Hortensien: Pflege, schneiden und überwintern – Tipps & Videos

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Hortensien waren lange Zeit schon fast in Vergessenheit geraten, weil sie als altmodisch und wenig stylish galten. Doch in Zeiten, in denen Romantik wieder großgeschrieben wird, kommen auch diese Pflanzen wieder groß in Mode. Hortensien sind sehr variantenreich und bieten so für jeden Standort eine Pflanzmöglichkeit. Egal, ob schattig, halbschattig oder sonnig – Hauptsache, die Erde ist einigermaßen feucht! So fühlen sich die teils immergrünen Halbsträucher und Sträucher so richtig wohl.

Hortensienarten – eine Kurzbeschreibung

Bauernhortensie – bis zu zwei Meter hoch
– benötigt viel Wasser
– blüht weiß, rosa oder blau
– auch als Zimmerpflanze beliebt
Tellerhortensie – ähnlicher Wuchs wie Bauernhortensie
– tellerförmige Blütendolden
– sterile und fertige Blüten
– eher niedrige Strauchpflanze
Samthortensie – bis zu zwei Meter hoch
– große Blätter „wie Samt“
– blüht in großen Dolden, weiß blühend, teils mit Violett durchsetzt
– braucht schattigen Standort
– liebt humusreichen Boden
Eichenblatthortensie – bis zu zwei Meter hoch, wuchernder Wuchs
– Blätter mehrfach gelappt
– blüht weiß mit aufgerichteter Rispe
– empfindlich gegen Kalk
Kletterhortensie – bis zu sieben Meter hoher Strauch
– nutzt Haftwurzeln zum Klettern
– blüht weiß
– kann auch an Nord- und Westwänden stehen
Schneeballhortensie – siehe Waldhortensie
Rispenhortensie – wird mehrere Meter hoch
– blüht weiß, ab August fliederfarbene Blüten in Rispenform
– verträgt Sonne
– liebt kalkarme und feuchte Standorte
– braucht Schutz vor Wind und Wetter
Waldhortensie – bis zu drei Meter hoch
– weiß bis grünlich weiß blühend
– braucht Halbschatten

 

Weisse Hortensien erfreuen Auge und Seele mit ihrer Reinheit.

Weisse Hortensien erfreuen Auge und Seele mit ihrer Reinheit.

Der richtige Schnitt für Hortensien

Jede Hortensie muss zurückgeschnitten werden, damit sie sich gut entwickeln kann. Nur damit lässt sich der kräftige Wuchs erreichen, den diese Pflanze doch auszeichnet, außerdem wird die Blütenpracht deutlich größer. Nach der Abblüte sind die neuen Triebe bereits erkennbar, daher muss beim Schneiden mit besonderer Vorsicht vorgegangen werden. Dabei ist der Schnitt an sich nicht weiter schwer, wichtig ist aber, die jeweilige Hortensienart zu kennen und zu wissen, wie diese Pflanze in puncto Blütenbildung unterstützt werden kann oder nicht. Dabei können Hortensien grob in zwei Gruppen unterteilt werden: Zu Gruppe eins zählen die Bauern-, die Teller-, die Samt-, die Eichenblatt- und die Kletterhortensie. Die übrigen Hortensienarten, die oben in der Tabelle genannt worden sind, zählen zur Schnittgruppe zwei. Die der Gruppe eins zuzurechnenden Arten müssen besonders vorsichtig zurückgeschnitten werden. Sie brauchen nur einen geringen Rückschnitt und würden ein zu umfassendes Schneiden mit der fehlenden Blütenpracht im nächsten Jahr quittieren. Besonders geeignet ist das Frühjahr für einen Schnitt – noch ehe die Pflanze wieder neu austreibt.

Die Pflanzen der Schnittgruppe zwei können sowohl im Frühling als auch im Sommer geschnitten werden. Dabei darf der Rückschnitt durchaus großzügig erfolgen, bis zu einem Drittel der Pflanzen darf geschnitten werden. Hier sei auf eine Ausnahme hingewiesen: Die Sorte Endless Summer quittiert den Rückschnitt im Frühling noch im gleichen Jahr mit sehr prächtigen Blüten, die sich besonders durch ihre intensive Färbung auszeichnen.

Diese Hortensie oder Kommunionblume besticht durch ihr changierendes Farbspiel.

Diese Hortensie oder Kommunionblume besticht durch ihr changierendes Farbspiel.

Jede Hortensie legt bereits im Herbst die Blüten für das neue Jahr an. Nicht umsonst haben viele Hobbygärtner größte Sorgen, dass sie einen falschen Schnitt setzen können – oder den falschen Zeitpunkt wählen. Daher gilt, dass der Schnitt immer dicht über der Knospe erfolgen muss und eben bevorzugt im Frühling durchgeführt wird. Einige Sorten können zwar auch im Herbst geschnitten werden, doch dies sollte eher die Ausnahme bleiben. Nach dem Schneiden muss der Trieb geschützt werden, denn falls Frost in den frischen Schnitt kommt, ist alle Hoffnung auf bunte Blüten dahin. Wer sich zu unsicher ist, sollte auf den Rückschnitt der Hortensien besser verzichten.
Wer aber als Gärtner die einzelnen Arten der Hortensien kennt, weiß auch, wie er sie jeweils schneiden muss. Zu beachten ist dabei stets die Witterung, auch ein eventuell angesagter Frost muss berücksichtigt werden.

Die Pflege von Hortensien

Hortensien gehören inzwischen wieder zu den beliebtesten Sträuchern, die im Garten angepflanzt werden. Nicht zuletzt ist daran der vergleichsweise sehr geringe Pflegebedarf schuld, denn diese Pflanzen fordern generell sehr wenig Aufmerksamkeit. Sie wünschen gern einen bestimmten Standort, kommen aber auch mit weniger idealen Bedingungen klar. Der Boden ist nicht wichtig, wenn er nicht zu sandig, kalkhaltig oder lehmig ist. Von allem ein bisschen und auf nichts festgelegt – so könnte man den Anspruch der Hortensien wohl am besten beschreiben.

Hortensien bieten zudem den Vorteil, dass alle Arten einen ähnlichen Pflegeaufwand erfordern, sodass nicht zu jeder Jahreszeit immer verschiedene Pflanzen gesondert gepflegt werden wollen. Gern haben Hortensien einen durchlässigen und nährstoffreichen Boden zur Verfügung, der Kalkanteil sollte gering sein. Behagt ihnen der Standort nicht so recht, blühen diese genügsamen Pflanzen meist trotzdem, allerdings wird die Pracht nicht allzu üppig ausfallen. Ist der Boden leicht sauer, so kann dadurch sogar Einfluss auf die Färbung der Blüten genommen werden, denn diese sind dann meist leicht bläulich, während sie bei einem weniger sauren Boden eher rosa schimmern. Unbedingt vermieden werden sollte Staunässe, auch die direkte Sonneneinstrahlung in der Sommerhitze ist eher schädlich. Die Blüten würden verbrennen und die Laubblätter absterben.

Ganzjährig sollten Hortensien gedüngt werden, damit sie alle nötigen Nährstoffe erhalten. Wer als Gärtner direkt Einfluss auf die Färbung der Blüten nehmen möchte, experimentiert ein wenig mit Säuremineralien, damit der pH-Wert des Bodens bei etwa 4 bis 4,5 liegt. Abgeblühte Rispen sollten entfernt werden, wobei darauf zu achten ist, dass die neuen Triebe nicht beschädigt werden. Am einfachsten können alte Triebe mit dem Fingernagel abgeknipst werden, dann ist auch die Verletzungsgefahr für die Pflanze am geringsten. Warten Sie dafür solange, bis die Blüte komplett zurückgetrocknet ist.

Zur Pflege der Hortensien zählt auch der artgerechte Schnitt, auf den wir weiter oben bereits näher eingegangen sind. Auch für den Winter müssen die Pflanzen gesondert vorbereitet werden – doch dazu gleich mehr. Nur sehr alte und große Pflanzen brauchen für den Winter keinen Schutz, sie werden auch durch starken Frost nicht mehr geschädigt.

Hortensien zeigen sich in vielerlei bunten Farbgewand. Hier stehen rot und grün im Vordergrund.

Hortensien zeigen sich in vielerlei bunten Farbgewand. Hier stehen rot und grün im Vordergrund.

Hortensien können übrigens auch im Pflanzkübel gehalten werden und brauchen dann noch weniger Aufmerksamkeit bei der Pflege. Hier ist nur wichtig, dass die Hortensie regelmäßig Wasser bekommt, dennoch aber nicht unter Staunässe leiden muss. Idealerweise wählen Sie einen Kübel aus Ton oder Terracotta, dieser lässt Luft und Feuchtigkeit an die Pflanze heran. Wichtig: Werden Hortensien im Pflanzkübel gehalten, müssen sie über den Winter ins Haus oder in den Keller geholt werden. Das bloße Abdecken der Erdschicht ist als Frostschutz dann nicht ausreichend.

Überwintern von Hortensien

Hortensien sind mehrjährige Pflanzen und können problemlos auch stärkere Fröste überstehen. Sind die Pflanzen noch jung, müssen sie aber besonders geschützt werden, damit sie nicht absterben. Für die Überwinterung wiederum ist es wichtig, für ein geeignetes Klima zu sorgen, so fühlen sich die Pflanzen wohl und belohnen die Mühen im nächsten Jahr mit einer herrlichen Blütenpracht.

Die klassischen farben der Hortensie sind die Farben hellblau und zartrosa. Wer kennt sie nicht aus zahllosen Gärten und Parkanlagen?

Die klassischen farben der Hortensie sind die Farben hellblau und zartrosa. Wer kennt sie nicht aus zahllosen Gärten und Parkanlagen?

Wichtig: Einige Arten blühen sehr lange und zeigen sich sogar im Herbst noch mit schönen Blüten. Der Rückschnitt dieser Arten sollte daher unbedingt auf das Frühjahr verschoben werden, weil die frisch geschnittenen Triebe ansonsten zu stark vom Frost in Mitleidenschaft gezogen werden würden. Wichtig für die Art der Überwinterung ist die Größe der Hortensie: Wurde sie frisch gepflanzt und ist dementsprechend noch jung, muss sie mit Rindenmulch oder Reisig auf dem Erdreich vor Kälte geschützt werden. Die Triebe benötigen meist einen separaten Schutz: Für kleinere Sträucher empfiehlt sich die Verwendung von Sackleinen, damit lässt sich die Hortensie einhüllen. Wird damit eine Kübelpflanze geschützt, so sollte der Leinensack auch über den Topf gezogen werden. Große Pflanzen dürfen nicht mehr im Herbst geschnitten werden, sie tragen die Anlagen für die neue Blüte bereits in den Trieben. Wird die Hortensie dennoch geschnitten, kann es passieren, dass sie zwar Laubblätter, jedoch keine Blüten entwickelt.
Vor dem Überwintern werden die verwelkten Blüten entfernt, auch alte Laubblätter dürfen sich nicht mehr an der Pflanze befinden. Dies geschieht am besten mit der Hand, damit lassen sich Verletzungen der Pflanze am ehesten vermeiden.

Je kälter der Winter und je jünger und kleiner die Pflanze ist, desto dicker sollte die Schicht aus Reisig oder Mulch sein, die auf das Erdreich rund um die Hortensie aufgebracht wird. Wichtig: Auch im Winter darf der Boden nicht völlig austrocknen, er sollte bis zum ersten Frost leicht feucht gehalten werden. Vor Schnee brauchen die jungen Triebe übrigens nicht geschützt werden: Dieser bildet eine gute Schutzschicht gegen Frost.

Video zur Hortensie

Ein paar allgemeine Informationen zu diesen wunderschönen Gartenpflanzen werden in diesem Video gegeben.


Bildnachweis: © Titelbild   Shutterstock: Marina Andrijchenko _ pixabay.com -marmax, #1 LaMaLaMa55, #2 bella67, #3 Hans, #4 Tappancs

About Author

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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