Stadt befindet, desto niedriger fällt in den meisten Fällen die Wohnungsmiete aus. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass es in den meisten Städten hochpreisige Außenbezirke in exklusiver Wohnlage gibt. (#05)

Wo ist Wohnraum am günstigsten?

Innerhalb Deutschlands bestehen erhebliche Unterschiede bei der Höhe der Kosten für Wohnraum. In Städten wie München, Hamburg, Köln, Berlin und Frankfurt fallen besonders hohe Mieten an. Dahingegen ist in den ländlichen Regionen mit unterdurchschnittlich niedrigen Mieten zu rechnen. Innerhalb einer Stadt gilt, je näher die Wohnlage sich am Zentrum befindet, desto höher fallen Mieten aus. Eine Ausnahme bilden hierbei nur die so genannten Problemviertel, wie die Nordstadt in Dortmund, Chorweiler in Köln, Harburg in Hamburg oder das Bahnhofsviertel in Frankfurt am Main.

Wohnraum: Prozess der Gentrifizierung

Aber auch diese Viertel können sich wandeln. Diesen Prozess nennt man Gentrifizierung. Das bedeutet: In ärmere Viertel ziehen immer mehr wohlsituierte Menschen und verändern die Struktur des ganzen Viertels. Oft entdecken Künstler oder Studenten attraktive gelegene Viertel, die aber etwas heruntergekommen sind, und werten diese auf. Im Laufe der Zeit entdecken Menschen mit Geld die Vorteile dieser Wohnviertel, ziehen vermehrt dort hin und sorgen langsam aber stetig für eine Verbesserung der Infrastruktur. In der Folge verteuern sich vor allem die Mieten für Neuvermietungen. Ein Problem für Mieter, die ein zu geringes Einkommen haben und sich diesen Wohnraum dann nicht mehr leisten können. Sie ziehen weg und müssen sich neue Unterkünfte suchen. Das ist natürlich auch ein gesellschaftliches Problem und die Antwort der Politik sind stärkere Investitionen in öffentlich geförderten Wohnraum, der aber aus finanziellen Gründen nur begrenzt zur Verfügung steht. Die Folge: Mieter, die sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten können, müssen oft ihre Wohnungen verkleinern (wenn sie denn neue Unterkünfte im Viertel finden) oder an die Stadtränder umziehen. Beides sicher keine optimalen Lösungen, aber oft der einzige Ausweg.

Denn je weiter sich eine Wohnung in Randlage der Stadt befindet, desto niedriger fällt in den meisten Fällen die Wohnungsmiete aus. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass es in den meisten Städten hochpreisige Außenbezirke in exklusiver Wohnlage gibt. Informationen zu günstigen Stadtbezirken bietet der jeweilige Mietspiegel der Stadt. Er liefert Informationen über den durchschnittlichen Quadratmeterpreis in unterschiedlichen Stadtbezirken.


Bildnachweis:©Fotolia-Titelbild:photo 5000-#01: Monkey Business -#02: photo 5000-#03: nmann77 -#04: baranq-#05: schulzfoto

About Author

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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